The male gaze – was ist das und warum leiden wir drunter?


Damit sind wir alle aufgewachsen. Von Kunst über Kino, von Pornos bis Werbung, jedes Bild das uns prägt ist wiederum geprägt vom männlichen Blick, dem sogenannten male gaze. Und so beurteilen wir uns, automatisch, uns selbst und gegenseitig. Begehrlich soll das Bild sein, ästhetisch, hell, ausgewogen, und nackt bitte sehr.
Wütende Frauen, starke Frauen, schmerzverzerrte Frauen, alte Frauen, generell Dinge, die dem Mann nicht behagen, ihn womöglich an seine Schwächen, seine Endlichkeit und Begrenztheit erinnern: Diesen Bildern stellen auch wir Frauen uns nicht.
Stattdessen machen wir uns hübsch, färben die Haare, und sagen: Es ist für mich. Ist es das? Können wir überhaupt eine komplette Umgebung, ein komplettes Leben, eine komplette visuelle Sozialisierung verlernen? Ich will sie zumindest nicht leugnen.
Ich schaue auf mich vermutlich genau so.

Und ich sehe, wie mich andere abchecken. Frauen sogar unverhohlener als Männer. Ich lächele dann breit und signalisiere mit den Augen, dass ich keine Konkurrenz bin. Denn genau diese Konkurrenz bewirkt, dass wir uns dem “male gaze” beugen, denn das ist der finale Zweck. Wir sind so damit beschäftigt, uns gegenseitig die Augen auszustechen, um einem eingebildeten Juror zu genügen, dass wir vergessen uns selbst wohlwollend zu sehen.

Und was passiert erst, wenn Frauen sich womöglich des male gaze als Instrument bedienen? Nun… Weiterlesen…

HERMÉS UN JARDIN EN MÉDITERRANÉE


Un Jardin en Mediterranée ist der Duft, oder einer der Düfte, die für mich ein Grundpfeiler meines Hobbys Düfte ist. Angefangen hat es mit einem YSL Duft mit Grapefruit und Zeug, In Love Again hieß es. Es war für mich damals unbezahlbar, aber ich konnte mich durchringen und kaufte die Flasche für unsagbare 86 DM – und kaufte sie sogar nach, nachdem sie alle war. Fruchtig, saftig, holzig und wenig girly, trotz des kitschigen Flakons mit dem güldenen Herz drauf.
Der Parfumeur: Jean-Claude Ellena. Der Duft: Eine Iteration seiner Bestseller-Kompositionen: Zitrus, Obst, Holz, Rose.

Sehr viel später entdeckte ich dank einer Freundin den Duft von Hermés, und war interessiert und abgetörnt zugleich, entwickelte er an ihr eine säuerliche, unangenehme Note. Völlig ahnungslos wie ich damals war, schreckte mich alles ab, die Parfümerie, der Preis, und die grimmige Aceton-Komponente. Dass dieser Unisex-Duft an mir anders riechen würde, wusste ich nicht. Wie alle Hermés Einsteiger:innen fand ich die zitronige Variante Un Jardin sur le Nil besser. Ich glaube, ich kaufte das sogar als erstes.

Als ich zu bloggen anfing, hatte ich unlängst Nischendüfte entdeckt und nannte einen Rest La Chasse aux Papillons meins. Das war der Anfang vom Ende. Ich habe eine sehr empfindliche Nase, ich habe regelmäßig Duft-Dejá-vus und durch eine leichte Synästhesie kann ich Düfte taktil beschreiben. Duft fühlt sich an wie etwas, was ich anfassen kann. Schräg? Normal. Sehe ich bei einem Duft zum Teil komplette Bilder oder gar Outfits? Normal.
Das ist übrigens in der Tat auch das Können einer wirklich guten Parfumeurin, nicht einfach Duftnoten zusammen zu stellen, sondern ein Storytelling olfaktorisch anzustreben. Den Geschmack muss es nicht mal treffen, wichtig ist, ob die Geschichte dahinter erkennbar ist.

Jajaja, ich komme nun zum Duft, den tatsächlich nicht alle kennen!! Wie geht das?? WIE KANN MAN DIESES STÜCK KULTURGUT NICHT KENNEN!
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Kinder gegen Covid-19 impfen

Liebe Alle, bitte lasst Eure Kinder impfen. Alle Ärzte haben ihre Kinder impfen lassen. Es gibt keine Nebenwirkungen. Damit ist eine Infektion wesentlich leichter zu durchstehen, und angesichts der Lage in den Schulen und Kindergärten ist die Wahrscheinlichkeit derzeit 100%.
Die Kinder leiden psychisch, weil sie wissen dass Erwachsene sich schützen und sie selbst bekommen keine Impfung?! Das kann nicht der Wunsch von Eltern sein.
Dass eine Infektion nicht tödlich endet, bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht in einer lebenslangen Erkrankung endet.
Schützt Eure Kinder. In erster Linie schützt die Kinder, Eure, alle anderen.
Und weil viele meiner Leser:innen keine Kinder haben – Ihr seid die geilen, vernünftigen Powerfrauen und man hört auf Euch. Argumentiert, kümmert Euch um Termine, kauft Bestechungen.

