#FixMen – die Grundlagen der Hautpflege und elementare Produkte

Den Titel wird keiner so googeln, aber im Ernst: Alles über #Hautpflege, #Haarpflege, #Hände, und ey, basaler geht es nicht, putzt Euch vernünftig die Zähne. Zwei mal jeden Tag und hinterher noch ordentlich Zahnseide. Nein, der Zahnarzt und die Zahnreinigung werden es nicht richten. Rauchen und Kaffee sind mega eklig übrigens, am Besten ist die Kombi, fragt Euch mal, wie ihr das findet…

– Man sollte sich jeden Morgen das Gesicht eincremen, am besten etwas mit Lichtschutzfaktor. Es muss bei der Creme nicht explizit MANN drauf stehen. Am Abend mit einem milden Duschgel waschen, bei trockener Haut nochmal eincremen. Eine Augencreme ist gut, wenn die Gesichtshaut eher fettig ist und man eine Pflege explizit dafür benutzt, weil die Haut um die Augen herum trotzdem eher trocken ist. Da reicht sonst aber die normale Creme, wenn sie nicht zu stark parfümiert ist. Zwischen 5 Euro uns 250 Euro ist die Auswahl verwirrend, ich habe unten im Bild eine beliebte und nicht besonders teure Gesichtscreme ausgewählt.

– Zu viel Waschen tut nicht gut, es reicht das Shampoo beim Duschen, das übrigens Naturkosmetik sein sollte und kein Head&Shoulders, das extrem aggressiv ist. Und nein, SebaMed ist nicht die Lösung aller Dinge, weil es etwas teurer ist und „medizinische Pflege“ drauf steht, denn das ist kein geschützter Begriff. Naturkosmetik wie Alnatura oder Alverde, I&M und Primavera, alles gute Dinge, die man besser stattdessen nehmen sollte… und ja, sie waschen genau so gut, auch wenn sie nicht so krass schäumen. Naturkosmetik-Duschgel ist übrigens auch toll zum Hände waschen! Einfach in den Seifenspender umfüllen und mit ca. 1/3 Wasser verdünnen.

– #Maniküre ist ein Muss, bitte keinen Knipser verwenden, sondern eine scharfe Nagelschere und eine Glaspfeile. Die gibt es in bester Qualität von Rubis, einmal anschaffen, für immer Frieden. Dazu das Nagelöl von Dr. Hauschka abends mal verwenden und danach mit der Bodylotion oder einer Handcreme eincremen. Pediküre ebneso, nicht zu kurz schneiden, sonst wachsen die Nägel schmerzhaft ein. Wer Zeit und Lust hat, kann sich gerne in professionellen Händen begeben, tut auch richtig gut.

– Der Körper braucht auch mal was, spätestens im Winter – eine Bodylotion, die leicht ist, schnell einzieht und nicht zu aufdringlich riecht gibt es von Hipp für Babys, ist auch sehr günstig, oder von Biotherm, etwas geiler und auch teurer, oder von Bioderma für Neurodermitiker. Die Füße bitte immer mit eincremen.

– Übrigens ist ein Öko-Deo gar nicht schlimm, wenn die Haut sich daran gewöhnt hat. Haare am Körper kürzen kann da übrigens auch nicht schaden, aber um Gottes willen keine aalglatten Geschichten, das reizt die Haut. Passable Wirkung gibt es von Speick Thermal, mein Fave von Dr. Hauschka ist so lala, bei mir funktioniert es, kostet aber viel und verbraucht sich elendig schnell. An harten Tagen auch mal eine Aluminium-Keule, es sollte aber die Ausnahme bleiben, so toll sind die nämlich nicht.

– Apropos Rasur, ich habe sämtliche Sachen ausprobiert und tatsächlich ist das Gel aus der Damenabteilung (Gillette Venus) am besten. Habe es natürlich von Männern(Plural!!) im Gesicht testen lassen, manN stimmt mir zu und kauft nichts anderes mehr. Wer bärtig ist, muss waschen, kämmen und vlt auch pflegen, dafür gibt es mittlerweile sehr viele Produkte, die es aber nicht wirklich braucht. Schließlich ist das, was man in die Haare oben tut, auch geeignet in die Haare weiter unten. Wer keine Haar hat, sollte erst recht den Punkt Gesicht beachten und sich eincremen.

