Ich habe Respekt vor Menschen mit Schönheitseingriffen!

You are not ugly, you are just poor.

Du bist nicht hässlich, (oder alt!), du bist nur arm.

Gerne erkläre ich, warum ich Schönheitsoperationen nicht gut finde, aber auch Frauen bewundere, die sich das antun. OPs und auch “kleinere” Eingriffe sind schmerzhaft und risikobehaftet. Botox, Filler, Peelings – geschweige denn Brustvergrößerungen, wo die Implantate regelmäßig durch eine weitere OP gewechselt werden müssen. Kosten tut das Ganze ein Vermögen, und man kann sterben. Vielleicht nicht dabei, aber dann halt hinterher. Und googelt bitte nicht das Wort Nekrose.

ABER. Wer das macht, hat einen irrsinnigen Willen und auch eine sehr hohe Schmerz- und Leidenstoleranz. Denn diese OPs sind zwar fix gemacht, aber die Heilungszeit und die damit verbundenen Schmerzen und der Aufwand im Alltag – oh mein Gott. Ganz ehrlich, ich würde sofort mein Gesicht hochtackern lassen, aber nachdem ich gesehen habe, wie die Rekonvaleszenz dazu aussieht, war ich raus. Schmerzen mag ich nicht, und selbst wenn man mich dafür bezahlen würde, würde ich es mir nicht überlegen. Ich bin eitel, aber nicht irre.

Stell dir vor: Du lässt Dir regelmäßig die Lippen aufspritzen – das ist ein besonderer Schmerz… dazu hast du dir die Haare verdichten lassen, was auch super schmerzhaft ist.
Weil das Alter nicht im Gesicht halt macht, ist die überschüssige Haut der Winkearme abgeschnitten worden. TACKER BITTE!
Dazu wurden die unteren Rippen für eine schmalere Taille entfernt – gängige brasilianische OP schon vor 20 Jahren. Und natürlich eine 360° Fettabsaugung gemacht. Danach muss man übrigens sehr lange in einem Korsett leben.
Ist das Näschen gerichtet, können wir den Fettzellen am Knie zuleibe rücken. Warum nicht.

Wenn ich mir die Boomer Prominente ansehe, die alles haben machen lassen – das läuft es mir kalt den Rücken runter. Auffälligerweise sind das dazu noch extrem schlanke Menschen, die also wirklich ein gesundheitliches Risiko durch das Untergewicht haben, bei der Narkose abzunippeln. Kleiner Herzstillstand, und aufwiedertschüss.
Ich denke da an Frau Macron und Donatella Versace, jüngst mal wieder unschön aufgefallen auch Demi Moore. Deren Schönheit wird gefeiert – ist jedoch das Ergebnis unzähliger Operationen und einer kontrollierten Magersucht.

Da kann man wirklich dankbar sein, dass einige Celebrities nicht beschönigen, wie scheiße dieser Schönheitswahn ist. Der Designer Marc Jacobs hat seine Gesishtsverjüngung medial begleitet und gezeigt, dass selbst die besten Umstände und Fürsorge nichts daran ändern, dass es ein massiv schmerzhafter Eingriff ist.

Ja, Schönheit und Leid sind seit Jahrtausenden synonym zu verwenden. Mensch sollte meinen, dass die menschliche, intellektuelle und auch wissenschaftliche Entwicklung uns von so einer Dichotomie emanzipiert hätten, aber: Pustekuchen!

Ich respektiere diese Frauen, die alles tun, um ihr Ding durchzuziehen.
Denn sie wissen, dass sie die Welt nicht ändern können, weshalb sie sich um jeden Preis an der (Scheiß-)Welt anpassen, um zu ihrem Ziel zu kommen. Und der wäre? Keine Ahnung. Ein Ziel, das nur mir dient, erachte ich in meiner unglaublichen Arroganz als zu wenig und zu klein.

Aber wie soll man die Welt ändern fragst Du!! Alleine?!!

Ja, dann frage ich mich wie der menschliche Fortschritt geschah und Dinge wie Menschenrechte, Arbeiter*innenrechte und Frauenrechte überhaupt aufkamen. Haben da womöglich Menschen in Gemeinschaften etwas Größeres als sich selbst angestrebt?!

