Willkommen auf dem ersten Beautyblog weltweit – seit 2005

Seit 2005 die Referenz für einen intellektuellen Zugang zu Beauty & Fashion ❤️
Smart Skills wie Humor, kultureller Kontext und eine reflektierte Haltung ergänzen mein Fachwissen als Publizistin und Personal Stylist & Beauty Coach.
Ich schreibe aus und über meinem Alltag und mein Wissen als Frau ende Vierzig, als politische Person, Kulturwissenschaftlerin, und Unternehmerin.

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Die Aufmerksamkeitsökonomie ist tot

Der Titel ist Ragebait in schlechter journalistischer Manier, oder doch nicht? Dank künstlicher Intelligenz und der Vermüllung des Internets, als KI-Slop bekannt, wird es zunehmend schwieriger, Inhalte zu finden. Googlen ist als neue Kulturtechnik bereits schon wieder obsolet, möchte mensch meinen.

Social Media als genuine Plattform der Aufmerksamkeitsökonomie zeigt derzeit sehr eindrücklich, wie es sich um unsere Welt verhält: Wir haben Rezession, Endzeit-Faschismus und auf der anderen Seite ein Erstarken der Gegenkultur. Was allen gemein bleibt, ist allerdings eine Sache: Die Loslösung von Fakten und Realität, ersetzt durch die Nutzung von Emotionen.
Politisch gewählt wird eh schon nach Gefühl – Wahlkampf wird demnach auch so betrieben. Verkauft wurde ja schon immer durch Gefühle, jetzt ist es mittlerweile so, dass man sich fragt, ob man überhaupt noch eine Dienstleistung oder ein Gegenstand bekommt, oder nur “das Erlebnis”. Die Handtasche für 10k ist nur durch emotionalen Gegenwert zu rechtfertigen: Die Aufmerksamkeit die man dadurch bekommt und das Statussignal. Das wissen wir, kaufen trotzdem oder erst recht deswegen. Informationen? Igitt! Lieber am Handy weinen oder wütend werden.

Durch eine intensive Recherche (nennt sich auch Mediensucht) auf Instagram ist mir aufgefallen, dass Storytelling mittlerweile kein Geschäft mehr ist. Der Aufbau aus originärer Geschichte, aus dem “Gegner” oder gemeinsamen Feind, aus der Lösung, gefolgt vom Versprechen einer zukünftigen Verbesserung – also eine klassische Verkaufsstrategie – wird mittlerweile durch massive, vermeintliche Selbstentblößung und der ubiquitären Authentizität verkauft.
Das hat bislang fantastisch funktioniert.
Nun machen aber alle das Selbe, und man kann sich mit ein Tausend Menschen identifizieren – wen will man da auswählen? Richtig, alle und keinen. Die Überflutung mit egal was, der Kampf um Sichtbarkeit, er kulminiert in Bedeutungslosigkeit für alle – und leider auch für die Themen.
Wir Content Creator und Dienstleister sind alle so nischig, so cool, so besonders, dass wir es alle nicht mehr sind.

Die Aufmerksamkeitsökonomie ist so stark an Sichtbarkeit gekoppelt, dass ihr Ende quasi durch zwei große Angriffe derzeit vorprogrammiert ist: Alle sind gleichzeitig sichtbar, und alle gleichzeitig sind nicht konsumierbar.

Google als Suchmaschine existiert nicht mehr, und damit haben wir ein großes Problem. Ja, es gibt auch andere Suchmaschinen, aber hier geht es um die große Krake 🙂

Ein großes Problem. Denn das WWW wächst, und hat auch immer noch gute Inhalte. So viele Dinge sind digitalisiert und kostenlos zugänglich, besonders im Kulturbereich sehen wir das immer mehr. Oper und Ballett sind digital zugänglich, kostenlos – wenn es auch nicht das Erlebnis zu 100% abdecken kann, ist es nichtsdestotrotz ein Zugang zu Kultur, der vorher nicht da war.
Doch wie finde ich die unabhängigen Inhalte, die mir beispielsweise nichts verkaufen, sondern kritisch informieren? Denn ganz sicher wird eine von weißen Männern programmierte LLM und ihre mit eingebauten Vorurteile bzw. *ismen mir nicht das gewünschte Ergebnis liefern.
Wer da jetzt sagt, es wäre aber auch “confirmation bias”, also ich würde nur nach etwas suchen, was meine Meinung bestätigt, bestätigt leider auch mangelnde mediale Kompetenz, denn man braucht bekanntlich entweder verschieden Quellen, oder akkumuliert selbst genug Wissen, um ein Urteil daraus abzuleiten. Und da sind wir wieder beim Problem der Aufmerksamkeitsökonomie: Wir akkumulieren am Ende das, was uns serviert wird, und das kann ganz interessante Ergebnisse haben. Einmal ein Horoskop Video geschaut, zack ist alles voll mit Tarot, Lebenscoachings und Achtsamkeitstipps gespickt. Einmal was anderes geschaut, sagen wir mal Bienenzucht, schon steckt man tief in der Agrikultur. Meine Aufmerksamkeitspanne ist schon so frittiert, dass ich nicht mehr weiß, was ich eigentlich gesucht habe oder wissen wollte, aber ich weiß jetzt alles über Uranus und Merkur und Transite und chinesische Sternzeichen. Kann sein, dass ich Stiefel gesucht habe.

