Was ist Eleganz?

Die Antwort hat jeder vor dem Auge parat, bei einer genauen Beschreibung wird es schwierig. Ich habe Stil, sagt man mir seit jeher nach, oder eher Stile, die waren immer unterschiedlich, aber tatsächlich war die häufigste Zuschreibung “elegant” – ja, auch schon mal altbacken, spießig und andere nicht nett gemeinte Umschreibungen LOL. Ich mag alles mögliche, trage aber tatsächlich zeitloses und kombiniere wenige teure Stücke mit einer günstigen Mischung, alles angelegt auf “soll ewig halten”.

Für diesen Beitrag habe ich aber mit einer ebenfalls sehr stilsicheren Dame geplaudert und gebrainstormt, denn manche Dinge sind im Team nun mal besser. Auch als Bloggerin, ergo subjektivste Person der Welt, sollte man Fakten einfließen lassen; und als Stilberaterin kann ich nur sagen, der Spiegel von außen ist das A und O. Auch für mich, ich hole mir auch Feedback von Fachleuten! Gesagt, getan, die Dame ist schon seit Schulzeiten im Bann von Eleganz und Stil durch eine ihrerseits sehr elegante Mentorin gewesen und ihr Input hat meine Ansichten definitiv erweitert.

Zunächst: Eleganz ist Haltung. Achtung – TEXT!!

Exkurs!
Eleganz hat nichts mit teuren Sachen zu tun, jedoch sicherlich mit einem gewissen Bildungsbackground, was wiederum mit Geld zu tun hat in der Regel, und man kann ganz sicher fragen, ob der Begriff nicht klassistisch ist. Eleganz, Stil, Klasse – das sind durchaus Begriffe, die im Kontext von finanzieller Armut nicht anzutreffen sind.
Und da komme ich mit einem Widerspruch um die Ecke: Weil Eleganz nun mal Haltung ist, ist dies auch in Krisenkontexten wie Armut und Krieg möglich – denn es ist de facto Würde, die durch sehr kleine Dinge ermöglicht wird. Gerade in solchen Kontexten, wo man Menschen ihre Würde und ihre Menschlichkeit abspricht und sich patronisierend über solche Menschen stellt (Beispiel: Obdachlosen kein Geld geben, weil sie es für Drogen ausgeben könnten), ist der Begriff sehr wirkmächtig und muss schon genau beschrieben werden.
Ausschließlich auf äußere Dinge bezogen wie Kleidung und Accessoires klingt es komisch, jemanden in Lumpen als elegant zu bezeichnen. Das ist auch kein Stil. Doch gerade hier findet ein interessanter Diskurs statt: Der Povo-Look, also als “arme Leute” getarner Luxus, ist das eine revolutionäre Verarschung und progressives Symbol für “eat the rich” oder ist das schlichtweg Ignoranz? Kann ich nicht beantworten, eine interdisziplinäre Konferenz mit armen Menschen wäre das richtiger – und nein, Armut schließt intellektuelle Fähigkeiten nicht aus, und nein, es ist nicht sinnlos, so etwas zu diskutieren oder zu denken, denn gerade sehr arme Menschen oder obdachlose Menschen sind in der Regel bemüht, sauber und adrett zu sein. Es gehört zum Menschsein und zur Würde dazu. Es gibt ein ganzes Buch dazu, weshalb Lippenstift besonders in Krisenzeiten so wichtig ist, denn es bewahrt Weiblichekit, Menschlichkeit, Normalität im Unsagbaren und im Trauma, es ist ein Lichtblick. Eleganz ist ein Stückchen mehr als nur Würde, es geht über den reinen Erhalt der Würde hinaus und beinhaltet eine Bemühung, eine Priorisierung, ein “Mehr”.

Zurück zur reinen Stilberatung und Äußerlichkeiten:

Die Haltung meint nicht nur eine innere Haltung, sondern auch tatsächlich den Körper (aufrecht gehen, sich höflich und “gemäßigt” verhalten) als auch ein Stück Disziplin. Mensch priorisiert einfach bestimmte Dinge: Ästhetik, äußere Erscheinung, innere Haltung zu sich selbst.

Eleganz ist Kohärenz. Die Person wirkt kohärent, Kleidung und Auftreten sind angemessen, entweder der Person UND dem Kontext oder aber zumindest der Person.

Eleganz ist die Beachtung von Proportionen – das ist sehr schlicht formuliert, aber das, was passt, wirkt immer eleganter. Gegenbeispiel: Oversized. Nope, nicht elegant, auch nicht als Blazer.

Eleganz sind leider auch gewisse Normen, die wir kulturell und subjektiv als Bezugssystem bekommen haben. Rasierte Beine und Feinstrumpfhose für Damen zum Beispiel.

Eleganz ist Schlichtheit. Ich persönlich finde eine komplett überdosierte Dragqueen nicht unelegant, aber der gesellschaftliche Konsensus geht eher dahin, dass weniger mehr ist.

Eleganz ist Souveranität. Selbstbewusstsein. Kann und darf auch auch aufgesetzt sein, falls mensch noch im Lernprozess ist.

Nochmal vereinfacht und auf den Punkt gebracht:
– Monochromer Stil, duochromer Stil, wenig Muster, nix kleingeblümtes
– Gute Stoffe, kein sichtbarer Kunstfaser, wenig Glanz
– Dezente, zum Farbtypen passende Farben
– Nicht zu nackig – gilt für alle
– ordentliche Lederschuhe (Sneakers? Don’t get me started)
– keine Logos, Du bist kein Werbeplakat
– sichtbare, aber nicht kreischige Accessoires
– “weniger ist mehr”
– konservative/preppy Schnitte, also keine offensichtliche Funktions- oder Sportbekleidung

Diese Dinge lassen sich alle mit wenig Geld abbilden:
Mensch achte beim Kauf auf Naturstoffe und Materialien, die nicht zu dünn sind, die nicht fuseln/pillen werden, nehme eine kleine Farbpalette mit 3-4 Farben, und wähle bei Accessoires wie Schmuck, gerade wenn der nicht echt ist, dezente Sachen. Schwierig wird es bei Schuhen, denn diesen sieht man den Preis immer an. Da sollte man allerdings auch wählerisch sein, denn Schuhe haben auch einen gesundheitlichen Aspekt.

Jetzt kommt der obligatorische Hinweis darauf, dass ich es Dir zeigen kann
https://www.mybeautyblog.de/stilberatung/ und dass ich dennoch nicht als Maßstab gelte für das, wie ich Menschen berate – ich bin der Überzeugung dass jedeR einen inhärenten Stil hat, den man betonen kann, und jedeR die Tipps und Tricks und die letzten 20% Optimum für den Wow-Effekt brauchen kann.


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