Henssler&Henssler in Hamburg haut nicht vom Hocker

Als echte Dorfbraut zelebriere ich Essen gehen – schickes Outfit, Aufregung und Vorfreude gehören dazu. Umso mehr wenn man dafür in die „Großstadt“ fährt, also nach Hamburg, um in ein angesagtes Sushi-Lokal etwas zu sich zu nehmen, was ich persönlich nicht zubereiten kann und auch nicht können möchte. Sushi! Direkt am Hafen, wo der Fisch angeliefert wird – das Restaurant holt sich den Fisch definitiv zu Fuß.

So sicherlich auch am Samstag abend, wobei der Koch etwas lahm zu Fuß war. Frisch geht noch frischer, und bei Fisch ist jede Sekunde an der freien Luft tödlich. Kein Wunder also dass sie die Küche durch permanentes, aggressives Gebimmel bemerkbar machte, damit die lahmen Servicekräfte zu Potte kommen.

Laut war es, dabei saßen wir draußen und haben vergleichsweise eine angenehme und sogar ruhige Atmosphäre genossen.

Die Restaurantleiterin zog regelmäßig ihre Runden mit gesenkten Kopf. Hätte ich auch getan, wenn das Personal sich am Tisch des Gastes darüber streitet, was man denn nun in die Küche für eine Bestellung weitergegeben hat. Unsere Kellnerin war unsympathisch – kann passieren.
Und man kam sich tatsächlich vor wie am Bahnhof. Klar, Touristen fertigt man schnell ab – wir waren bloß keine.

Das Essen hat mich persönlich enttäuscht – wenn auch nicht sehr teuer, doch auch nicht sehr gut. Muss man Wasabi wirklich verdünnen? Muss alles mit Tempurateig garniert werden?
(Wirklich guten Sushi bekommt man in Berlin am Hackeschen Markt bei PANASIA – und die besten Coktails auch, sollte man am späten Abend noch einen Tisch ergattern.)

Fazit: Ein typischer Laden zum sehen und gesehen werden. Den regelmäßig eintreffenden Taxen stiegen junge Frauen mit alten Männern aus, und zur späteren Stunde eine echtes Augenschmankerl – ein Gruppe von „Jungs“, allesamt gut aussehend und auf Beutefang. Danach hatten wir erhebliche Mühe unsere Kellnerin zu Gesicht zu bekommen, obwohl wir nur noch zahlen wollte. Sie warf sich in die Brust und war hin und vor allem: weg. Am Nebentisch mit den Zuckerschnecken.

Ich saß leider mit den Rücken zu ihnen, und so konnte ich nur eine durchdringende Parfümwolke vernehmen. Da ich geschworen hatte mich zu benehmen, drehte ich mich nicht um um zu fragen was das für ein Duft sei – und ob der junge Mann einen Waffenschein dafür hatte. Dagegen waren die Raucher am Nebentisch harmlos.
Der Auftritt der gelackten Gruppe sorgte jedenfalls für einen großen Unterhaltungswert 🙂

Zusätzlich dazu verstopfen die Damentoiletten. So durfte frau an den Stehpinklern vorbei um auf die mittlerweile sehr dreckigen Toiletten zu kommen. Derart Erlebnisse vermag man nicht mit guter Gastronomie in Verbindung zu bringen.

Dennoch war es ein toller Abend – meine Freunde, genug zu gucken und genug Gesprächsstoff, satt waren wir auch, und den After-Dinner Coktail gab es mit schönster Aussicht in bester Gesellschaft.

