L’Artisan Parfumeur Dzing!

Meine Damen und Herren, noch ein Geschenk gesucht? Für den Liebsten oder aber für sich selbst?
Es kommen jetzt meine Empfehlungen – ich kann nämlich wieder riechen, so halbwegs 😉 und muss mich nun durch tausende Düfte durchkämpfen, um Euch die interessantesten vorzustellen.

Mögt Ihr Whiskey? Guten, alten Whiskey, den man wie sein Augapfel hütet, den man womöglich heimlich importiert hat, oder aber in einem kleinen schummrigen Laden für irre viel Geld erstanden hat? Whiskey ist die Essenz der Erde – Torf, Getreide, Wasser, Feuer.
Das ist Dzing! – Torf, Getreide (Süsse, Malz), Wasser, Feuer…

Doch Dzing! ist laut seiner Parfümeurin Olivia Giacobetti eigentlich eine Hommage an den Zirkus – Erde, Feuer, Wasser, Tiere.

Doch das Rauchige – wo kommt das her?
L'Artisan Parfumeur - Dzing!

Tonkabohne, Saffran und Hölzer, eine schlanke und doch magisch-männliche Komposition, die animalisch und heimelig gleichzeitig ist, die Tierisches mit Erdverbundenheit in Einklang bringt und dessen kleine, versteckte Note Karamell auf etwas weiches und nachgiebiges schliessen lässt…

Die Haltbarkeit ist für L’Artisan Parfumeur-Düfte erstaunlich gut. Das Eau de Toilette kostet 65 Euro für 50ml und ist erhältlich in Privatparfümerien.

SPEICK Thermal Tagescreme

Nun hat mein “Testkaninchen” erfolgreich mehrere Wochen die Thermal Tagescreme getestet.
Natürlich soll der Begriff nicht despektierlich vestanden werden – das Testkaninchen ist schliesslich ein freiwilliger Tester!

Gesegnet mit empfindlicher, zu Rötungen neigender Haut, die ausserdem gerade jetzt im Winter trocken wird und anfängt zu schuppen – soweit zur Testperson.

Die Creme kommt in einer Alutube daher und lässt sich gut verteilen. Das Beste daran ist der Duft 🙂 lecker nach Gummibärchen!
Die Pflegewirkung ist top – die Creme zieht schnell ein und hinterlässt eine weiche gepflegte Haut, die endlich aufgehört hat zu schuppen und sich nach dem Cremen nicht mehr rötet.

Aufgrund des günstigen Preises und der neutralen Verpackung – sieht nicht so aus als ob die aus Barbies Schrank geklaut wurde! ist diese Creme bestens für Männer geeignet.
Normale bis trockene Damenhäuter, die eine unkomplizierte Pflege suchen, sind da ebenso gut bedient. Für den günstigen Preis muss man allerdings auf das Gefühl von Luxus und auf teure Tiegel verzichten. Die Tube beinhaltet 50ml für 8 Euro und ist mit dem BDIH Siegel ausgezeichnet.

Aber ich fange nicht wieder an von inneren Werten zu sprechen… Dafür bin ich dann doch selbst zu anfällig für ästhetische Verpackungen 😀

Fazit: Gutes, unkompliziertes und günstiges Pordukt, das mit dem leckeren Duft einfach Spass macht.

SPEICK Thermal Duschgel Hair&Body Sanddorn

Die Unisex – Flasche Dsuchgel von SPEICK steht nun schon seit geraumer Zeit in meinem Bad und hat den Langzeittest erfolgreich bestanden.

Für empfindliche Haut ausgelobt, ist es ein super Shampoo, das meine gereizte und trockene Kopfhaut wieder in Ordnung gebracht hat. Die sparsame Parfümierung – ein Hauch frischer Orangensaft, ist daher ganz sinnvoll. Am schönsten finde ich den feinen, dichten Schaum, an so ein fein schäumendes Shampoo kann ich mich nicht erinnern – ich benutze sonst alles mögliche, Lavera, Sante, Hauschka, Urtekram, Alverde, also Naturkosmetik im “bezahlbaren” Bereich.

