Bist du dumm?

Also, liebe Leserin, ich fürchte, du und ich, also ich und du – wir sind dumm.
Wir lesen und schreiben womöglich einen Blog (immerhin!! Technik!) über Beauty (neee, das geht gar nicht, was’n das, Tussikram, Du Dummchen, bäh!).

Alljährlich tun sich die Männer, die Medien machen, gegenseitig einen blasen. Das nennt sich zum Beispiel Lead Awards oder aber Blogger des Jahres 2013 (verlinke ich aus gutem Grund nicht).

Man nannte diese Preisverleihung auf Twitter, ein Medium das ich häufig frequentiere trotz meiner Dummheit (aber es kann nur 140 Zeichen, daher… kriege ich es grad so hin), also man nannte das den Goldenen Medienpimmel. Ja, es gibt sogar einen Verein namens ProQuote, der sich für mehr Frauen in der Medienlandschaft engagiert – und zwar oben im Baum, nicht unten im Gras… warum wohl? Männliche Medienmacher machen männliche Medien und Medienmacher sichtbar.

Alljährlich fällt die Sparte Beauty oder meinetwegen Lifestyle weg. Ein Milliardenmarkt mit beeindruckenden Zahlen, was die Blogosphäre betrifft. Ehrlich gesagt gibt es kaum exakte Zahlen, denn es ist mittlerweile unmöglich etwas zu erheben; jede große Online-Publikation hat ein Celebrity und Beautyblog; die unzähligen Beautyblogs der 14-55 Jährigen, die als Hobby irgend etwas mit Kosmetik haben, zum Teil nicht mehr aktualisiert, oder nur sporadisch: Sie sind da, sie existieren und sie werden gelesen. Es gibt keine Seite, die nicht angeklickt wird, sei es denn von einem Spamrobot.

Aber Mädchenkram und so, das ist und bleibt eine Zone, die keine Beachtung findet. Ich wäre in der richtigen Community reich und berühmt, ein Art Sascha LObO (Sorry, da muss ich selber lachen!) aber dafür muss auch ich mir einen (goldenen) Pimmel umschnallen.

Ich sage Dir, liebe Leserin, du bist nicht dumm. Aber du wärest es, wenn Du Dich dafür schämst, was du tust und was du magst. Natürlich ist es wirklich bitter, dass eine so große Community schlichtweg verleugnet wird, dass wir eine feste Clique sind, aber doch eher die am Rande des Schulhofs, die ständig auf die Fresse bekommen.

Die Beautyblogosphäre hat sich das übrigens nicht selbst zuzuschreiben: Natürlich betreiben die meisten ein Hobby und kein Unternehmen; die lange (auch von mir) gehegte Auffassung dass “wir selber daran schuld seien” durch mangelnde Professionalität und Geschäftstüchtigkeit ist leider auch ein Cliché. Wir sind leider einfach zu viele Frauen ohne jeweiligen Fürsprecher, wir werden für unmündige Konsumentinnen gehalten und solche Personen wie ich für das reinste “pain in the ass”, die Marken ihre Kritik unverblümt um die Ohren schleudern und das Geschäft für 3 Sekunden stören.

Bist du dumm? Nein, Du bist sehr schlau. Schlau wollen aber viele nicht. Schlau kauft nicht das, was gesagt wird. Und Frauen werden ironischerweise deshalb links liegen gelassen, weil sie die höchste Kaufkraft haben, diese aber AUF GAR KEINEN FALL durch Mündigkeit und Aufklärung differenziert ausgegeben werden soll. Ein Loha ist irgendwie immer männlich (Loha: Lifestyle of Health and Sustainability, oder auf Deutsch Lifestyle-Öko (auch: Pseudo-Ökp, Wohlstands-Öko, Luxus-Öko)). Frauen entscheiden welches Auto gekauft wird, welcher Kühlschrank, welches Buch, welche Bettwäsche, welche Äpfel. Kleine Bastion der Männer… ach scheiße, gibt es nicht. Frauen entscheiden mit, welche Technikprodukte gekauft werden, weil sie auch photographieren, zoecken, telefonieren und vor dem Rechner sitzen. Na, so ein Mist aber auch.

Nun kommt manN daher und sagt, nicht jammern, macht doch was draus, fühlt Euch selbstverständlicher, bla bla, und wir sollen hier nicht so als Opfer da stehen. Das nennt man übrigens in der Fachsprache “victime blaming”, also man gibt dem Opfer die Schuld. Der Kontext spielt keine Rolle.

Also, ich habe mich geirrt, es liegt nicht an uns Beautyblogerinnen und -leserinnen, dass man uns nicht ernst nimmt. Woran liegt es? Strukturelles Problem?

WAS WÜRDE PASSIEREN, WENN DIE FRAUEN VON HEUTE AUF MORGEN KEINEN EINZIGEN NAGELLACK, LIPPENSTIFT UND CREMETIEGEL KAUFEN WÜRDEN? Wie hoch schätzt ihr den monatlichen Umsatz der Kosmetikbranche in Deutschland? Tja.

Um Gottes willen, ich will uns den Spaß nicht verderben – es geht doch jetzt erst richtig los. Wir wissen mehr denn je über Produkte und Marken Bescheid, was und gefällt, was uns steht, experimentieren dennoch gerne rum. Macht ein lautes PFFFFTTT und wen Euch jemand oder etwas ärgert: Konsequent boykottieren. Nicht für immer, aber für einen Monat, oder sechs. Bewusst.

Beautyblogs werden immer “Tussikram” sein, wobei wir auch nur Nerds sind, aber eben nicht Ampere und Volt getrieben, sondern INCI und Nummer. Seid nicht neidisch und mißgünstig auf andere, damit kommt man nicht aus der Unmündigkeit; stärkt und pusht Leute, die Chancen haben, auch wenn es euch nichts bringt. Männerseilschaften? Kann frau auch. Setzt Euch für die Quote ein, weil es anders erst einmal nicht geht. Auch eine Männerquote wäre sinnvoll.

