Willkommen auf dem ersten Beautyblog weltweit – seit 2005

Seit 2005 die Referenz für einen intellektuellen Zugang zu Beauty & Fashion ❤️
Smart Skills wie Humor, kultureller Kontext und eine reflektierte Haltung ergänzen mein Fachwissen als Publizistin und Personal Stylist & Beauty Coach.
Ich schreibe aus und über meinem Alltag und mein Wissen als Frau ende Vierzig, als politische Person, Kulturwissenschaftlerin, und Unternehmerin.

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War die Mutter Gottes Maria die erste offizielle Leihmutter?

Für Blasphemie bin ich weniger bekannt, zumal ich nun im Alter mich dem Glauben an Gott gewandt habe. Mangels Perspektive auf irdischer Seite, muss ich sagen, denn wenn alle so durchdrehen, muss ich an das gasförmige flüssige Dings glauben, um selbst klar zu kommen.

Meine Gedanken haben lange mariniert und ich habe sehr viele Meinungen zum Thema Leihmutterschaft auf Social Media gelesen, der Tenor der nicht Betroffenen, die also Eltern werden könne, lautete dabei: NEIN. Der Tenor der Frauen: NEIN. Der Tenor der medialen Öffentlichkeit: “Man muss darüber reden.”

Reden wir also darüber.

Ich werde meinen persönliche Senf erst zum Ende geben, schauen wir uns erstmal die Fakten an.

Eine Schwangerschaft ist immer ein Risiko und dieser wird durch künstliche Befruchtung erhöht. Frau kann also schon vorher durch die Gabe der Hormone zwecks Vorbereitung des Ganzen sterben. Wird da noch rumtransferiert von A nach B, sind es dann auch zwei betroffene Frauen. Männer müssen auch eine saubere Weste haben, aber das tut denen bestenfalls gut (Diät und Antibiose).
Bei der Geburt können sowohl Mutter als auch Kind sterben.
Wieviel ist das einem wert? Zwei hundert Tausend Euro?? Eine Million? Zwei??

Da es keine automatische Bindung gibt durch das Gebären – zumindest nicht am Anfang, die Natur wartet erst mal ab ob beide Parteien überleben und lässt die Bindung entstehen durch Kontakt, könnte man hier sagen, naja, wird schon gehen.

Zum Thema unerfüllter Kinderwunsch kann ich auch nur zweiter Hand davon berichten: Es wird zur Obsession und konsumiert alles im Alltag der Betroffenen. Eine Sache, die man schwer nachempfinden kann, aber sicherlich nachvollziehen kann. Adoption ist ein behördlicher Alptraum und für gleichgeschlechtliche Paare zwar irgendwie möglich, aber die gängige Lösung von drei Eltern hat in DE keine rechtliche Grundlage. So können zwei Frauen den biologischen Vater zwar mit einbinden, er ist aber kein Elternteil, zwei Männer und die Mutter können es auch so regeln, aber die Mutter muss dann, wenn ich es rechtlich richtig erfasst habe, wohl auf ihr Sorgerecht verzichten?!, und der zweite Vater kann nur später adoptieren.

Ja, aber hat man ein “Anrecht” auf leibliche Kinder? Man hat ein Anrecht auf sein Leben, danke Grundgesetz, auf Fortsetzung seiner Genetik rein rechtlich nicht.

Hier kommen wir zum Kern des Problems: Wenn Männer unbedingt ihre Gene weiter geben wollen, tun sie das in der Regel gewaltsam, die Geschichte hat reichlich Vorfälle. Die Mythologie dreht sich überwiegend um Vergewaltigungen. Gewalt ist nicht nur körperliche Gewalt, sie kann auch psychologisch oder finanziell sein, es bleibt eine Facette von Machtmissbrauch. So ist das Erzwingen einer potentiellen Schwangerschaft beim sonst konsensualen Geschlechtsverkehr mittlerweile auch strafbar.