Das Shampoo wäscht mein Stylingmittel aus, reizt die Kopfhaut nicht, beschwert sie nicht, trocknet sie aber auch nicht aus. Super! Für kurze und mittellange Haare ein Top-Produkt, bei langen Haaren muss natürlich eine Haarkur für die Längen her.

Wie ich auf Unisex – Shampoo komme?
Die Verpackung ist irgendwie sportlich-männlich, wohl durch die Farben? Oder da es ein 2in1 Produkt ist? Es schien mir als ob das Duschgel bzw. Shampoo aus einer 70er Jahre Sporttasche rausgehüpft sei, in einem kalten zügigen Umkleideraum, wo “echte” Männer sich mit lauwkalten Wasser nach dem Training duschen. Kopfkino.

Das omnipotente Zeug kostet 6 Euro und liegt damit im erquicklichen, mittleren Preisbereich anderer Naturkosmetikshampoos. Natürlich mit BDIH Siegel. Nachkaufprodukt.

AMOUAGE Reflection for Men

Der Auftrag: Suche männlichen, warmen Duft.

Die Vorgabe: Ähnlich Hugo Boss Dark Blue, ein warmer Herrenduft mit harzigen Untertönen.

Das Fundstück: Amouage - Reflection for MenAMOUAGE Reflection for Men

Zunächst zum Duft: Männlich. Seeeeehr männlich. Eine rauhe Wange mit einem Drei-Tage-Bart. So riecht James B(L)ond 😉

In der Herznote sehr kurz und heftig Pfefferminze, dann Ylang-Ylang mit sehr kräftigem Hölzern, sehr intensiv und aromatisch.
Leichter Lakritzunterton vermischt sich zum Ylang-Ylang und gibt ihm die holzig-süsse Komponente und die exotische Note. Von den Blüten in der Kopfnote vernehme ich nix, höchstens ein paar herbe Gräser.

Der Duft ist sehr intensiv für ein Eau de Toilette (Hatschi, ich musste jetzt wirklich niesen!) und hält eine kleine Ewigkeit.

Ein toller Duft, keine Frage, sehr sparsam anzuwenden ausserdem – aber leider sehr teuer: 156 Euro für 50 ml. Damit kann man gut ein bis zwei Jahre auskommen, aber ich kenne ehrlich gesagt keinen, der so viel Geld investieren würde. Es bliebe wieder an uns Damen so etwas zu verschenken, und zu hoffen dass es dafür zumindest kein Mecker gibt 😉 !

GUERLAIN Homme

Was ist bloss passiert?
Während ich von GUERLAIN als Traditionshaus schwärme, das schon lange tolle Düfte herausbringt und zu den besten Häusern gehört, dank Klassikern wie L’Heure Bleue… DAS!!

Der neue Herrenduft, der aufwendig beworben wird, steht für Mann und Tier – wir erinnern uns. Das reissende Biest…:

…jedenfalls ist das reissende Biest heute abend einfach nur betrunken. Der gutaussehende Kerl, der sich zu mir herüberlehnt, hat sich eindeutig vertan. Es ist ein Bild von einem Mann, dunkle Haare, göttlicher Körper und grüne Augen, dazu perfekt gekleidet, mit einer selbstverständlichen Lässigkeit.
Nicht der Typ der mich ansprechen würde – ich meine mich anquatschen würde! Sein Beuteschema ist gross, blond und hat einen Vertrag bei ELITE Models.

Trotzdem – er lehnt sich rüber und mich umweht ein Hauch von klassischer Minze und der Duft nach Geld und… ich rieche eindeutig dass er viel zu viele Mojitos oder Caipirinhas oder was auch immer getrunken hat. Er riecht nach “Mann” und statt nach Kneipe nach Pianobar, wo man gediegen-gelassen seinen After-Hour / Sundowner einnimmt, mit vielen anderen Leuten, die für ihr Geld schon lange nicht mehr arbeiten müssen.

Der holzig-männliche Duft wird von den Mojito-Duft irritierend verdeckt, und ich kann mich gar nicht auf die schönen grünen Augen konzentrieren.

Endlich sagt er sein Sprüchlein: Können Sie mir die Nummer Ihrer bezaubernden Freundin geben?

So ein Mist. Es ist sein Parfüm, das nach Mojito riecht, er ist nüchtern, und er will natürlich nicht meine Nummer haben.