Drei Fragen an sich selbst

Ich liebe, liebe Fragen – sie sind schwieriger und klüger als Aussagen. Diese drei habe ich aus dem Netz gefischt und fand sie amüsant als auch aufschlußreich, als ich sie mir selbst beantwortet habe. Hinweis: Die Antworten sollten etwas ausgeführt werden. Die spontane Antwort ist das eine, die eigentliche Aussage dahinter das Wesentliche. Viel Spaß damit!

– Was ist die Geschichte, die Du Dir selbst erzählst und nun anfängst zu glauben?

– Wenn Dein Leben die nächsten zwei Jahre so bleiben würde, wäre es eine Verbesserung?

– Wenn Du einmal die/der Bösewicht in der Geschichte einer anderen Person warst: Was hast Du getan?

War die Mutter Gottes Maria die erste offizielle Leihmutter?

Für Blasphemie bin ich weniger bekannt, zumal ich nun im Alter mich dem Glauben an Gott gewandt habe. Mangels Perspektive auf irdischer Seite, muss ich sagen, denn wenn alle so durchdrehen, muss ich an das gasförmige flüssige Dings glauben, um selbst klar zu kommen.

Meine Gedanken haben lange mariniert und ich habe sehr viele Meinungen zum Thema Leihmutterschaft auf Social Media gelesen, der Tenor der nicht Betroffenen, die also Eltern werden könne, lautete dabei: NEIN. Der Tenor der Frauen: NEIN. Der Tenor der medialen Öffentlichkeit: “Man muss darüber reden.”

Reden wir also darüber.

Ich werde meinen persönliche Senf erst zum Ende geben, schauen wir uns erstmal die Fakten an.

Eine Schwangerschaft ist immer ein Risiko und dieser wird durch künstliche Befruchtung erhöht. Frau kann also schon vorher durch die Gabe der Hormone zwecks Vorbereitung des Ganzen sterben. Wird da noch rumtransferiert von A nach B, sind es dann auch zwei betroffene Frauen. Männer müssen auch eine saubere Weste haben, aber das tut denen bestenfalls gut (Diät und Antibiose).
Bei der Geburt können sowohl Mutter als auch Kind sterben.
Wieviel ist das einem wert? Zwei hundert Tausend Euro?? Eine Million? Zwei??

Da es keine automatische Bindung gibt durch das Gebären – zumindest nicht am Anfang, die Natur wartet erst mal ab ob beide Parteien überleben und lässt die Bindung entstehen durch Kontakt, könnte man hier sagen, naja, wird schon gehen.

Zum Thema unerfüllter Kinderwunsch kann ich auch nur zweiter Hand davon berichten: Es wird zur Obsession und konsumiert alles im Alltag der Betroffenen. Eine Sache, die man schwer nachempfinden kann, aber sicherlich nachvollziehen kann. Adoption ist ein behördlicher Alptraum und für gleichgeschlechtliche Paare zwar irgendwie möglich, aber die gängige Lösung von drei Eltern hat in DE keine rechtliche Grundlage. So können zwei Frauen den biologischen Vater zwar mit einbinden, er ist aber kein Elternteil, zwei Männer und die Mutter können es auch so regeln, aber die Mutter muss dann, wenn ich es rechtlich richtig erfasst habe, wohl auf ihr Sorgerecht verzichten?!, und der zweite Vater kann nur später adoptieren.

Ja, aber hat man ein “Anrecht” auf leibliche Kinder? Man hat ein Anrecht auf sein Leben, danke Grundgesetz, auf Fortsetzung seiner Genetik rein rechtlich nicht.

Hier kommen wir zum Kern des Problems: Wenn Männer unbedingt ihre Gene weiter geben wollen, tun sie das in der Regel gewaltsam, die Geschichte hat reichlich Vorfälle. Die Mythologie dreht sich überwiegend um Vergewaltigungen. Gewalt ist nicht nur körperliche Gewalt, sie kann auch psychologisch oder finanziell sein, es bleibt eine Facette von Machtmissbrauch. So ist das Erzwingen einer potentiellen Schwangerschaft beim sonst konsensualen Geschlechtsverkehr mittlerweile auch strafbar.