Ja, sorry, ich habe vielleicht Respekt, aber keine Achtung.

Faschismus im Make-up: Der monochrome Braun-Trend

Wieder einmal schauen wir nach Amerika, unser Vorbild für die Installation einer faschistischen Tech-Bro-Oligarchen-Diktatur, und zeigen die alltäglichen Wirkungsmechanismen auf, die genutzt werden, um ebendies zu unterstützen.

Vorab: Ich weiß nicht was für eine Tech-Bro Gruppe in Deutschland existiert, mir scheint einfach nur dass die Milliardärsblase nicht mehr allzu viel drauf gibt, im Hintergrund zu agieren. Nehmen wir hierfür als Beispiel die Ministerin Reich und Guttenberg, sie könnte unsere nächste Kanzlerin werden.

Aber was hat nun die Farbe Braun und Schminke mit Faschismus zu tun? Es ist die Rolle der Frau im faschistischen Gedankengut, und ihr Aussehen und ihre Bestimmung. Als gute Frau ist sie sexy, modisch, jedoch dabei züchtig und zurückhaltend. So entstand die Clean-Girl Ästhetik, die ich als politisches Statement nicht auf Kette hatte, weil ich das als sichere Bank und schnelle Sache im Alltag mag.

Nun haben die weißen Influencerinnen, die diesen mühelosen Braun-Monochrom-Trend propagieren, leider auch eine große Querschnittsmenge zum rechten Gedankengut und den ganzen Pornatalisten. Es wird die “anständige” Frau repräsentiert, die “mühelos” ihre Frauenrolle ausfüllt, Mutterschaft, Fickbarkeit, und nebenbei natürlich ein Business, aber stets demütig und im Schatten ihres Mannes.

Der monochrome Braun-Trend ist das Kennzeichen und somit die Visualisierung eines bestimmten Gedankenguts. Es gibt dort “feminine” Energien und die Männer sind “Provider”, also Versorger. Wer das nicht sein kann aufgrund finanzieller Einschränkungen, wird zum Incel, und läuft in den gleichen Propagandakanal rein, halt aus der entgegengesetzen Richtung.

Die schicken weißen Insta-Frauen sind für den Incel unerreichbar, doch sind sie als Frau eines Alpha-Bros akzeptable und unantastbar, daher richtet sich der Frauenhass nicht ganz so stark auf sie, sondern auf marginalisierte Frauen, die sie nicht wollen (angeblich) aber ebenfalls unerreichbar sind (uneigentlich LOL).

Und so passiert es, dass wir unwissentlich einem Trend nachgehen, der uns unsichtbar macht. Das schon so schwierige “unsichtbare” Make-up wird zum Werkzeug einer anderen Unsichtbarmachung und Unsichtbarkeit.

Natürlich wird uns Schminke auch als Empowerment verkauft, es bleibt ein zweischneidiges Schwert, wir haben dazu auch Male Gaze und Kapitalismus. Und nein, es ist nicht möglich alles auf die Goldwaage zu legen und es bedeutet auch nicht, keinen Bronzer mehr zu nutzen. Wichtig ist es, hier differenzieren zu können, wenn es darauf ankommt. Das Bild, ja Bildwissenschaft per se, ist beileibe keine Trivialität oder reine Kunsttheorie, es ist die kulturelle, symbolische Bedeutung, die alles formt, heute mehr denn je, weil Bilder wirklich überall sind. Ja, weil Bilder und bewegte Bilder nicht nur im Alltag permanent da sind, sondern auch vermittelt.

Wer es bis hierhin geschafft hat zu lesen, hat eine Aufmerksamkeitsspanne, Gratulation!

CHANEL SUBLIMAGE L’ESSENCE DE TEINT Serum Foundation – gut, nicht gut genug

Deinfluencing – ja, diese Kategorie habe ich früher ausgelassen, warum das Internet fluten mit Dingen, die nicht geil sind? Aber da wir auf die Psychologie des Marketings reinfallen, egal wie reflektiert wir sind, muss ab und an eine Autorität nein sagen.

Also ich.

NEIN.

