Wechseljahre – dein Problem

ich habe beschlossen, Wechseljahre nicht mehr als Tabuthema und vor allem, als mein Problem zu betrachten.

Ich mach sie zu Deinem Problem!!

Wie so ein Mann, rede ich ständig über mich und entschuldige jegliches Fehlverhalten oder Griesgrämigkeit mit dem Stichwort Wechseljahre. Alle Ärzte müssen sich Vorträge darüber anhören. Ich habe kein Bock?! Tja! Wechseljahre.

Tatsächlich ist das die einzige Möglichkeit, wie es thematisiert wird, und irrsinngerweise profitieren davon, schon wieder, die Männer. Weil man jetzt auf die Idee gekommen ist, dass wenn Frauen hormonelle Veränderungen durchleben, Männer dann wohl auch… ach was. Wieder wird der Augenmerk auf die Männer gelegt – der SPIEGEL greift das Thema Hormone auf und bringt was? Einen Beitrag über die Andropause. Finde ich gut, aber wir sind ja immer noch dabei, Organe bei der Frau zu entdecken. In 2026.

Deswegen – wenn ich als 50% der Bevölkerung ein Problem habe, dann hast Du es auch. Und ich meine damit, dass wir mehr Dinge unbequem machen sollen, damit es Lösungen gibt.

Denn das größte Problem ist leider nach wie vor das Unwissen und die Tatsache, dass es dafür Behandlungsoptionen gibt und nicht alle Personen (egal welches Geschlecht) Hilfe bekommen. Stattdessen wird das Gesundheitssystem mit irrsinnigen Untersuchungen und Behandlungen belastet die primär aber eines nicht tun: Wirklich helfen.

Jemand nannte es neulich eine Methode, alte Menschen los zu werden. Euthanasie light für diejenigen, die sich keine private Versorgung leisten können. Tja – war übrigens ein Mann, der das gesagt hat.

Happy Muttertag!

Hier käme eine aggressiver Rant, richtig? Vielleicht habe ich aufgehört, wütend zu sein auf dieses Leben, besser gesagt auf diese Strukturen, innerhalb dessen ich Mutter wurde und bin. Vielleicht bin ich müde. Oder aber, und seien wir mal ehrlich, vielleicht habe ich mich dem Ganzen erfolgreich entzogen und lebe die Mutterschaft anders, als die meisten Frauen.

Ich bin nämlich Papa-Mama. Ich habe Umgang mit den Kindern, wie es so schön juristisch heißt, aber ich bin nicht der Haupt-Elternteil. Wenn die Schule anruft, dann nicht mich. Wenn der neue Kinderarzt besucht werden muss, dann nicht von mir – es ist purer Zufall, dass ich den kenne, dabei ist der, ausnahmsweise mal, nicht misogyn.

Mittagessen und Hausaufgaben gibt es mit mir auch, aber nur ein paar Tage die Woche, genau wie die Wochenenden nach meiner Wahl. Zwar besorge ich denen Kleidung, aber auch nur, weil ich es kann; welches Schulheft sie brauchen oder was in ihre Frühstücksdose kommt: Keine Ahnung. Wie so ein Mann!

Wenn ich auf Schulfesten auftauche oder bei einem Sport-Event an der Seite stehe, wird gelegentlich in meine Richtung geraunt. Männer gucken mich interessiert an und Frauen machen einen weiten Bogen um mich. Mittlerweile bin ich zu desinteressiert, um darauf zu achten. Mit mir gibt es fancy Essen und verbotene Dinge, zu spät schlafen gehen und im Bett essen. Ich habe die Freiheit, die Mutter zu sein, die ich will, und zahle dafür den Preis, nach außen hin keine “gute Mutter” zu sein.

Da ich jüngst das Vergnügen hatte, quasi alleinerziehend über einen längeren Zeitraum meine Kinder zu haben, musste ich zwei Dinge feststellen: Es ist wundervoll. Und: Es ist nicht möglich…

Ja, es ist wundervoll Kinder zu haben, sie zu versorgen und umsorgen. Bloß, dann hat man keine Zeit für Arbeiten, für sich, und vor allem: Nicht für die Kinder, was komisch klingt, aber in einer Klein-Familie, wie der Kapitalismus das vorsieht, muss die Hausarbeit trotzdem geleistet werden und damit ist “Familienzeit” nicht groß vorhanden, zumal in der Woche. Am Wochenende kippen eh alle um, die fancy Ausflüge sind meistens nur für das Elternteil fancy, das NICHT die ganze Woche über die Kinder um sich hatte, während das andere Elternteil eben keine Quality Time mit ihnen hatte.

