CHANEL Gabrielle Essence

Was habe ich mich gefreut auf diesen Duft! Ich habe bereits die zweite Flasche Gabrielle angebrochen, weil der Duft voll meine Baustelle ist und dazu sehr office-friendly wie ich finde, und nichts hätte mich mehr entzückt als eine differenziertere Version mit mehr… Power, oomph oder raffiniertere Noten.

Bereits im Septmeber in der Chanel Boutique angetestet, wollte ich dem Duft eine zweite Chance geben. Und ich gab dem eine dritte. Ein neuer Chanel Duft wird eigentlich auch sofort und gerne gekauft, nur diesmal, auch im vierten Anlauf: NEIN.

Was bekommen wir da? Der gleiche Flakon, dunklere Flüssigkeit, und in der Tat ein wenig mehr Sillage. Leider auch weniger wahrnehmbare weiße Blüten, leider weniger Fruchtigkeit und Leichtigkeit, stattdessen das unverkennbar “parfümige”, das so manche Düfte begleiten. Zu viel von allem und zu hochgeputscht, kann ich trotz einer vorangegangenen Duftdiät kaum einzelne Noten erkennen.
Wie ein sehr schönes weißes Kleid, das man im Versuch ein wenig zu pimpen in einem albtraumhaften Tüll, Seidenblumen und Rüschenmonster verwandelt hat, das genauso gut aus einem preiwerten Polyestertaft hätte gefertigt werden können.

Mehr Tuberose verspricht der Duft, nicht mehr Jasmin, Ylang-Ylang oder Orangenblüte. Tuberose ist recht schwierig, weil schwer und heftig, und ich erinnere mich hier sehr stark an Mathilde Laurents Duft La Panthére , der bereits einige Jahre alt ist und mit Gardenie arbeitet, aber im Konzept sehr ähnlich ist. Auch Jour d’Hermès Absolu ging in eine ähnliche Richtung, und beide waren kommerziell erfolgreich.

Gabrielle Essence knüpft als Flanker an den Erfolg des Eau de Parfums an und kommt rechtzeitig vor Weihnachten raus, um auch den Verkauf der Chanel Klassiker zu befeuern, wie üblich. Wer Chanel kauft und verschenkt, wird mit einer Pulle No 5., Coco Mademoiselle oder eben Gabrielle herausgehen, je nach Zielperson.

Von mir gibt es hier daher ein undifferenziertes Schulterzucken und ein Gähnen. Ich habe den Duft bereits nach dem ersten Tragen wieder vergessen… und trage zum Herbst die steroidgeputschte Rose auf Wedges: das zuletzt erschienene Chance als Eau de Parfum, das ich sofort gekauft habe und recht zügig verbrauche.

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CHANEL Les Exclusifs de Chanel No 22

Bei Chanel online kann man mittlerweile einen Dufttest machen. Ich habe den vier oder fünf Male wiederholt, und jedesmal spuckte das System die No 22 aus.

Meine erste Begegnung mit No 22 war interessant. Der erste Eindruck ließ meine Geruchsnerven begeistert flattern, eine Symphonie von Künstlichkeit, ein Odeur, ein Eindruck, ein Gefühl. Begeistert schnüffelte ich weiter an meiner Haut um Sekunden später den Obergau zu erleben – muffige Katzenpisse, die sonderbar von meiner Haut abstand. Ich rannte zur Verkäuferin und ließ mir den Duft mit Make-up Entferner von der Haut abnehmen und übersprühte die Katastrophe mit (Deauville – das leichtere Eau de Toilette konnte es nicht überdecken, schaffte es aber später in meiner Sammlung).

Eine äußerst schwierige Geschichte, denn es waren 39 Grad an jenem Tag und die Hitze tat dem Duft nicht gut. In diesem nicht kalten, nicht warmen Winter ist der Duft allerdings eine ganz andere Nummer. Eine warme, transparente Kaschmirhülle voller Hölzer, Vetiver in seiner weichen abgerundeten Version, Vanille und tatsächlich Lippenstift-Rose, so wie sie in Lipstick Rose bei Frederic Malle daher kommt. Eine süße Rose, eine schwulstige Rose, eine dunkelrote, orientalische Rose, die man hinter der Vanille erst erkennen muss. Die weißen Blüten in der Kopfnote und die Aldehyde sind nicht der Rede wert, zumindest mit meiner Körperchemie. Sie verpuffen quasi sofort.