Daraus entstehen so mannigfaltige gesellschaftliche Probleme, dass mein Kopf explodiert. Ich will daher nur eines rauspicken: Medienkompetenz. Medienkompetenz für Erwachsene und dann deren Kinder. Gibt es nicht, haben wir nicht, wird nix. Als Gen X habe ich das WWW maßgeblich mitgestaltet, und habe trotz Forschung in dem Bereich mittlerweile subjektiv gar keinen Plan mehr – je mehr ich weiß, desto mehr sehe ich, was ich nicht weiß.

Medienkompetenz wird eher nicht kommen. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass wir Regulierung brauchen. Da sind Deutsche ja so gut darin, das kann nur nach hinten losgehen, aber es könnte als Europäische Union, also mit und durch die Kompetenz anderer Länder funktionieren.

Damit würde man die Aufmerksamkeitsökonomie interessanterweise wiederbeleben, denke ich. Doch dem steht diametral entgegen, dass gerade diese Aufmerksamkeit das immerwährende Gold der Tech-Konzerne und auch das Mittel der Manipulation jede*r ist. Die momentane Steuerung geschieht durch Masse, das ist ein Werkzeug des Faschismus, das historisch bekannt ist. Viele schlimme Neuigkeiten, die Angst bescheren, viele Lügen, die so massiv sind, dass sie wieder glaubhaft wirken, und eine immer schneller werdende Taktung, das Fälschen der Vergangenheit, wie man es nochmal schön in Orwells 1984 erklärt bekommt, das sind alle bekannte Werkzeuge.

Aufmerksamkeit an sich hat einen Sinn, und es ökonomisch einzubetten war im Kapitalismus eine logische Entwicklung. Während also alles den Bach runtergeht (Achtung, Manipulation durch Angst!), was wird uns retten? Eine andere Suchmaschine? Bücher?? Die Kirche?

Ja.

Ich habe keine Ahnung. Aber eine Vermutung.

Wahlkampf in Lüneburg – Kompetenz oder Cholerik?

…neuerdings sind Oberbürgemeiserin-Wahlen in Lüneburg und die Stadt ist plakatiert mit allerlei inhaltsleeren Plakaten mit Gesichtern. Der wahre Wahlkampf findet in der Lokalzeitung und auf Social Media in den Kommentarspalten statt, wie mir Instagram zeigt.
Ich habe sogar das Höllenportal Facebook geöffnet, um mir einen Eindruck zu verschaffen, denn die meisten Menschen hier sind keine Millenials mehr, und man muss die größte Wählergruppe natürlich auch dort einfangen.

Ich finde, dass so ein Kuhkaff ein Miniaturbiotop ist: Hier sind alle privat und geschäftlich verzahnt, jede*r kennt jeden und Politik und Wirtschaft – naja, in anderen Ländern ist es Korruption, hier nennt man es “Netzwerk”. Das wirklich Schlimme ist: Es ist ein Männernetzwerk und DU KOMMST HIER NICHT REIN. Schaut man in die schMerz Regierung, findet man das selbe Konstrukt, nur dass die Beträge, um die es geht, viel mehr Nullen haben. Es sind ja auch mehr Nullen da LOL.

Zuletzt habe ich in Lüneburg die grüne Kandidatin gewählt, Claudia Kalisch. Der Grund ist einfach: Wir haben einen gemeinsamen wissenschaftlichen Background, und sie ist eine Frau. Für mich ist der Zug abgefahren, aber unsere Töchter brauchen Vorbilder!

