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Die Schminktermine sind ein guter Start, weil man es digital machen kann, preislich niedrig, und weil sie kurzweilig, unterhaltsam und lehrreich sind. Hautpflege kommt da auch nicht zu kurz.
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Confidence ist about failure – wie Selbstbewusstsein mit “Makeln” zusammen hängt

Dieser Spruch ist ebenso abgedroschen wie auch wahr:

Confidence is about how you respond to failure, not to success.

Das ist so ein typischer, kerniger Spruch für die ganzen Management Zombies, ich weiß, und wie in allen Inspirational Bullshit Quotes steckt ein guter Kern Wahrheit darin. Nun habe ich allerdings vor, diesen Scheiß (pardon my french NICHT) auf die Bereiche Körperbild und Kleidung, und damit auch Makel™ zu extrapolieren.

Das Körperbild.
Hier müsste nicht nur eine kulturwissenschaftliche und somit interdisziplinäre Dissertation von einigen hundert Seiten erfolgen, sondern auch noch eine weitere Auseinandersetzung mit Kapitalismus, Gender, Race und Ableismus, also Diskriminierung aufgrund Behinderung. Das sind also gleich mehrere Dissertationen, und die kann ich kaum auf einen Absatz runterbrechen.
Machen wir es anekdotisch und auch gleich schön in die schwarze-weiße-binäre Rollenaufteilung, die vorherrscht *hier selbstironisches Lachen einfügen*:

Männer: Okayes bis super Körperbild.

Frauen: NEIN.

Das eigene Körperbild wie auch Selbstbild ist bekanntlich immer verzerrt, Männer haben allerdings erst in jüngster Zeit den Druck bekommen, heiß auszusehen, während es für Frauen seit jeher wechselnde Körperbilder als Vorgabe gibt. In den 90er war mager und androgyn angesagt, dessen verheerende Wirkung bis heute anhält, um heute durch das “Modelmaße plus muskelgestählt plus Schönheitseingriffe”-Bild ersetzt zu werden. Ein Körper, das nicht normschön ist, also nicht gesund, schlank, fit, und jugendlich, ist ein Makel. Hey, ich behaupte es nicht, ich stelle nur die gesellschaftliche Tendenz fest.
Während also gesunden und somit arbeitsfähigen Männern im Kapitalismus die Deutungshoheit nach wie vor überlassen wird, sind Frauen trotz ihres geringeren Einkommens das Ziel von Kommerz und Krankheit. Als durch geschicktes Marketing verunsicherte Zielgruppe, deren Körperbild von klein auf in Frage gestellt wird, wird alles gekauft, von Diätpillen bis Botox, und als Leistungsträgerinnen emotionaler Arbeit ist die Bastion Psyche eh schneller angreifbar, was sich in Essstörungen ausdrückt. Gleichberechtigung ist übrigens nicht, wenn sich solche Dinge auch auf Männer erstrecken, sondern wenn Frauen diese Probleme nicht mehr haben.

Kleidung – Kleidung kommt obendrauf als Problem. Während bei Herrenmode die Sachen relativ gut normiert sind und Mann zwar wenig Auswahl, dafür aber recht zuverlässige Größenangaben hat, sind Frauen einer zigfachen Menge an Dingen ausgesetzt, die mit entsprechend merkwürdigen Etiketten daher kommen. Ich persönlich habe im Schrank Kleidungsstücke zwischen Größe Null, die begehrte Size Zero, und Größe 42 – italienisch für 38. Viele Hersteller schaffen es nicht einmal in ihren eigenen saisonalen Kollektionen sich an einheitliche Größenangaben zu halten. Das Körperbild mag okay sein, spätestens im nächsten Geschäft wird es bei der Anprobe zerstört. Das merkt man auch daran, dass viele Menschen darauf beharren, bestimmte Größen zu tragen, anstatt sich auf die Passform zu konzentrieren.

Jetzt ist es so, dass man dann grundsätzlich über seine Makel spricht. Der Bauch zu dick, die Brüste zu herausfordernd, die Hüften zu breit und die Knie zu rund. Hölle! Und es wird nicht besser, mensch wird entspannter im Alter, muss man ja, aber es ist nicht immer Selbstbewusstsein, sondern eher ein Aufgeben LOL. Makel! Menschen, makelhafte Wesen! Die Normierung des Körperbildes, die auf 5% der Bevölkerung maximal zutrifft, schaffte eine Klientel von 95% – und denen kann man Dinge verkaufen. Dabei ist es eigentlich total geil, aus diesen Makeln etwas zu machen.
Nicht die Art wie man mit dem Mangel an Makeln umgeht, zeugt von Selbstbewusstsein, sondern wie man aus diesen Makeln™ ein Trademark macht.

