Wissenschaft in Deutschland

Dieser Beitrag ist mehrere Monate alt, und leider immer noch aktuell…
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Der Humboldt würde sich im Grabe drehen, oder? Nicht der Alex, der Willi. ODER?!

Wie sieht Wissenschaft derzeit aus? Habt ihr die diversen kleinen und großen Skandäle in der Zeitung mitbekommen?

Ich arbeite im Wissenschaftsmanagement, das ist der Ort, wo viele Wissenschaftlerinnen, zum Teil mit Promotion und keinerlei Zukunftsaussicht, unterkommen wollen. Es ist gleichzeitig auch das, worüber sie all‘ die Jahre geflucht haben, bis sie gemäß dem Wissenschaftszeitgesetz (dieses erlaubt Leute, nach einer bestimmten Zeit/Anzahl befristeter Arbeitsverträge, aus den System zu kicken) vor den universitären Toren gesetzt werden. Gleichzeitig bin ich Doktorandin.
Die schnöde Verwaltung ist ein kompliziertes Geflecht, wo Herrschaftswissen, Politik und Personalia zusammen fließen und entsprechend viele kleine oder große Steinchen im Getriebe stecken bleiben, zermalmt werden oder bewegt werden. Es dient vornehmlich dazu, den Wissenschaftlern die Arbeit zu erleichtern und administrative und strukturelle Dinge abzunehmen.

Wissenschaftler wiederum gibt es in verschiedenen Wertigkeitsgraden, und spätestens hier beginnt das Problem, das Deutschland früher oder später vor die Wand fahren wird, nämlich die Nicht-Anerkennung dessen, was Bildung von „klein auf“ an immenser Wichtigkeit für ein Dienstleistungs- und Innovationsstandort hat.

– Es gibt die Doktoranden, zum Teil gestandene Leute, die mit Teilzeitverträgen bezahlt systematisch ausgebeutet werden. Sie sind dem System nichts wert, bis auf eine feine Auslese, die es „schafft“, denn es wachsen ständig neue Doktoranden nach. Das sind meist Leute die nicht wissen, was sie beruflich tun wollen, und so von ProfessorInnen als billige Arbeitskräfte abgefischt werden. Finanziert wird das System durch Stipendien oder Drittmittel, also wettbewerbssichernde Vergaben (hierzu kann man sich nur äußern wenn man vorab ein Anwalt konsultiert). Für diese Schicht heiß es also das Geld mitbringen (Mama und Papa stets im Hintergrund) und auf einen verdammt gut vernetzten und mächtigen Mentor hoffen, der ihnen auch später den Rücken stärkt. Sie sind zu diesem Zeitpunkt in etwa gleicher Anzahl männlich wie weiblich, Frauenanteil steigend, denn sie sind leichter auszubeuten.
– Der Mittelbau ist der eigentliche Wissenschaftsbetrieb, wo frische Absolventen bis hin zu einer handvoll unbefristet eingestellter Wissenschaftlerinnen alles machen. Und ich meine alles. Auch den Müll ausleeren. Kostet ja nix, werden die Leute doch mit 50!Tausend!Euro brutto aufwärts bezahlt. Dafür ackern die auch wie blöde, mit dem Vorteil relativ flexibel zu sein. Wer flexibel arbeitet, arbeitet eben mehr, und arbeitet für zwei. Hier finden sich zwar in gleichen Teilen Männlein wie Weiblein, aber die Stellen und das Geld sind eindeutig bei den Männern.
– Die Lehrstuhlinhaber. Nicht alle sind qualifiziert oder gar habillitiert, aber alle sind sie am Ende der Nahrungskette und dürfen per Gesetz als Beamte alles und müssen nichts. Davon sind laut Statistik etwa 17 Prozent (mal in der ZEIT gelesen…) Frauen, weshalb diese händeringend gesucht werden. Da aber das Männernetzwerk Männer befördert, bekommen Frauen befristete Juniorprofessuren, wo sie sich den Arsch aufreißen sollen, um dann erneut im großen Pool zu konkurrieren. Da kann es schon mal passieren, dass es heißt, hm, die ist zu alt. Das ist verboten, genau wie die Fragen nach Kinderwunsch und Schwangerschaft in Bewerbungsgesprächen (ihr versteht den dezenten Hinweis). Die ProfessorInnen sind optimalerweise gute Arbeitgeber, die mit ihrem Team dafür sorgen dass sowohl inhaltliches passiert, als auch die Leute alimentiert werden, sprich Arbeitsverträge haben. Zaubern können sie allerdings auch nicht, also ackert man an Anträgen, die Geld bringen, um den Arbeitsplatz zu sichern. Das sorgt für ein wenig Wettbewerb und verhindert eine völlige Verkrustung des Systems. Allerdings sind ProfessorInnen zu sehr „gottesgleich“, eine Situation unter der häufig die DoktorandInnen leiden müssen.

