Willkommen auf dem ersten Beautyblog weltweit – seit 2005

Seit 2005 die Referenz für einen intellektuellen Zugang zu Beauty & Fashion ❤️
Smart Skills wie Humor, kultureller Kontext und eine reflektierte Haltung ergänzen mein Fachwissen als Publizistin und Personal Stylist & Beauty Coach.
Ich schreibe aus und über meinem Alltag und mein Wissen als Frau ende Vierzig, als politische Person, Kulturwissenschaftlerin, und Unternehmerin.

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VICTOR PATRASCAN – Stand up comedy in broken English

Of course I need to write this in my broken English, because I have been part of the very international crowd at the show in Hamburg, and I loved it!

Since it was the first time for me visiting a stand up comedy show, and also feeling pretty confident about my Romanian heritage, I did not hesitate to offer to put myself in the front. Not needed though, because another fella Romanian beauty volunteered and gave us loads of stuff to laugh about.
Don’t worry, you do not get picked by chance, you can just raise your hand and submit something. The beginning of the show is nothing less then some lovely, funny match making, and judging from the very good looking crowd, it’s definitely better than any online dating platform. Turns out, fella Romanian beauty was as crazy as me, I am just medicated.

The lovely bunch of people turned out to have interesting jobs and even more interesting origins. Like the palestinian person and the Israelian activist, as well as the Italian, who saves lives on rescue boats in the Mediterranean. That one came from Italy to Hamburg to see the show! I hope by train, otherwise he would have been responsible for the climate crisis, which is one of the major causes for migration. Yeah, I better leave the jokes to Victor Pătrascan, who is an insanely well educated geography and history nerd, very well travelled and also, dare I say, kindly spirited (bă, mă refer la spirit frumos, om bun și așa…).

The show continued with the main question of the season: WHAT THE FUCK or, intelectually put: What is the biggest problem in the world?

We had the usual suspects/denominators: Capitalism, consumerism, the rich, energy supply. Personally I would have added dicks, but fella beautiful Romanian already rode around it a bit.

So we discussed “proper” things, with suggestions coming from the audience: Culture, wars, humanism. Puns? Plenty! This guy got me gasping for sure. And as an elder LOL with a Romanian upbringing, raised with the worst racism, blatant misogyny and utter ignorance of the surrounding world and culture, I am actually not easy to shock. At one point I had to cover my face in utter disbelief! Me! A grown ass woman!!

You might ask: Is it okay to poke jokes around these topics? This reminded me of a lecture called “Is ist okay to laugh after the Holocaust” that I never visited, but I got the essence of it yesterday, and I am very grateful for that. Sorry folks, you need to go and see it yourself, so you will know!

Also – use your fame to raise others up: Victor Pătrascan introduced a guest and second comedian, who brought some really good puns the crowd would have enjoyed more with subtitles – speaking of broken English and yeah, the crowd means me.

In case you need a date, a good laugh, some LOL CRY or a reason to travel:
https://victorpatrascan.com/

Oh, and the solution to all the world problems, which is obviously humans, is, you guessed it, humans.
My scientist ass would love to add redistribution and degrowth to the solutions, but we are humans: We know, we just don’t do it. Same for wars, for violence, yadda, yadda, yadda.

Safe travel, Victor, it was an honour seeing you! Your schedule matched very well with the Deutsche Bahn, I appreciate LOL

Wechseljahre – dein Problem

ich habe beschlossen, Wechseljahre nicht mehr als Tabuthema und vor allem, als mein Problem zu betrachten.

Ich mach sie zu Deinem Problem!!

Wie so ein Mann, rede ich ständig über mich und entschuldige jegliches Fehlverhalten oder Griesgrämigkeit mit dem Stichwort Wechseljahre. Alle Ärzte müssen sich Vorträge darüber anhören. Ich habe kein Bock?! Tja! Wechseljahre.

Tatsächlich ist das die einzige Möglichkeit, wie es thematisiert wird, und irrsinngerweise profitieren davon, schon wieder, die Männer. Weil man jetzt auf die Idee gekommen ist, dass wenn Frauen hormonelle Veränderungen durchleben, Männer dann wohl auch… ach was. Wieder wird der Augenmerk auf die Männer gelegt – der SPIEGEL greift das Thema Hormone auf und bringt was? Einen Beitrag über die Andropause. Finde ich gut, aber wir sind ja immer noch dabei, Organe bei der Frau zu entdecken. In 2026.