Wenn ich ehrlich bin, stelle ich mir Chanel No 5 als “Mythos” genau so vor. Weich, abgerundet, sehr feminin ohne wirklich süß zu sein, durchaus herzlich und liebevoll, aber autark. Das wäre der Duft, den Marilyn Monroe tatsächlich getragen hat, obwohl ich mir den schwer auf einer Blondine vorstellen kann. Chanel No 5 ist schärfer, pfeffriger und wesentlich aldehydelastiger. Die Eau de Parfum Von Chanel No 5 raubt mir den Atem, bzw die Allergie dagegen tut es, trotzdem mag ich den Duft. Chanel No 22 hingegen ist weder seifig, noch scharf, noch spritzig. Den Ylang-Ylang rieche ich erst aus der Nähe heraus, ich denke er hüllt sich zu sehr in der Rose und Tuberose Kombination um solo wahrgenommen zu werden.

Die offiziellen Noten: Maiglöckchen, Neroli, Aldehyde, Jasmin, Rose, Ylang-Ylang, Tuberose, Vetiver und Vanille.

Schwierig diesen Duft zu beschreiben – der weltallerbeste Ehemann runzelte die Stirn und fragte: Hast Du nicht schon sowas?! und auch ich runzele die Nase und versuche mich zu erinnern, woher diese Anmutung mir bekannt vorkommt. Da ich keine süßen Düfte besitze bis auf Chanel No 5 und ETROs Vicolo Fiori, der an mir auch eher süß wird, entfallen andere Kandidaten. Vielleicht ist es aber nicht der Duft, sondern die Anmutung von Wärme und Weichheit, was dieses Parfum so attraktiv macht. Er ist perfekt abgerundet und abgestimmt. In der Nase einer Kennerin, meine Damen.
Ich bin mir sicher, dass die Angel- und Paco Rabanne One Million -Generation hier abkotzen würden.

Weitere Kommentare dazu: Smells like old lady.

Pah!!

EDIT: Es ist mir eingefallen: Tom Ford’s Fleur de Chine ist eine sagen wir mal, eindeutige Hommage!

Wer hat den, wer kennt den, wer nutzt den?!

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CHANEL Les Exclusifs de Chanel Eau de Parfum Beige

Beige ist keine Farbe, mehr ein Zustand. Davon nichts zu merken, nicht in diesem Duft – und ich rede hier natürlich von der neuen Version, das Eau de Parfum, das mitnichten die sanfte elegante zurückhaltende Anmutung des alten Duftes hat.

Ich rede davon, dass meine Kollegin sich über meine Wolke beschwert hat (drei Sprüher!!) und das leider auch noch zurecht, da das Büro wie eine Grabkammer voller weißer Blüten gerochen hat. Minus verwesende Leiche, immerhin. Ich wasche mich…

Beige ist Veilchen auf Testosteron und unheimlich provokativ – nicht elegant, nicht mal sexy, sondern mehr in your face. Ich erinnere den alten Duft als ein Synonym für Chanel, Zurückhaltung, Eleganz, je ne sais quoi, nur eben nicht diese Faust mit Blumen. Und trotzdem, Beige gefällt mir. GEFÄLLT!! Der Preis gefällt mir nicht, aber ich habe den Duft mit 20 Prozent Rabatt bei Douglas in Köln gekauft. Sollte sich eine Leserin bemüßigt fühlen, dort für mich zu shoppen, möge sie mir mailen, ich wünsche mir noch Gardenia…

Die Intensität ist das eine, der Akkord das andere – nachdem sich der Duft “beruhigt” hat, tauchen die weißen Blüten auf, grün und weiß und beileibe nicht mehr so harsch.
Um der Farbe Beige eine positive Seite abzugewinnen: Im besten Falle ein zartes, transparentes Nude, im schlechtesten ein dreckiges Weiss und – gewöhnlich.
Beige als elegante Ergänzung zu Schwarz ist allerdings eher die beabsichtigte Interpretation des Duftes.

Das Veilchen soll eine Freesie sein – wer Penhaligon’s Love Potion No 9 kennt, weiß um die kandierte Version des Veilchens – bettet sich vornehm in einem Nest aus Frangipani, sprich exotische Süße, und angeblich Honig. Ich verwehre mich dessen, den ich hasse Honignoten in Parfums. Die Süße ist eher eine Kombination aus Holz, ein Hauch Vanille und Moschus. Da Parfums grundsätzlich ein Chemiebaukasten sind, ist eher die Anmutung von Honig gemeint: Süße, Farbigkeit, Glanz und Licht des Honigs. Definitiv hat der Duft eine kräftige Note Jasmin, meine olfaktorische Achillesferse, und auch die Art von Aldehyde, die man in No 5 Eau Premiere finden kann.