– eine matte Lippenpflege, die wirkt, und uneingeschränkt empfehlenwert ist, der Weleda Everon Stift für knapp vier Euro.

– Extras: Serum sprich Feuchtigkeit, ob im Gesicht oder auf die Hände, ein ggf. günstiges Hyaluron-Serum unter jeder Creme zahlt sich aus.

Die meisten dieser Produkte hier im Bild sind etwas teurer, aber das sollte ein Mann investieren. Natürlich geht es teurer, da gibt es reichlich Brands, die auch dem Mann ein Waschgel für 80Euro verkaufen; wer es braucht, go for it. Eine Creme für 250 Euro tut nichts, was eine für 15-30 nicht auch tut.

Wichtig ist auf alle Fälle einen Sonnenschutz zu verwenden, und da ist man mit dem Eigenmarken aus der Drogeire aus der Kinderabteilung am besten bedient. Unparfümiert und mit Faktor 50, und das für 4-5 Euro, das sollte einem die Krebsvorsorge schon wert sein.

Eine etwas bessere und persönliche Beratung biete ich auch, wer über den Blog bucht auch günstiger <3 und natürlich weniger zeitintensiv-schließlich nehme ich Dir die ganze Arbeit dafür ab, nur cremen musst Du selbst.

Fix men

Das ist alles. Nachdem wir Jahrzehnte Frauen als Problem definiert haben, ihre Körper, ihr Aussehen, ihre Gefühle, absolut alles ist eine gottverdammte Industrie! wird es langsam Zeit, die Männer wieder einzunorden, wie man es hier so schön im Norden sacht, nee…

Und warum? Es geht nicht um #HeForShe und Männer als Allys, also als Unterstützer, sondern tatsächlich um eine Aufklärungskampagnie, die dringend notwendig ist. In den ganzen Büchern und Medien werden Frauen adressiert und ehrlich, wir haben jedes Thema schon mitgemacht, wir müssen alle diese Dinge nicht mehr schriftlich bekommen, denn jedes Mal wenn wir in ein Auto steigen, abends rumlaufen, zum Arzt gehen, einfach nett lächeln oder NICHT lächeln, wird an uns herumkritisiert oder man versucht uns zu töten. Wenn wir also nicht in permanenter Verteidigungshaltung verharren wollen, und sogar Dinge wie Lust zurück erobern wollen, müssen wir den Fokus einfach mal auf den Teil der Gesellschaft richten, der da nicht gut Bescheid weiß.

Männliche Aufklärung erfolgt ja auch nur in einem toxisch-patriarchalen Szenario. Dass Jungs jetzt Nagellack tragen, aber auf keinen Fall einen Rock, oder Schmuck, aber dazu eine Lederjacke, sonst ist’s schwul, ist einfach keine neue Männlichkeit. Männer, die es jetzt raus haben und Oralsex feiern, wissen immer noch nicht, wo sie die Grenze ziehen müssen zwischen Kompliment und sexuelle Belästigung bzw. generell misogyne Sprüche im Alltag.

Es reicht eben nicht, im Bett zwei Minuten mit der Zunge rumzustochern, wir brauchen ganz andere Dinge im Alltag – und eigentlich ist es ja nicht schon wieder die Aufgabe der diskriminierten Gruppe, für Aufklärung zu sorgen. Eigentlich. Aber haben wir andere Möglichkeiten? Erziehen wir richtig? Und ich meine nicht nur die Kinder.