14 Gedanken zu „Henssler&Henssler in Hamburg haut nicht vom Hocker

  1. ?
    du musst in einem anderen henssler&henssler gewesen sein als das, was ich kenne 😉
    ich mag den laden weil:
    bestes sushi in norddeutschland. 100% frisch, 100% innovativ, 100% geschmack. tempurateig? klar, auf den ausgebackenen sachen, wie dem tempura gemüse. ansonsten? nö. abgesehen vom sushi hat der rest der karte auch durchweg klasse, was idee und ausführung angeht.
    super service. sind am tisch, wenn du nur blinzelst. top freundlich. kompetent, wieselflink und unaufdringlich. können dir zu jedem sushi den perfekten wein empfehlen.
    ich habe noch nie streß mit bestellungen gehabt oder irgendwelches anderes generv, ganz im gegensatz zu den anderen läden am hafen wie la vela, schauermann oder au canard. oder auch east und co. das essen war immer in angemessener, eher kurzer zeit, muss ja nicht gekocht werden aufm perfekt eingedeckten tisch.
    laut? klar, da versuchen ein paar hundert leute jeden abend einen sitzplatz zu ergattern, klar, auch um gesehen zu werden. und das wirst du da. das ist es im east restaurant (name?) aber auch. wenn ich distingiert essen gehen will, suche ich mir keinen inspot, sondern geh in ein traditionsrestaurant wie das fischerei restaurant hamburg um die ecke.
    verdünnter wasabi? hä? *kopfkratz*.
    toiletten dreckig?? ok, das geht gar nicht, aber ich kenne die toiletten dort auch nur top sauber, schön beduftet mit irgend nem krams, handtücher da, alles gut.
    ich bin dort seit jahren gast und ich finde, es ist wirklich einer der hot spots in hamburg, sowohl kulinarisch als auch vom service und ambiente. merkwürdig, was du da erlebt hast.

    1. Genau das habe ich nicht erwartet, sondern das was Du beschreibst, hipp, cool, lecker.

      Weder das eine noch das andere. Gewartet haben wir übrigens auch ewig, was ich persönlich aber sehr angenehm finde. Außer man will los und kann nicht zahlen… Dein Nord-Deutschland ist sehr gross dann aber :-), in meinem Nord-Deutschland=Hamburg kann man mit so einer Gastronomie keinen Blumentopf gewinnen… das war vielleicht mal gut, ist es aber diesen SA weiss Gott nicht gewesen.

      Die ganzen Sushi waren „irgendwie mit irgendwas“, nix klassiches, schon lecker, eher modern, aber ohne die Sashimi hätte man nie gedacht man wäre Sushi essen. Die brauchen wohl einen Sushi-Meister in ihrer Küche – oder der hatte gerade frei?!

  2. ja, wie gesagt, das habe ich in dem laden so in all den jahren als gast nicht einmal erlebt. vor allem das essen war herausragend.
    die haben mehrere sushi meister angestellt und cheffe ist auch einer 😉
    und die inside outs, die ich da gegessen habe, waren alle genial.

    … und ich glaube, norddeutschland ist schon noch n bißchen mehr als hamburg.. 😉

  3. Wann warst Du das letzte Mal da? Vielleicht war es mal gut und an den SA war einfach ein doofer Tag oder aber es ist nicht mehr gut weil der Name noch dran ist und die Leute nicht mehr?
    Du wirst nicht mal mit einem Tschüss verabscheidet – sorry, das ist unter aller Kanone.

  4. Du fährst nach Hamburg zum Sushi und fragst mich nicht mal. Ich kann Dir 3 wirklich gute UND günstige Läden (zumindestens empfinden Ich und meine Studi-/Azubi-Freunde das so) nennen und wenn du willst begleitet ich dich auch.
    Sind zwar nicht so „Go-See“-like,aber dafür wirste satt und happy.Wenn bedarf besteht,schick Ich dir die Links gerne per Email.

    1. Ich will nicht schick, ich will richtiges gutes Essen, und im Zweifelsfalle ist mir egal ob es ein Imbiss ist! Allerdings bin ich sehr sehr anspruchsvoll bei Lebensmittel-Qualität. Bzw. mein Magen ist anspruchsvoll – mir kann es schmecken, wenn es aber nicht frisch/hochwertig/nicht koscher ist sagt mein Magen: Nö. Bestes Beispiel: Glutamat. Schmeckt, hat aber furchterregene Nebenwirkungen.

      So, her mit den Tipps, öffentlich! Wollen alle was von haben… Ich finde den in der Wandelhalle ganz okay. Je nach Tagesform.

  5. ende mai, vor 4 wochen also ungefähr, auf dem rückweg vom darsswochenende. alles exzellent, vom essen über service bis zum ambiente. und wenn es nur das warme, nasse handtuch ist, was man am tisch bekommt, um sich die hände sauberzuwischen. es war knallevoll, allerdings kein samstag.
    spätestens 20 min nachdem man im restaurant seinen platz einnimmt, hat man was zu essen, getränke sind quasi sofort da, nachbestellungen werden wie gewünscht geliefert, nichts ist zu umständlich (als ex vegetarierin solltest du extravaganza bei bestellungen kennen) und die kellnermädels waren nicht nur gut aussehend, sondern fit, jede(r) hat feste tischreihen, auf eine rechnung haben wir auch nie länger als „normal“ (ein paar min) gewartet.

    steffen henssler (das ist der gut aussehende) führt den laden nach wie vor selber, sein vater ist auch mit drin, „überwacht“ aber nur den service.
    die dame am eingang holt dir sofort die richtige jacke, ohne karte oder nummer.
    keine ahnung, muss wohl ein schlechter tag gewesen sein, den du erwischt hast. ich hatte noch nie streß bei henssler. im gegenteil.