(Ich glaube ich habe diesen Text schon mal so geschrieben?!)

Selbstbewusstsein ist (auch) der Umgang mit Dingen, die nicht so sind, wie die Gesellschaft das vorgibt. Ist das überhaupt ein “failure”, also ein Mißerfolg? Wenn jetzt jemand mault und sagt: Ich bin wie ich bin, mich interessieren die Meinungen anderer nicht, kann ich nur milde lächeln. Wir leben nicht im Vakuum, der Mensch ist ein soziales Wesen, und absolut jede*r hat mal Tage, wo das Selbstbewusstsein mal im Keller ist. Bei Frauen nochmal geschenkt, dank Zyklus.

Makeln sind kein “Failure”, kein Mißerfolg, aber genau das wird uns permanent und subtil bis hin zu “mit der Brechstange” eingetrichtert. Du bist falsch, verkehrt, unpassend,- diese Angst wird monetarisiert. Auch von mir irgendwo, wobei ich genau damit umgehe: Die Person ist immer richtig, die Kleidung wird passend gemacht und das Selbstbewußtsein auf den richtigen Pegel gebracht.

Dinge, die nicht klappen, haben häufig ein Lerneffekt, und: Außerhalb der Komfortzone kommt der Erfolg selten sofort. Das ist in der Folge kein Mißerfolg, sondern der Umgang mit Mißerfolg, der darüber entscheidet, wie der weitere Prozess sein wird. Wem nicht alles sofort und immer in den Schoß gefallen ist, kann tatsächlich davon zehren, und der Imposter-Syndrom kickt nicht so hart. Makel und Misserfolge machen Schönes und Gutes erst recht richtig zum Genuss. Das ist kein Plädoyer für Masochismus und gottlob kein nerviger, toxischer Selbstoptimierungs- und Happinesswahn. Der Umgang mit Fehlern, mit Makeln, macht eine großer Teil unserer Kultur aus. Und zeigt deutlich: Sie sind unverzeihlich. Zumindest für den privaten Bereich wäre es schon mal eine großartige Veränderung, wenn wir daraus schöpfen.

Und gerade weil das Körperbild und das Äußere permanent als Quelle für Selbstbewusstsein negiert werden, aber so immens wichtig sind, machen wir uns nichts vor: Sei wie ein Mann, kann ich nur sagen. Die finden sich im Grunde immer geil, oh Wunder, sind sie das Maßstab der Dinge, und häufig auch Profiteure von niedrigen Selbstbewusstsein anderer Leute, sei geschäftlich oder zwischenmenschlich.

tl;dr Confidence is key. Wenn der Umgang mit Fehlern und mit Makeln nicht in einem Desaster endet, zeigt sich dort wahre zwischenmenschliche Größe; und das sollte einem grundsätzlich Selbstbewusstsein geben.

P.S. Ich habe den Text einem Mann (!!) zum Lesen gegeben, und er fand es nicht schlecht. Ich bin traumatisiert LOL und hey, lasst Geld regnen fällt mir ein:
P A Y P A L ❤️ M E

Transparent Lab Ceramide Repair Moisturizer – nice!

Der Mangel an Beautykram auf dem Blog ist so eine Sache: Ich experimentiere kaum noch herum, und ich schminke mich derzeit auch wenig bis gar nicht, da ich entweder völlig verwahrlost am Schreibtisch sitze, mit den Kindern zusammen hocke oder aber Maske tragend durch die Gegend eiere.

Überhaupt ist Make-up ein nices Hobby geworden, und ich wende es lieber an andere an als mich selbst anzumalen. Mein nächstes Hobby wird vielleicht doch eher Botox, denn mit Makeu-up kriege ich die Müdigkeit zwar immer noch aus dem Gesicht, es hält aber eben nur bis zum Waschbecken. Auf der anderen Seite ist genau das so schön an Makeup: Es hält nur bis zum Waschbecken und ich kann mir jeden Tag aussuchen ob ich die Bad Bitch, die zauberhafte Romantikerin oder den verrückten Hutmacher gebe.