Die Situation, die bei einer Leihmutterschaft entsteht, kann durchaus als gewaltsam empfunden werden: Die Leihmutter ist durch ökonomischen Zwang dazu entschlossen, ihr Leben in die Waagschale zu geben. Wenn es sauber abläuft und sie tatsächlich Geld bekommt; oft ist es auch nicht der Fall, denn ja, es gibt Menschenhandel. Hier sind also alle Parteien rechtlich gesehen freiwillig im Vertrag.
Man muss natürlich weitere Dinge fragen: Was ist mit den anderen befruchteten Embryonen? Es wird ja auch nach Geschlecht und Qualität ausgewählt. Wenn das erlaubt ist, warum ist eine Abtreibung nicht erlaubt? Und warum ist Leihmutterschaft nie ein Thema für eine Millionärin, die eh nix zu tun hat, mal ein Kind so für Freunde auszutragen?

In allen Fällen tragen Frauen immer das Risiko – Frauen, die ihren Körper nicht hergeben wollen oder können und stattdessen bezahlen, müssen trotzdem für die Ei Entnahme ein Risiko tragen. Männer… nicht. Männer, die dann noch ein männliches Embryo auswählen und sich im Kreise totalitärer, frauenhassender anderer Männer bewegen, – da sieht es dann schon wieder ein bisschen eklig aus. Man kann sich denken, an wen ich dabei denke.

Nun hat man mit Maria aus der Bibel ein interessantes Beispiel einer Leihmutterschaft, in der ein Gott (männlich gelesen in fast allen Kulturen) eine Frau geschwängert hat und diese einen Propheten, natürlich männlich, zur Welt gebracht hat. Zumindest dieser Teil soll sich halbwegs friedlich zugetragen haben. Entstanden ist ein Mann – dabei trägt die Frau das Erbgut weiter, aber Frauen kommen im Christentum nicht in weiteren Hauptrollen vor.

Kehren wir nun zur Anfangsfrage zurück: Wieviel wäre es mir wert, wäre es dir wert, mit erhöhten Risiko eine Schwangerschaft durchzuziehen, zu gebären, und dann das Kind weg zu geben?

Also Todesrisiko, unheimliche Schmerzen, und eine psychologische Macke für den Rest des Lebens.
Wieviel ist das Wert? In Zeiten von Milliardären sollte man meinen dass es sehr viel Geld wert ist, in Zeiten steigender Armut und Verteilungsungerechtigkeit: Angebot und Nachfrage – es wird billiger…

Die Frage möge sich nun jedeR selbst beantworten. Männer tragen keinerlei Risiko, ich weiß nicht inwiefern sie da was dazu sagen sollten.

Ich persönlich sehe das so:
Ich habe Kinder, und ich liebe Kinder. Aber ich liebe alle Kinder und es wäre mir humpe, ob sie aus meiner oder einer anderen Vagina rauskamen.
Eine Adoption habe ich nie erwogen, geistige Unreife hat diesen Gedanken gar nicht aufkommen lassen. Gerade im Alter würde ich dafür plädieren. Du willst mit 52 doch noch Kinder? Adoptiere eines, das schon älter ist.
Natürlich wäre es schön wenn alle Kinder haben – müssen es unbedingt leibliche sein?! Fuck nein, und Babys müssen es auch nicht sein. Ein guter Eltern zu sein ist ein Weg, den man mit dem Kind gehen muss, und das Kind kann dafür auch älter sein. Ja, es ist anstrengender dann.
Der Shortcut? Die dreiteilige Elternschaft für gleichgeschlechtliche Paare, insofern alle einigermaßen familiär verbunden sein wollen. Es gibt genug Alleinerziehende, also können sich ein bis zwei Elternteile ohnehin immer verpissen, aber bei einer legalen Grundlage kann man davon ausgehen, dass man sich einig geworden ist. Co-parenting geht schließlich auch für getrennte Paare mit Kindern. Ja, da könnte man auch über die Finanzierung einer IVF sprechen. Müssen dann alle drei heiraten halt. Ja, das sprengt die “natürliche” Ordnung LOL

Andere Frage: Interessiert sich hier eigentlich irgendjemand für die Kinder oder sind sie ein schwer zu bekommendes Accessoire, ähnlich einer Hermès Quota-bag, für die man erstmal eine Einkaufshistorie in sechsstelligem Bereich haben muss??

Wie immer in solchen Fragen, es gibt verschieden Perspektiven und die rechtliche zeigt eindeutig, wie wenig solche Sachen von einer LLM, umgangssprachlich KI genannt, überlassen werden sollen.

Dass ökonomische Macht in der Realität darüber entscheidet, sollte nicht so ein, und dafür müssen wir zwei Dinge hinterfragen: Das kapitalistisch-faschistische System per se und die inhärente Frage, ob Frauen Menschen sind.