Mich für diese Wahlen zu interessieren fing an, als ich auf Instagram las, dass sie ja die letzten Jahre nix hinbekommen hätte. Sollte ich meinen Augen ntrauen? Ich sehe doch die Dinge?!
Fast forward vier Jahre später sehe ich als unbedarfte Person die Dinge, die in der Stadt passiert sind: Grünflächen, Spielplätze, Radwege, soziales Miteinander im Blick. Oberbürgermeisterin sein bedeutet offenbar permanente Sichtbarkeit, permanentes Arbeiten – ich habe sie sogar einmal kurz live gesehen. Auf einem SA, wo sie eine kleine Rede für Schüler*innen hielt und dann zu nächsten Termin sauste. Krasser Energiepegel, und super nett.
Weil ich neugierig bin, habe ich sie dann auch mal ernsthaft gestalkt, und war bei einer Veranstaltung, wo sie den Habeck inhaltlich und rhetorisch in die Tasche gesteckt hat. Klaro, sie ist eine Umweltwissenschaftlerin, heute vollmundig Nachhaltigkeit, und hat einen MBA in Wirtschaft. Da ich den Lehrstuhl kenne, weiß ich dass sie Haare auf den Zähnen haben muss, da wird einem so gar nix geschenkt.

Meine dann doch etwas längere Recherche ergab, dass ich drei Dinge aus dreißig sehe. Wie immer sind die Dinge an mir vorbeigegangen, weil es sich um wenig sichtbare Umweltschutzdinge handelt. Nachhaltigkeit ist kein sexy Stichwort mehr, und so bekam ich nicht mit, dass etliche Piloprojekte ausgerollt wurden. Dann so Sachen mit Ganztagesbetreuungin Grundschulen, igitt! Wie kann sie nur?! Sie ist dann auch noch Vizepräsidentin des Städtetags, der größte kommunlae Verband, die tatsächlich auch in der Gesetzgebung mitmischen. Sonst hätte ich keine kostenlose Ganztagsbetreuung, das hat sie tatsächlich durchgedrückt, – weil sie weiß, wie sch*** es ist wenn das verdiente Geld für die Kinderbetreuung abfließt. Männer would never. Aber wieso kriegt man so wenig über die umgesetzten Sachen mit??
Es ist sehr einfach: Die lokale Medienlandschaft sind alte weiße Männer, die wollen sowas nicht, und als ich gestern an einem Ferrari mit Lüneburger Kennzeichen vorbeiging, war mir auch irgendwie klar, warum.

Dann habe ich mir aber auch die anderen Pappnasen, ich meine Kandidate*innen, angeschaut: Der eine ist ein Tech Bro und hat sich scheinbar Peter Thiel als Vorbild genommen, heillos überfordert. Ein wohl kompetenter, aber mir persönlich ungeheuer unsympathischer CDU Dude. Die SPD? Eine weitere Frau, eine alte Häsin im Geschäft, kann aber nicht sagen wofür sie steht, das ist momentan ein großes Problem der SPD…
Spannender wird es, wenn man die Leute schon kennt: Der stets politische ehemalige Kommilitone, der windigerweise mal so eben die Partei wechselt. Der Choleriker, der unglaublich gut vernetzt ist und dessen Parteilosigkeit scheinbar braune Spurenelemente enthält und dessen Kugelschreiber in allen Briefkästen der Stadt gelandet sind.
Es ist ein Miniaturabbild unserer Zeit: Die Inkompetenten, die Vernetzten, die nach Oben-Gelobten, die Windigen, die überqualifizierten Frauen.
Wenn man als Frau Karriere gemacht hat, oder es versucht hat, kennt man diese Menschen, die ekligen Blicke und die noch ekligeren Gespräche, die man abends abduscht. Als Politikerin musste sich die aktuelle Bürgermeisterin öffentlich!! über ihre Scheidung rechtfertigen. ALTER. Währenddessen wird der Kumpel von dem anderen Kumpel medial gepusht, um dann als Mann allen ernstes Dinge von sich zu geben wie: Er dürfe ja Sonntag ausschlafen und seine Familie würde das ja alles mittragen. Es lebe das gute, alte Patriarchat, der Mann hat seinen Spaß, während ihm einen nicht weiter benannte Frau den Rücken freihält. Illustration dazu: Er mit seinem Thronf… Sohn. Solche Leute habe ich ja gefressen.

Natürlich wähle ich wieder die Frau, die offensichtlich Sonntags aufsteht, sich nicht zu fein ist vor Grundschulkindern zu sprechen, Ganztagesschule ermöglicht hat, und dessen Haare ich unglaublich beneide. Sie ist eine Frau, die es “geschafft” hat, und was mir besonders gefallen hat: Die ihr Rampenlicht auch teilt. Send the elevator back down – die wirklich mächtigen Frauen machen genau das.