Geht alles nur mit geiler Haut, muss ich zugeben. Und die wird immer besser, nicht nur aufgrund guter Pflege, sondern… danke der stetigen Zersetzung des Patriarchats meinerseits, Sport, LSF,Unmengen von Wasser und ja, auch hormonell bedingt. Generell ist die dickere Haut, die ich mir zugelegt habe, und das kann man in vielerlei Sicht verstehen, wesentlich besser geworden.

In Ermangelung meiner Lieblingscreme musste ich zu diesem blind bestellten Serum oder Moisturizer greifen, der mich anfangs nicht begeisterte. Klar, meine Creme kann das schon, da brauche ich noch ein extra Extra. Als Solistin ist das Produkt jeodch ganz nice, und das meine ich auch so. Recht reichhaltig, lässt sich sparsam einsetzen, unparfümiert und zumindest die Verpackung ist sophisticated, wenn auch nervig. Sehr gut verträglich bügelt es sämtliche Trockenheitsfalten aus und die Wirkung hält auch länger an als einige Stunden. Ich bekomme leicht unruhige Haut davon, das mag an Hyaluron liegen oder an den grundsätzlich vielen Inhaltsstoffen, die meine Haut nicht immer goutiert; vermutlich die Fettalkohole. Ectoin scheint auch son Ding aus der Hölle zu sein, beschert mir Unreinheiten. Oh, und die Flüssigkeit erinnert optisch arg an Sperma, ich bin immer wieder belustigt wenn ich Skin Influencer sehe, die diese Textur demonstrieren. Ich tue es nicht, für ein Zwanni Strassenpreis kannst Du Dich von der Formulierung selbst überzeugen LOL.

tl;dr ein sehr gutes, eher reichhaltiges Serum für trockene und sensible Haut zu einem günstigen Preis.

Mediale Kriegsführung: Olena Zelenska

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wo überall gerade Krieg ist, wisst Ihr. Was gehörig unterschätzt wird, aus einem gewissen Rassismus gegenüber dem Ostblock heraus, ist der Dampfkochtopf Russland-Ungarn-Polen. Dazwischen Rumänien, das sich bislang zumindest nach außen, noch hält, während die orthodoxe Kirche den Staat zersetzt. Ungarn und Polen, von Hause aus katholische Nazis, werden den orthodoxen Nazis vermutlich erstmal die Hand reichen, und das alles entscheidet sich derzeit in der Ukraine.

Nun hat sich Deutschland und ihr unsichtbarer Kanzler nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Scholz, wie ein eingefrorener Frosch, die Grünen aka “Viel Lärm um Nichts” sowie der “Hansdampf in allen Geldgeber-Gassen” der aFDP, Lindner. Deutsche Politik=Realsatire.

Die Verzweiflung der Ukrainer*innen und ihr Mut sind mediale Themen, aber langsam ebbt es ab, während Menschen in Lagern abtransportiert werden, Kinder getötet werden, alles zerstört wird.
Es gibt weniger News und weniger Bilder, denn die Welt brennt buchstäblich in allen Ecken.
Ein Präsident der Schauspieler ist, ist nichts Neues; Medien gewinnen Wahlen. Und Medien beeinflussen Kriege, wer Hitlers Aufstieg in Deutschland erinnern mag.
Medien und Bilder: Der Krieg 2022 wird auf Twitter und in der VOGUE ausgetragen.

Die ukrainische First Lady, die Architektin Olena Zelenska, ist eine Person, die nie viel in der Öffentlichkeit stand. Sie steht nun im Fokus, nachdem sie eine diplomatische Reise in den USA antrat und: Derzeit auf dem Cover der amerikanischen VOGUE ist, mit Bildern von Annie Leibovitz.
Es ist keine Modestrecke; sie ist sichtlich gekennzeichnet von Trauer; die Ausstattung ist von ukrainischen Designer*innen, z.B. Lilia Litkovaska. Unterwegs in der Welt ging es sicherlich nicht um Mode, sie wird um Unterstützung in Form von Waffen und Geld gebeten haben. Sie exponiert sich, weil sie es muss.
Zelensky selbst betreibt mediale Kriegsführung detailliert und mit viel Symbolik: Stets in Kampfkleidung, stets mit Feldstiefeln; erweckt den Eindruck als ob er 24/7 im Krieg ist und guess what: Er ist es. Diese explizit offensive Haltung und die Symbolik der Kleidung sind unheimlich wirkungsvoll. Die vielen Soldaten und ihre Twitter Accounts; die Memes und die Witze, die im Untergrund kursieren, so wie früher Flugblätter; das alles ist Kriegsführung.
Gemeinsam posieren sie in einem geheimen remote Shooting für Leibovitz. Er lächelt tapfer in die Kamera, sie wirkt erschöpft und traurig. Und das wirklich schlimme ist: Ja, das Bild ist vollständig inszeniert, doch ihr Blick und Lächeln schmerzen einem beim Hinsehen.
Überhaupt, sie lächelt und sieht gut aus, eine schöne Frau mit schönen Haaren, wenn man aber genau auf die vielen aktuellen Bilder schaut, sind ihre Hände verkrampft oder verschlossen.