Und – Ob man immer den bequemen Weg gehen darf? Wer eine Utopie zum Thema sehen möchte, der Film “Die Insel” mit Scarlett Johannsen ist eine Aufbereitung dessen, was man könnte, und ob man es sollte. Ich werde Tag meines Lebens Alpträume davon haben, daher überlegt euch gut, ob ihr euch den Film anschaut.

Der sozioökonomische Wert von Frauenkörpern im Kapitalismus – Dünn oder dick

Ich schreibe das, während ich nebenher ein paar Kekskrümel auf die Tastatur verschmiere; und ich schreibe, nachdem ich die Gästinnen der Chanel Modenschau gesehen habe.

Der Faschismus/Kapitalismus hat ein großes Interesse an einer schwachen Frau – zum einen physisch schwach, aber auch ökonomisch schwach. Irrsingerweise weist exakt dieses Diktat des Dünnsein auf zwei Dinge hin: Die Wertschöpfung der Frau ausschließlich aus einem physischen Aspekt. Der Körper ist das Kapital. In jedem Alter – zeigt auch Vanessa Paradis, deren Rippen an der Seite ihres Kleides hervorstechen. Sie ist schon lange Multimillionärin, doch ist und bleibt ihr Körper und Aussehen ihr soziales Kapital. Ihr ökonomischer Wert ist zwar davon schon längst entkoppelt, sollte man meinen, aber die Verknüpfung wurde hier nicht aufgelöst. Als westliche Vorstellung von dünnen Frauen als Schönheitsideal, ist das Dünnsein mittlerweile auch ein Attribut des Wohlstandes durch Zeit für Sport, durch Abnehmspritzen und ästhetische Operationen.

Ein Gruppenfoto chinesischer Unternehmerinnen, genauer gesagt Milliardärinnen auf der anderen Seite: Keine von denen ist dünn. Buchstäblich keine einzige. Denn: Es gibt offensichtlich eine ganze andere Kopplung zwischen dem sozialen und den ökonomischen Wert. Eine dünne Frau? Muss einem Mann gefallen, der dann für sie aufkommt. Eine finanzielle unabhängige Frau kann normal aussehen, muss sich nicht dünn hungern, da sie es schlichtweg nicht nötig hat, jemanden zu gefallen. In diesem kulturellen Kontext ist die sozioökonomische Verknüpfung also wer “dick” ist, ist reich. Dabei ist China auch stramm kapitalistisch und eine Diktatur, aber nicht faschistisch. Dafür ist das vorherrschende Schönheitsideal pädophil.

Genau hier schaffen es besagte Unternhemerinnen sich zu lösen – zwar sehen alle sehr gut aus, aber weder allzu stark erschlankt, noch allzu stramm operiert.
Hier wird ironischerweise das “zu sich stehen” und der normale Frauenkörper zu einem Symbol des Kapitals. Ist das dann noch ein feministisches Symbol?

Beides kann als feministisches Symbol gewertet werden, wenn es um Wahlfreiheit geht, aber beides kann gleichzeitig nicht feministisch sein, aufgrund der Systeme, in dem sie stattfinden, die beide kapitalistisch sind (westlich=faschistisch, chinesisch=Diktatur).

Tatsächlich fand ich es sehr interessant, aus meiner definitiv vom male gaze und westlich geprägten Sozialisierung mal raus zu gehen und mich zu fragen, was eigentlich dieser Kulturkampf um Körper für mich persönlich bedeutet.
Aus welcher Perspektive möchte ich meinen sich verändernden Körper sehen? Sollte ich das Altern in dem offensichtlichsten Aspekt, der Gewichtszunahme, anfangen zu bekämpfen? Die Betonung liegt auf Kampf, weil es mit aggressiven Mitteln geschehen müsste.

Die inhärente Frage hier lautet allerdings, ob und welchem sozioökonomischen Wert ich mir beimesse. Denn wenn man diesen Maßstab anlegt, denkt man das System mit – wenn man sich jedoch aus dem System zumindest gedanklich und identitätsmäßig rausnimmt, wäre diese Bewertung hinfällig und die emanzipatorische Kraft wäre frei gesetzt.

Und während ich ich schreibe, meine ich dich, und du.

Schönheitsideale sind klassistisch und pädophil – Stil ist das alles nicht

Okay, der Reihe nach: Schönheitsideale sind klassistisch, pädophil und dazu kolonialistisch. Das ist mir gerade noch eingefallen, ist eigentlich eine logische Schlußfolgerung aus beidem, wenn man einen Hauch Anthropologie und Kunstgeschichte kritisch betrachtet hat.