Was ist daran eigentlich schlimm? Es gibt in jedem Betrieb Chefs und Fußvolk. Aber die Universität ist ein Ort der Ausbildung, zum ersten, und zum zweiten ist die Universität ein Ort der Erkenntnis im Sinne von Wissensgewinnung und somit Innovation. Beides elementare Dinge in unserem Wirtschaftssystem. Schon alleine aus diesem Grunde muss es laufen.

Während in der Verwaltung gespart wird, treibt es seltsame neue Blüten – und die Arbeit der Wissenschaftlerinnen wird mintnichten erleichtert. Hier und da werden Fortschritte gemacht, hier und da geht es zwei Schritte wieder zurück.
Das Dünkel der WissenschaftlerInnen gegenüber der „Scheiß-Verwaltung“ sorgt zusätzlich für idiotische Grabenkämpfe.
Als jemand, der gerne im Wissenschaftsmanagement arbeitet und davon träumt, Wissenschaft zu betreiben und davon leben zu können, kenne und sehe ich beide Seiten mit allen ihren Facetten. Ich kann daher jedem abraten, in diesem Betrieb einzusteigen, der nicht mindestens zwei Dinge mitbringt: Eine extreme Selbstmotivation und Persistenz sowie Geld. Reich werden hier ausschließlich die ProfessorInnen, und das mehr im Sinne von sorgenfrei als tatsächlich $$$.

…leider werden im derzeitigen universitären System Ungleichheiten weiter abgebildet und fortgeführt, sei es im Bezug auf Geschlecht, Diversität oder soziale Herkunft. Eine Lösung dafür gibt es nicht, ich persönlich setzte dort an, wo gerade Manuela Schwesig versucht diverse Hebel zu bewegen: Kindern. Die Kinderbetreuung kommt nicht nur Eltern zu Gute, und bringt sie ins Arbeitssystem, sondern schafft gute Grundlagen für die Schule und weitere Ausbildung. Natürlich muss diese kostenlos sein und in sozialen Brennpunkten muss mehr Geld hinein fließen. Dieses führt sich fort in ein vollständig marodes und pseudo-elitäres Schulsystem bis hin zu den Universitäten, das dringend refomiert werden müsste, aber wir arbeiten ja dran. Nicht.

Solange Deutschland mehr Geld für Straßenbau ausgibt als für die eigenen Zukunft… müssen wir zusehen, wie wir bald alle am Arsch sind.

Möge ich unrecht haben!

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BOBBI BROWN Weihnachtsgeschenke – alle an mich bitte!

Ich empfehle hiermit Party to Go – ein Lippenstift und vier Basic Farben ganz nach meinem Geschmack… für 44 Euro. So wie letztes Jahr packe ich Bobbi Brown auf meinen Wunschzettel, das freut den Ehemann, da hat er kein Stress mit. Aber das große Geschenk will ich trotzdem, du weißt schon!

Bobbi’s Beauty Book hat alles drin und ist somit ein Schnäppchen, wenn die Farben zu einem passen: 6 Lidschatten, Bronzer Antigona, Blush, Lipgloss und Mascara. A $165 value, yours for $95. Okay, zum Thema Schnäppchen eher ungeeignet, aber es ist immerhin noch zweistellig!