Es ist nicht machbar. EineR hat immer das nachsehen, weil es sich in diesem Konstrukt um zwei Eltern und ein bis drei Kinder dreht. Sobald Großeltern, Babysitter etc.involviert sind, sieht es vermutlich anders aus, aber meine und vieler Leute Lebensrealität sieht das nicht vor. Und diese Nicht-Machbarkeit kostet richtig: Burnout und/oder Krebs, Scheidungen, oder halt Altersarmut für die daheim gebliebene Person, die unbezahlt die Klein-Familie organisiert und zusammen hält. Ein richtiger Wirtschaftsfaktor, wie man weiß. Man ist das Management UND das Team, die Personalunion von CEO bis hin zur Reinigungskraft; die Logistikkette sowie die Administration.

Im Nachgang wünschte ich mir, nicht arbeiten gegangen zu sein als die Kinder so klein waren. Nur Kinder statt Karriere gemacht zu haben – was blanker Unsinn ist, denn das hätte ich intellektuell nicht ausgehalten. Die Mütter, die gechillt an der Schule warten und über ihr Eigentumshäuschen labbern, dabei natürlich keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, waren mir früher ein Dorn im Auge, aber jetzt weiß ich es auch besser: Sie zahlen den gleichen Preis, nur halt später und anders. Denn das sind die Frauen, die später nicht gehen können, weil ihnen das Geld fehlt. Ausnahmen bestätigen die Regel (wobei, ich kenne niemanden, aber es wird Frauen geben, denen es nicht so ergeht?!).

Altersweise kann ich nur sagen – es war okay so, für damals, aber wie zur Hölle habe ich das gemacht? Das Duracell Häschen, das Koks zum einschlafen genommen hätte, wer war das?? Ich?! Und ich hätte es tatsächlich hinbekommen, wäre die Welt nicht so, wie sie ist, die Chefetagen so, wie sie sind, und die unüberwindbaren systemischen Barrieren subtil, aber unbeugsam. Bin ich gescheitert? Ja, nein.

Dafür ist Konsum die Augenbinde, die wir bekommen: Konsum in der Schwangerschaft, fürs Baby, unter den unterschiedlichsten Namen und Geschmacksrichtungen. Ob es Self-Care oder Emanzipation und Feminismus heißt, am Ende ist es Konsum, sind wir ehrlich. Also Happy Muttertag, ich hoffe ihr hattet Schokolade, Blumen ud Gutscheine oder habt Euch selbst was gekauft. Wenn schon, dann wenigstens vermeintlich selbstbestimmter Konsum, gell… ach, schon gewusst, das Eigentumshäuschen und das zweite Auto und der Ski-Urlaub, weswegen mindestens einer, aber mittlerweile beide so viele arbeiten müssen, die sind echt nice, wiegen aber den späteren Schaden nicht auf, den sie zum jetzigen Zeitpunkt verursachen?? Trust me.

Und jetzt schau’ ich mir die Bilder der vergangene Jahre an, wo ich bereits schon so ausgebrannt war, dass ich mich nicht mehr daran erinnere. Tja! Deswegen heißt es übrigens: Die Tage sind lang, die Jahre sind kurz: Weil Eltern (Mütter!!!…) in solch einem Superfunktionsmodus und permanent am Rande des Zusammenbruchs sind, dass sie sich nicht daran erinnern können.

Bislang habe ich immer gesagt, ich bereue nix, aber heute weiß ich, ein paar Entscheidungen würde ich anders treffen. Allerdings bin ich sehr dankbar für diese Schleife, die ich gefahren bin.

Und weil ich diesen Beitrag jedes Jahr anders, aber irgendwie immer gleich schreibe: Kinders, ich liebe Euch, aber das Drumherum, das wäre besser gegangen.

P.S. Habe ich Blumen? Nein. Sehe ich meine Kinder heute? Nein.

Männer haben Hobbys, Frauen bilden Communities

Eigentlich ist der Titel hinreichend.

Meine Hobbys: Andere Menschen, andere Menschen vernetzen, anderen Menschen helfen. Alle paar Jubeljahre male ich und gelegentlich schaffe ich es, ein Buch zu lesen. Manch andere Frauen gehen zum Sport, aus gesundheitlichen Gründen ganz oft aber auch, und das sollte ich auch wieder machen, jaja!

