VAN CLEEF & ARPELS California Rêverie Eau de Parfum

Von Kalifornien habe ich nie geträumt, aber von Sonne träume ich derzeit sehr viel. Auf der Suche nach zumindest einer olfaktorischen Entsprechung gibt es viele Möglichkeiten, von “cheap thrills” wie ein Duschgel über ein Guerlain Aqua D’Allegoria wie Mandarin Basilic bis hin zu den durchdachten Kompositionen von Cartiers Eau der Cartier Zeste de Soleil oder diesem hier.

Ich liebe diesen Duft! Weiterlesen…

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ETRO ManRose Eau de Parfum


It is a man’s world… but it would be nothing, nothing without a woman ROSE…

Der Mann. Die Rose. Die Frau.

Nein, ich werde die Duftbeschreibung nicht daran aufhängen. Es ist sehr verwirrend heutzutage Mann oder Frau zu sein, oder sich gar völlig gesellschaftsUNkonform sich irgendwo dazwischen zu fühlen. Nein, lasst uns über Rosen sprechen.

Türkische Rosen, genauer gesagt. Überhaupt ist der Trend in der Parfümerie derzeit Rose, Rose, Rose. Ich liebe Rosendüfte und kenne entsprechend einige Exemplare. EINIGE.

Dieser Duft ist jedenfalls mutig. Und es passt zu einer Modelinie, deren Herrenmode so herrlich extrovertiert ist im Rahmen völlig klassischer Schnitte.

Zunächst die offizielle Beschreibung:
Kopfnote: Kalabrische Bergamotte, Szechuan-Pfeffer, Kardamom und Elemi
Herznote: Türkische Rose, Geranium und Weihrauch
Basisnote: Patchouli, Vetiver, Moschus, Leder, Amber, Edelhölzer

Ich sage Rose! Herrliche, dornige Rose, begleitet von Pfeffer und einem Hauch Gewürz. Die Rosennote ist konsistent vom Anfang bis Ende und der Duft ist wahrlich nicht zart. Er hält ewig auf der Haut und ist präsent. Hier bin ICH und ich bin HIER.

Mann oder Frau, diese Zuschreibung ist ein Spiel, und damit spielt der Parfumeur sehr raffiniert. So viel Rose, eigentlich eher was für Damendüfte, und dann Leder, und dann die rauchigen Hölzer. Patchouli, die Remineszenz der siebziger Jahre, gesellt sich recht schnell dazu, wenn es auch ein eher saubere und zahme Version ist.

Ganz so harmlos kommt der Duft aber in der Summe nicht daher – insgesamt eine starke Aussage und ein selbstbewusster Auftritt.
Interessanterweise kann ich mir den Duft nicht an einem Mann vorstellen, werde ihn aber gerne selbst tragen, weil es sehr zu meinem Stil passt. Rahmengenähte Lederschuhe, Hemd, roter Lippenstift – Mann, Frau, oder einfach ICH.

Eine Rose mit Dornen.

Für Fans von Serge Lutens’ Sa Majeste la Rose, NICHT für Fans von La Rosine. Für Fans von Frederic Malles Portrait of a Lady, NICHT für Fans von Kelly Caleche und Rose Ikebana.

Ab sofort erhältlich, als Eau de Parfum 100ml für 130 Euro.

EDIT: Übrigens hat ETRO jetzt auch online die Home Collection und ich finde die toll! Kissen, Decken, alles was man braucht um den Ikea Möbeln ein wenig italienisches Luxus-Flair einzuhauchen. 🙂

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Lust auf Duft

Ich habe total Lust auf einen neuen Duft. Meine Favoriten waren bislang alle aus dem Hause Hermès, und meine Schublade ist voll von Schätzen wie En Passant von Frederic Malle oder Amyris von Francis Kurkdjian, gegen den ich allergisch bin. Hurra. Ist auch voll billig gewesen. Ich verkaufe den übrigens immer noch!

Zuletzt fand ich Penhaligon’s Vaara nett, ein Werk von Betrand Duchafour. Zufällig grub ich auch meinen Amarathine auch wieder aus, der nicht mehr hergestellt wird, und der recht ähnlich ist. Auch Tralala ist ein wundervoller Duft aus dem gleichen Hause, ebenfalls von Duchafour, der an mir allerdings unerträglich wurde.

Mein liebster Duft ist immer noch Hermessence Rose Ikebana, doch der kostet heuer ein Vermögen. 200 ml sind viel Duft, aber 300-Keks Euro sind gaga!! Der neue Hermessence Duft ist Maiglöckchen pur und ich liebe Maiglöckchen, okay, aber man sollte den auf der Haut testen.

