Das erste Mal: BADASS BITCH

Die Liebe ist schon eine seltsame Sache. Mein Ehemann ist ein wundervoller Mensch, dessen schlimme Fehler auf dem Niveau “Leere Tuben im Bad hinterlassen” sowie “Alles auf dem letzten Drücker und es klappt trotzdem” sind. Ergo keine wirklich schlimmen Fehler…
Er erträgt mich und er sieht Dinge in mir, die ich erst noch lernen muss. Ich bewundere ihn als Mensch, denn er ist ein guter Mensch. [Der Rest ist privat, in etwa hier ist meine Grenze. Denkt Euch die fetteste Liebeserklärung einfach selbst aus.]

Das krasseste Kompliment, und ich finde es ist eines, bekam ich jüngst. Wir unterhielten uns darüber, was für eine Gravur ich in meinem neuen Ring machen lassen könnte. Wir alberten herum und dachten uns lustige Sachen aus, und dann meinte er breit grinsend: Wie wäre es mit BADASS BITCH?

Der Hintergrund dazu ist dieses Bild, was ich via Twitter entdeckt und mir aufgehoben habe. Ich gäbe dem Urheber die credits, weiß aber nicht wo es her kommt …

Die direkte Übersetzung ist nicht! schmeichelhaft, die Redewendung bedeutet… ja, wat sacht man im Deutschen dazu?!

Wer mit den Duft eines Engels schenkt und gleichzeitig weiß, dass ich äh… dies badass Dingensda auch bin, kennt mich. Und ich bin sehr happy über diesen kleinen Scherz, weil er mich doch ermutigt, meinen Weg zu gehen.

Zu sein wer man ist, finde ich, ist nicht immer einfach.

Wer ich wirklich bin? Ein sehr liebevoller Mensch, ein extrovertierter und eitler, aber bestimmt.kein.netter. Ich bin ein Gerechtigkeitsfanatiker und zeitweilig konservativ. Ich vertrete meine Werte, ich zwinge sie aber niemanden auf. Ich will nicht nett sein, ich will ehrlich sein. Und ich will was bewirken.

Ach ja – ich bin totalmente normal, ich nuschele, bin verplant, manchmal zickig, und wenig diplomatisch. Ich bin hier, weil Ihr da seid und ich spreche Dinge aus. Das macht mich gelegentlich besonders|schwer zu ertragen. 😉

Ach, und wenn wir hier schon Komplimente verteilen: Der Grund für alles ist der hier. Nicht Job, nicht Schminke, nix von außen, sondern das Kind, das so fucking ehrlich ist, dass es Dich so fucking ehrlich dein Leben leben lässt. Seien wir also mehr wie Kinder. Ehrlich, echt, gut.

Immer, wenn mich der Mut verlässt, wenn ich zweifle, hoffe ich hierdran zu denken und zu sagen: Fuck off. I’m a fucking badass bitch and I don’t owe you nothing.

Das finde ich übrigens eine tolle Ergänzung zum Kantschen Imperativ. Kein Scherz.

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4 Gedanken zu „Das erste Mal: BADASS BITCH

  1. Tja, an dieser Erkenntnis verdaue ich auch schon eine Weile. Ich habe mich nie so richtig damit abgefunden das ich mit meiner ehrlichen Meinung polarisiere und anecke. Ich werde nie verstehen warum Ehrlichkeit und konstruktiv gemeinte Kritik in unserer Gesellschaft so wenig gefragt ist. Darum halte ich viel zu oft meinen Mund oder streue seichte Freundlichkeiten obwohl eine Bad Ass Bitch gefragt wäre. Wie war das noch mit der Wahrheit die eine(n) Mutige(n) bedarf der sie ausspricht?
    Mir ist Bewusst, das everybodys Darling in der Regel auch everybodys ArXXXloch ist. Ich bin einfach nicht Diplomatisch genug um hier einen guten Kompromiss zu schaffen.
    Eigentlich gibt es genau 2 Menschen auf deren Meinung ich so richtig viel Wert lege und das wären mein Mann und mein Kind. Die beiden Lieben mich auch oder gerade dann am meisten wenn ich Badass bin. Dafür bekomme ich natürlich auch ungeschönte Wahrheiten gespiegelt. Das ist nicht immer leicht….. Weil ich das weis, lasse ich das mit dem immer direkt und dem immer ehrlich und bin leider viel zu wenig so wie ich gerne wäre. Eine Badass Bitch mit dem Herzen auf der Zunge. Die verinnerlicht hat das sie niemandem etwas schuldet außer sich selbst und denen die sie wirklich liebt.