Die Situation, die bei einer Leihmutterschaft entsteht, kann durchaus als gewaltsam empfunden werden: Die Leihmutter ist durch ökonomischen Zwang dazu entschlossen, ihr Leben in die Waagschale zu geben. Wenn es sauber abläuft und sie tatsächlich Geld bekommt; oft ist es auch nicht der Fall, denn ja, es gibt Menschenhandel. Hier sind also alle Parteien rechtlich gesehen freiwillig im Vertrag.
Man muss natürlich weitere Dinge fragen: Was ist mit den anderen befruchteten Embryonen? Es wird ja auch nach Geschlecht und Qualität ausgewählt. Wenn das erlaubt ist, warum ist eine Abtreibung nicht erlaubt? Und warum ist Leihmutterschaft nie ein Thema für eine Millionärin, die eh nix zu tun hat, mal ein Kind so für Freunde auszutragen?

In allen Fällen tragen Frauen immer das Risiko – Frauen, die ihren Körper nicht hergeben wollen oder können und stattdessen bezahlen, müssen trotzdem für die Ei Entnahme ein Risiko tragen. Männer… nicht. Männer, die dann noch ein männliches Embryo auswählen und sich im Kreise totalitärer, frauenhassender anderer Männer bewegen, – da sieht es dann schon wieder ein bisschen eklig aus. Man kann sich denken, an wen ich dabei denke.

Nun hat man mit Maria aus der Bibel ein interessantes Beispiel einer Leihmutterschaft, in der ein Gott (männlich gelesen in fast allen Kulturen) eine Frau geschwängert hat und diese einen Propheten, natürlich männlich, zur Welt gebracht hat. Zumindest dieser Teil soll sich halbwegs friedlich zugetragen haben. Entstanden ist ein Mann – dabei trägt die Frau das Erbgut weiter, aber Frauen kommen im Christentum nicht in weiteren Hauptrollen vor.

Kehren wir nun zur Anfangsfrage zurück: Wieviel wäre es mir wert, wäre es dir wert, mit erhöhten Risiko eine Schwangerschaft durchzuziehen, zu gebären, und dann das Kind weg zu geben?

Also Todesrisiko, unheimliche Schmerzen, und eine psychologische Macke für den Rest des Lebens.
Wieviel ist das Wert? In Zeiten von Milliardären sollte man meinen dass es sehr viel Geld wert ist, in Zeiten steigender Armut und Verteilungsungerechtigkeit: Angebot und Nachfrage – es wird billiger…

Die Frage möge sich nun jedeR selbst beantworten. Männer tragen keinerlei Risiko, ich weiß nicht inwiefern sie da was dazu sagen sollten.

Ich persönlich sehe das so:
Ich habe Kinder, und ich liebe Kinder. Aber ich liebe alle Kinder und es wäre mir humpe, ob sie aus meiner oder einer anderen Vagina rauskamen.
Eine Adoption habe ich nie erwogen, geistige Unreife hat diesen Gedanken gar nicht aufkommen lassen. Gerade im Alter würde ich dafür plädieren. Du willst mit 52 doch noch Kinder? Adoptiere eines, das schon älter ist.
Natürlich wäre es schön wenn alle Kinder haben – müssen es unbedingt leibliche sein?! Fuck nein, und Babys müssen es auch nicht sein. Ein guter Eltern zu sein ist ein Weg, den man mit dem Kind gehen muss, und das Kind kann dafür auch älter sein. Ja, es ist anstrengender dann.
Der Shortcut? Die dreiteilige Elternschaft für gleichgeschlechtliche Paare, insofern alle einigermaßen familiär verbunden sein wollen. Es gibt genug Alleinerziehende, also können sich ein bis zwei Elternteile ohnehin immer verpissen, aber bei einer legalen Grundlage kann man davon ausgehen, dass man sich einig geworden ist. Co-parenting geht schließlich auch für getrennte Paare mit Kindern. Ja, da könnte man auch über die Finanzierung einer IVF sprechen. Müssen dann alle drei heiraten halt. Ja, das sprengt die “natürliche” Ordnung LOL

Andere Frage: Interessiert sich hier eigentlich irgendjemand für die Kinder oder sind sie ein schwer zu bekommendes Accessoire, ähnlich einer Hermès Quota-bag, für die man erstmal eine Einkaufshistorie in sechsstelligem Bereich haben muss??