Diese zwei werden ihr Leben lang verfolgt werden und so tun sie das, was nicht alle tun würden: Sie kämpfen. Sie kämpfen um das Leben von viel mehr Leuten als nur ihr eigenes; das ist ohnehin nichts mehr wert. Und dann lächelt frau in die Kameras, sucht Kleidung aus, frisiert die Haare und läuft in Stöckelschuhen herum, umringt von Leibwächtern. Es muss seltsam und furchterregend sein, diese Position inne zu haben.

Und dann: Balenciaga kündigt heute an, eine Charity Aktion für die Ukraine zu machen, nachdem der Designer Demna bereits seine Fashion Show dem Ukraine Krieg “widmete”, wenn mand as so sagen kann. Unter dem Brand Unidted24XDemna kann man für 200 Euro einen bedruckten Unisex Lamgarmshirt kaufen, dess Gewinn zu 100% gespendet wird. Auf dem Rücken ist ein fetter Balenciaga Aufdruck sowie ein QR Code, das Unternehmen steht im Impressum und somit dahinter.
Demna Gvasalia ist dabei kein Ukrainer, sondern Georgier und war zuvor Mitbegründer des Kollektivs Vetements, die vor ein, zwei Jahren keine Sau in Deutschland kannte.
Der Ostblock hält halt zusammen, und das nicht ohne Grund. Versprengt durch die ganze Welt, wissen wir um die Bedeutung dieses Kriegs und der russischen Regimes.

Ganz sicher wird es Kritik für Olena Zelenska hageln; ganz sicher gehöre ich nicht dazu.

Was ist emotionale Arbeit?

(Disclaimer: Mit Frau und Mann meine ich die, die rollentypisch und binär sozialisiert wurden.)

Was ich ja mal geschrieben habe: Wir Frauen wissen um den ganzen Scheiß, kennen die Begriffe des Feminismus und leider auch zu genüge entsprechende Diskriminierung.
Es ist meines Erachtens sehr viel sinnvoller und wichtiger, Aufklärungsarbeit in Richtung der Männer zu betreiben, die sich aus dem toxischen Armen des Patriarchats aufgrund ihrer Sozialisation genau so schwer lösen können, wie wir Frauen aus unserer internalisierten Misogynie.
Du wirst jetzt mit den Augen rollen und sagen: Zum Fick, warum sollen Frauen schon wieder…?!
Und da sind wir schon mitten drin im Thema.

Emotionale Arbeit ist der Kitt unserer Gesellschaft und des zwischenmenschlichen Zusammenlebens. Sie wird oder sollte immer von Männlein/Weiblein/* geleistet werden, findet aber im Alltag genauso nicht statt. Ich sage es mal so: Jede*r, die eine gescheiterte Beziehung hinter sich hat, sollte die Begriffe emotionale Arbeit und Mental Load kennen; das und zur Therapie gehen, LOL.

Emotionale Arbeit ist: Trösten, Aufmerksam sein im Sinne von Empathie und Fürsorge aufbringen; lächeln, obwohl dir nicht danach ist, um dein Gegenüber wohl fühlen zu lassen (Männer fordern mit diesem “Lächle doch mal!” sogar explizit, wenn auch unwissend, zur emotionalen Arbeit auf); Gespräche am laufen halten bzw. Kontakte aufrechterhalten, grundsätzlich merken, dass jemand Gesprächsbedarf hat und zuhören, Respekt aufbringen, höflich bleiben, zärtlich sein beim Sex, Komplimente machen, Geschenke besorgen.
Emotionale Arbeit erfolgt im besten Falle in einer Interaktion gegenseitig.