Solange auf TikTok Dinge populär sind wie Hausfrauen-Videos, die sich darüber beklagen, dass Männer ihre Socken neben der Wäschetonne werfen statt hinein, gilt Erziehung auch für Erwachsene. Warum man sich solche Typen ins Haus holt, ist mir eh schleierhaft…

Neulich in einer kleinen und harmlosen Diskussion verwickelt, fielen die Begriffe Pragmatismus und Wohlwollen. Damit würde man mehr erreichen als mit Polemik und Radikalität. Ich denke die Mischung macht es, und nicht jede hat noch Lust, einem erwachsenen Typen den Kopf zu tätscheln und zu sagen: Gut gemacht! wenn er es geschafft hat, selbstständig den Müll heraus zu tragen (ich weiß, ich weiß, ihr kennt solche Exemplare nicht und das freut mich!) wobei das wohl der ultimative Trick sein soll: Männer wie Hunde erziehen aka konditionieren.
Das sehe ich dann schon noch kritisch, schließlich sind Hunde nicht so ignorant und unempathisch. Oh, ich höre das Augenrollen der Leserschaft, der Tab wird geschlossen und ich werde verflucht!

Noch da? Nun, es ist einfach Fakt, dass wir Frauen als absolut geheime Wesen erachtet werden und sehr viele einfach unsicher sind, wie sich verhalten sollen. Nehmen wir dazu die Zuschreibung, dass Frauen „anders“ sind, was Bullshit ist, und absolute Unkenntnis über den schier unglaublichen Alltag einer Frau, und schon haben wir den Salat.
Nun könnten Männer ja endlich die ganzen Bücher lesen, die eh schon auf den Markt sind, aber ganz ehrlich, es ist peinlich. Klar, anonym bestellen geht immer. Wo landen denn Männer, die Tipps suchen? Bei Men’s Health, der Goldstandard für männliche Probleme wie Sixpack und Dating. Wer sich die Seite anschaut, stirbt tausend Tode: Es hagelt von sexy weiblichen Models und perfekten Männerbodys, inhaltlich… ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Was den Frauen als Problemzone eingeredet wurde, nämlich ALLES, ist beim Mann ganz offensichtlich sein Penis und seine Fertigkeit als Liebhaber. Und natürlich brauchen Männer eigenen Sonnenschutz, oh und immerhin, nach drölfzig Grilltipps, auch ein Beitrag zum Thema Attachment Parenting. Es lebe das Internet!

Fix men aber bitte nicht so, wie man uns Frauen seit Jahrhunderten fixen tut. Gut, immerhin werden Frauen nicht mehr verbrannt, zum Teil halt noch gesteinigt, okay, kommt vor, aber wir können ja mal nicht Arschloch sein, einfach weil wir es können. Die Bude anzünden ist einfach wenig produktiv, und hinterher muss man den Scheiß ja doch wieder aufräumen. Also – fix men, aber wohlwollend und zielgerichtet.
Ade toxische Männlichkeit, Penisfixierung und Essstörung als Veganismus oder FLEISCHISTMEINGEMÜSE verkappt, ade Sixpack und Körperfixierung, willkommen innere Werte und so. Kein Arschloch sein ist eine verdammte niedrige Schwelle, da geht noch was! Und es ist eine Win-Win Situation.

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Disclaimer: Ich weiß, dass ich in dieser Mann/Frau Debatte den queeren Teil der Menschen ausschließe. Die Debatte schließt allerdings ein, dass besagte cis Personenkreise lernen, Queerness zu kennen und anzuerkennen.

Schreiben, um zu schreiben, um zu schreiben, um zu

Ich habe neulich gelesen, dass das Mythos des Künstlers als leidgeplagtes Wesen nun, eben, ein Mythos sei. Es ließe sich viel besser und kreativer arbeiten, wenn mensch nicht in prekären Situationen steckte. Der Zeitungsartikel aus dem englischsprachigen Raum hatte sogleich ein paar berühmte Beispiel zur Hand, und ich las nicht weiter-ja, das waren Leute, die durchs Schreiben reich geworden waren, jedoch vorher schon nicht gerade von Brotkanten lebten. Wie es bereits die wenig bekannte Mathematikerin und Philosophin Emily du Châtelet in ihrem Buch Discours sur le bonheur (Friedenauer Presse) schrieb, ist Kunst und intellektuelle Beteiligung ein Privileg der wohlhabenden Schicht – diese Erkenntnis ist nahezu sensationell, wenn man bedenkt dass ihr OEuvre aus dem Jahre 1746/47 stammt und andere Menschen bis heute nicht in der Lage sind, ihre Privilegien anzuerkennen (daher auch „weißer, alter Mann“ genannt).
Schreiben um zu schreiben ist und bleibt also ein Luxus, und es hat nicht jede:r was zu sagen. …Hab’ich?!