Wie immer in solchen Fragen, es gibt verschieden Perspektiven und die rechtliche zeigt eindeutig, wie wenig solche Sachen von einer LLM, umgangssprachlich KI genannt, überlassen werden sollen.

Dass ökonomische Macht in der Realität darüber entscheidet, sollte nicht so ein, und dafür müssen wir zwei Dinge hinterfragen: Das kapitalistisch-faschistische System per se und die inhärente Frage, ob Frauen Menschen sind.

Und – Ob man immer den bequemen Weg gehen darf? Wer eine Utopie zum Thema sehen möchte, der Film “Die Insel” mit Scarlett Johannsen ist eine Aufbereitung dessen, was man könnte, und ob man es sollte. Ich werde Tag meines Lebens Alpträume davon haben, daher überlegt euch gut, ob ihr euch den Film anschaut.

Der sozioökonomische Wert von Frauenkörpern im Kapitalismus – Dünn oder dick

Ich schreibe das, während ich nebenher ein paar Kekskrümel auf die Tastatur verschmiere; und ich schreibe, nachdem ich die Gästinnen der Chanel Modenschau gesehen habe.

Der Faschismus/Kapitalismus hat ein großes Interesse an einer schwachen Frau – zum einen physisch schwach, aber auch ökonomisch schwach. Irrsingerweise weist exakt dieses Diktat des Dünnsein auf zwei Dinge hin: Die Wertschöpfung der Frau ausschließlich aus einem physischen Aspekt. Der Körper ist das Kapital. In jedem Alter – zeigt auch Vanessa Paradis, deren Rippen an der Seite ihres Kleides hervorstechen. Sie ist schon lange Multimillionärin, doch ist und bleibt ihr Körper und Aussehen ihr soziales Kapital. Ihr ökonomischer Wert ist zwar davon schon längst entkoppelt, sollte man meinen, aber die Verknüpfung wurde hier nicht aufgelöst. Als westliche Vorstellung von dünnen Frauen als Schönheitsideal, ist das Dünnsein mittlerweile auch ein Attribut des Wohlstandes durch Zeit für Sport, durch Abnehmspritzen und ästhetische Operationen.

Ein Gruppenfoto chinesischer Unternehmerinnen, genauer gesagt Milliardärinnen auf der anderen Seite: Keine von denen ist dünn. Buchstäblich keine einzige. Denn: Es gibt offensichtlich eine ganze andere Kopplung zwischen dem sozialen und den ökonomischen Wert. Eine dünne Frau? Muss einem Mann gefallen, der dann für sie aufkommt. Eine finanzielle unabhängige Frau kann normal aussehen, muss sich nicht dünn hungern, da sie es schlichtweg nicht nötig hat, jemanden zu gefallen. In diesem kulturellen Kontext ist die sozioökonomische Verknüpfung also wer “dick” ist, ist reich. Dabei ist China auch stramm kapitalistisch und eine Diktatur, aber nicht faschistisch. Dafür ist das vorherrschende Schönheitsideal pädophil.

Genau hier schaffen es besagte Unternhemerinnen sich zu lösen – zwar sehen alle sehr gut aus, aber weder allzu stark erschlankt, noch allzu stramm operiert.
Hier wird ironischerweise das “zu sich stehen” und der normale Frauenkörper zu einem Symbol des Kapitals. Ist das dann noch ein feministisches Symbol?