Nun werden Männer™ erzogen, wenig Gefühle zu zeigen. Empathie ist wichtig, aber nur wenn sie es bekommen. Frauen hingegen bekommen dieses “soziale” mit der Muttermilch mit, es ist das Spielzeug, das sie bekommen (eine Küche, Puppen), und die Aufmerksamkeit, die sie erfahren. Aufmerksamkeit und Lob für Mädchen bezieht sich auf, guess what: Emotionale Arbeit. “Du bist ja so ein liebes Mädchen!” UFFFF, ja – wie wäre es mit stark und schrecklich? Empathie ist wichtig, aber für Frauen in der Rolle der Gebenden. Männliche emotionale Arbeit kann sich durchaus anders audrücken, durch Fürsorge in “männlichen” Tätigkeiten: Auto tanken, handwerkliche Tätigkeiten übernehmen, sowas -aber reicht das aus, ist das nicht eine sehr wohlwollende Betrachtung männlicher Sublimation? Es findet eine an Emotionen indirekt gekoppelte Tätigkeit zwar, doch muss man sagen: Ein Loch in der Wand bohren ist super, aber in den Arm genommen werden, ohne es sagen zu müssen, ist schon noch sehr viel superer. Denn letzteres lässt sich sehr viel schwerer delegieren.

Und kurze Schnittstelle zum Rassismus gegen Schwarze Frauen (misogynoir, von misogyny und noir, Schwarz): Es gibt den Begriff der Angry Black Woman. Das sind Schwarze Frauen, die sich weigern, in Gesellschaft emotionale Arbeit zu leisten und sich unterzuordnen, und dafür rassistisch angegangen und diskriminiert werden.

Unsere Sozialisation und Erziehung fuckt uns alle gemeinsam ab.
In Jobs, wo emotionale Arbeit wichtig ist: Gesundheit, Pflege, sind sehr viele Frauen, und es ist schlecht bezahlt, weil emotionale Arbeit unsichtbar ist. Im englischen heißt der Begriff nicht umsonst auch “invisible labor”. In Jobs, wo emotionale Arbeit eher hinderlich ist, Rechtswesen, Management, sind die Jobs überproportional gut bezahlt. Eine Krankenschwester verdient so um die 30k aufwärts, ein Bauarbeiter, der ungelernt sein kann, so 35k. Beide zu wenig eh. Ein Notar verdient gerne eine halbe Million im Jahr und bereits in der Ausbildung wesentlich mehr als beide zuvor genannten.

Aber zurück zu privaten Verhältnissen, wo das Übel beginnt. Eine Beziehung/Freundschaft zum Beispiel beruht auf gegenseitige emotionale Arbeit: Zuhören, sich melden, für gute Vibes sorgen. Beim Sex für guten Sex sorgen. Dinge ansprechen, Erwartungen ansprechen.

“Aber Männer reden nicht so viel!”

“Man kann aber auch alles zerreden!”

“Ich tue doch auch was!”

Ja, Schätzchen. Du tust auch was. Du kannst es nur nicht richtig benennen. Liegt es daran, dass Du in Wirklichkeit nichts tust und in eine Abwehrhaltung gehst? Oder kommst Du mit dem Thema nicht klar? Das erfordert wiederum emotionale Arbeit des Gegenübers, um das zu erklären: Über Gefühle sprechen und diese verbalisieren UND auf Meta-Ebene betrachten. Ey Alter, das ist supersauanstrengend und dann kriegt man zu hören, man sei so *hier Schimpfwort einfügen*. Und dann gibt es Streit und Stunk.

Ich zitiere hier anonym und nach Erlaubnis (Danke!!)

Als würde ich noch eine [zusätzliche] Sprache sprechen, wo die nur Babysprache können und ich ganze wissenschaftliche Texte baue. Wir machen sie ständig für Männer und es ist exhausting.

Deswegen ist es wichtig, den Begriff zu kennen und, ohne Schuldzuweisungen nach links und rechts, einfach ein bisschen Zeit zu investieren um das zu verstehen und für sein Leben zu nutzen. Lernen heißt das magische Wort. Wer das kann, der kann alles (habe ich mit Absicht männlich gegendert? Wer weiß.)

