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Mehr Antisemitismus – MET Gala ehrt Galliano

Die mittlerweile verstorbene Journalistin Marija Latković, derer Familie ich weinend gedenke, hat vor einiger Zeit, schon bevor ich den Faschismus endgültig erkannt habe, auf den stark aufschwellenden Antisemitismus aufmerksam gemacht. Ich hatte das zunächst nicht wirklich verstanden, da es mich nicht betrifft und ich im nächsten Umfeld keine jüdische Personen hatte, aber dies hat sich nun geändert. Sowohl das Verständnis als auch die Menschen.

Ich habe dieses Jahr die MET Gala quasi boykottiert bzw. explizit nicht erwähnt, anlässlich meiner #eatttherich Haltung. Das haben alle anderen sehr schön und auch besser getan, die visuelle Grausamkeit und die symbolische Bedeutung dieser Veranstaltung zu rezipieren und zu interpretieren, und vielleicht habe ich das auch nicht, weil es schlichtweg langweilig war.
Doch nach dem Besuch in Bayreuth kann ich meine Augen nicht weiter verschließen.

Nun muss ich hier anmerken, dass das WWW mir einen Kontakt zur MET verschafft hat, nebst anderen Nettigkeiten wie Zugang zu amerikanischen Medien, und so musste ich lediglich recherchieren, ob die Quelle vertrauenswürdig ist. Kann denn die Biographin von Galliano eine gute Quelle sein? Dana Thomas besitzt das größte Archiv seiner Entwürfe und generell “Zeugs” von ihm – sicherlich keine kritische Stimme, möchte man meinen. Persönlich begegnet ist sie ihm auch, natürlich. Sie schreibt auf, was sich Galliano in seiner Karriere seit 1997 schon alles geleistet hat: Nackt Aufzüge blockieren ist natürlich das Highlight!

Weit gefehlt, sie ist sogar ausnehmend kritisch:
https://www.nytimes.com/2026/08/06/opinion/met-gala-galliano-antisemitism.html

Hier ist ihr Insta, da gibt es die Videos dazu, die mich auf das Thema aufmerksam gemacht haben.
https://www.instagram.com/danathomasparis/?hl=de

Galliano soll im MET eine Sonderausstellunge bekommen und Thema der jährlichen Ausstellung des Costume Institutes mit dem Gesamtwerk sein, damit eine sehr große Ehre und historisch wichtige Dokumentation des Œuvres. Diese bekamen bislang nur zwei kontemporäre Designer: Rei Kawakubo in 2017 und Yves Saint Laurent 1983.

Galliano fand ich persönlich nie gut, umso mehr wenn man die kulturellen Einflüsse seiner Kreativität unter dem Aspekt des geistigen Diebstahls bzw. der kulturellen Aneignung betrachtet. Inspiration, Transpiration, Obsession, es tut mir leid, können wir aufhören, Künstler (absichtlich nicht gegendert), ihre Sucht und ihr mißbräuchliches Verhalten mit ihrer Genialität zu verteidigen? Exzentrisch ist okay, aber in einer Bar zu sitzen und den Sitznachbarn zu sagen, dass deren Vorfahren ver***t worden wären, ist schon eine andere Nummer.

Gallianos Entwürfe sind mittlerweile Kunstwerke, die hoch gehandelt werden, er hat einen Vertrag mit ZARA abgeschlossen, sitzt überall wieder auf Bühnen und in Jurys und gibt Interviews. Was ist das passiert? Nachdem er lange weg vom Fenster war, hat er sich mit dem Judentum beschäftigt, sich entschuldigt und öffentlich Reue gezeigt inklusive Entzug. Nun will das MET natürlich kritisch dem gegenüber sein und nicht nur sein Werk würdigen, sondern auch erwähnen, dass es… schwierig war. Legitimiert das sein Werk oder seine Vergehen? Ist das nicht das gleiche?

Ähnlich wie man sich “kritisch” mit Hitlers Lieblingswerk in Bayreuth auseinandergesetzt hat (LOL), hat das Ganze einfach einen üblen Geschmack.

