Niemand kauft sich mehr glücklich

Ich bin Niemand. Scherz beiseite, der Umsatz der Luxuskonzerne ist eingebrochen. Die Modeindustrie kratzt an den Bildschirmen der potentiellen Kundschaft, und diese antworten “du kommst hier nicht rein”.

Die Beautybranche? Da gebe ich gerne ein Beispiel: Der Vertreiber von Luxusparfums verklagt gerade Beauty Influencer, die statt 400 Euro Parfums deren günstigeren No Name Geschwister empfehlen. Ist übrigens ein Mann, die Chefin davor hat einfach großzügig Pakete verschickt, was viel besser funktioniert hat.

Insgesamt ist also die Konsumbereitschaft gesunken. Alles, was unnötig ist, wird ausgesetzt, bis auf Urlaub, da bleibt Deutschland Reiseweltmeister.

Physische Läden sind mittlerweile eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme, und bis auf mein Luxus-Edeka, der gerne brechend voll ist, sehe ich nicht mal die üblichen gelangweilten Shopper*innen.

Warum? Weil “Niemand” nun mal die Kaufentscheidungen treffen und es sich dabei um Frauen handelt. Wenn selbst meine Freundin, deren Gesichtspflegeserie vierstellig kostet, sich eine Alternative gekauft hat, was definitiv nichts mit ihrem Budget zu tun hat, dann bedeutet das zwei Dinge: Die Leute haben kein Geld mehr UND der Markt ist an den regulären Konsument*innen vorbeigezogen. Lippenstifte für 60 Euro waren skandalös, jetzt kosten sie regulär 52 – der zuverlässigste Indikator, der Lippenstift-Index, hat die Anzeige deutlich auf Rezession.

Die absolut unverständliche Reaktion des Marktes: Mehr Produktion in schlechterer Qualität.

…ja, da weiß ich auch nicht, macht kaufmännisch nicht mal Sinn.

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