Leserwunsch: Feminismus und Dr. Hauschka

Das nenne ich mal eine Herausforderung – Dr. Hauschka und Feminismus in Kontext bringen, das sind ja schließlich die beliebtesten Themen auf dem Blog.

(Zu Dr. Hauschka sage ich nur: Ich bin bald bei einer Hauschka-Kosmetikerin und werde alles machen lassen, was geht! HA!)

Aber Dr. Hauschka und Feminismus? Schließen sich ansonsten leider aus. Im Vorstand der Firma sitzen nur alte Männer, fein und brav in der zweiten Reihe kommen die fleißigen Bienchen, die Damen, die die Arbeit machen. Auch sonst ist die Öko-Szene ein Patriarchat, gerade wenn die Wurzeln in der Nähe von Rudolf-Steiner zu suchen sind. Da ist Feminismus Fehlanzeige, es sei denn man versteht darunter, dass Frauen als Mütter wertgeschätzt werden. Ja, das schon. Kühe schätzt man ja auch für ihre Milch.

Das tut jedoch den Produkten kein Abbruch – das Körperöl, das ich so liebe, sagt zwar Cellulitis, eine Erfindung der Kosmetik-Industrie, das ausgerechnet diese Firma nicht benutzen dürfte, aber sei es drum.
Das Produktkonzept ist veraltet, sagen viele, und es mag stimmen; es tut aber nach wie vor etwas wundersames, nämlich trotz der super komplizierten Anwendungsrituale eine Mix-Dir-Was Box anzubieten. Die Möglichkeit ins Gleichgewicht zu kommen und zu sein, sich selber am morgen sein Pflegeritual erstellen, und Dinge zu tun, ODER ZU LASSEN. Das Konzept fragt nach Achtsamkeit und Akzeptanz. Das ist kein feministisches Konzept, aber in dieser Zeit des Übergangs, in der wir aktuell als Frauen leben, brauchen wir auch mal Zonen, wo wir nicht perfekt und strukturiert sein müssen. Wo es mal um einen selbst geht und um Zeit für sich, was ich gerade bei meiner Hauschka-Kosmetikerin, die leider nicht mehr aktiv ist, so sehr geschätzt habe.
Übrigens ist das etwas, was auch jedem Mann zugute kommen sollte, bringt daher auch die Kerle dahin! Die Pflege ist zumindest mit dem Unisex-Konzept ein wenig feministisch, und wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit den Männern in gleichen Boot sitzen (leider sind wir derzeit an der Galeere, nicht am Steuerrad…).

Aber nein, nein, so verwässern will ich das Thema nicht; wir haben immer noch echte Probleme jenseits unserer Falten und Hautunreinheiten.

Chanel?! Chanel!

Da stehe ich nun – der Chanel Counter, die Verheißung von Luxus und erfüllbaren Träumen in Form eines kleinen Lippenstiftes oder einer kleiner Puderdose. Wenn Tom Ford Qualität in Chanel Verpackung auf den Markt käme, wäre es das Ende der Beautyblogs. Doch doch, da bin ich mir recht sicher. Gekauft habe ich nix, die gewünschte Farbe war ausverkauft.

Was macht Chanel derzeit? So richtig läuft es nicht, habe ich den Eindruck. Nachdem 2014 vollmundig gesagt wurde, es würde das Jahr der Blogs werden, gab es ein paar PR-Samples und fertig. Der eingeschränkte Kreis, der davon profitiert, muss allerdings auch mit der Sperrfrist leben, die auferlegt wird. Und ist diese erst vorbei, sind die Beiträge und Produkte kalter Kaffee.
Die Looks werden auch nicht gerade mehr oder besser oder – gibt es überhaupt welche? Früher Trendsetter, heute Nachahmer – wie schnell die Branche sich wandelt…
Wie lange kann Chanel noch vom Nimbus Chanel profitieren? Was passiert, wenn Karl Lagerfeld, der die Marke maßgeblich bestimmt, abtritt? Was passiert mit der Beautysparte? Wo bleiben die guten Parfums, wo es doch einen neuen Parfumeur gibt?