Don’t get me wrong: Das Zeug ist super, der Effekt ist wie ein Weichzeichner und man sieht einfach gut aus. ABER. Abgesehen vom Preis, ist das Produkt parfümiert, was nach drei Anwendungen dazu führte, dass ich nicht nur Pickel bekam, sondern auch unschöne Rötungen, was wohl eine anfängliche Rosacea sein kann. Danke, nein danke.

Es gibt viele sehr gute Produkte, man muss aber auch mal die gehypten einer kritischen Bewertung unterziehen. Wer keine empfindliche Haut hat, wird damit klar kommen, wird jedoch sicherlich irgendwann empfindliche Haut bekommen. Denn solche Produkte, zusätzlich mit der unfreundlichen UVA/UVB Strahlung im Alltag, sind nicht wirklich gut für die Haut. Ja, und nachdem ich jüngere Frauen mit Hautkrebs im Gesicht kenne, nehme ich das nicht mehr auf die leichte Schulter.

Zumal es da auch kaum Farben gibt, es ist einfach alles hell bis “büsschen gebräunt”, als ob POC und Schwarze Frauen nicht existierten.

Also: NEIN. Wirklich nicht.

POLO RALPH LAUREN – Shrinkflation und Alternative

Der Preppy – Style war, ist und wird bleiben, daher erfreut sich der Polospieler nach wie vor ziemlicher Beliebtheit. Obwohl ich es immer seltener sehe, was nicht zuletzt an den stark angestiegenen Preisen UND parallel dazu den viele Fälschungen und vor allem den zweitem Markt liegen wird, also ein Paralleluniversum, wo die Maße wesentlich kleiner sind.

Was nun aber in angesehenen Boutiquen liegt und auch bei Ralph Lauren direkt ist zumindest keine Fälschung – mittlerweile aber auch nicht mehr das Geld wert. Die stabilen Oxford-Hemden, die im Nu gebügelt waren, sind mittlerweile so dünn, dass sie maximal zwei Saisons überstehen. Der klassische Kaschmirpullover mit Zopfmuster – uffff.

Wer da noch alte Ware hat, kann sich glücklich schätzen, denn da ist die Qualität noch dem Renommee der Marke entsprechend.

Die nächstbeste Alternative für den Preppy-Style ist natürlich Tommy Hilfiger. Die Farben sind nicht ganz so gut, die Qualität aber genauso oder besser; die Preise etwas niedriger. Im Bereich Herrenmode für den Preppy und/oder maritimen Style hat die Marke mittlerweile die Nase vorn, außer man möchte sich durch den kleinen Polospieler abheben. Oder man hat einfach einen Stapel Polo Sachen im Outlet gekauft.

Wild ist neben der schlechteren Qualität auch die Preisentwicklung, wenn natürlich solche Ware häufig stark rabattiert verkauft wird. Die Polohemden kosten mittlerweile 150 Euro und zerfallen beim Anschauen. Das ist okay um zu zeigen, dass man Geld hat LOL aber das eigentliche Problem ist ein anderes: Die Müllhalde mit Klamotten wächst. Kaputte Kleidung, nicht verkaufte Kleidung, alte Kleidung, das macht mittlerweile einer der größten Umweltverschmutzungsfaktoren aus, gleich nach der Industrie.

Natürlich nichts gegen die Privatjets, aber – wir tragen gerade in den Industrieländern maßgeblich mit unserem (Fast) Fashion Konsum zur Klimakrise bei.

Deswegen heißt es vielleicht nicht mehr buy les, buy better, sondern einfach nur noch: BUY LESS.

Und auf keinen Fall Ralph Lauren Polo (außer man braucht die großen Größen, da sind sie zugegebenermaßen unschlagbar).

Westfield Hamburg-Überseequartier – Westfield Center

Schon vor einigen Wochen eröffnet, habe ich den Laden heuer als Arbeitsort aufgesucht, damit ihr es nicht tun müsst.

Die Erreichbarkeit mit der U-Bahn ist super, mit dem Auto geht’s auch, wenn man bereit ist die tausend Hamburger Baustellen in Kauf zu nehmen.