Deswegen – wenn ich als 50% der Bevölkerung ein Problem habe, dann hast Du es auch. Und ich meine damit, dass wir mehr Dinge unbequem machen sollen, damit es Lösungen gibt.

Denn das größte Problem ist leider nach wie vor das Unwissen und die Tatsache, dass es dafür Behandlungsoptionen gibt und nicht alle Personen (egal welches Geschlecht) Hilfe bekommen. Stattdessen wird das Gesundheitssystem mit irrsinnigen Untersuchungen und Behandlungen belastet die primär aber eines nicht tun: Wirklich helfen.

Jemand nannte es neulich eine Methode, alte Menschen los zu werden. Euthanasie light für diejenigen, die sich keine private Versorgung leisten können. Tja – war übrigens ein Mann, der das gesagt hat.

Lüneburg, geh am Sonntag wählen!

EDIT: Been there, done that, und jetzt atmen wir alle kollektiv auf. Eine grüne Oberbürgermeisterin <3

Wir haben die Wahl zwischen einem unqualifizierten Choleriker, der mutmaßlich afd gestützt ist, und einer fachlich kompetenten und eingearbeiteten Bürgermeisterin.

Wer jetzt rechts wählt, wählt sich selber ab.

Die Aufmerksamkeitsökonomie ist tot

Der Titel ist Ragebait in schlechter journalistischer Manier, oder doch nicht? Dank künstlicher Intelligenz und der Vermüllung des Internets, als KI-Slop bekannt, wird es zunehmend schwieriger, Inhalte zu finden. Googlen ist als neue Kulturtechnik bereits schon wieder obsolet, möchte mensch meinen.

Social Media als genuine Plattform der Aufmerksamkeitsökonomie zeigt derzeit sehr eindrücklich, wie es sich um unsere Welt verhält: Wir haben Rezession, Endzeit-Faschismus und auf der anderen Seite ein Erstarken der Gegenkultur. Was allen gemein bleibt, ist allerdings eine Sache: Die Loslösung von Fakten und Realität, ersetzt durch die Nutzung von Emotionen.
Politisch gewählt wird eh schon nach Gefühl – Wahlkampf wird demnach auch so betrieben. Verkauft wurde ja schon immer durch Gefühle, jetzt ist es mittlerweile so, dass man sich fragt, ob man überhaupt noch eine Dienstleistung oder ein Gegenstand bekommt, oder nur “das Erlebnis”. Die Handtasche für 10k ist nur durch emotionalen Gegenwert zu rechtfertigen: Die Aufmerksamkeit die man dadurch bekommt und das Statussignal. Das wissen wir, kaufen trotzdem oder erst recht deswegen. Informationen? Igitt! Lieber am Handy weinen oder wütend werden.

Durch eine intensive Recherche (nennt sich auch Mediensucht) auf Instagram ist mir aufgefallen, dass Storytelling mittlerweile kein Geschäft mehr ist. Der Aufbau aus originärer Geschichte, aus dem “Gegner” oder gemeinsamen Feind, aus der Lösung, gefolgt vom Versprechen einer zukünftigen Verbesserung – also eine klassische Verkaufsstrategie – wird mittlerweile durch massive, vermeintliche Selbstentblößung und der ubiquitären Authentizität verkauft.
Das hat bislang fantastisch funktioniert.
Nun machen aber alle das Selbe, und man kann sich mit ein Tausend Menschen identifizieren – wen will man da auswählen? Richtig, alle und keinen. Die Überflutung mit egal was, der Kampf um Sichtbarkeit, er kulminiert in Bedeutungslosigkeit für alle – und leider auch für die Themen.
Wir Content Creator und Dienstleister sind alle so nischig, so cool, so besonders, dass wir es alle nicht mehr sind.