Die gleichen Namen fallen immer wieder in diesem Kontext, immer wieder Anna Wintour, die sich mit dem Geldadel umgibt. Dazu kommen seltsamerweise aus jüdischen Reihen die Geistlichen, die Gallianos Weste wieder weiß waschen. Es gibt einen Ablasshandel, keine Frage. Der Designer hat sich, jüdisch begleitet, mit dem Holocaust auseinandergesetzt, hat sich öffentlich entschuldigt, ja, da ist einiges passiert. Wer hat eigentlich so ein großes Interesse an dem Typen und warum? Ich weiß es nicht. Ist er ein genialer Designer? Reicht das?!

Aber stelle mensch sich mal vor, und das passiert leider permanent, die ganzen reuevollen Sünder (auch hier nicht gegendert), wird eine Bühne geboten.
Huch! Das passiert ja hier in Deutschland auch ständig! Dieter Nuhr sage ich nur, der zuletzt Femizide als Witz genutzt hat, um es den Opfern in die Schuhe zu schieben. Wahnsinn einfach, und das im öffentlichen Fernsehen.

Wem wollen wieder eine Bühne bieten? Reicht es, sich zu entschuldigen und öffentlich Reue zu demonstrieren? Ist Galliano der Hofnarr irgendeines Milliardärs? Wer hat ihm immer wieder auf die Füße geholfen? Ist er kommerziell erfolgreich oder erfolgreich gemacht worden?

Man müsste hier sicherlich der Geldspur folgen, wie immer.

Am Ende ist Galliano ein Hofnarr, ein “Provocateur”, dessen Entgleisungen gewollt sind und akzeptiert werden, weil sie insgeheim jemanden bestätigen. Wessen Hof es ist? Das werden wir nie erfahren. Wenn Geld und Faschismus sich treffen, dann ist alles möglich und nichts transparent.

Als Fazit bleibt eines: Das ist keine falsche, sondern eine bewusste Entscheidung, mit einem Deckmäntelchen der Reue garniert. Der Antisemitismus ist serviert!

BAYREUTHER FESTSPIELE Der schwitzende fliegende Holländer

Das Festspielhaus hat die beste Akustik, die ich je gehört habe. Vergesst die Elphi. Die unbequemen Sitze sind legendär, ich saß drei Stunden aufrecht, ohne Lehne, und meine Beine baumelten leicht über den Boden, während meine schmale Nachbarin sich notgedrungen an mich kuschelte. Die Aufmerksamkeit war hundert Prozent nach vorne gerichtet, und ich lauschte und sah genau hin.

Der fliegende Holländer ist eine für Wagners Verhältnisse kurze Oper mit nur drei Stunden und musikalisch ganz okay, man erkennt viele musikalische Elemente einer Oper wieder und die Gesangspartien sind toll, allerdings auch sehr herausfordernd aufgrund der Länge der Partien. Auffällig war Nicholas Brownlee in der Hauptrolle, der wahnsinnig kraftvoll gesungen hat und das Stück praktisch komplett getragen hat. Der Rest war okay bis gut, das ist in den Bedingungen dort für die Sänger*innen einfach komplett körperlicher Raubbau.

Die Inszenierung war unter aller Kanone, trotz der tollen Bühnentechnik. Ein bisschen psychologischer Kindesmissbrauch und dazu auch tatsächlich als Statist ein Kind auf der Bühne. Ich dachte ich sehe nicht richtig, zumal vor mir ein Mädchen saß, der eine zeitlang auch wirklich die Augen zugehalten wurden. Muss das sein??

Aufgrund fehlender Übertitel konnte ich leider fast nichts verstehen, und die Handlung auf der Bühne erschien mir in keiner Weise schlüssig oder passend. Diesmal war ich sogar ein bisschen vorbereitet. Aber gut, so empfand ich nicht das erste Mal und ich bin ohnehin dafür, Musik und Gesang auf sich wirken zu lassen.
Das am Anfang etwas hektische Orchester fing sich, der berühmte, personell etwas geschrumpfte Bayreuther Chor war toll, insgesamt ein tolles Erlebnis im Wissen um das Privileg, dort zu sitzen. Doch, meine Freundin und ich waren begeistert, es war cool und schön.

