Über den richtigen Umgang mit… grossen Tieren

…Vorgesetzten, Kunden, Männern, Frauen und anderen aufgeblasenen Subjekten, die glauben sie seien etwas besseres als Du.
For the record:Ich hoffe mit meinem schwarzer Humor wird hier ersichtlich dass sämtliche der genannten Guppen auch eine Schnittmenge sein können, es gibt ja weibliche und männliche aufgeblasene Männekens! Hm, eigentlich macht es keinen Spass Ironie zu erklären aber hey, ich bin vorsichtig.

Wieso kann ich überhaupt etwas dazu sagen? Ich habe natürlich ach nur beschränkte Erfahrungswerte, aber ich habe immer Hilfe bekommen und finde, das sollte frau weitergeben. Meine Beschäftigungen erlauben mir zwar, mich auszuprobieren, und hier und da geht auch mal was in die Hose, die Möglichkeit hat man aber nicht immer, denn…
Wie heißt es so schön: You never get a second chance to make a first impression.

Was ich von einer anderen Frau gelernt habe: Keine Angst vor großen Tieren. Und das im doppelten Sinne, ich denke jede Frau die etwas kleiner ist weiß, was ich meine.

Häufig handelt es sich dabei um Männer, die sich selbst ganz toll finden und die Frau vor sich (wenn es nicht gerade Hillary Clinton ist) mit einer gönnerhaften Nettigkeit behandeln oder einfach übersehen. Nicht ausreden lassen, nicht zuhören, zum Teil mit dem Ergebnis dass die eingebrachten Ideen auf einmal von ihnen selbst stammen.

Das merkt man schnell, und übrigens bedeutet es nicht, dass diese Leute unfreundlich sind, nein – sie können einen auch charmant einlullen bis man vergisst, was man eigentlich wollte.

Keine Angst.

Wo Du bist, ist Gutes.

Das sind meine Mantras, wobei das erste ist keines – ich habe vor vielen Leuten Respekt, aber vor niemanden Angst. Dein Vorgesetzter ist nämlich genauso ersetzbar wie Du, im Zweifelsfalle hat er noch weniger Ahnung (weil es so vieles delegiert) und weil Du Deinen Job bekommen hast, den Du hast, wirst Du jederzeit auch einen anderen finden.

Abgesehen davon sind das alles Menschen, die meisten mit ausgeprägten Schwächen – denn Selbstverliebtheit und Egozentrik machen schwach und anfällig. Manchmal tun die Leute auch einfach nur ihren Job… also muss man nichts persönlich nehmen.

Wer einigermassen in sich ruht und weiss, was er kann – dazu gejört auch ein bisschen bluffen übrigens! braucht sich nicht beeindrucken zu lassen. Alle diese Leute waren mal kleine Lichter und vielleicht bist Du diejenige, die diese Leute einmal ersetzt.

Übrigens ist die Einteilung in Mann und Frau meist nicht so aussagekräftig wie Zicke oder Vollbratze, Beamtenbrain oder Nulpe. Diese Beschreibungen sind an sich geschlechtsindifferent, und ich zitiere einen Mann wenn ich sage: “Es gibt keine größeren Zicken als Männer.”

Gott sei Dank wird meine Welt nur in Ausnahmen von solchen Subjekten bevölkert.

Habt Ihr auch ein paar Tipps im Umgang mit großen Tieren? Absätze kaufen hat sich übrigens auch gelohnt – Ihr mögt lachen, aber ich fühle mich damit mehr businesslike – uiuiuiuiui.Икони

18 Gedanken zu „Über den richtigen Umgang mit… grossen Tieren

  1. Wow, du bist in höchstform
    “zum Teil mit dem Ergebnis dass die eingebrachten Ideen auf einmal von ihnen selbst stammen. ” <– Naja dass zeugt ja auch davon dass person X mit seinen eigenen Ideen schon am Ende ist, vielleicht wird da auch bald jemand ersetzt. Bzw es fehlt noch die schiebung auf andere wenn was schief läuft.