Unter den Schreibenden gibt es jedoch eine Schicht, die bestimmte Funktionen
erfüllt, und in die ich mich ungewollterweise einreihe: Der pathetische Alibi-Vorzeige-Ausländer. Am besten schon noch als DIE pathetische Vorzeige-Ausländerin, und dieses als selbsterfüllende Prophezeiung. Zumal wenn es sich dabei nicht um eine Selbstzuschreibung handelt, birgt es einige Fallen und einige Funktionen, die ich nachfolgend erläutern werde.
Fangen wir mit dem Ergebnis an: Es ist problematisch, weil es dazu dient, uns als Exoten und Zootiere der Gesellschaft nach vorne zu stellen und zu zeigen, dass man es schaffen kann (Meritokratieversprechen) und uns zwar eine Stimme gibt, die sich in der Regel für Marginalisierte einsetzt, aber damit auch gleichzeitig nur das. Es wird eine laute Stimme angehört und nicht weiter gehandelt, es wird bestätigt, was mensch schon wusste, nämlich wie schlimm alles sei, aber es wird nicht weiter agiert.
Und so schreibt man gegen das Achselzucken und Bedauern der Menschen an. Ich las einen kurzen Auszug aus einem Buch über Pathos von Khorsand Solmaz in Kremayr&Scheriau Verlag – wer es mir schicken möchte, Adresse ist im Impressum, danke! – und der Begriff löste einen kompletten Knäuel an Gedanken auf.
Meine Gedanken und Fragen: Bin ich mittlerweile auch so eine militante Tussi geworden, die im WWW rumschreit, zu ihrem eigenen Publikum, und dabei krude Thesen verbreitet? Eine Art Verschwörungstheoretikerin?
Bin ich jemand, die schreibt um des Schreibens willens, welchen Zweck hat das überhaupt, ich könnte genauso gut Werbetexterin sein…?
Ist Schreiben ein Selbstzweck, sowie Kunst es sein darf, und ist Schreiben Kunst, zumal ich zumindest es schon immer tue und tat; und ist Kunst als Oberbegriff erlaubt, auch wenn man in Anführungszeichen eine mittelmäßige Künstlerin ist? (LOL hierzu…das bedürfte einen eigenen Beitrag!)
Ist die Zunft des Schreibens nur ernstzunehmen ab einem gewissen, durch das Schreiben generierten Einkommens?
Am I preaching to the converted?
Wo verorte ich mich als Schreibende und wo ist mein sicherer Raum, wo gehöre ich hin, bin ich weder furchtbar marginalisiert, da weiß gelesen, noch bin ich Arbeiterkind zum Vorzeigen, noch bin ich jemand, den man exotisieren kann?
Brauchen Chamäleons eigentlich auch eine Plattform?
Darf Mittelmäßigkeit laut sein?

Das Schaffen von Inhalt ohne Ziel und Zweck kann nicht funktionieren. Selbst die Plattformen der Sozialen Medien haben eine längst internalisierte Bedeutung und die lautet: Verkaufen. Kauf meine guten Absichten, kauf meine Bilder, kauf meine Hautcreme mit 20% Rabatt. Und immer wenn so etwas passiert, gibt es eine Gegenbewegung, gibt es das Andere, was in diesem Falle eine schier unvorstellbare Menge an klugen Inhalten und Aktivismus ist. Ich schrieb bereits hier darüber, dass es sich um vorwiegend von Frauen erzeugten Content handelt, der bezahlt werden sollte.

PATHOS – das pathetische Schreiben ist ähnlich wie Marktschreierei – die Leute kommen wegen der Show, ja, aber sie kaufen auch immer etwas ein. Und selbst wenn nicht, ist der Marktschreier auch ein Werbeträger für den gesamten Markt, für das Symbol des Marktes und des Geschehens des Wochenmarktes unerläßlich. Er erfüllt demnach eine übergeordnete Funktion.
Als Marktschreierin des WWW sich selbst zu bezeichnen birgt einen subtilen Humor – oder ist ehrlich gesagt zynisch, denn es ist wahr.