Denn – warum geht man nach Bayreuth? Entweder ist man ein Hardcore Wagner Fan, eine Journalistin oder Influencerin, oder man will sich sehen lassen, im Schweiße seines Angesichts.

Denn eines muss man auch wissen: Die Bedingungen im Zuschauerraum und auch auf der Bühne sind furchtbar. Eine schwüle Hitze treibt einem die Schweißperlen den Rückgrat runter bei völliger Bewegungslosigkeit, während die Sauerstoffmoleküle aus dem Luftgemisch immer weniger werden. Man soll was gegen Ohnmacht mitnehmen, riet man mir. Keine Getränke natürlich.

Ach, welche Freude zu wissen, dass Herr schMerz dort in seinem Anzug gesessen und gelitten hat!

Und warum NEIN?
Sind wir ehrlich – Bayreuth hat sich zum 150. Jahrestag nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Wagner war der Lieblings von Hitler und ein Antisemit, das ist hinlänglich bekannt, und man hat im Vorwege schon ein PR-Desaster gehabt: Einen jüdischen Redner einladen, wieder ausladen, wieder einladen. Immerhin gab es als musikalische Rahmung hierfür dann ein Stück von Mahler, selbst jüdischer Herkunft und Wagner- Fan. Okay soweit.

Aber dann hat man sich entschieden, die Lieblingsoper Hitlers Rienzi, die aus gutem Grund bislang in Bayreuth NICHT aufgeführt wurde, endlich als Uraufführung zu bringen! Da springt einem doch vor Freude das kleine braune Herz in der Brust (Achtung Sarkasmus, für die die es nicht verstehen)… Dass Hitler zu doof war das Libretto zu verstehen, tut nichts zur Sache – es ist eine symbolische Geste, die man nicht unterlassen hat.
Antisemitismus ist überall auf der Welt so stark im Wachstum, mittlerweile kein Vorbote des Faschismus, sondern die hässliche Fratze, die sich unter dem Deckmantel der “künstlerischen Auseinandersetzung” sehr öffentlich und selten kritisiert zeigt. Musste das ein?
Künstler und Werk sind nicht zu trennen, und der Eindruck des Ortes… nun, Friedmann hat es ausgesprochen: Es stinkt.

Die Königin des Festspiels Katharina Wagner, GLP-schlank und lächelnd, ist irgendwie nicht zu beneiden, auch wen sie fest die Zügel in der Hand hält mitsamt Finger aufs Geld. Mein Teenager würde sagen: *reingeschissen*. Und doch wird auch diesmal applaudiert und der Steigbügelhalter der Faschisten schMerz mitsamt dem peinlichen Frauenfeind (oder war er pädophil? Ich verliere die Übericht…) Weimer aka Kultusminister werden da wieder ordentlich Gelder rüberschieben, die sie allen anderen Kultureinrichtungen gestrichen haben. Würde mich nicht wundern, wenn da hier und da Leute mit S´´´H´´´´Sprüchen durch die Gänge wabbern. Welche Gänge?? Na, denkt Euch euren Teil. Familie Wagner war mit Hitler ziemlich dicke und das Ganze ist nicht lange her, wenn man es genau betrachtet. Sich als Künstlerin, die sie ja ist, hinzustellen und das alles durch zu ziehen muss psychisch belastend sein.

Ja, Wagner mag deutsches Kulturgut sein und auch international anerkannt, aber das war Hitler auch und seine Verbrechen. Eine bessere Verwendung für das Opernhaus, das sonst quasi brach liegt, habe ich auf Instagram gesehen, wo vorgeschlagen wurde den Ort (politischen, kritischen, anti-faschistischen) jungen Künstler*innen zu öffnen und damit ein Kontrapunkt zur traurigen Geschichte des Ortes zu setzen, wo Sich Hitler seiner vermeintlich kultivierten Ader hingab und die Wagner Familie und die anderen Profiteure des Krieges um ihn herum scharwenzelten.