Pluriel Feminine von Maison Kurkdjian ist wunderschön, so schön, dass es wieder langweilig ist; und Sisleys Soir d’Orient gefiel mir zwar, aber ich konnte den nicht genug testen.

Hiris hatte ich mal, wurde verkauft – den gibt es wieder, doch ich kann mich nur daran erinnern, dass er sehr kühl war. Eau de Neroli Doré ist ebenfalls von Hermès und Ellena, der Orange mit Safran verbindet: Klingt toll, ist aber für einen Blindkauf auch zu teuer.
L’Artisan Parfumeur Chasse aux Papillons ist zum zweiten Mal leer geworden und ich würde mir das Eau de Toilette wieder kaufen. Ist auch langweilig (aber wunderschön!) und den kann man günstig schießen…

Tja. Und nun möchte ich am liebsten meinen Ehemann durch die Weltgeschichte jagen, auf der Suche nach einem schönen Duft. Er hat da ein Händchen für. Aber keine Zeit. Und ich? Ich kann mich nicht entscheiden.

Los, her mit Eurem Wünschen!

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ETRO Marquetry

Ein sehr komplexer Duft. Seit Wochen schnuppere ich daran rum und ich kann und kann keine rechten Worte finden. Unglaublich, oder?!

Und genau das erwarte ich von manchen Parfums, und von manchen eben nicht. Die ersteren sind Kunst und Konzepte, echte Düfte, die letzteren sind Dinge, die man gedankenverloren aufsprüht ohne weitere Beachtung. Nichstdestotrotz mag ich es auch bei ausgefallenen Düften, wenn sie tragbar sind. Serge Lutens und ich werden daher leider nie Liebhaber, denn ich kann Lutens’ Werk nur aus der Entfernung bewundern.

ETRO hingegen erstaunt mal wieder. Wobei – der Duft ist eine Neuauflage, es gab ihn schon mal.

Alles kommt wieder – zumindest, wenn es gut ist. Weiterlesen…

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BY KILIAN Voulez-Vous Coucher Avec Moi

Man mag von der Marke halten, was man will – die Düfte sind makellos und gut gemacht. Nicht meine Baustelle, ich mag keine Schlangen und dieses ganze Gimmick Gedöns dazu ebenfalls nicht – weder Schmuckdöschen, noch Handtaschen, noch noch noch und schon gar nicht die Preisstufe, in der das Zeug verkauft wird. Ich möchte einen tollen Duft, einen schönen und schlichten Flakon, fertig.
Wobei, ich muss gestehen, parfümierten Schmuck zu verkaufen ist kaufmännisch betrachtet sehr, sehr geschickt. Und ja, sowas kann auch sexy sein.

Der provokative Name ist völlig fehl am Platz – der Duft ist sinnlich, aber nicht provokativ, nicht verführerisch, sondern elegant und edel.

Es ist eine Robe, ein Traum aus Seide und Organza, mit kleinen verspielten Diamanten aufgestickt. Ein Hauch Glitzer umschwebt den Gurt der Trägerin, der schwarze Stoff wird mit samtenen Ärmeln akzentuiert. Am Körper entlang fließend, wirkt alles einheitlich, selbst die helle, weiche Haut als Kontrapunkt zum Schwarz – alles passt zusammen. So auch der Duft, der fein schimmert, und sehr in sich abgeschlossen ist. Keine überraschende Entwicklung, kein Härsche, keine Frechheiten, keine Obszönität, kein 70er-Schlager Revival.

Kein Sex.

Die Komposition an sich erinnert an Tom Fords Black Orchid, allerdings das Verhältnis einer custom-made Designer Robe von Armani Privée zu einem schicken, aber Poly-Ester-Schwester-Fummel eines hippen Alexander Wang. Geschliffen, gediegen: Rose, Vanille, Ylang-Ylang, Zedernholz, Tuberose (Parfumeur ist Alberto Morillas, der ein beeindruckendes OEUvre sein eigen nennt).

Der wunderbare Duft hat allerding ein Manko – er ist sehr linear, es gibt kaum eine Entwicklung. What you see is what you get: Abends aufgetragen, ist der Duft am morgen im Kopfkissen derselbe.
Wenn auch coucher etwas anderes meint, es ist ein guter Kopfkissenduft, und sehr gemütlich-einhüllend.

Fazit: Gefällt mir, gefällt mir sehr gut, aber mir zu langweilig.

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