Japan, Tokyo 4

Nachhaltig beeindruckt hat mich dann doch das hier (bitte klicken, öffnet sich im neuen Fenster):

Das Hello Kitty Kawaii Paradies ist eine pinke Hölle, in der man nach 30 Sekunden ge-brainwashed ist und die Kreditkarte zückt. Heraus taumelte ich mit einer Tüte voller lauter süße Sachen, wie eine Hello Kitty Figur die mit dem Kopf wackelt. Betrieben mit Solarzelle. Die musste ich einfach haben. Das lustige daran ist – ja, es ist „süss“ = Kawaii und ja, es ist superteuer, auch in Japan, und ja, es macht gute Laune. Man kann dort shoppen oder aber Kindergeburtstag im höllischen, pinken Pfannkuchen-Paradies feiern. Zahnschmerzen kriegt man dort schon vom Hinsehen.

Ansonsten sind die Frauen dort alle durch die Bank weg mega-gestylt. Hobbies: Schminken in der Öffentlichkeit sowie das Tragen von gefährlich hohen Absätzen, auch wenn man drauf nicht mehr gehen kann (X- und O-Beine sowie schlechte Haltung ohne Ende, jeder Chiropraktiker wird in Japan sich eine goldene Nase verdienen…).
Aufwendige Frisuren, Handtaschen von Highstreet-Labels und sündhafte teurer Schmuck sind ein Must, doch das echte und einzig Wahre sind:
Künstliche Wimpern.

Alle jungen Frauen tragen tagsüber künstliche Wimpern, zumindest alle die noch einen Kerl abkriegen müssen.

In Japan gibt es nämlich nach wie vor traditionell den Beruf der Hausfrau, sprich: Frau besorgt den Haushalt und wirtschaftet, er verdient möglichst viel und gibt seine Kohle zu Hause ab. Aufgrund der Konkurrenz um knappe Güter=gut verdienende Männer, sind die Mädels eine schöner und gepflegter als die andere. Das lässt mit Ehering übrigens nicht nach!
Insgesamt ist es zwar zum Teil etwas übertrieben, doch auch sehr erfreulich nur gut angezogene Damen zu sehen, die mit Geschmack feminin bis sehr feminin 😉 gekleidet sind.

Ansonsten ist der Stil in Japan schwarz – schwarzer Anzug, dunkle Krawatte, dunkles Kostüm, weiße Bluse, schwarze Handtasche. Eine Ameisen-Armee der im Büro arbeitenden Mittelschicht strömt morgens und abends über die Plätze.

Die Männer tragen Handtaschen (Laptop-Cases oder aber Totes) und in den meist schwarzen Taschen verbirgt sich… pinkes. Man(n) hat eine kleine Kosmetiktasche, die grellbunt ist, wo man(n) sein Lippenpflegestift etc. aufbewahrt. Charms am Handy, gezupfte Augenbrauen und wilde Frisuren sind als Ausgleich zum schwarzen Anzug an der Tagesordnung.

Mein persönlicher Trend aus Japan: Kniestrümpfe und Pumps zu kurzen Röcken. Genial.

2 Gedanken zu „Japan, Tokyo 4

  1. Jaaaa, Kniestrümpfe mit Pumps und Rock finde ich auch cool! Könnte ich aber nicht tragen… 🙁

    Ich habe in deinem Bericht Eindrücke gewonnen, wie ich mir sie ähnlich vorher vorgestellt habe. Es stimmt also mit dem Kawaii, jetzt kann ich mir ein noch genaueres Bild davon machen.

  2. und wieder einmal sieht man: der technologische fortschritt hat nichts mit gesellschaftlichem fortschritt zu tun – oder anders: was nützt mir der pinke laptop, wenn mein dasein aus kawaii-wimpern-klimpern besteht. grusel…
    aber trotzdem kann nicht aufhören, auf dieses foto zu starren 😉

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