Friedmann habe ich bereits zitiert, der Ort stinke, und ich muss ihm recht geben, die Atmosphäre dort ist unangenehm, es liegt etwas in der Luft, was zwischen Aggression und kollektive Schuld oszilliert. Die Bayreuther Festspiele sind das Parkett für Politik und Milliardäre, und das ganze Kuhkaff dort zehrt von diesem einem Festspiel im Sommer sowie von den Studierenden der ebenfalls kleinen Uni. Das mag auch daran liegen, dass Bayreuth ein miserables Klima hat, das seinesgleichen sucht. Heiß und schwül, ohne Auto sind 20 Minuten Fußweg tagsüber nicht machbar. Darüber hinaus ist die Innenstadt im neu gemachten Teil unglaublich repräsentativ und schick, da hat Söder wohl richtig was springen lassen, aber die Menschen fehlen. Die Innenstadt klappt die Bürgersteige früh hoch und es geht ins Brauhaus. Auch das war ein Muss für den Bayreuth Besuch, fressen und saufen können die Bajuvaren, nicht raffiniert, aber sehr lecker.

Alles in allem ein denkwürdiges Ding – ich denke Opernfans sollten sich das einmal im Leben antun, ansonsten ist Salzburg sicherlich das bessere Investment.

P.S. Bitte nicht durch die Gegend laufen und ständig Moin sagen, es heißt: grüß Gott!
Habe mich sehr ausländisch gefühlt, obwohl alle Deutsch sprachen, ich brauche im Süden Untertitel LOL.

War die Mutter Gottes Maria die erste offizielle Leihmutter?

Für Blasphemie bin ich weniger bekannt, zumal ich nun im Alter mich dem Glauben an Gott gewandt habe. Mangels Perspektive auf irdischer Seite, muss ich sagen, denn wenn alle so durchdrehen, muss ich an das gasförmige flüssige Dings glauben, um selbst klar zu kommen.

Meine Gedanken haben lange mariniert und ich habe sehr viele Meinungen zum Thema Leihmutterschaft auf Social Media gelesen, der Tenor der nicht Betroffenen, die also Eltern werden könne, lautete dabei: NEIN. Der Tenor der Frauen: NEIN. Der Tenor der medialen Öffentlichkeit: “Man muss darüber reden.”

Reden wir also darüber.

Ich werde meinen persönliche Senf erst zum Ende geben, schauen wir uns erstmal die Fakten an.

Eine Schwangerschaft ist immer ein Risiko und dieser wird durch künstliche Befruchtung erhöht. Frau kann also schon vorher durch die Gabe der Hormone zwecks Vorbereitung des Ganzen sterben. Wird da noch rumtransferiert von A nach B, sind es dann auch zwei betroffene Frauen. Männer müssen auch eine saubere Weste haben, aber das tut denen bestenfalls gut (Diät und Antibiose).
Bei der Geburt können sowohl Mutter als auch Kind sterben.
Wieviel ist das einem wert? Zwei hundert Tausend Euro?? Eine Million? Zwei??

Da es keine automatische Bindung gibt durch das Gebären – zumindest nicht am Anfang, die Natur wartet erst mal ab ob beide Parteien überleben und lässt die Bindung entstehen durch Kontakt, könnte man hier sagen, naja, wird schon gehen.

Zum Thema unerfüllter Kinderwunsch kann ich auch nur zweiter Hand davon berichten: Es wird zur Obsession und konsumiert alles im Alltag der Betroffenen. Eine Sache, die man schwer nachempfinden kann, aber sicherlich nachvollziehen kann. Adoption ist ein behördlicher Alptraum und für gleichgeschlechtliche Paare zwar irgendwie möglich, aber die gängige Lösung von drei Eltern hat in DE keine rechtliche Grundlage. So können zwei Frauen den biologischen Vater zwar mit einbinden, er ist aber kein Elternteil, zwei Männer und die Mutter können es auch so regeln, aber die Mutter muss dann, wenn ich es rechtlich richtig erfasst habe, wohl auf ihr Sorgerecht verzichten?!, und der zweite Vater kann nur später adoptieren.