    Beste Grüße

    alex

  2. Schöner Beitrag, ich kann Dir voll und ganz zustimmen, insbesondere was die zuweilen “gönnerhafte Nettigkeit” und das “Einlullen” betrifft. Musste diesbezüglich an die beiden (nach wie vor als bahnbrechend geltenden) Untersuchungen von Rosabeth Moss Kanter aus den 1970er Jahren denken: “Men and Women of the Corporation” (1977) und “Some Effects on Proportions on Group Life: Skewed Sex Ratios and Responses to Token Women” (müsste auch von ’77 sein). Sehr lohnende Lektüre, auch wenn man nicht aus der sozialwissenschaftlichen Ecke kommt.

    Was ich noch hinzufügen möchte: Man sollte Haltung annehmen, im körperlichen wie im geistigen Sinn. Seine Meinung klar und unverschnörkelt (und vor allem ohne ständige Relativierungen) auf den Punkt bringen. Dann spitzt das Gegenüber automatisch die Ohren. Wirklich gute Leute erkennt man nicht zuletzt auch daran, dass sie keine Angst vor frischen Ideen haben oder Meinungen, die von ihrer eigenen abweichen. Wenn man den Eindruck hat, dass der Gesprächspartner nicht zuhört, eine Kunstpause einlegen oder ruhig auch mal nachfragen (hab’ ich diese Woche gebracht und mein Gegenüber fühlte sich sichtlich ertappt – mir egal, von mir wird schließlich auch erwartet, dass ich andächtig lausche).

    Und noch was, auch wenn das vielleicht eher gegen den Mainstream geht: Sich bitte nicht im Bewerbungsgespräch wie das neueste Produkt anpreisen. Klar, man sollte die eigenen Stärken unterstreichen, aber zuviel Eigenwerbung wirkt oft peinlich und hat dann eher den gegenteiligen Effekt. Was ich damit sagen will: Der Grat ist schmal.

  3. Eine Freundin hat mir ein Mantra geschenkt, dass ich mir in solchen Situationen immer sage: Ich bin ruhig, mutig und frei. Das wiederhole ich dann innerlich öfter. Klappt sehr schön 🙂
    Da ich sehr klein bin, halte ich räunliche Distanz zu großen Männern (mehr als eine Armlänge), wenn es um etwas geschäftliches geht. Oder ich sehe zu, dass man sich bald hinsetzt. Dann muss ich nicht zu sehr aufblicken.

  4. Mir hat mal jemand geraten, mir einen solchen Vorgesetzten in einer Situation vorzustellen, in der wir alle nicht so busineslike aussehen….nämlich auf der Toilette. Ist mir vor Prüfungen aber nicht immer so gut gelungen :-(:-)
    …oder im Op-hemdchen, was hinten offen ist.
    Kann ja jeder mal in so eine Situation kommen…..

    Wie man allerdings damit umgeht, wenn andere seine Ideen als die eigenen ausgeben, das wüsste ich auch nicht. So etwas Fieses ist mir, Gott sei Dank, noch nie begegnet da dachte ich immer, das passiert nur in Filmen 🙁

    1. Keimonish: Klar passiert das, meist wird das Ganze noch überarbeitet/verbessert und man ärgert sich noch, weil es dann auch besser als das eigene Konzept ist. Aber man hat davor trotzdem schon mal 80% geliefert (die Idee etc.) und das fällt natürlich schön unterm Tisch. Gerade weil Vorgesetzt Deine Idee entsprechend in einem großen Fachteam umarbeiten lassen können – es ist immer etwas leichter ein Konzept/eine Idee zu ändern oder verbessern als komplett alles aus dem Boden zu stampfen.

  5. “Da ich sehr klein bin, halte ich räunliche Distanz zu großen Männern (mehr als eine Armlänge), wenn es um etwas geschäftliches geht. Oder ich sehe zu, dass man sich bald hinsetzt. Dann muss ich nicht zu sehr aufblicken.”

    Musste gerade schmunzeln – bald können wir hier den “Club der kleinen Frauen” gründen! Andreea wird dann unsere Präsidentin ;-).