Ist Schreiben also nur denjenigen erlaubt und möglich, die ein Papierbuch zustande bringen vermögen? Ist Kunst nur Malerei wäre die angeblich ketzerische Frage die jede Kulturwissenschaftlerin augenrollend, LOLend und schweigend nicht beantworten würde.
Für einen Buchvertrag ist es unerlässlich, die Meute auf Social Media bereits kanalisiert zu haben, das Publikum ist schon da und eingefangen und muss nicht mehr als mühsame Marketingsarbeit des Verlags zusammen getrommelt werden. Verständlich. Exposition ist mehr Wert als Inhalt. Die Publikationsliste meine Twitter-Timeline liest sich wie das Who is Who der deutschen Medienlandschaft und ehrlich, ich bin schon neidisch, doch was habe ich schon zu sagen, was nicht schon drölfzig Mal gesagt wurde. Was mir bleibt und bliebe, ist meine eigene Haut zu Markte zu tragen und eine Geschichte des Leids, des Ausgegrenzt-Seins und des steinigen Wegs zum Erfolg aufzuweisen. Damit erfüllte ich dann auch meine Funktion des Zooäffchens – oder aber ich schreibe andere kluge Dinge über die Dinge, die andere kluge Menschen bereits gesagt haben, was ich hier ja tue (kauft und lest das PATHOS Buch!).

Viel besser, interessanter und vor allem tatsächlich gerechter ggü Marginalsierten wäre es, wenn es gar nicht mehr das Thema wäre. Davon sind wir zugegebenermaßen sehr weit entfernt. Es ist und bleibt aber stets die Aufgabe einer Elite, voran zu gehen. Es geht also nicht um darum, dass eine Autorin Schwarz ist, sondern dass sie eine gute Autorin ist. Das kann noch 200 Jahre locker dauern, und das ist eine Entwicklung und ein Prozess, der sich auch daraus speist, dass die Erfahrungswerte aus Marginalisierung und Identitätskrise Content liefern, diese Dinge entstehen lassen und in Wort, Schrift und Bild fassen. Am Ende bleibt die Aufgabe des Schreibens als Dokumentation und Prozessfortschritt.
Dieses wird ja eher nicht von Marktschreiern wahrgenommen, die braucht es aber auch, um sich darüber zu erheben, es braucht ja auch die Bild-Zeitung um das Philosophie-Magazin zu haben. Wir könnten gar nicht nur von Trüffelpasta leben. Ja, selbst die Marginalisierten gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen, und es kommt mir vor wie das vielbeschworene „der Lauf der Dinge“, das neulich meine Mutter sagte… WIRKLICH?? Das lasse ich mal zur Diskussion offen. Die Klassengesellschaft gibt es überall.

Befreiend ist es zu wissen wer man als Schreibende ist, welche Funktion man dabei erfüllt, sei es denn auch nur als Abgrenzung für die richtig guten Schreibenden, und welches Ziel man verfolgt, was völlig und unabhängig der Output-Qualität sein darf. Eine Revolution anzetteln? Dafür braucht es keine Fremdwörter. Man muss sich aus Boxen und Schubläden befreien und meinetwegen pathetisch sein, und dafür bin ich der Technik dankbar. Es gibt keine demokratische Funktion der Digitalisierung an sich, dafür steht die Statistik des Digital Divide/der Digital Gap; sie ist lediglich ein als überkomplex und furchterregendes getarntes Werkzeug. Schreiben ist radikal, das WWW ist es nicht.

Pathetisch sein nutzt sich ab, schreibt Khorsand Solmaz, und es ist anstrengend, und es ist wenig ergiebig. Es stimmt. Es schmerzt auch, das zuzugeben. Polemik ist einfacher als Raffinesse, und letzteres behalte ich mir vor für die Teilnahme am Kapitalismus, ironischerweise. In diesem Spagat des „Schreibens um zu wirken“ und des „Schreibens um zu leben“, eine von Châtelet als Illusion bezeichnete Apologie, kann man jedoch und laut ihr, Obacht, kann man nur damit glücklich werden.