Ja, aber hat man ein “Anrecht” auf leibliche Kinder? Man hat ein Anrecht auf sein Leben, danke Grundgesetz, auf Fortsetzung seiner Genetik rein rechtlich nicht.

Hier kommen wir zum Kern des Problems: Wenn Männer unbedingt ihre Gene weiter geben wollen, tun sie das in der Regel gewaltsam, die Geschichte hat reichlich Vorfälle. Die Mythologie dreht sich überwiegend um Vergewaltigungen. Gewalt ist nicht nur körperliche Gewalt, sie kann auch psychologisch oder finanziell sein, es bleibt eine Facette von Machtmissbrauch. So ist das Erzwingen einer potentiellen Schwangerschaft beim sonst konsensualen Geschlechtsverkehr mittlerweile auch strafbar.

Die Situation, die bei einer Leihmutterschaft entsteht, kann durchaus als gewaltsam empfunden werden: Die Leihmutter ist durch ökonomischen Zwang dazu entschlossen, ihr Leben in die Waagschale zu geben. Wenn es sauber abläuft und sie tatsächlich Geld bekommt; oft ist es auch nicht der Fall, denn ja, es gibt Menschenhandel. Hier sind also alle Parteien rechtlich gesehen freiwillig im Vertrag.
Man muss natürlich weitere Dinge fragen: Was ist mit den anderen befruchteten Embryonen? Es wird ja auch nach Geschlecht und Qualität ausgewählt. Wenn das erlaubt ist, warum ist eine Abtreibung nicht erlaubt? Und warum ist Leihmutterschaft nie ein Thema für eine Millionärin, die eh nix zu tun hat, mal ein Kind so für Freunde auszutragen?

In allen Fällen tragen Frauen immer das Risiko – Frauen, die ihren Körper nicht hergeben wollen oder können und stattdessen bezahlen, müssen trotzdem für die Ei Entnahme ein Risiko tragen. Männer… nicht. Männer, die dann noch ein männliches Embryo auswählen und sich im Kreise totalitärer, frauenhassender anderer Männer bewegen, – da sieht es dann schon wieder ein bisschen eklig aus. Man kann sich denken, an wen ich dabei denke.

Nun hat man mit Maria aus der Bibel ein interessantes Beispiel einer Leihmutterschaft, in der ein Gott (männlich gelesen in fast allen Kulturen) eine Frau geschwängert hat und diese einen Propheten, natürlich männlich, zur Welt gebracht hat. Zumindest dieser Teil soll sich halbwegs friedlich zugetragen haben. Entstanden ist ein Mann – dabei trägt die Frau das Erbgut weiter, aber Frauen kommen im Christentum nicht in weiteren Hauptrollen vor.

Kehren wir nun zur Anfangsfrage zurück: Wieviel wäre es mir wert, wäre es dir wert, mit erhöhten Risiko eine Schwangerschaft durchzuziehen, zu gebären, und dann das Kind weg zu geben?

Also Todesrisiko, unheimliche Schmerzen, und eine psychologische Macke für den Rest des Lebens.
Wieviel ist das Wert? In Zeiten von Milliardären sollte man meinen dass es sehr viel Geld wert ist, in Zeiten steigender Armut und Verteilungsungerechtigkeit: Angebot und Nachfrage – es wird billiger…

Die Frage möge sich nun jedeR selbst beantworten. Männer tragen keinerlei Risiko, ich weiß nicht inwiefern sie da was dazu sagen sollten.