Beides kann als feministisches Symbol gewertet werden, wenn es um Wahlfreiheit geht, aber beides kann gleichzeitig nicht feministisch sein, aufgrund der Systeme, in dem sie stattfinden, die beide kapitalistisch sind (westlich=faschistisch, chinesisch=Diktatur).

Tatsächlich fand ich es sehr interessant, aus meiner definitiv vom male gaze und westlich geprägten Sozialisierung mal raus zu gehen und mich zu fragen, was eigentlich dieser Kulturkampf um Körper für mich persönlich bedeutet.
Aus welcher Perspektive möchte ich meinen sich verändernden Körper sehen? Sollte ich das Altern in dem offensichtlichsten Aspekt, der Gewichtszunahme, anfangen zu bekämpfen? Die Betonung liegt auf Kampf, weil es mit aggressiven Mitteln geschehen müsste.

Die inhärente Frage hier lautet allerdings, ob und welchem sozioökonomischen Wert ich mir beimesse. Denn wenn man diesen Maßstab anlegt, denkt man das System mit – wenn man sich jedoch aus dem System zumindest gedanklich und identitätsmäßig rausnimmt, wäre diese Bewertung hinfällig und die emanzipatorische Kraft wäre frei gesetzt.

Und während ich ich schreibe, meine ich dich, und du.

Wie eine amerikanische Telemedizin-Therapie-App zur Kündigung führte – der Fall Jennifer Kamrass

Ich habe mich reichlich über tausend Sachen in letzter Zeit aufgeregt, Faschismus, Tech-Bros, Menschen die chatGPT nutzen, andere Eltern, aber heute hat#s mit dann doch aus den Socken gehauen, weil dieser Fall zeigt, was uns die neue schöne Welt bringen wird.

Jennifer Kamrass wurde in der Schwangerschaft gekündigt, im 9. Monat. Würde hier nicht gehen, aber USA und Frauenrechte bzw. Angestelltenrechte sind eh ein Sonderthema. Der richterliche Beschluß zu diesem Fall ist sogar online, das Ganze ist ein bisschen komplexer, aber nun denn. Kamrass nutzte die erfolgreichste, an der Börse gelistete Therapie-App namens TALKSPACE, die von ihrer Versicherung kostenlos angeboten wird, analog irgendwelchen Apps hier in Deutschland, die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden.
So weit, so harmlos, die App dient dem Zusammenbringen von Therapeut*innen und Patient*innen, und das bereits ab 13, also auch für Teenager.

Im Falle Kamrass wurde von ihr Klage wegen der Kündigung aufgrund ihrer Schwangerschaft eingereicht. Vor Gericht gab es ein Hin und Her wegen ökonomischer Abwägungen des Arbeitgebers und anderen Angestellten, die schon länger da waren, alles ganz normal. Allerdings nutzten die Anwälte des Beklagten Chat-Daten, die in dieser App aufgezeichnet wurden. Und zwar ging es speziell um Chat-Nachrichten zwischen ihr und der Therapeutin. Diese fallen scheinbar aus dem Datenschutz raus, in Europa kann man die Vorratsdatenspeicherung noch ablehnen, auch dieses Recht wird gerade staatlich erodiert.
Die Chat Nachrichten wurden aufgezeichnet. Grundsätzlich werden in solchen Apps künstliche Chatbots anhand der Nutzerdaten trainiert, um solche Gespräche ebenfalls führen zu können und therapeutische Gespräche zu ersetzen. Keine Menschen mehr bezahlen, nur noch ein Datacenter!

Ja, aber es gibt Datenschutz! Zumal medizinische Daten und speziell Therapie unter besonderen Schutz fällt! Allerdings wirbt das Unternehmen mit exakt diesen Aufzeichnungen zwecks Weiterentwicklung einer “KI”. Diese Daten von außen zu “bekommen”, entschlüsseln, aggregieren, nutzen, und zuordnen ist nicht erlaubt, aber technisch möglich.