    übrigens zit. „nicht sehr teuer“ find ich es dort gerade nicht – zwei personen essen=150 euro etwa. ohne kobe rind oder cocktails. sashimi vom loup de mer 13.50, beef tataki (wo kriegste das sonst noch in hh??)
    14.50, sashimi auf eis /thunfisch 18,50 (yumyumyum)… und die sushi rolls liegen so bei 8 euro. ähh. wenn das nicht teuer ist, wo gehste denn hin, wenn du es richtig krachen lassen möchtest???

    außerdem macht henssler seinem konzept nach fusion food, er nennt es cuisine pacifique, keine „reine“ japanische küche (das PANasia auch nicht!!), das steht auch so in seinem kochbuch, auf seiner homepage, ..) er hat auch in USA, nicht in japan gelernt!

    1. Jacken abnehmen? Sag mal, wo warst Du denn?
      Und WAS habt Ihr für 150 gegessen? Wir hatten zu viert in etwas das gleiche, mit Vorspeisen, Aperitif, Dessert und Sake.
      DAS kann nicht der selbe Laden gewesen sein!! Oder wirklich wegen Touri-Samstag?!

      …und zum krachen lassen gibbet zu Hause Ruinart und ich koche selbst.
      Und zum richtig krachen lassen – nun, das war in Berlin das letzte Mal. Und demnächst in Süd-Deutschland, ich denke das wird auch gut… andere Esskultur.

  6. klar jacken abnehmen. und zum tisch geleitet werden…
    warst du woanders??
    und wat für ne restaurantleiterin? der restaurantleiter ist henssler senior, der immer in jeans rumrennt und seine stammgäste persönlich begrüßt.
    und wat für ne aussicht? bei henssler haste keine, zumindest net aufs wasser.
    strange.

  7. Meine supergeheimen Geheimtipps öffentlich machen? Nagut, AUSNAHMSWEISE 🙂

    [Bei allen Tipps gilt:Ohne Getränke,am Wochenende reservieren macht Sinn]

    1.www.mr-cherng.de, 10€ ALL (Vorspeisen,Sushi,Nachtisch,Sachen aus dem Wok!) You can Fress Mittags,16€ Abends.

    2.http://www.bkitchen.de/bestellen/2979,Online Ordnern oder hingehen. Abends ab 18 Uhr gibts zum. das Sushi für 17€ All You can Fress (auf so niedlichen kleinen Holz“schiffchen“).

    3.Dafür gibts es keine Homepage,aber über dem TEEGSCHWENDNER (auch super lecker übrigens) ist ein Sushi-Restaurant,allerdings doch gehobene Preisklasse.

    Das waren die Drei.

    Ich habe übrigens das erste Mal Sushi bei der Sushi Factory an der Staatsoper gegessen
    und bin begeistert von deren Qualität und dem Umstand,dass es dort das typische Karussell/Laufband mit dem Sushikoch in der Mitte gibt.

    Siehe http://www.sushi-factory.com/bars.php . Allerdings muss man dort jeden Teller einzeln zahlen und wer wirklich hungrig ist,lässt dort schon ein paar Dutzend Euro.

    Auch noch empfohlen wurde mir von einer kulinarisch erfahrenen Person das hier http://www.qype.com/place/171-Happi-Sushi-Vertriebs-GmbH-Hamburg.

    So,ich hoffe das reicht für den Anfang,damit sich die Dorfschönheit mal als Grossstadtgöre fühlen kann.

    PS Über neue Homepagebesucher und Tweet-Follower würde ich mich freuen 🙂

    http://www.sandramagdalena.de

    1. Hehehe, dein Kommentar war im Spam 🙂 sorry – wohl wegen derLinks.Also die Sushi Factory ist schon bei meiner besten Freundin durchgefallen, und die war auch mit in Berlin. Ich habe einmal Laufband gegessen, in Mailand allerdings, da war ich satt und habe ein Vermögen bezahlt (eh teuer…) war so ein Hotspot, aber es war auch gut, das hat sich gelohnt.

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