That’s all.

Brauchst Du Hilfe wegen Termin? Kontaktiere mich.

Pandemie Volume 1, Volume 2, Volume 3

Lustigerweise stammt dieser Beitrag aus dem Jahr 2021 – Anfang Februar. Also so ziemlich ein Jahr Abstand. Wir sind in der Welle No 5 oder so, ich habe mich heute gewaschen und geschminkt, es ist Wochentag XXXX 2019, die Geschäfte haben auf, ich kaufe Nougat und Eier, die ich beides nicht essen darf.
Während ich am Schreibtisch sitze, häufen sich die Nachrichten auf Twitter, Instagram und WhatsApp. Das ist meine Welt, in der ich lebe – Menschen, die mit mir reden und mit denen ich rede. Ich bin prominent, manche bedanken sich dafür, dass ich ihnen schreibe. Surrealer wird es kaum noch, denke ich täglich.

Drei Impfungen weiter und in einer seltsamen Gefühlslosigkeit gefangen, die sich lustigerweise sehr produktiv auf meine Arbeit auswirkt, beschließe ich, mein Happy Place aufzusuchen. Ein Ausflug tagsüber, mitten in der Woche, in die Hamburger Kunsthalle. Farbe auftanken. Es ist super kalt und ich wähle stattdessen einen Ausflug zu einem Edeka Supermarkt, wo ich zwischen Champagner, Edelschokoladen und fancy Getränken eine unentschlossene Runde drehe. Kaufe später eine Geburtstagskarte. Das Handy klingelt, ich gehe nicht ran, es ist kalt. Weiterlesen…

Ode an meinem Sohn

Also das ist schon ziemlich privat, aber ich habe heute das dringende Bedürfnis der Welt mitzuteilen, dass ich einen total tollen Sohn habe. Das liegt natürlich an den fabelhaften Eltern, also mir und dem besten Ex-Ehemann der Welt (bislang alles Friede Freude Eierkuchen, soll es ja geben).

Wo soll ich nur anfangen: Er treibt mich regelmäßig zur Weißglut. Als unglaublich süßes Baby, noch süßeres Kleinkind, wurde er ab einem gewissen Stadium der Gehirnzellen zu einem nervtötenden Klugscheißer, der dazu auch noch Recht hat. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, isso. Er ist immer noch unglaublich süß, selbst wenn er sich auf den Boden schmeißt. Er ist einfach noch hübscher als ich und sein Papa, aber in blond. Mehr geht nicht. Das klingt eingebildet?! Bin doch die Mutter, ich kann ihn gar nicht anders sehen 🙂

Nein, im Ernst: Er hat eine auffällig schöne Handschrift, begeistert sich für Musik und will freiwillig Klavier lernen, schreibt gerne Geschichten, und lernt mühelos. Easy soweit. Was ich noch viel toller finde: Er weiß sich abzugrenzen, er kann Kartoffeln schälen wie ein Profi, und er ist mutig und selbstbewusst. Er ist großzügig und neugierig. Könnte den ganzen Tag so weiter machen…

Dass er riesig ist, unglaublich viel isst, dabei ein Gourmet, und kochen kann – legit. Was ich aber noch besser finde: Er hat verstanden, dass Farben nicht für Mädchen ODER Jungs sind, er gendert!!! und er ist unheimlich hilfsbereit. Es ist also gar nicht so schwer, zukünftige Männer NICHT zu Arschlöchern zu erziehen, und ja, das Umfeld trägt sicherlich bei.

Es ist nicht einfach für mich, dabei zuzugeben, dass ich vielleicht nicht das heteronormative Mutterbild abgeben kann. Dass mich nicht nur das Kind, sondern das komplette Umfeld, meine Erziehung und allen voran das Mobbing als Frau, Mutter und Migrantin mich in einem Burnout getrieben haben, das selbst einer erfahrenen Therapeutin Respekt abgerungen hat. Ein Outcome ist dabei sicherlich, dass ich umso mehr diese Wesen wertschätze und respektiere, sie keineswegs als mein Eigentum und Garant fürs Glück betrachte und ihnen sämtliche Autonomie und Bindung (ja, ich sehe den Gegensatz!) versuche zu geben.

Jedenfalls, Du rockst, und ich freue mich, dass Du Kaschmirpullover so sehr magst wie ich *eyesroll* und dass Du ein Kämpfer für Gerechtigkeit und Schönheit bist!

Und an dieser Stelle nochmal Props an die junge Ärztin, die bei der Geburt total cool geblieben ist, während ich fast verreckt wäre. Das war richtig, keine Panik zu verbreiten. Hoffe Du rockst weiterhin, wir brauchen Dich.