Und on a personal note:
Da ich jemand bin, die massive emotionale Arbeit als Dienstleistung anbietet, kann ich nur sagen:
Fucking anstrengend, fucking fullfilling, nicht angesehen und ungerne bezahlt.
Als Sytlistin kaufe ich den Leuten nicht einfach Klamotten, sondern leiste emotionale Arbeit MIT und FÜR sie, damit es ihnen richtig gut geht, und das in kleinen Augenblicken und jeden Tag. Die handwerklich-fachlichen Skills kann sich theoretisch jeder nach ein paar Wochen Internet-Konsum rausziehen, eine Weile rumprobieren, fertig.
Die emotionale Arbeit dahinter, das Stärken des Selbstbewusstsein, das Zeigen der eigenen Schönheit, die Wahrnehmung des Selbst, das gute Gefühl von Wertschätzung sich selbst gegenüber: Das sind Dinge, die emotionale Arbeit benötigen, und sie sind schwer sichtbar zu machen.
Doch eines kann ich versichern: Wer dies beherrscht, wird sehr viel zufriedener und glücklicher sein in seinem Alltag und in seinem Leben. Denn es zieht viele positive Wirkungen nach sich.

Und wer meine emotionale Arbeit des Schreibens mit Wertschätzung belohnen will: Geld! P A Y P A L ❤️ M E.
Ja, ich finde Geld ist gerade für Frauen eine wichtige Wertschätzung, gerade weil wir Frauen doch alles aus Luft und Liebe tun sollen (zahlt die mein Leben?! Nö!).

Was tun bei einer Hitzewelle?

EDIT: Bitte achtet auf die Phototoxizität Eurer Medikamente.

Dieser Beitrag wird leider sehr aktuell bleiben, weil Menschen™ seit den 70er Jahren zwar im Bereich Nachhaltigkeit agitieren, es aber zur Farce verkommen ist, da man zur Konferenz nach XYZ fliegt. Auch die Riege der Boomer und alt 68er mit ihren Solaranlagen und Wärmepumpen machen Städtreisen in New York – weil sie es können.

Nun, ich bin leise, denn ich habe einen Stromfresser zum Kühlen und Luft reinigen hier stehen. Nicht gerade umweltfreundlich. Aber es geht auch ohne, und, was wesentlich wichtiger ist: Die Hitze ist gefährlich für Mensch UND Tier, deshalb habe ich mal einige Dinge zusammengesammelt, die ich dazu gelesen habe (australische Ärztin klang sehr glaubwürdig…).

– Genug trinken. Kein Alkohol, Koffein nur in kleinen Mengen, keine Milchprodukte. Wasser, Tee, Schorlen, alkoholfreies Bier, Leitungswasser…
– Mit einer Sprühflasche die Luft regelmäßig befeuchten. Auch mal die Haustiere ansprühen.
– Sonnenschutz verwenden und lange, weite Kleidung tragen. Lange weite Ärmel, lange weite Hosen mit Gummizug sind Trumpf.
– Eiswürfel für Haustiere bereit stellen, bzw in deren Wasser tun.
– Eine Schüssel Wasser bereit stellen, in dem man ein paar Tücher taucht, auswringt und aufhängt. Die Verdunstung kühlt die Luft etwas ab.
– Zum Kühlen kleine oder große Handtücher nass machen, in eine Plastiktüte tun, ins Gefrierfach legen und als Schlafunterlage benutzen, vor allem unter dem Kopf. Auch Haustiere freuen sich über eine kühle Unterlage!
– Genug trinken. Vor 12 Uhr am besten.
– Den Ventilator so hinstellen, dass er die warme Luft raus aus dem Raum pustet.
– Alle Jalousien und Gardinen schließen, und zwar den ganzen Tag. Wecker stellen zum lüften, so um 4 oder 5 morgens.
– besteht der Verdacht auf Hitzeschlag, Kühlpacks unter den Achseln. Füße in eiskaltes Wasser tauchen und kaltes Tuch auf dem Kopf. Krankenwagen rufen, besonders bei vulnerablen Menschen (chronisch krank, Kinder, Ältere).
– Genug trinken. Und das Patriarchat zersetzen.
– Kalte Tücher für die Waden und die Arme.
– Genug trinken! Ich trinke immer noch am liebsten Tee, Leitungswasser und Mineralwasser ungekühlt. Sportschorlen sind gut, wenn man viel schwitzt, und ansonsten auch mal ein bisschen Magnesium schmeißen (bitte nicht gleichzeitig mit Calciumeinnahme). Für unterwegs Wasser und Traubenzucker mitnehmen.
– Sport skippen oder runterfahren auf weniger Intensität.
– Wassereinlagerungen lassen sich nicht vermeiden, also: Mehr trinken, es wird dann besser, und ja, das sollte man tun schon bevor es heiß wird.

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