Unabhängig von diesem speziellen Fall, wo es andere Rechtsbereiche geht, zeigt dieser Fall etwas, was gerne unter dem Tisch fallen gelassen wird:
Aggregierte Daten eines Nutzers können und werden gegen diesen Nutzer vervendet werden.
Die Legislatur schützt uns nicht nur nicht, die Legislatur ist überfordert und mittlerweile auch nicht mehr neutral der Technologie gegenüber.

TALKSPACE hat des weiteren Daten von Teenagern mit Plattformen von META und ALPHABET geteilt sowie Amazon und Microsoft.
Auf einer Investorenkonferenz gab der CEO Jon Cohen an: “the platform had compiled 8 billion words, 140 million messages, 6.2 million assessments.” Die Entwicklung von Chtabots solle natürlich keine Therapeuten ersetzen, sondern ihren Einflussbereich/Reichweite ausdehnen. Hm…

Therapeuten fürchten nicht nur um ihr Brot, sondern auch um Patienten, denn es gibt bereits bekannte Selbstmordfälle, wo “KI” mitgewirkt hat. Und ganz sicher viele, von denen wir nichts wissen.

Umso brisanter ist die Kürzung der Gelder für Psychotherapueten hier in Deutschland, denn so werden sich viele technischen Lösungen , die scheinbar kostnelos doer kostengünstig sind, zuwenden. Diese Möglichkeiten zu nutzen bedeutet weitere Daten zu einer Person zu aggregieren, womit der gläserne Bürger bereits Realität wird, sondern auch verwertbar bzw. bewertbar.

Wir nähren uns also dem bereits bekannten Begriff des “unwerten Lebens”, was man heute sicherlich anders bezeichnen wird, diesmal jedoch angeblich objektiv quantifiziert wird.

Weil ich nichts mehr als Verschwörungstheorien liebe, kommt in diesen Beitrag der massive Rückbau von Behindertenrechten – sollen alle ins Heim, keine Betreuung mehr; der massive Rückbau von Arbeitnehmerrechten wie Arbeitszeit und Kündigungsschutz, die Kürzung der Krankenversicherungsleistungen sowie Erhöhung der Beiträge durch die Hintertür, und das alles gestützt von Software, die Palantir baut (ja, das ist jetzt ein bisschen übertrieben, Deutschland ist digital noch nicht soweit).

Zusammenfassung:

Nutzt keine künstliche Intelligenz für Therapie oder als Ersatz und Ergänzung zwischenmenschlicher Kommunikation. Okay für die Mathe-Hausaufgabe der 7. Klasse, nicht okay um die Nachricht der Freundin zu “entschlüsseln”.

Seid Euch immer gewahr, dass jede Sprachnachricht und jedes Bild, das ihr auf einem digitalen gerät habt, quasi öffentlich ist.

Die ganzen kostenlosen Apps, die Instagram Trends die eure alten Bilder haben will, das Handy: Das sind Werkzeuge, die zum Guten, aber eben auch zum Schlechten genutzt werden können.

Ironie, das im Internet zu lesen…

HAMBURGER STAATSOPER – Die große Stille, keine eine Oper

Der feste Kulturkritiker des NDR, Peter Helling, lässt wenig gutes Haar an diesem Stück, und ein bisschen schmunzeln muss ich schon, ich kann ihm aus seiner Warte als professionellem Kunst-Connaisseur recht geben.

Aber, aber!

Nun huldige ich der Kunst ganz anders, differenzierter und reflektierter. Natürlich nicht! Ich gehe zur Oper OHNE Hintergrundinformationen und begebe mich unwissend in die Hände der Künstler*innen und des gesamten Teams der Veranstaltung. Dazu zählen Garderobe und Bühnentechnik, alles, alles an dem Abend wird eingeatmet und erlebt. Wer intellektuelle Masturbation erwartet, möge woanders lesen, denn ich bin dessen überdrüssig.
Wir haben 2026 und die erste bürgerliche Oper Deutschlands, die Oper in Hamburg, erfüllt ihre Rolle genau in dieser Nische: Sie ist eine Oper für alle.
Und somit sind wir beim Thema: Die große Stille ist keine Oper und das sollte mensch auch nicht erwarten. Aber es ist ein guter Einstieg in die Opernwelt.