    1. Christina: Das unterschreibe ich genauso, jedes Wort. Und gerade das Gespielgelte ist echt nicht leicht. Zuhaue, bei freunden etc kann ich so sein wie ich bin; ich habe ein Problem im Job und in solchen Rahmen, weil es viel um Politik geht, statt um Tun und Inhalte. Da ist badass bitch style nur bei Männern erlaubt 🙁 aber hey – ist der Ruf erst runiiert, lebt es sich ganz ungeniert. Hehe – Plattitüden kann ich auch wie keine andere 😉

  2. Ich stimme Dir ebenfalls zu! Allerdings sehe ich diese beliebte Aussage, wir müßten mehr wie Kinder sein, kritisch. Ich finde nicht daß wir mehr wie Kinder sein müßten – sondern schlicht und einfach geradlinigere, echtere, aufrechtere Erwachsene. Auch wenn das dann keine schöne Metapher mehr ist. Mit dem Wesen von Kindern hat dies aber eben in Anbetracht der Verantwortung die wir für uns, unsere Lieben und nicht zuletzt auch für die Gesellschaft tragen, und auch in Anbetracht der Empathie und des Verständnisses, die aufzubringen oftmals reichlich Lebenserfahrung erfordert, und die die Welt so dringend in höherem Maße bräuchte, doch nur sehr bedingt, bzw. sogar eher wenig zu tun. Ich bin auch ganz und gar schlecht in Diplomatie, und auch ich würde verzükt danke sagen, wenn jemand mich Badass Bitch nennen würde. Zweifellos waren auch schon viele Leute sehr kurz davor das ohne Rücksicht auf Verluste zu tun… Das ist aber eben nur die eine Seite. Die Last der Verantwortung und die moralische Verpflichtung zu mehr Verständnis und Akzeptanz, ganz besonders gerade dann, wenn es am schwersten fällt, ist die andere.

    Und dann muß ich einmal mehr feststellen, daß ich echt nicht verstehe, daß und warum das Wort “konservativ” mittlerweile offenbar in der Breite der Gesellschaft negativ assoziiert wird! Wie sich daran zeigt, daß Du es hier eher im Rahmen Deiner etwas unangenehmeren, streitbareren Eigenschaften aufzählst. Das finde ich wirklich nicht gut! Ich bin auch konservativ, und summiere das nicht unter “ich esse zu viele Süßigkeiten und bin manchmal nervig”, sondern es ist eben Teil meiner weltanschaulichen Einstellungen. Fände ich eben diese nicht gut und richtig, so hätte ich andere – ergo kann ich darin nichts Schlechtes oder auch nur Zweifelhaftes erkennen. Und es ist letztlich auch echt falsch, weil die eigentliche Bedeutung des Wortes ja rein deskriptiv, aber eben wertneutral ist. Ein ähnliches Phänomen also, wie mit dem Wort “liberal” in Amerika. Reaktionär – das ist das Wort, das man verwendet sollte, wenn man “rückwärtsgewandt, stupide und verbohrt” meint. Und auch wenn man “spießig” meint. Konservativ zu sein, und dennoch modern und zukunftsorientiert (ich sag mal, einfach “ganz normal”), das schließt sich keineswegs aus. Ich meine, auch mit “progressiv” könnte man schließlich ideologisch und polemisch einen Haufen Negatives assoziieren, wenn man denn wollte. Das wäre aber genauso irrational, inhaltlich daneben und ungerechtfertigt pauschal, wie es das bei “konservativ” ist.
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