CHANEL Coco Mademoiselle Parfum – Extrait

Extrait.

Das Zauberwort…

Reines Parfum, in einer kleinen Flasche, mit geschliffenem Glasstopfen, die einzig wahre Art Chanel zu genießen. Da es bereits meine zweite Flasche ist, wird es Zeit den Duft vorzustellen, denn natürlich und Gott sei Dank ist er anders als die schwächeren Konzentrationen. Als Extrait kann man sogar Chanel No. 5 ertragen, und ich wäre neugierig, ob Chanel Chance immer noch so eine Plattitüde ist. Chanel Allure als Extrait ist schön, aber nicht überragend – Coco Mademoiselle schafft es tatsächlich, das gewisse Etwas von Chanel hervorzubringen.

Eines vorweg – auch dieser Duft riecht leider an jeder Frau gleich. Entwickelt sich auch nicht wirklich großartig. Dafür ist es relativ günstig zu bekommen, wenn ich an Extrait von Guerlain denke (mein großer Reinfall: L’Heure Bleue, den ich einfach nicht tragen kann.) Ach – ich wünsche mir L’Instant als Extrait! Opulenz, weiße Blüten, Vanille, Sexiness!

Zurück zu Coco Mademoiselle in all ihrer Schönheit.

Die Nagelschere habe ich gebraucht und Hilfe vom Ehemann, um die Flasche zu öffnen – dreifach versiegelt. Argh.

Die Duftnoten sind herrlich und “crisp” – nicht frisch in traditioneller Art eines Zitruscoktails oder weißen Blüten, sondern eher “auf den Punkt” gebracht.
Punktuell wechseln die Grapefruit-Orange Kopfnote fix in die Herznote mit Jasmin und Rose.
Das erstaunliche an diesem Duft ist dabei dass die Duftnoten nicht natürlich sind, keine Sekunde versucht der Jasmin an echtem Jasmin, die weiche, weiße Opulenz des Jasmins, anzuknüpfen. Wer Jasmin-Soliflore Düfte kennt wie “A la Nuit” von Serge Lutens, kann minimal erahnen dass dieser eine dekonstruierte Jasminblüte, eine “plastick-y” künstliche weiße Harzblume in Broschenform ihr Unwesen treibt.
Dazu kommt etwas leicht bitteres und klebriges, die Litschi-Note, und die ist verdammt gut. Damit hebt sich das Parfum auch von den anderen Versionen ab, die etwas luftiger und transparenter sind. Aus der Herznote des klebrig-süßen Grapefruits geht es weiter in den Litschi weiter in die Basisnote mit sehr dumpfem Patschouli und vagen Hölzern. Moschus und Vanille sind klassische “base” bei Düften, hier eher die dunkle, rauhe Variante.

So lieblich und niedlich der Flakon ist – der Duft ist weder mamsellig noch spritzig-scherzhaft.
Die nun seriöse und etablierte Marke Chanel tut sich selbst ein Gefallen und läßt sich in Parfum porträtieren, in all’ ihrer Glorie und Modernität (der hastig auf den Markt gebrachte Duft in 2001 war ein Überraschungserfolg und wird seit jeher kopiert).

Das Parfum ist ein kräftig gemaltes Kunstwerk in Öl, am ehesten denke ich da an Gerhard Richter, dessen ein oder zwei Werke ich in der Hamburger Kunsthalle sah. Kunst muss man wahrhaftig in natura erleben, da hat Humboldt schon recht gehabt.

Chanel Coco Mademoiselle (wie Richter!) entspricht dem Zeitgeist, und ist kommerziell, ohne dass das Kunstwerk dahinter leidete.

Chanel hat Luxus in dem Mainstream gebracht und das ist gut so.
Jede Frau sollte einen Chanel Lippenstift haben, den sie immer oder gelegentlich trägt, und mit einem Chanel Duft als Geschenk wird man nie jemand enttäuschen.

Mir gefällt das Extrait. Immer noch und immer wieder, obwohl ich an Chanel Düften nicht mag dass sie immer gleich riechen, an jeder Person. Bis auf Chanel No.5, das an jede/m grauenvoll ist und bleibt, genau wie Guerlain’s Jicky und Mitsouko.

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4 Gedanken zu „CHANEL Coco Mademoiselle Parfum – Extrait

  1. 🙂

    schön zu lesen, dass das unsägliche nummer fümmf nicht nur an mir ein reinfall war/ist. ich habe das seinerzeit mal von einem viel älteren freund bekommen, der aus mir studentin-aus-der-kleinstadt eine dame machen wollte (pygmalion, anyone?). ich habe ihm gesagt, ich will das nicht, ich mag das nicht – war aber egal, ich musste. und musste mich auch noch „freuen“. tja nun – nicht mal er hat den mucht ausgehalten *hehe*

    chanel ist für mich raus. ihre mode verfolge ich nicht mehr aufmerksam, und kosmetik und parfüms haben bei mir schlicht verschi…en. sündteure cremes, die ausschlag verursachen, lidschatten, die nicht decken und deutlich kriechen, und parfüms, die an mir alle nix taugen.
    tja nun, hab ich das „gesparte“ geld für andere toTAL sinnvolle sachen über (katzenspielzeug, hehe)

    😉

    liebe grüße!

  2. *hach* wie schön du düfte beschreiben kannst! meine nase wird dann immer ganz neugierig. meine haut kann wenig mit chanel anfangen. ausser mit coco noir an manchen abenden. und chanel N°5 mag ich an bestimmten frauen durchaus, aber mir allerdings nicht. obwohl ich alten klassikern absolut zugetan bin. bei mir findest du immer eau fraiche von dior – von 1953 – seit 2009 ist es leider auch seichter, aber ich mag es noch immer. liebe grüße, bärbel ☼
    Bärbel kürzlich veröffentlicht..LOUIS VUITTON – MARINA – DAMIER AZURMy Profile

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