Das alte Beige als Eau de Toilette hatte wesentlich mehr Aldehyde, es war raffinierter, ruhiger, und eleganter. Es war mehr wie La Chasse aux Papillons in der Eau de Toilette Version, eine sanfte und zärtliche, feminine Brise, bloß sehr viel eleganter.
Nun ist es eine Wildlederpeitsche, die mit winzig kleinen, weißen Edelsteinen bestückt ist. Was man damit so alles machte, überlasse ich Eurer Phantasie. Nein, ich hege da keine.

Der Flakon hat einen magnetischen Verschluß (yay) und könnte gerne zum Mitnehmen in einem Travelset etwas kleiner daher kommen. Nachlegen muss man bei dem Duft nicht, eigentlich riecht alles momentan nach Beige und das ist auch gut so. Alles andere ist Bolognese oder Risotto und immerhin ist Beige weitaus office-tauglicher als mein geliebter Fleur de Chine!

Tatsächlich ist der Parfumeur Jaques Polge, auch verantwortlich für Gabrielle, einen Duft den ich immer noch sehr gerne mag und auch aufgebraucht UND NACHGEKAUFT!!!! habe, ein potentieller Kandidat für den Lieblingsparfumeur meiner Majestät. Allerdings hat er (noch) keine Botschaft, scheint nicht besonders sympathisch zu sein, und muss noch ein paar mehr Dinge abliefern um sich zu qualifizieren. Da ich weiß dass Chanel hier mitliest – er kann hervorragend weiße Blüten, laute in erster Linie, es ist Zeit für ein Gabrielle Extrait oder, um den Fehdehandschuh hinzuwerfen: Einen weißen und fleischig-grünen Duft! Bringt mir frische Feigen! Gebt mir Jasmin! Aldehyde! Puder! Was ihr wollt…

Hier ist Beige mit seinen Geschwisterchen…

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TOM FORD Atelier D’Orient Fleur de Chine – die hohe Kunst des Parfums in einer Flasche

Gleich vorweg: Dieser Duft wird nicht mehr hergestellt. Schade. Ich hatte davon einen Tester, und zwar vor ewigen Jahren, und es ließ mich nicht los. Gefallen hatte es mir nicht direkt, eher beeindruckt und sogar eingeschüchtert-ich fühlte mich noch unvorbereitet, diesen Duft zu verstehen. Egal wie ich versuchte an einen weiteren Tester zu kommen, es gelang mir nicht und angesichts des Preises von gut über 200 Euro sah ich mich genötigt es erstmal dabei zu belassen.

Jetzt habe ich zwei Flaschen.

Parfum und ich sind eine lange Geschichte, und dazu eine aus der Familie. Wir lieben alle Düfte, Schuhe, Lippenstifte: die Großtante mit 90+ und verschmierten Lippenstift, mein Lebensziel!

In meiner Welt aus Texturen, Farben und Düften wandle ich sicher und intuitiv. Alle meine Kleidungsstücke passen zusammen, die Düfte haben eine Aussage, die Accessoires sind immer abgestimmt. Während es heißt, wenn du fertig bist, nimm etwas weg, sage ich, wenn alles passt, brich es. Die Kunst, sowohl Ästhetik zu vereinbaren als auch interessant zu wirken und nicht im monotonen Einheitsbrei zu sinken, ist für mich einzig durch Irritation zu erreichen.

Gleichzeitig braucht es eine harmonische Basis.

Übertragen auf Düfte, heißt das mal gar nix, denn sie müssen passen, und mein Alltag passt nicht zu Fleur de Chine. Ich stand in der Küche und kochte Gulasch, und als ich mich bewegte kam eine äußerst irritierende Wolke Tom Ford aus meinem Ausschnitt hoch. Hm. Weiterlesen…

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CARTIER PARFUMS neuer Duft Carat

Via Fragrantica gelesen und für sehr interessant befunden: Ein neuer Duft von Cartier von Mathilde Laurent, bei dem man sicher gehen kann, dass sie die Entsprechung eines Diamantes wunderbar uminterpretiert und komponiert hat.
Sie ist die Meisterin der “kalten” Düfte, daher paßt ein Diamant als Konzept ganz wunderbar.
Die Duftnoten werden sein:
Veilchen, Lilie, Hyazinthe, Ylang-Ylang, Narzisse, Geißblatt, Tulpe.

Mehr dazu, inklusive Bilder:
https://www.fragrantica.de/Neuigkeiten/Cartier-Carat-4643.html

Der Duft wird im September lanciert und dann leider erst im Oktober im Handel sein. Passend zu Weihnachten! Da ich mir definitiv zu diesen Lebzeiten keine rote Cartier Schachtel leisten werde*, tut es dann wenigstens der Duft.

*Denn ich schmachte ein kleines Panther mit Onyx an, das günstigste, für nur 60k. Schnäppchen!

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