Also zack, aus der U4 direkt in den Breuninger – ein großes, angenehmes Kaufhaus, was aber hier und da ein paar Fragezeichen aufgerufen hat. Es ist nicht ganz so beengt wie das Alsterhaus, und hat eine große Parfümerie, aber kein Make-up. Die Abteilung Damenmode ist richtig gut, muss ich sagen, ich hätte dort viel shoppen können, weil es einige Marken führt, die nicht so teuer sind und trotzdem qualitativ angemessene Ware anbieten. Die Herrenabteilung ist relativ langweilig, bis auf ein paar Sachen von Etro und Dsquared, die allerdings mit entsprechenden Preisen daher kommen.
Die Auswahl für Schuhe war eigentlich auch ziemlich gut, wenn auch eher im mittelpreisigen Segement. Ein bisschen Canada Goose, ein Hauch Jimmy Choo, aber auch Högl und Peter Kaiser. Viele Sneaker-Marken.

Viele Artikel im Sale natürlich, und gute Rabatte. Bei Etro gab es tatsächlich satte 70% Rabatt, was man sicherlich nicht immer bekommt. Besser, als das Zeug zu verbrennen – ja, das machen große Modehäuser.

Das Personal? Absolut nett und zuvorkommend.

Die Atmosphäre allerdings ist nicht schön, es ist alles gräulich und das Lichtkonzept grauenvoll, bis auf die Flächen mit Fenstern, wo man sich auch schleunigst hinstellen sollte, bevor man etwas kauft. Die zum Teil abgedunkelten Spiegel waren mir auch ein Rätsel.
Die Toiletten liegen gut versteckt im zweiten Stock, die Kassen sieht man kaum. Nichts ist ausgeschildert, man muss rumlaufen und fragen. Es gibt keine Kinderabteilung, was ich schade finde, denn ich shoppe kaum, aber für die Kinder… Mütter kennen das.

Die Kundschaft mitten in der Woche tagsüber: Gelangweilte, dauershoppende Rentner*innen gehobenen Alters. Die Zielgruppe ist klar: Mehr Geld als für Karstadt und Co, aber eben auch deutlich weniger als für den Neuen Wall.

…und es gibt kein Café oder die Möglichkeit, irgendwo ein Glas Wasser zu bekommen.

Das restliche Center ist ausgeschildert und weitläufig, es gibt eine Freßmeile, die allerdings komplett offen und unglaublich laut ist. Hier und da gibt es Sitzmöglichkeiten und man kann sogar sein Handy aufladen. Die Toiletten sind zentral in einer Ecke, natürlich wie immer Wartenschlangen bei den Damen. Wickelraum ist extra, immerhin, das heißt die Männer™ müssen nicht in die Damentoilette zum wickeln.

Die Auswahl der Geschäfte ist international gehalten und orientiert sich eher zum unteren Preissegment, mit CundA und HundM. Ein großer Thalia, wie alle anderen auch, und viele kleinere Geschäfte, die sich vermutlich nicht lange halten werden. Nett war ein Blumenladen mit der Möglichkeit, ein Café und ein Stück Gebäck zu genießen, und dabei ein wenig akustisch abgeschirmt zu sitzen. Ein riesiger Asia-Markt wird wohl noch eröffnen, das kann interessant sein, und die Kindermodemarke Name It wird auch noch eine Boutique eröffnen.

Hat man sich einmal im Kreis bewegt und alles angeschaut, kann man auf die terasse rausgehen und sich die Elbe anschauen. Dort wird man entweder verbrutzelt oder vom Winde verweht, aber immerhin mit Sitzmöglichkeiten.

Barierrefreiheit scheint auch gegeben zu sein, habe ich mir aber nicht explizit angeschaut. Da kommt es ja auch darauf an, wie weit man mit dem Rolli rumfahren muss, wie die Toiletten sind, und ob man dann auch mit der Bahn fahren kann. Da habe ich nicht darauf geachtet, weil ich schon komplett überreizt war von der Dauerbeschallung in jedem laden und der allgemeinen Lärmkulisse.

Mein Fazit lautet: Warum? Wer sich in der Hafen Ciyt eingekauft hat, wird dort ein bisschen Alltagseinkäufe tätigen können. Die Tourist*innen werden sicherlich durchlaufen, aber ob sie shoppen?? Für Hamburger*innen und Umgebung gilt: Wenn man nicht gezielt bestimmte Marken von Breuninger vor Ort shoppen möchte, lohnt ein Besuch meines Erachtens nicht.