Schönheitsideale sind der Status Quo der jeweiligen Zeit und ändern sich beispielsweise mit den technischen Möglichkeiten. Früher? Korsagen: Dünne Taille. Heute? Ästhetische Chirurgie: Instagram Gesicht und Silikonbrüste. Die jeweilige Ästhetik wird von Prominenten, Medien und Werbung immer wieder reproduziert. Selbst gegenteilige Ästhetik dient letztlich dazu, die bestehende zu bestätigen.

Inwiefern sind die pädophil? Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll… die Sexualisierung von Kindern ist so alt wie die Menschheit selbst, und ich habe keinen Hintergrund dazu und will mich mit sowas auch nicht beschäftigen. Aber handfeste Beispiele kann ich geben: Extrem dünne Körper, Haarlosigkeit, große Augen und kleine Nasen. Die Bekleidungsindustrie tut ihr restliches, für meine Tochter kaufe ich nicht mehr in der Mädchenabteilung ein, das ist alles tailliert, ausgeschnitten, “sexy” und qualitativ minderwertig dazu.

Kommen wir zum Klassismus, Diskriminierung aufgrund Herkunft bzw. sozio-ökonomischen Status – gilt aber nur für arme Menschen, nicht für Reiche, falls sich das jnd frägt. Hier dient seit eh und je das Schönheitsideal der hellen Haut, keine Augenringe, keine schmutzige Kleidung und stets manikürte Hände. Also – jemand der nicht körperlich arbeitet, ausreichend schläft und vor allem sowohl die Zeit als auch die finanziellen Mittel hat, sich stets makellos zu präsentieren. Es muss dabei nicht mal besondere Kaufkraft signalisiert werden. Es ist dieses mühelose Perfekte, das den “quiet luxury” Status untermauert. Habe ich das reproduziert? Jein, ich weiß darum und nutze es, um in den bestehenden Verhältnissen weiter zu kommen.
Die Ironie dabei ist, dass in bestimmten Kreisen die Symbolik abhanden kommt – kaputte Hände vom Reiten oder Segeln? Natürlich! Kaputte Schuhe und Löcher in den Pullis? Maßgefertigt und von Opa geerbtes Kaschmir? Natürlich! Aus diesem Gründen ist es schwierig, das was die Amerikaner als “generational wealth” bezeichnen für sozio-ökonomisch aufsteigenden zu reproduzieren. Die geerbte Cartier-Uhr > über die neu angeschaffte. Hier ist das Schönheitsideal also mühelose “Gepflegtheit” und unverkennbare Qualität statt neuwertige, sichtbar teure Dinge.

Zurückkommend auf die helle Haut und generell kaukasische Gesichtszüge: Schmale gerade Nase ohne Hocker, hohe Wangenknochen und eine klare, breite Kieferkante bei Männern, das ist Kolonialismus in Reinkultur. Vermischt mit den obigen Merkmalen, je nach geographischen Gebiet. Wir können uns darauf einigen, dass helle Haut und eine schmale Nase grundsätzliche Merkmale durch die Bank sind und auch außerhalb von Europa als Schönheitsideal gelten. Durch die postkoloniale Industrialisierung und Massenmedien konnten sich diese Ideale etablieren und sind heute stärker denn je. Die fruchtbare, dicke Frau ist schon lange Zeit passé. Natürlich liegen da ein paar tausend Jahre Entwicklung und das lässts ich nicht so stark verkürzen, wie ich es hier tue, subsummierend lässt sich aber sagen: Schönheitsideale haben viele Komponenten, deren Herkunft und Konnotation furchtbar sind und mit denen wir uns nicht assoziieren sollten, besonders als Frau.

Und ich bin sehr sarkastisch aufgeladen wen ich das sage, aber: Stil ist die bewußte Auswahl und bestenfalls neue Interpretation dieser Kriterien. Ich habe schon immer bestimmte Dinge getragen, die ich heute als Unisex/Nicht-Binär identifizieren kann. Schminken ist eine uralte Kulturtechnik, da lebe ich mich künstlerisch aus. Dem Klassismus bin ich natürlich Opfer geworden, was durch meinen Lebenslauf bedingt ist, karikiere diesen immer wieder gerne. Stichwort Kapuzenpulli und Perlenkette, das ich schon vor über zehn Jahren trug – und mittlerweile gängig ist. Dem Kolonialismus entkomme ich rein optisch nicht, da ich mehrere Kriterien des Schönheitsideals erfülle: Helle Haut, hohe Wangenknochen, blabla. Da habe ich es aber geschafft, mich von kultureller Aneignung fernzuhalten, was genuin weiße Menschen in meinem Umfeld mit ihren Rastas bis heute nicht kapiert haben.

