Das erste Mal: Mutter allein’ zuhaus’!

Es geschah durch Zufall, und ich bin im nachhinein auch dankbar darüber: Der Ehemann musste dienstlich ausrücken und nahm kurzentschlossen unseren Teddy mit, um ihn und sich selbst bei den Groß/Eltern abzuladen.

Ganze vier Tage lang!!

Ich konnte wieder in meinem gewohnten Rhythmus leben – morgens spät raus, lange arbeiten, abends was unternehmen, und dann: Nicht schlafen. Ich konnte nachts nicht schlafen. Mir war nicht kalt, ich hatte keine Angst, habe nix und niemand vermisst, und trotzdem.

Es war ein Stück altes Leben, das ich früher so selbstverständlich hatte. Und es war geil!
Ich habe abends noch per Skype versucht meinen Nachwuchs zu sehen, der war aber total busy, gab am Bildschirm Küsschen und war wieder weg. Es fühlt sich komisch an, nicht “gebraucht” zu werden, aber es ist gut für das Kind, und es war gut für mein Gewissen. Ich ging essen, ratschte mit Freundinnen, und arbeitete zu der Uhrzeit, wo ich am meisten Output habe. Ich räumte vier Tage nicht auf, aß fast nix Zuhause, ich hatte nicht mal schmutziges Geschirr bis auf meine Teetassen.
Und: Ich war danach total ausgeruht. Trotz Arbeit und Insomnia habe ich wieder Kraft getankt – keine Hektik, keine panischen Blicke auf die Uhr, ein Leben im Biorhythmus des Körpers.

Sagte ich schon, es war geil?
Ich beneide alle Familien, die die Möglichkeit haben, so etwas gelegentlich zu machen, die Großeltern in der Nähe haben; die vielleicht sogar zu zweit eine Auszeit nehmen können. Die, und die mit den Au-Pair-Mädchen, sind die, die ganz viele Kinder kriegen. Klar, die haben überhaupt mal Gelegenheit zu vögeln!

Natürlich war ich erst einmal total dagegen – und nur diversen Müttern im Freundeskreis ist es zu verdanken, dass ich mich dazu durchgerungen habe. Ich fand es wirklich befremdlich, mein Kind so lange weg zu wissen. Nicht seinetwegen, sondern meinetwegen – ja, so viel Egoismus sollte jede Frau ruhig mal zugeben.

Danke Mädels! Ihr hattet echt recht. mache ich wieder. Vielleicht.

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8 Gedanken zu „Das erste Mal: Mutter allein’ zuhaus’!

  1. Du schreibst hier, was ich immer denke. 🙂 Mama ist ja nicht nur Mama sondern auch eigenständiger Mensch, Frau, Freundin, Partnerin. Die Mama in uns “verschluckt” so viel von den anderen Facetten die wir sind. Irgendwann ist Mama dann out weil Kind groß genug und viele Frauen wundern sich dann, wer sie eigentlich sind und was sie die ganze Zeit gemacht haben. Und ja, Zeit ist so ein Riesenfaktor, der praktisch als Mama nicht vorhanden ist.
    Sonne im Herbst, Eva
    tinted ivory kürzlich veröffentlicht..Goldene 20er | unboxing Glossybox November 2015My Profile

    1. Danke Eva! Es wird verlangt, dass wir uns aufopfern. Und ich erwarte das häufig auch, mein Kerl denkt auch er muss sich aufopfern. Unsinn. Tut keinem gut. Das Leben ist MIT Kind, und nicht das Kind.

  2. Nicht nur Müttern geht es so, sondern auch Ehefrauen und Partnerinnen, wenn ihr Liebster mal für ein paar Tage nicht zu Hause ist…. Sehr schön und treffend beschrieben.

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