Für Hardcore Fans und für Lippenstift Fans ohnehin ein Traum: Ein Set mit 10 Lippenstiften für nur 113 Euro! Das meine ich jetzt mal auch nicht ironisch.
Die Farben des Sets „The Original Ten“:

Salmon, Beige, Raisin, Brown, Rose, Pink, Orange, Blackberry, Burnt Red, Red
Ein blasses Pfirsich.Ein helles, warmes Beige.Ein kräftiges Pflaumenbraun.Ein mittleres Pink-Braun.Ein mittleres Rosé.Ein kräftiges Pink.Ein Kürbis-Orange.Ein beeriges Schokoladenbraun.Ein Ziegelrot.Ein Feuerrot.

Ich habe bereits Raisin und Red und sie gehören ohne Frage zu den schönsten Farben meiner Sammlung. Da ich in Lippenstiften ersticke, würde ich hier passen. Quatsch!! Ich würde das dem Weihnachtsmann aus den Händen reißen! Doch ach, mit Baby kommen wieder Zeiten ohne Lippenstift – dafür mit viel Lidschatten. Bis dahin genieße ich es, mich zu schminken.

Irgendwie habe ich von Bobbi Brown mittlerweile vier Shimmerbricks – wenn ich bedenke, dass ich den ersten überhaupt nicht verwendet habe, weil ich keine Ahnung hatte wie. Heute ist das meine Geheimwaffe wenn ich frisch aussehen will.
Sicherlich trägt die gute Öffentlichkeitsarbeit einiges dazu, mit der Marke und vor allem mit den Produkten vertraut gemacht zu werden. Nicht zu vergessen die hervorragend geschulten Bobistinnen. Mir gefällt die Marke (nach zehn Jahren wieder) immer besser, und ich frage mich langsam grübelnd ob es an meinem Alter liegt. Seufz.

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VBxEstée Lauder – Brazilian Nude und Victoria Lipliner

Viel zu viel schickmicki im Internet, es ist Zeit für ein bisschen mehr Kapuzenpulli.

Ich liebe diese Farbe. Tatsächlich ist sie für mich das Beste an der gesamten Kollektion, wobei der Lippenstift echt teuer ist, aber dafür auch den verwandten Lip Shines von Tom Ford ebenbürtig. Liner passt hervorragend dazu, man kann ihn als Grundierung verwenden.
Einzig die Verpackung – schlank, schwarz, schön, ist leicht klapprig (passt zu Victoria Beckham, die Beschreibung! Sorry fürs Lästern…)

Die Farbe ist eher sommerlich und ich finde sie im aktuellen Licht nicht schön bzw. zu nude. Schade dass die Kollektion nicht früher auf dem Markt war…

Auf den Augen trage ich übrigens die Palette, als Blush Tom Ford Frantic Pink, um das Ganze nicht allzu Ton-in-Ton zu gestalten, das sähe dann doch etwas tot aus.

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VBxEstée Lauder – Victoria Beckham Palette

Ein wenig verspätet, aber hey – wer die Beiträge verpennt online zu stellen, selbst schuld!

Wirklich spannend an der Palette sind die tragbaren Farben, weshalb ich die bunten Farben gar nicht geswatcht habe. Das Grün finde ich scheußlich, Blau am Auge langweilt mich – Armani hat es vor Jahren salonfähig gemacht, doch die etwas unscheinbaren Töne haben es viel eher in sich und passen auch viel mehr zum thematischen Aufhänger der ja Victoria Beckham selbst ist. Sie trägt faktisch immer smokey eyes und „nude lips“.

Die Qualität ist ein Traum – hält, schimmert, ist buttrig weich und lässt sich im Nu auftragen und verblenden. Verpackungssex gibt’s dazu, und zur Not kann man die Palette auch als Briefbeschwerer nutzen oder dem Ex damit die Autoscheibe einschlagen, falls Bedarf besteht.