Stil kann man also theoretisch kaufen – die interdisziplinäre Beschäftigung mit Ästhetik im Rahmen von Anthropologie, Soziologie und Betriebswirtschaft sollte dabei hilfreich sein. Umso irritierender ist die Ästhetik der Überreichen, die sich hier “reinkaufen” könnten, es auch für wichtig erachten, aber nicht in der Lage sind, dies zu tun.
Damit sind die Superreichen, die sich derzeit in den Fashion-Netzwerken einkaufen können um als cool kids zu gelten, das paradoxe Beispiel und die Bestätigung dafür, dass Stil eine inhärente Eigenschaft zu sein scheint.

Meiner Meinung nach kann man Stil aber lehren und somit auch lernen. Ja, das ist wieder Werbung für mich. CioaKaKaO!

Faschismus im Make-up: Der monochrome Braun-Trend

Wieder einmal schauen wir nach Amerika, unser Vorbild für die Installation einer faschistischen Tech-Bro-Oligarchen-Diktatur, und zeigen die alltäglichen Wirkungsmechanismen auf, die genutzt werden, um ebendies zu unterstützen.

Vorab: Ich weiß nicht was für eine Tech-Bro Gruppe in Deutschland existiert, mir scheint einfach nur dass die Milliardärsblase nicht mehr allzu viel drauf gibt, im Hintergrund zu agieren. Nehmen wir hierfür als Beispiel die Ministerin Reich und Guttenberg, sie könnte unsere nächste Kanzlerin werden.

Aber was hat nun die Farbe Braun und Schminke mit Faschismus zu tun? Es ist die Rolle der Frau im faschistischen Gedankengut, und ihr Aussehen und ihre Bestimmung. Als gute Frau ist sie sexy, modisch, jedoch dabei züchtig und zurückhaltend. So entstand die Clean-Girl Ästhetik, die ich als politisches Statement nicht auf Kette hatte, weil ich das als sichere Bank und schnelle Sache im Alltag mag.

Nun haben die weißen Influencerinnen, die diesen mühelosen Braun-Monochrom-Trend propagieren, leider auch eine große Querschnittsmenge zum rechten Gedankengut und den ganzen Pornatalisten. Es wird die “anständige” Frau repräsentiert, die “mühelos” ihre Frauenrolle ausfüllt, Mutterschaft, Fickbarkeit, und nebenbei natürlich ein Business, aber stets demütig und im Schatten ihres Mannes.

Der monochrome Braun-Trend ist das Kennzeichen und somit die Visualisierung eines bestimmten Gedankenguts. Es gibt dort “feminine” Energien und die Männer sind “Provider”, also Versorger. Wer das nicht sein kann aufgrund finanzieller Einschränkungen, wird zum Incel, und läuft in den gleichen Propagandakanal rein, halt aus der entgegengesetzen Richtung.

Die schicken weißen Insta-Frauen sind für den Incel unerreichbar, doch sind sie als Frau eines Alpha-Bros akzeptable und unantastbar, daher richtet sich der Frauenhass nicht ganz so stark auf sie, sondern auf marginalisierte Frauen, die sie nicht wollen (angeblich) aber ebenfalls unerreichbar sind (uneigentlich LOL).

Und so passiert es, dass wir unwissentlich einem Trend nachgehen, der uns unsichtbar macht. Das schon so schwierige “unsichtbare” Make-up wird zum Werkzeug einer anderen Unsichtbarmachung und Unsichtbarkeit.

Natürlich wird uns Schminke auch als Empowerment verkauft, es bleibt ein zweischneidiges Schwert, wir haben dazu auch Male Gaze und Kapitalismus. Und nein, es ist nicht möglich alles auf die Goldwaage zu legen und es bedeutet auch nicht, keinen Bronzer mehr zu nutzen. Wichtig ist es, hier differenzieren zu können, wenn es darauf ankommt. Das Bild, ja Bildwissenschaft per se, ist beileibe keine Trivialität oder reine Kunsttheorie, es ist die kulturelle, symbolische Bedeutung, die alles formt, heute mehr denn je, weil Bilder wirklich überall sind. Ja, weil Bilder und bewegte Bilder nicht nur im Alltag permanent da sind, sondern auch vermittelt.

Wer es bis hierhin geschafft hat zu lesen, hat eine Aufmerksamkeitsspanne, Gratulation!