Das was es jedenfalls ist: Eine großartige Reise der Gefühle, ich hatte Spaß, wurde unterhalten und fand es gut, großartig sogar! Alle Register wurden gezogen, ich habe gegrinst, bewundernd die Augenbrauen hochgezogen, war aufgeregt, war abgelenkt (ich hatte Hunger!), war entzückt und auch mal gelangweilt. Inhaltlich sogar kurz richtiggehend getriggert, aber das ist zu persönlich.

Der Plot ist nicht sonderlich aufregend und ehrlich gesagt auch nicht so wahnsinnig unterhaltsam, wie er uns verkauft wird. Das mit dem Raumschiff, naja, ganz sweet, aber keinen “vom Hocker Reisser”, und dem Gesicht des Teenagers in der Reihe vor mir nach zu urteilen, auch nicht spannend. Bin froh, meinen Teenager dorthin NICHT mitgenommen zu haben.

Die Inszenierung fand ich trotzdem knorke, auch und weil da einige seltsame Komponenten waren. Zum Besipiel: Eine rituelle Anbetung bzw. Besingung, toll ausgeführt vom Chor; dazu eine Nahrungsaufnahme von Brei?? warum frage ich mich, das ist nämlich nicht gespielt gewesen, wie man denken könnte, nein, die Leute mussten sich wohl tatsächlich etwas reindrücken. Mich erinnerte das Ganze an das Hass-Ritual in Orwells 1984, was aber wohl dem geschuldet ist, dass ich das Buch derzeit lese.

Die Handlung kann gut verfolgt werden, die Darsteller*innen bekamen fünf Minuten ununterbrochenen Applaus, und die Bühnentechnik hat mal wieder 100/10 geleistet. Die Kostüme did some people dirty though.

Der Anfang ist erstmal ein bisschen Theater mit ein paar musikalischen Einsätzen. Dann folgt die eigentliche Oper: Apollo und Hyacinthus wurde von Mozart im Alter von elf komponiert und ist auf Latein. Man hat das Libretto etwas abgeändert und statt Apollo eine Außerirdische eingesetzt, die Aliena (höhö), die echt was für ihr Geld tun musste. Also während der Vorstellung musste sie richtig schuften: Ana Durlovski hat ihren Part mit Bravour gesungen, und ich fand sie sehr passend in der Rolle. Das abgefahrene Outfit war… abgefahren.

Weil es natürlich eine Liebesgeschichte ist, gibt es einen Bösewicht namens Zephyrus (ihr wisst schon, der Wind…), der diesmal weiblich ist: Kayleigh Decker. Ein bisschen queeres Rumgeknutsche durfte nicht fehlen und wurde vom Publikum mit einigermaßen Unbehagen quittiert, was mehr aufs Publikum schließen lässt. Ja, wir haben 2026 und ein knutschendes Frauenpaar erzeugt immer noch “EINE GROSSE STILLE” im Raum.

Als König optisch bestens geeignet, ist der Tenor Gregory Kunde vermutlich unterfordert mit der Rolle und wirkte ein bisschen abwesend, – hätte er nebenher noch Wäsche sortiert, hätte es gut gepasst. Der Australier Rebgetz, ein Paradiesvogel aka Performer, war sympathisch. Völlig unterschätzt der Bass Kowalczyk, der quasi nur zehn Sekunden sang, aber dafür die ganze Zeit durch die Gegend gurken musste, keine Ahnung wie er das hinbekommen hat, ach, das muss man selbst sehen!