Und lasst Euch den Scheiß nicht gefallen. Man muss nicht zickig sein, so wie man das bei mir wohl denkt, aber lasst Euch das nicht gefallen. Weder die mediale Berichterstattung, noch den alltäglichen, sublimierten Sexismus.

Das erste Mal: Ladenverbot

EDIT: Übrigens habe ich mehrere solcher Vorfälle im letzten Jahr gesammelt, ich schreibe darüber nochmal gesondert was; es ging immer nur um Kleidung.

Ich hatte echt eine wilder Jugend, und die ging locker bis 26, aber Ladenverbot? Habe ich noch nie bekommen. Bis heute. Weil ich einen Artikel reklamiert habe… oder?!

Tatort: Zasa Lüneburg (nichts gutes drüber gehört, aber es ist der einzige Laden in Lüneburg, wo man Kinderkleidung von Marken wie Engel Natur oder andere ökologische Label kaufen kann, wenn auch immer ein paar Mark teurer…). Ich habe dort erst dreimal eingekauft und bin sehr zuvorkommend bedient und beraten worden von einer älteren Dame, beim letzten Mal von eine der Chefinnen selbst, wie es scheint.

Ich kaufte also ein paar Wollhandschuhe von Disana, da sie mir die Marke epmfahl. Kurz geärgert habe ich mich, als ich an der Kasse an Euro mehr zahlen sollte, denn es waren nur zwei oder drei Teile ausgezeichnet, der Rest ohne Preis. Das ist immer ein schlechtes Zeichen, gerade im Einzelhandel: Der eine Kunde zahlt X, der andere Y; je nach Nase. Je nach Größe kosten die Handschuhe eine Mark mehr. Okay. Die Wollwalkhandschuhe sind super, warm, gut, sie waren vieeeeel zu groß (ich habe Größe 3?! gekauft, obwohl ich 2 wollte) aber das macht nichts, denn so konnten ich sie immer problemlos anziehen.

Vor zwei Tagen fiel mir auf, dass die Nähte aufgehen, und zwar an beiden Handschuhen an der gleichen Stelle. Ich HASSE sowas. Ich kaufe etwas nicht, um es anschließend reparieren zu müssen – ich habe keine Zeit und keine Lust. Disana hin oder her, das müssen die einfach besser machen – Mist verkaufen lasse ich mir jedenfalls nicht. Hier gibt es das Gesetz der Gewährleistung, zumal die Handschuhe wenig getragen wurden, dachte ich mir. Also ab in den Laden.

Leider war das spontan und so machte ich mir nicht die Mühe, die Quittung rauszusuchen (sehr ärgerlich, denn sie lag obenauf… mir ist in letzter Zeit einiges passiert mit defekter Ware von Kindersachen, weshalb ich immer die Quittung aufhebe). Im leeren Laden wühlten wir uns durch die Handschuhe durch und fanden ein rotes Paar in der gleichen Größe. Super.

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Silvester!

Das war ein tolles Jahresende: Ich konnte wieder essen, wir wurden bei Freunden verwöhnt mit Whisky, bestem Essen und tolle Gespräche. Ruhig war es, und glücklicherweise schlief der kleine Teddy trotz Silvesterfeuerwerk (und das satte zwei Stunden länger als sonst…). Den ersten Tag des Jahres verbrachten wir mit Resteessen und einem endlich vernünftig gekühlten Champagner (meine persönliche Empfehlung: Ruinart Blanc de Blancs, der reguläre ist aber auch geil).

Natürlich habe ich mich ein wenig schick gemacht – wobei wir mit Hunden und Kindern gefeiert haben, also ein Anlass der Jeans mit Stretchanteil erfoderte, sowie Kleidung die nicht so empfindlich ist… falls einer raufkotzt.

Mit einer Perlenkette lässt sich jedoch selbst ein Frotteepyjama aufwerten, das glaubt mir mal!

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Rückblick? Nö.

Nun gibt und gab es jede Menge Rückblicke für das vergangene Jahr – man soll das Vergangene loslassen (nicht ohne klüger daraus geworden zu sein wohlgemerkt!) und nach vorne blicken. Wiederum auch hier nicht ohne auf das Hier und Jetzt zu achten.

Ich hätte eine weitere Plastiktüte Plattitüden aus Lager, aber die habt ihr bereits schon, mehr oder weniger gut verpackt, in den vergangenen Wochen durch die Medien serviert bekommen.
Meine Abwesenheit blogtechnisch tat meiner Beliebtheit keinen Abbruch (Haha!) und lässt sich einfach subsummieren: Kein Bock. Nö. Dazu Grippe, Angina, Zahnprobleme, Zahn-OP – jeweils nacheinander, was mir das Traumgewicht schlechthin bescherte. Ich konnte nicht essen, doch dank der lieben Familie (sowie erweiterte Familie=Freunde) konnte ich binnen drei Tagen mir alles wieder anfressen. Es war herrlich, sage ich Euch!

Schminktechnisch habe ich nicht geschlampt – oh nein! Stets adrett aufgemacht ist natürlich Pflicht für jemand, der den ältesten Beautyblog der Welt (ja, igitt, was für eine Scheißbezeichnung, aber sie stimmt!!) führt und so standen Produkte im Mittelpunkt, die schnell anzuwenden waren, relativ leicht auf der Haut, und absolut schleckfreundlich für den kleinen Teddy, der bald ein Jahr alt wird und seine Gunst in sehr feuchter Form am Gesicht bezeugt. Also Dr. Hauschka…

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