Was kann man damit machen? Weiterlesen…

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VBxEstée Lauder – Bronzer Java

Da ich gruselig aussehe, bat ich meine wunderschöne Freundin als Modell, wie versprochen. Die Aktion wurde dann von 3 Kindern und zwei überforderten Ehemännern torpediert, aber – was soll ich sagen: Mit so einem wunderschönen Gesicht, tollem Teint hatte ich nicht viel Arbeit.

Verwendet habe ich eine tolle, neue Foundation von Sisley (dazu später mehr!) und jede Menge Bronzer. Die Farbe steht sowohl mir als auch ihr, und ich bin nach wie vor begeistert von dem Effekt, den man nur mit Bronzer und Lippenstift erreichen kann. Es ist schnell und es ist echt sexy (bei ihr zumindest!)

Urteilt selbst. Weiterlesen…

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CHANEL No 5 L’Eau – Eau de Toilette

EDIT: Jetzt auch ohne Tippfehler!
Meine Schwangerschaft entschuldigt hoffentlich alle Fehlkäufe der nächsten Zeit und sämtliche Geschmacksverirrungen, hier jedoch war ich mir sehr sicher und griff beherzt zu. Mit einem fetten Rabatt bei Dougi, denn Chanel bepreist diesen Weichspüler mit stolzen 70 Euro für 35 ml Eau de Klo.

Im Ernst – ich liebe den Duft. Er ist wirklich gut gemacht und gefällt mir wesentlich besser als Eau Première, wo die Herznote plastik-vanillig wurde und so flach verblieb wie eine flatline beim EKG.

Kopfnote: Zitrone, Mandarine, Orange, Limette, Bergamotte, Aldehyde, Neroli
Herznote: Rose, Jasmin, Ylang-Ylang
Basisnote: Vetiver, Zeder, Moschus, Iriswurzel, Vanille

Nach dem schnellen Abflauen der Aldehyde in der Kopfnote entwickelt sich der Duft zu einem kuscheligen und sanften Begleiter, der stets dezent im Hintergrund verbleibt. Wie eine warme, weiche Kaschmirstrickhülle ist man leicht beduftet in „lecker“ und „schön“ – die moderne Diffusion der weißen Blüten mitsamt dem Hauch Vanille und Moschus (vergeßt Hölzer…) und somit sehr zugänglich für jede junge und auch mittelalte Nase. Der Duft ist nahezu blumig, sehr transparent, und hält auch gut bis zum nächsten morgen auf der Kleidung; im dry down erinnert er sehr entfernt aber auch deutlich an Allure, einer meiner Faves von Chanel. Genauer an einem der Flanker von Allure, Eau Sensuelle.

Wer noch alte Chanel No 5 EdT Flaschen hat (ich kenne es von meine Mutter…) wird hier absolut nichts wiedererkennen. Das ist auch gut so – das ist kein Flanker zu No 5, sondern ein komplette neuer Duft, bestenfalls eine Reminiszenz. Alles poliert und warm, strahlend, leuchtend, modern sanft.

Der Duft hat keine besondere Aussage und das trifft leider auch auf die Zielgruppe zu – die Millenials.
Frontfrau ist die Tochter von… und ungefähr hier wird alles klar: Wir leben in der Generation der vererbten Namen und Vermögen. Was mich erheblich stört ist, dass das arme Mädchen mit 14 bereits schon in der Öffentlichkeit stand und nun, nicht mal zwei Jahre später, latent magersüchtig vom Plakat herunter ruft: Füttert mich! Diese Familie hat viel Geld, da kann man seine Kinder noch eine Weile das Leben genießen lassen. Aber das ist wohl auch nur meine Sicht als spießige Frau, die als Mutterschiff hormonell gestört ist. ODER?

Mit diesem Duft wird man so gut wie nichts falsch machen – perfekt für’s Büro, perfekt für’s Kopfkissen, perfekt für empfindliche Nasen, da sehr leicht. Well done, Monsieur Polge.

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