Männer hingegen sehen immer zu, Rad zu fahren, zu bouldern, zu shoppen, gärtnern, bauen, basteln, Segeln gehen und natürlich eh alles was da auf dem Wasser sich bewegt, Autos, Fußball, … und das owbohl sie Vollzeit arbeiten und sogar oft Familie haben. Wahnsinn! Dabei hat der Tag doch nur 24 Stunden!

Ja, ein Frauentag hat 36 Stunden wenn man die Arbeit bedenkt, die emotionale Arbeit, die Care Arbeit, und die Arbeit am Selbst. Übrigens ist ein großer Anteil davon eh unbezahlt, denn wie man solche Konstrukte dreht und wendet, Frauen leisten mehr Arbeit im Haushalt und wenn sie dazu noch Geld reinbringen, haben sie davon ja auch nicht wirklich was, denn es heißt ja: 50-50 und dann hat sie zeitlich mehr geleistet, dank Gender Pay Gap weniger verdient und muss trotzdem alles teilen. Naaaahhh – die Konzepte unbezahlte Care Arbeit und bezahlte Erwerbsarbeit überzeugen mich als Frau so irgendwie nicht.

Aber es sind eben auch Frauen, die Dinge organisieren, Partys, Geburtstage, Zusammenkünfte. Die netzwerken und immer jemanden kennen und einem etwas empfehlen können. Die man anrufen kann, wenn es brennt (ich habe neulich jemandem erklärt, wie man eine Aubergine zubereitet, und das im Zeiten des Internets!).

Und deswegen ist es so wichtig, zu erkennen, dass Männer viele Privilegien haben und diese abgeben müssen. Warum? Weil diese ihnen auf die Füße fallen, mittelfristig. Ist Mutti oder die Partnerin weg, löst sich das soziale Netzwerk auf, die Kumpels sind ähnlich gestrickt, Spaß ja, Bierchen gerne, ansonsten keine Zeit!
Und natürlich weil die heutigen, ach so feministischen Männer, die ihre Kinder in die Kita bringen und einkaufen gehen und auch so hart arbeiten, das Ganze immer noch auf den Rücken weiblich gebildeter Communities tun.

Das Private wird immer politischer, in einer Zeit wo Femizide an der Tagesordnung sind – wir fürchten uns auf der einen Seite um unser Leben, auf der anderen Seite versuchen wir, Fairness im Alltag herzustellen. Und um diese Fairness nicht wie Nagellack demonstrativ zu tragen (das macht noch keinen Feministen, mein Lieber), müssen wir wieder so viel arbeiten… also wollen, können, aber auch müssen. Ich las in einer politischen Publikation: Wenn dein linker Aktivismus nicht abwäscht, dann ist er keiner.

Also geht der Aufruf an den modernen Mann nicht mehr zu bouldern, sondern ein bisschen Verantwortung bei der Tafel zu stemmen und dazu ein paar Lebensmittelkisten; nicht nur Fahrrad zu fahren und Fußball der Söhne anzuschauen, sondern auch den Kuchen für das Buffet zu backen. Der Überschuß an unglücklichen Single-Männern, die eine Ersatz-Mutter/Sekretärin suchen und die zufriedenen Single-Frauen, die in der Jugendeinrichtung mit Kindern arbeiten, sprechen Bände.

Ethische Nicht-Monogamie-der Alptraum der Scheidungsgerichte

Die Inflation ist angeblich gekennzeichnet durch einen erhöhten Verkauf roter Lippenstift. Kann sein, ich habe neulich einen gekauft, fällt mir ein.
Aber vielmehr ist die Inflation gekennzeichnet vom Mangel bezahlbaren Wohnraum und Datingprofilen mit dem Zusatz: Ethische Nicht-Monogamie. Was das ist, lässt sich nicht abschließend feststellen, denn Beziehungen sind komplex.

Und weil ich manchmal sehr pragmatisch und nüchtern auf die Welt blicke, habe ich überlegt, dass es womöglich ein seriöses Anzeichen für eine Kapitalismuskrise sein könnte!
Nun, angenommen, mensch hat keinen Bock mehr auf seine jeweils bessere Hälfte, möchte aber den OBACHT sozio-ökonomischen Status behalten. Lohnsteuerklasse, das dicke Haus, und außerdem jemand, der den Müll runter bringt (okay, hier habe ich eventuell projiziert, ich hasse Müll runter bringen und für mich ist der perfekte Partner willens, dies zu übernehmen). Für alle, ob Männlein oder Weiblein, aber natürlich insbesondere für Weiblein, ist der Status “Ring am Finger” gesellschaftlich hoch angesehen. Und obwohl ein Ring weder Hochzeitsurkunde noch tatsächliche Partnerschaft bedeutet, steht es nach wie vor symbolisch für “Guck mal, ich bin zu zweit” und damit für eine Aufwertung der Person, weil wir nun mal so sozialisiert sind.