Die Aufmerksamkeitsökonomie ist so stark an Sichtbarkeit gekoppelt, dass ihr Ende quasi durch zwei große Angriffe derzeit vorprogrammiert ist: Alle sind gleichzeitig sichtbar, und alle gleichzeitig sind nicht konsumierbar.

Google als Suchmaschine existiert nicht mehr, und damit haben wir ein großes Problem. Ja, es gibt auch andere Suchmaschinen, aber hier geht es um die große Krake 🙂

Ein großes Problem. Denn das WWW wächst, und hat auch immer noch gute Inhalte. So viele Dinge sind digitalisiert und kostenlos zugänglich, besonders im Kulturbereich sehen wir das immer mehr. Oper und Ballett sind digital zugänglich, kostenlos – wenn es auch nicht das Erlebnis zu 100% abdecken kann, ist es nichtsdestotrotz ein Zugang zu Kultur, der vorher nicht da war.
Doch wie finde ich die unabhängigen Inhalte, die mir beispielsweise nichts verkaufen, sondern kritisch informieren? Denn ganz sicher wird eine von weißen Männern programmierte LLM und ihre mit eingebauten Vorurteile bzw. *ismen mir nicht das gewünschte Ergebnis liefern.
Wer da jetzt sagt, es wäre aber auch “confirmation bias”, also ich würde nur nach etwas suchen, was meine Meinung bestätigt, bestätigt leider auch mangelnde mediale Kompetenz, denn man braucht bekanntlich entweder verschieden Quellen, oder akkumuliert selbst genug Wissen, um ein Urteil daraus abzuleiten. Und da sind wir wieder beim Problem der Aufmerksamkeitsökonomie: Wir akkumulieren am Ende das, was uns serviert wird, und das kann ganz interessante Ergebnisse haben. Einmal ein Horoskop Video geschaut, zack ist alles voll mit Tarot, Lebenscoachings und Achtsamkeitstipps gespickt. Einmal was anderes geschaut, sagen wir mal Bienenzucht, schon steckt man tief in der Agrikultur. Meine Aufmerksamkeitspanne ist schon so frittiert, dass ich nicht mehr weiß, was ich eigentlich gesucht habe oder wissen wollte, aber ich weiß jetzt alles über Uranus und Merkur und Transite und chinesische Sternzeichen. Kann sein, dass ich Stiefel gesucht habe.

Daraus entstehen so mannigfaltige gesellschaftliche Probleme, dass mein Kopf explodiert. Ich will daher nur eines rauspicken: Medienkompetenz. Medienkompetenz für Erwachsene und dann deren Kinder. Gibt es nicht, haben wir nicht, wird nix. Als Gen X habe ich das WWW maßgeblich mitgestaltet, und habe trotz Forschung in dem Bereich mittlerweile subjektiv gar keinen Plan mehr – je mehr ich weiß, desto mehr sehe ich, was ich nicht weiß.

Medienkompetenz wird eher nicht kommen. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass wir Regulierung brauchen. Da sind Deutsche ja so gut darin, das kann nur nach hinten losgehen, aber es könnte als Europäische Union, also mit und durch die Kompetenz anderer Länder funktionieren.

Damit würde man die Aufmerksamkeitsökonomie interessanterweise wiederbeleben, denke ich. Doch dem steht diametral entgegen, dass gerade diese Aufmerksamkeit das immerwährende Gold der Tech-Konzerne und auch das Mittel der Manipulation jede*r ist. Die momentane Steuerung geschieht durch Masse, das ist ein Werkzeug des Faschismus, das historisch bekannt ist. Viele schlimme Neuigkeiten, die Angst bescheren, viele Lügen, die so massiv sind, dass sie wieder glaubhaft wirken, und eine immer schneller werdende Taktung, das Fälschen der Vergangenheit, wie man es nochmal schön in Orwells 1984 erklärt bekommt, das sind alle bekannte Werkzeuge.

Aufmerksamkeit an sich hat einen Sinn, und es ökonomisch einzubetten war im Kapitalismus eine logische Entwicklung. Während also alles den Bach runtergeht (Achtung, Manipulation durch Angst!), was wird uns retten? Eine andere Suchmaschine? Bücher?? Die Kirche?

Ja.

Ich habe keine Ahnung. Aber eine Vermutung.