    Rätselfrage: Ich gehe auch gerne auf größeren Abstand. Aber schwierig wird’s wiederum dann, wenn beispielsweise die Distanzzone von solchen Leuten nicht eingehalten wird, die hierarchisch über einem stehen oder auch bei wichtigen Kunden. Klar, man kann da ja auch erst mal dezent räumlich ausweichen, aber es gibt immer mal wieder begriffsstutzige Zeitgenossen – damit meine ich jetzt nicht direkt Aufdringlichkeit, sondern einfach nur das “ein Tick zu nahe”. Ich sehe da nur drei Optionen: Dulden, oder wenn möglich mal dezent unter vier Augen ansprechen (geht aber leider oft nicht), oder knallhart im Beisein anderer Leute darauf hinweisen, was ja gänzlich suboptimal ist.

    Hab’ ich da bisher eine elegantere Lösung übersehen?

    1. Das kenne ich 🙂 ich bleibe stehen und weiche nicht aus. Niemals! Ich bin ein kleiner Darth Vader 😉 zumindest nach aussen, es prallt alles ab.

      Vielleicht sollte man die Person am Arm fassen und dann irgendwohin führen – zum Tisch, zur Tür, nur ein paar Schritte, so dass man auseinadergehen kann.

  6. ja, aber nur bedingt, dafür sehe ich mit 12 cm Absatz komisch aus, ausser meine Begleitung ist weit über 1,80 groß ;-). Das Problem bei kleinen Frauen ( meine Freundin ist 1,56 cm ) ist, daß man(n) sie einfach nicht ernst nimmt. Dafür hat man als 1,71 Frau andere Probleme 😉

  7. Ich bin 1,76m, groß hat mans in der Welt aber auch nicht immer leicht…^^ aber wohl eher im Privaten, weil alle Welt immer der Ansicht ist, dass große Frauen keine Heels tragen dürfen etc. oder nicht größer als ihr Freund sein dürfen. Hapüh…

    1. Zimtie: Wäre ich 1.80 würde ich unbedingt noch 12cm tragen – ich tue es allerdings grundsätzlich kaum, weil meine Mama, die noch kleiner ist als ich, mit Highheels ihren Rücken ruiniert hat (hat zumindest ordentlich beigetragen). Sie trug sie immer. Ich kann aber auch 7 oder 8 cm laufen und bin ganz stolz drauf. Wenn es gute Schuhe sind geht es auch. Bin doch froh dass ich mehr dafür ausgegeben habe – Businesspumps auf denen man sicher laufen kann sind Gold wert 😉

  8. Angst ist das schlimmste im Leben, denn sie hindert uns frei zu sein.

    Ich bin so froh, dass ich groß bin. Früher habe ich das gehasst (da wollte ich mich lieber verstecken) aber heute erleichtert es so viel. Die meisten Männer respektieren mich, fühlen sich sogar eventuell eingeschüchtert (gut denn so sind Idioten direkt entlarvt) und kommen gar nicht erst groß in Versuchung mich bevormunden zu wollen.

  9. Hm, ich bin 1,60 und habe auch so ähnliche Probleme schon erlebt. Ich habe leider die Vermutung, das “klein” sofort mit niedlich assoziiert wird, dann passt intelligent, selbstbewusst, sicher und kompetent nicht mehr in den ersten Eindruck rein.
    Deshalb trage ich bei wichtigen Terminen keine niedliche Kleidung/Makeup/Parfum/Schmuck mehr, dafür aber mindestens 5 cm Absatz, lieber mehr, je nach dem, wieviel ich so rennen muss.
    @andreea: zeig mal dein Businesspumps!

    1. Elanor – das mache ich geren, es sind langweilige Pööömps von Lloyd aber sie sind bequem mit 7! cm. Ich trage auch sehr männliche Sachen, strenge Bluse, Make-up trage ich eh immer, höchstens beim parfum bin ich mal widersprüchlich und entscheide ach Laune. Wenn ich Lust aus sexy habe, dann ist der Duft ein guter Kontrapunkt zum sonst strengen Outfit.
      Klein und niedlich – ja, das ist es. Nicht mal inkompetent oder so, sondern einfach nur “niedlich”. Dazu meine etwas überbordende Kreativität und Redefluss – zack, Schubalde auf, Schublade zu. Aber man überzeugt dann doch mittelfristig mit dem TUN. Und wenn der Chef sagt Du machst das sehr gut dann kann nur sagen: YES. Hurra. Ansonsten pflege ich mich ganz männlich auch selbst zu loben 😉

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