Das Ganze geht sich lustig-interessant-keine Ahnung, hab’s nicht kapiert, aus, dazwischen gibt es allerlei kleine, spannende Komponenten, die natürlich dem versierten Operngänger bekannt sind, wie der Chor im Zuschauerraum oder der Dirigent auf der Bühne.

Ja, es ist keine klassische Oper, hier entzündet sich immer wieder der Streit, was muss eine Oper eigentlich bieten, wer ist die Zielgruppe und wie sehr drückt der wirtschaftliche Schuh – und warum Hamburg ein Dorf bleibt, dass Grandezza nicht nur IN der Oper fehlt, sondern auch im Publikum, und was genau das aber auch für Demokratisierung und breiteren Zugang zu Kultur bedeuten kann.

Könnte.

Dem ist nicht so: Oper und Kultur allgemein sind elitäre Betriebe, in dem ohnehin nur wenige viel Geld verdienen; die Konsument*innen von Kultur, die gerne unter sich bleiben, was auch beim jungen Volk so ist, die jungen “Intellektuellen”, das ist schon alles sehr klassistisch. Glamour, Glanz und Gloria – so ist die Realität nun mal nicht, und das ist auch gut so, aber bourgeois bleibt es, und zwar mit dem Geschmäckle des “open-minded” Anstrichs, was sich in der plakativ-performativen Ausübung von Diversität und gefakter linkspolitischer Ausrichtung zeigt.

Fazit: Ich fand’s großartig und sehenswert, eine gute Verbindung zwischen modern und klassisch, unterhaltsam und künstlerisch betrachtet auch “intelektuell” genug. Leider habe ich einen anderen Geschmack als das breite Publikum, sei es drum – wer noch hingehen kann, sollte!

Was ist Perimenopause?

Wenn…

deine Augenbrauen aufs Kinn wandern

dein Haarausfall auf zehn Haustiere im Haushalt schließen lässt

die Tränensäcke zum Plissee werden

dein Mund so trocken ist, als hättest du die Sahara eingeatmet

dein Mund den Daumen nach unten hält – dauerhaft und wahrheitsgemäß

deine Ohrlöcher dich hängen lassen

dein Hals ganz konkret auf deinen Hormonstatus schließen lässt und auf die Mahlzeit am Abend zuvor

dein Dekolleté eine extra Portion Creme braucht, und Serum, und Peeling, und perlige Bodylotion, und noch mehr Serum und noch mehr Toner und noch mehr mehr mehr

deine Haut ohne Bodylotion sich wie ein Schleifpapierkostüm anfühlt, das Schleifpapier ist aber innen angerauht

deine Brüste den Physikunterricht, Teil Schwerkraft, nachholen

die Hüften dich stets daran erinnern, dass der untere Lat ein wertvoller Muskel ist, den du trainieren solltest

deine Oberschenkel endlich einen Vertrag beim TÜV bekommen, um professionell den Abrieb von Hosen zu testen

die Knie dich erinnern, dass Muskeln essenziell für ihren Einsatz sind und dich deswegen laut anklagen und nein, du hast nicht plötzlich Rheuma

deine Schienbeine eine eigene Bodylotion brauchen

deine Füße platzeinnehmend werden, aber in einer Form, die von Schuherstellern scheinbar nicht vorgesehen ist

und du einen Scheiß drauf gibst, dir eine andere Frisur, Bodylotion, Hose und Birkenstocks besorgst und deinen Mittelfinger stets lackiert zum Ausstrecken bereit hältst.

Wer Symptome der Perimenopause verspürt und beim Arzt wegen “zu jung” abgewimmelt wird, empfehle ich nicht nur einen anderen Arzt oder Ärztin, sondern auch einen anderen Art oder Ärztin, und zwar so lange, bis man symptomatisch behandelt wird, denn es ist Kassenleistung, niemand muss privat extra extra zahlen.