21 Jahre publizieren – was ist die Zukunft des World Wide Webs?

Nach so langer Zeit hat sich der Blog aus dem thematischen, mit persönlichem Dingen gespickten Inhalten langsam gewandelt zum Ursprung des Blogs, den heute kaum noch einer führt. Ein “data log”, ein Tagebuch, ein Journal und eine Reflexionsfläche(sic!), die andere zur Diskussion einlädt, das war und ist ein Blog. Per Definitionem sind zwei Eigenschaften notwendig, um einen Blog von anderen Publikationen zu unterscheiden: Der fortschreitende Verlauf in der Zeit, also die Entwicklung, sowie die Kommentarfunktion. Alles andere ist ein Text oder ein Forum.

Kontinuität und Reflexion.

Das World Wide Web hat eine Entwicklung hingelegt, die mich zuweilen müde macht. Die Ignoranz der Menschheit einmal ausgebreitet zu sehen, für jeden recherchierbar, für so viele, auch mich, verwirrend. Wir leben in einem Zeitraum der Transparenz, die so überwältigend ist, dass wie die Dinge nicht mehr klar sehen. Alles Schlimme, was direkt vor unseren Augen passiert, ist so überwältigend, dass wir es zunehmend achselzuckend hinnehmen und ignorieren. Die Grenzen der Toleranz werden erweitert und verschoben. Ob es der Epstein Menschenhandel ist, Faschismus oder die mutwillige Zerstörung des Planeten durch Rechenzentren, viel zu viel konzentriert sich auf das WWW, was in seinen positiven Möglichkeiten mittlerweile augenscheinlich zurück bleibt.

Als vernünftiger Mensch sollte ich jetzt einen handwerklichen Beruf ergreifen und mein austherapiertes Gehirn von der Informationsflut befreien. Meine Freundin, die sich diesen Luxus leistet, lebt sehr viel glücklicher als ich in ihrem Delulu-Land. In meinem Delulu-Land wiederum spielt die persönliche Entwicklung eine massive Rolle, und dafür nutze ich tatsächlich das WWW: Zum Lernen.

Präsent, sichtbar, souverän – das war am Anfang die Leitlinie meiner Stilberatung, das was ich neben dem Blog quasi als Praxiselement führe und mein spezielles Wissen in die Praxis umsetze.

Dahin muss es wieder gehen, es ist quasi eine politische Verpflichtung jeglicher Person, die kann, und auch im Sinne jeglicher Personen, die nicht können. Allen eine Stimme geben wird nicht gelingen? Mir als einzelne Person nicht, aber uns gemeinsam. Und ich gestalte das durch meinem Blog mit.
Das Private bleibt politisch.

Und der Grund warum der Begriff Beauty im Namen des Blogs stehenbleiben kann, mit dem Hinweis auf Ästhetik, ist dass wir diese Begriffe als “summum bonum” begreifen müssen.

Das “summum bonum” aus der Philosophie wohlgemerkt, ist das Streben nach dem Guten, im Gleichgewicht, denn es muss etwas geben, wonach das politisch Private strebt: Die schönen Dinge, es ist Kultur, es ist Kunst, es ist aber auch Gerechtigkeit und Balance.

Wonach strebst Du? Was begleitet Dich dabei?

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