Bösartigerweise ließe sich weiterhin behaupten, dass manche Frauen vielleicht einfach keinen Bock mehr auf den Typen haben, und die sogenannte Öffnung der Beziehung in erster Linie ihnen die Möglichkeit einer heißen Liaison gibt. Jüngere Männer, schönere Männer, der heiße Kollege. Endlich mal ein wenig Gerechtigkeit in dieser Welt! *kicher*

Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass die Gefahr einer solche Abmachung darin besteht, dass sich der eine oder andere dann tatsächlich entschließt, diese Abmachung zu verlassen und sich komplett zu trennen. Einnahmen für das Scheidungsgericht! Für die Anwälte! Rosenkrieg bedeutet GELD!! Außer für die Beteiligten, die zahlen es bloß nur.
Ist nun eine der Personen tatsächlich auf dieses Arrangement sozio-ökonomisch angewiesen, dann wird es wieder kompliziert, denn es war okay auswärts zu essen, aber nicht komplett das Restaurant wechseln zu wollen, if you get the idea. Zumal dann die ethische “lass uns frei sein!” auf einmal “backfires”, also zurück schießt. Zurückschlägt?? Wie auch immer. Die Situation gestaltet sich dann komplett neu, erst recht wenn die dritte Person ebenfalls ein erhöhtes Interesse an den sozio-ökonomischen Status der eigentlich nicht verfügbaren, potentiellen Partnerperson hat.

Monogamie ist natürlich Unsinn und ein patriarchalisches und mittlerweile auch kapitalistisches Konstrukt, das der Kontrolle dient. Was mich an dieser Stelle interessieren würde: Sind die Scheidungsraten zurück gegangen? Den manch einer kann es sich nicht leisten, sich zu trennen, umzuziehen, all das. Da greift vielleicht doch die Pragmatik im Tarnumhang des ENM durch.

Disclaimer: Meine persönliche Ansicht, natürlich sozialisationbedingt: Reicht doch einer, wer hat den Zeit für so viele Menners?? Ist zumindest serielle Monogamie okay? Oder bin ich einfach altmodisch? Ach, jedeR doch wie sie/er will!

Das erste Mal: Eine Assistentin

Heute hatte ich eine Assistentin. Ich glaube, so richtig als Unternehmerin fühlt man sich erst, wenn man Sklaven hat. Kapitalismus ist, wenn man andere Leute für sich arbeiten lässt!

Scherz.

Die wundervolle junge Frau hat mich heute bei einem Kundinnentermin begleitet und mir tatsächlich sehr gut zugearbeitet. Immer wenn die Dame etwas skeptisch schaute, sagte sie: Ja, und jetzt sieht man erst BLABLABLA. Perfekt! Eine zweite Stimme liefert eindeutig mehr Überzeugungsarbeit.

Doch lassen wir sie mal zu Worte kommen:
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So, jetzt schreibe ich mal 😀
Erstmal, Versklavung war das definitiv nicht! Nicht in die Schule und stattdessen den ganzen Tag über Andreeas coolen Job erfahren! Besser als Schule reicht da nicht als Beschreibung. Es ist voll cool den Klientinnen zu helfen, ich wusste auch gar nicht wie man jemandem überhaupt in so einer Branche helfen soll. Ich weiß zwar viel über Make-up und Mode, aber einer Person zu helfen und ihr zu sagen, was gut aussieht und was eher nicht, ist durchaus schwerer als gedacht. Das witzige ist nur, dass Andreea am Anfang überrascht war, wie viel ich weiß und später bei der Kundin damit auch “geprahlt” hat hihihi! Es war definitiv cool herauszufinden, wie sie ihre Kundinnen berät und ihnen hilft. Cool, es einfach mal von einer anderen Perspektive zu sehen!
Selbständigkeit ist doch schwerer als man vielleicht denkt.
Aber die Spaghetti Aglio e Olio waren super!
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Gemeinsamer Fazit: Die Arbeit macht Spaß, das Drumherum nicht – aufräumen, Papierkrieg, Produkte sauber machen, die Wege, urgs.