Was ich noch gelernt habe: Entsiegelung, also das Entfernen von betonierten Flächen, Begrünung und Moore sind die paar Sachen, die unseren Arsch in der Klimakrise retten können, wenn wir sie angehen. Danke hier an den Landratskandidaten Torsten Franz und Professorin Vicky Temperton, wo ich ein Gespräch belauscht habe. Guerillabegrünung auf die Lehrpläne!

Drei Fragen an sich selbst

Ich liebe, liebe Fragen – sie sind schwieriger und klüger als Aussagen. Diese drei habe ich aus dem Netz gefischt und fand sie amüsant als auch aufschlußreich, als ich sie mir selbst beantwortet habe. Hinweis: Die Antworten sollten etwas ausgeführt werden. Die spontane Antwort ist das eine, die eigentliche Aussage dahinter das Wesentliche. Viel Spaß damit!

– Was ist die Geschichte, die Du Dir selbst erzählst und nun anfängst zu glauben?

– Wenn Dein Leben die nächsten zwei Jahre so bleiben würde, wäre es eine Verbesserung?

– Wenn Du einmal die/der Bösewicht in der Geschichte einer anderen Person warst: Was hast Du getan?

21 Jahre publizieren – was ist die Zukunft des World Wide Webs?

Nach so langer Zeit hat sich der Blog aus dem thematischen, mit persönlichem Dingen gespickten Inhalten langsam gewandelt zum Ursprung des Blogs, den heute kaum noch einer führt. Ein “data log”, ein Tagebuch, ein Journal und eine Reflexionsfläche(sic!), die andere zur Diskussion einlädt, das war und ist ein Blog. Per Definitionem sind zwei Eigenschaften notwendig, um einen Blog von anderen Publikationen zu unterscheiden: Der fortschreitende Verlauf in der Zeit, also die Entwicklung, sowie die Kommentarfunktion. Alles andere ist ein Text oder ein Forum.

Kontinuität und Reflexion.

Das World Wide Web hat eine Entwicklung hingelegt, die mich zuweilen müde macht. Die Ignoranz der Menschheit einmal ausgebreitet zu sehen, für jeden recherchierbar, für so viele, auch mich, verwirrend. Wir leben in einem Zeitraum der Transparenz, die so überwältigend ist, dass wie die Dinge nicht mehr klar sehen. Alles Schlimme, was direkt vor unseren Augen passiert, ist so überwältigend, dass wir es zunehmend achselzuckend hinnehmen und ignorieren. Die Grenzen der Toleranz werden erweitert und verschoben. Ob es der Epstein Menschenhandel ist, Faschismus oder die mutwillige Zerstörung des Planeten durch Rechenzentren, viel zu viel konzentriert sich auf das WWW, was in seinen positiven Möglichkeiten mittlerweile augenscheinlich zurück bleibt.

Als vernünftiger Mensch sollte ich jetzt einen handwerklichen Beruf ergreifen und mein austherapiertes Gehirn von der Informationsflut befreien. Meine Freundin, die sich diesen Luxus leistet, lebt sehr viel glücklicher als ich in ihrem Delulu-Land. In meinem Delulu-Land wiederum spielt die persönliche Entwicklung eine massive Rolle, und dafür nutze ich tatsächlich das WWW: Zum Lernen.

Präsent, sichtbar, souverän – das war am Anfang die Leitlinie meiner Stilberatung, das was ich neben dem Blog quasi als Praxiselement führe und mein spezielles Wissen in die Praxis umsetze.

Dahin muss es wieder gehen, es ist quasi eine politische Verpflichtung jeglicher Person, die kann, und auch im Sinne jeglicher Personen, die nicht können. Allen eine Stimme geben wird nicht gelingen? Mir als einzelne Person nicht, aber uns gemeinsam. Und ich gestalte das durch meinem Blog mit.
Das Private bleibt politisch.

Und der Grund warum der Begriff Beauty im Namen des Blogs stehenbleiben kann, mit dem Hinweis auf Ästhetik, ist dass wir diese Begriffe als “summum bonum” begreifen müssen.

Das “summum bonum” aus der Philosophie wohlgemerkt, ist das Streben nach dem Guten, im Gleichgewicht, denn es muss etwas geben, wonach das politisch Private strebt: Die schönen Dinge, es ist Kultur, es ist Kunst, es ist aber auch Gerechtigkeit und Balance.

Wonach strebst Du? Was begleitet Dich dabei?