Ich persönlich sehe das so:
Ich habe Kinder, und ich liebe Kinder. Aber ich liebe alle Kinder und es wäre mir humpe, ob sie aus meiner oder einer anderen Vagina rauskamen.
Eine Adoption habe ich nie erwogen, geistige Unreife hat diesen Gedanken gar nicht aufkommen lassen. Gerade im Alter würde ich dafür plädieren. Du willst mit 52 doch noch Kinder? Adoptiere eines, das schon älter ist.
Natürlich wäre es schön wenn alle Kinder haben – müssen es unbedingt leibliche sein?! Fuck nein, und Babys müssen es auch nicht sein. Ein guter Eltern zu sein ist ein Weg, den man mit dem Kind gehen muss, und das Kind kann dafür auch älter sein. Ja, es ist anstrengender dann.
Der Shortcut? Die dreiteilige Elternschaft für gleichgeschlechtliche Paare, insofern alle einigermaßen familiär verbunden sein wollen. Es gibt genug Alleinerziehende, also können sich ein bis zwei Elternteile ohnehin immer verpissen, aber bei einer legalen Grundlage kann man davon ausgehen, dass man sich einig geworden ist. Co-parenting geht schließlich auch für getrennte Paare mit Kindern. Ja, da könnte man auch über die Finanzierung einer IVF sprechen. Müssen dann alle drei heiraten halt. Ja, das sprengt die “natürliche” Ordnung LOL

Andere Frage: Interessiert sich hier eigentlich irgendjemand für die Kinder oder sind sie ein schwer zu bekommendes Accessoire, ähnlich einer Hermès Quota-bag, für die man erstmal eine Einkaufshistorie in sechsstelligem Bereich haben muss??

Wie immer in solchen Fragen, es gibt verschieden Perspektiven und die rechtliche zeigt eindeutig, wie wenig solche Sachen von einer LLM, umgangssprachlich KI genannt, überlassen werden sollen.

Dass ökonomische Macht in der Realität darüber entscheidet, sollte nicht so ein, und dafür müssen wir zwei Dinge hinterfragen: Das kapitalistisch-faschistische System per se und die inhärente Frage, ob Frauen Menschen sind.

Und – Ob man immer den bequemen Weg gehen darf? Wer eine Utopie zum Thema sehen möchte, der Film “Die Insel” mit Scarlett Johannsen ist eine Aufbereitung dessen, was man könnte, und ob man es sollte. Ich werde Tag meines Lebens Alpträume davon haben, daher überlegt euch gut, ob ihr euch den Film anschaut.

Der sozioökonomische Wert von Frauenkörpern im Kapitalismus – Dünn oder dick

Ich schreibe das, während ich nebenher ein paar Kekskrümel auf die Tastatur verschmiere; und ich schreibe, nachdem ich die Gästinnen der Chanel Modenschau gesehen habe.

Der Faschismus/Kapitalismus hat ein großes Interesse an einer schwachen Frau – zum einen physisch schwach, aber auch ökonomisch schwach. Irrsingerweise weist exakt dieses Diktat des Dünnsein auf zwei Dinge hin: Die Wertschöpfung der Frau ausschließlich aus einem physischen Aspekt. Der Körper ist das Kapital. In jedem Alter – zeigt auch Vanessa Paradis, deren Rippen an der Seite ihres Kleides hervorstechen. Sie ist schon lange Multimillionärin, doch ist und bleibt ihr Körper und Aussehen ihr soziales Kapital. Ihr ökonomischer Wert ist zwar davon schon längst entkoppelt, sollte man meinen, aber die Verknüpfung wurde hier nicht aufgelöst. Als westliche Vorstellung von dünnen Frauen als Schönheitsideal, ist das Dünnsein mittlerweile auch ein Attribut des Wohlstandes durch Zeit für Sport, durch Abnehmspritzen und ästhetische Operationen.