Ich habe meine Chanel Schätze zwar stets zur Hand, aber so recht begeistert mich die Marke nicht mehr. Was ist passiert, Chanel?
Chanel? Chanel!

P.S.: Der neue Look (chanel-look-herbst-autumn-2015) sieht genauso aus wie das, was ich nunmehr seit einem Jahr trage: Starke Braune, nackte Augen und roter Lippenstift. Danke Chanel, dass ich Deine Ikone bin! 😛

Links und rechts von rot

Rote Lippen soll man küssen, tralala… im Hochsommer eine eklige, klebrige Angelegenheit. Oder doch ein wunderbare Lösung, ungeschminkt zu sein und trotzdem BÄM zu tragen? Make-up Fans wissen, was ich meine – ganz ohne schmückendes Beiwerk das Haus zu verlassen ist nicht. Einfach weil es Spaß macht!

Nachdem ich einen etwas weicheren, pinkeren Rotton suchte, der mir sommerlicher schien, und in meiner Sammlung nicht fündig wurde, kam ich auf die gloriose Idee, mal meine Rottöne zu vergleichen. Mein Favorit ist Tom Ford Scarlet Rouge, der von Farbe und Konsistenz wirklich perfekt ist. Im Sommer wirkt er allerdings leblos und bräunlich.

Was wäre ich für eine Beautybloggerin, die nicht noch mehr “perfekte” Lippenstifte hätte?! Weiterlesen…

Oldies but goldies – ein paar Klassiker

Heute morgen grub ich also ein paar verstaubte Paletten hervor und entschied mich für den einfachen “es ist Montag, Fresse halten!” Look. Hier verliere ich einmalig und letztmalig eine Lobpreisung an MAC für deren Lippenstift Russian Red. Die Farbe ist nichts weniger als perfekt, die Textur wunderbar, der Lippenstift hält und ist als Gesamtkomposition wirklich gelungen. Dieser Lippenstift spielt in der gleichen Liga wie meine anderen heiss geliebten und mehr als doppelt so teuren roten Schätze (da wären Tom Ford, Kanebo und Burberry zu nennen).
Russian Red ist ein Klassiker und gehört in jedem Schminktäschchen. Wenn ein roter Lippenstift, dann dieser, nicht zu teuer, nicht zu knallig, nicht zu glänzend, und vor allem kein bisschen ordinär.

Dem Armani Blush 10 haucht der professionelle japanische Pinsel von Hakuhodo ein ganz anderes Leben ein, muss ich sagen. Dazu der Vanille Ton von CT, jede Menge Grundarbeit wie Augenbrauen und Abdeckcreme, fertig.

Was soll ich sagen – roter Lippenstift ist derzeit mein absoluter Favorit und etwas, was ich trotz oder gerade mit Kleinkind knallhart durchziehe. Kleider trage ich gar nicht mehr, schicke Schuhe auch nicht, und meine schöne rote Chloe-Handtasche kommt auch nur am Wochenende an die Sonne. Mein Glamour-Ich möchte sich nicht begraben lassen, und Lippenstift ist abwaschbar. YOLO.

…you can have it all, sure.

Ich habe es probiert. Ich habe gearbeitet, dabei versucht mein Promotionsprojekt wieder zu beleben und Zeit mit meinem wundervollen kleinen Frechdachs zu verbringen.
Ermöglicht wird mir das durch einen sehr flexiblen Arbeitgeber an der Uni. Durch einen außerordentlich fleißigen Ehemann und weitere Strukturen, die mir alles andere abnehmen.
Eine Promotion zählt schon mal 100 Prozent, dazu ein Job von 20h+, und hinterher “geruhsame” Freizeit mit dem Kind. Was ergibt ein 150% Job und ein Kleinkind? Am Donnerstag hatte ich bereits schon meine 50h um, Freitags hing ich halbherzig in den SeilenArmen des Geliebten Wissenschaft. Schaffe ich, schaffe ich.

ICH SCHAFF DAS!
Ich bin gescheitert. Natürlich. Weiterlesen…