Ein Gruppenfoto chinesischer Unternehmerinnen, genauer gesagt Milliardärinnen auf der anderen Seite: Keine von denen ist dünn. Buchstäblich keine einzige. Denn: Es gibt offensichtlich eine ganze andere Kopplung zwischen dem sozialen und den ökonomischen Wert. Eine dünne Frau? Muss einem Mann gefallen, der dann für sie aufkommt. Eine finanzielle unabhängige Frau kann normal aussehen, muss sich nicht dünn hungern, da sie es schlichtweg nicht nötig hat, jemanden zu gefallen. In diesem kulturellen Kontext ist die sozioökonomische Verknüpfung also wer “dick” ist, ist reich. Dabei ist China auch stramm kapitalistisch und eine Diktatur, aber nicht faschistisch. Dafür ist das vorherrschende Schönheitsideal pädophil.

Genau hier schaffen es besagte Unternhemerinnen sich zu lösen – zwar sehen alle sehr gut aus, aber weder allzu stark erschlankt, noch allzu stramm operiert.
Hier wird ironischerweise das “zu sich stehen” und der normale Frauenkörper zu einem Symbol des Kapitals. Ist das dann noch ein feministisches Symbol?

Beides kann als feministisches Symbol gewertet werden, wenn es um Wahlfreiheit geht, aber beides kann gleichzeitig nicht feministisch sein, aufgrund der Systeme, in dem sie stattfinden, die beide kapitalistisch sind (westlich=faschistisch, chinesisch=Diktatur).

Tatsächlich fand ich es sehr interessant, aus meiner definitiv vom male gaze und westlich geprägten Sozialisierung mal raus zu gehen und mich zu fragen, was eigentlich dieser Kulturkampf um Körper für mich persönlich bedeutet.
Aus welcher Perspektive möchte ich meinen sich verändernden Körper sehen? Sollte ich das Altern in dem offensichtlichsten Aspekt, der Gewichtszunahme, anfangen zu bekämpfen? Die Betonung liegt auf Kampf, weil es mit aggressiven Mitteln geschehen müsste.

Die inhärente Frage hier lautet allerdings, ob und welchem sozioökonomischen Wert ich mir beimesse. Denn wenn man diesen Maßstab anlegt, denkt man das System mit – wenn man sich jedoch aus dem System zumindest gedanklich und identitätsmäßig rausnimmt, wäre diese Bewertung hinfällig und die emanzipatorische Kraft wäre frei gesetzt.

Und während ich ich schreibe, meine ich dich, und du.

Wie eine amerikanische Telemedizin-Therapie-App zur Kündigung führte – der Fall Jennifer Kamrass

Ich habe mich reichlich über tausend Sachen in letzter Zeit aufgeregt, Faschismus, Tech-Bros, Menschen die chatGPT nutzen, andere Eltern, aber heute hat#s mit dann doch aus den Socken gehauen, weil dieser Fall zeigt, was uns die neue schöne Welt bringen wird.

Jennifer Kamrass wurde in der Schwangerschaft gekündigt, im 9. Monat. Würde hier nicht gehen, aber USA und Frauenrechte bzw. Angestelltenrechte sind eh ein Sonderthema. Der richterliche Beschluß zu diesem Fall ist sogar online, das Ganze ist ein bisschen komplexer, aber nun denn. Kamrass nutzte die erfolgreichste, an der Börse gelistete Therapie-App namens TALKSPACE, die von ihrer Versicherung kostenlos angeboten wird, analog irgendwelchen Apps hier in Deutschland, die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden.
So weit, so harmlos, die App dient dem Zusammenbringen von Therapeut*innen und Patient*innen, und das bereits ab 13, also auch für Teenager.

Im Falle Kamrass wurde von ihr Klage wegen der Kündigung aufgrund ihrer Schwangerschaft eingereicht. Vor Gericht gab es ein Hin und Her wegen ökonomischer Abwägungen des Arbeitgebers und anderen Angestellten, die schon länger da waren, alles ganz normal. Allerdings nutzten die Anwälte des Beklagten Chat-Daten, die in dieser App aufgezeichnet wurden. Und zwar ging es speziell um Chat-Nachrichten zwischen ihr und der Therapeutin. Diese fallen scheinbar aus dem Datenschutz raus, in Europa kann man die Vorratsdatenspeicherung noch ablehnen, auch dieses Recht wird gerade staatlich erodiert.
Die Chat Nachrichten wurden aufgezeichnet. Grundsätzlich werden in solchen Apps künstliche Chatbots anhand der Nutzerdaten trainiert, um solche Gespräche ebenfalls führen zu können und therapeutische Gespräche zu ersetzen. Keine Menschen mehr bezahlen, nur noch ein Datacenter!

Ja, aber es gibt Datenschutz! Zumal medizinische Daten und speziell Therapie unter besonderen Schutz fällt! Allerdings wirbt das Unternehmen mit exakt diesen Aufzeichnungen zwecks Weiterentwicklung einer “KI”. Diese Daten von außen zu “bekommen”, entschlüsseln, aggregieren, nutzen, und zuordnen ist nicht erlaubt, aber technisch möglich.

Unabhängig von diesem speziellen Fall, wo es andere Rechtsbereiche geht, zeigt dieser Fall etwas, was gerne unter dem Tisch fallen gelassen wird:
Aggregierte Daten eines Nutzers können und werden gegen diesen Nutzer vervendet werden.
Die Legislatur schützt uns nicht nur nicht, die Legislatur ist überfordert und mittlerweile auch nicht mehr neutral der Technologie gegenüber.

TALKSPACE hat des weiteren Daten von Teenagern mit Plattformen von META und ALPHABET geteilt sowie Amazon und Microsoft.
Auf einer Investorenkonferenz gab der CEO Jon Cohen an: “the platform had compiled 8 billion words, 140 million messages, 6.2 million assessments.” Die Entwicklung von Chtabots solle natürlich keine Therapeuten ersetzen, sondern ihren Einflussbereich/Reichweite ausdehnen. Hm…

Therapeuten fürchten nicht nur um ihr Brot, sondern auch um Patienten, denn es gibt bereits bekannte Selbstmordfälle, wo “KI” mitgewirkt hat. Und ganz sicher viele, von denen wir nichts wissen.

Umso brisanter ist die Kürzung der Gelder für Psychotherapueten hier in Deutschland, denn so werden sich viele technischen Lösungen , die scheinbar kostnelos doer kostengünstig sind, zuwenden. Diese Möglichkeiten zu nutzen bedeutet weitere Daten zu einer Person zu aggregieren, womit der gläserne Bürger bereits Realität wird, sondern auch verwertbar bzw. bewertbar.

Wir nähren uns also dem bereits bekannten Begriff des “unwerten Lebens”, was man heute sicherlich anders bezeichnen wird, diesmal jedoch angeblich objektiv quantifiziert wird.

Weil ich nichts mehr als Verschwörungstheorien liebe, kommt in diesen Beitrag der massive Rückbau von Behindertenrechten – sollen alle ins Heim, keine Betreuung mehr; der massive Rückbau von Arbeitnehmerrechten wie Arbeitszeit und Kündigungsschutz, die Kürzung der Krankenversicherungsleistungen sowie Erhöhung der Beiträge durch die Hintertür, und das alles gestützt von Software, die Palantir baut (ja, das ist jetzt ein bisschen übertrieben, Deutschland ist digital noch nicht soweit).

Zusammenfassung:

Nutzt keine künstliche Intelligenz für Therapie oder als Ersatz und Ergänzung zwischenmenschlicher Kommunikation. Okay für die Mathe-Hausaufgabe der 7. Klasse, nicht okay um die Nachricht der Freundin zu “entschlüsseln”.

Seid Euch immer gewahr, dass jede Sprachnachricht und jedes Bild, das ihr auf einem digitalen gerät habt, quasi öffentlich ist.

Die ganzen kostenlosen Apps, die Instagram Trends die eure alten Bilder haben will, das Handy: Das sind Werkzeuge, die zum Guten, aber eben auch zum Schlechten genutzt werden können.

Ironie, das im Internet zu lesen…