Post Beauty

Ich stecke fest. Mein Interesse an Beautyprodukten läßt nach; ich habe den perfekten Nagellack, die Supersäure gegen alles, die beste Augencreme-Kombination und mehr rote Lippenstifte als ich je aufbrauchen kann (wobei, das wollen wir mal sehen!!).

Viel mehr interessieren mich Dinge im und für den Kopf.

Mein Kleiderschrank hat eine halbe Schublade für Sportklamotten, Kleidung shoppen ist obsolet geworden, nachdem ich mir eine Arbeitsuniform zusammengestellt habe, Schmuck interessiert mich, aber mehr aus sehr weiter Entfernung, alles was irgendwie äußerlich mit Beauty zu tun hat, langweilt mich. Es blieben noch kosmetische Operationen, aber dafür bin ich zu arm und zu wenig leidensfähig.

Es bleibt also… kein hygge, kein Backen&Basteln, keine Kinderbetüdelung, kein Kram für andere, außer ich werde dafür bezahlt.

Was war, was bleibt? Die Menschen machen die Reise interessant, Menschen und auch die Welt ist eine gemachte Sache (Leseempfehlung: Richard Rortys Kontingenz, Ironie und Solidarität) und alles Philosophieren und Denken ist letztendlich Kulturphilosophie in allen ihren Ausprägungen.
Während ich aufhöre mich für Dinge zu interessieren, fange ich an mich für Dinge zu interessieren um mich für Menschen zu interessieren – ein fließender Übergang. Meine Beautycoachings sind erfolgreich weil ich in jeder Frau das Schöne sehen kann, was sie selbst übersieht oder eher gelehrt wurde, zu übersehen (Menschen, ey!)

Ansonsten mag ich Bleistifte, Bücher, und freue mich über Mitmenschen, die mich begleiten. Meinen treuen Leserinnen <3 <3 <3 und demnächst ein paar Duftrezensionen, oder was meint Ihr?

Happy Birthday!

Und? Leserin der ersten Stunde? Hier durch Zufall hingekommen? Alle Frisuren schon gesehen? Die Entwicklung von Hardcore-Öko zur Silikon-Beschwörerin?

Der Blog hat seinen 13. Geburtstag um die Ecke gebracht, wie immer unbemerkt (zumindest von mir, tja nun). Da bin ich wieder. Mit Falten, Übergewicht und neu entdeckter Liebe zu Parfüms und zu Pflege. Ja, es muss das Alter sein!

Bis zur Volljährigkeit hat der Blog noch eine Weile, aus dem Gröbsten ist er raus, jetzt pubertiert er – mal schauen was kommt.

Der Schweiß ist heiß – climate change leugnen ist sinnlos!

Just hatte ich meine Winterjacke aus der Garderobe gepackt, schon suchte ich meine Sandalen und irgendwelche T-Shirts aus dem Schrank, verzweifelt ob der unbarmherzigen Sonne. Wird nicht lange dauern, haben wir alle gedacht. ODER?

Zwei, drei Tage. Ein, zwei Wochen.

Nun sind locker sechs Wochen vergangen, in dem wir nachts nicht schlafen wegen der Hitze, tagsüber Sonnenbrand bekommen, der Tiefkühler gar nicht genug Eis beherbergen kann und der Wasserverbrauch in die Höhe geschnellt ist.

Was habe ich in dieser Zeit getan? Jedenfalls keine Schminke getragen. Dafür tatsächlich erstmalig in meinem Leben einen Sonnenschutz ÜBER die Tagescreme. Und ständig die Kinder eingecremt. Mich zu hause im kühlen Nordflügel unseres Anwesens versteckt. Endlich die Winterdecke in den Schrank getan – ja, ich bin grundsätzlich etwas mißtrauisch ob so ein Wetter anhält.

Klimawandel ist real.

Derweil empfehle ich einen mattierenden Sonnenschutz: Avène Cleanance 50+ Emulsion. Wasserfest, hypoallergen, nicht komedogen. Ich vertrage den erstaunlich gut, genau wie den regulären Sonnenschutz für trockene Haut, hier gibt es allerdings etwas längere Zeit KEINE Speckschwarte. Den Typ habe ich selbst von einer Leserin bekommen – danke!

Vorsätze für das neue Jahr

Ich habe auch so gelacht… Vorsätze!!

Nein, im Ernst, es ist ein verrücktes Jahr prognostiziert worden für das Sternzeichen Zwillinge: Sie werden lernen, mit Geld umzugehen. Auch sonst gibt es eine Konstellation wie seit 2006 nicht mehr, die irgendwas ganz dolles macht.

Es ist aber tatsächlich so, dass man keine Vorsätze fassen sollte, sondern konkret planen – die Umsetzung wird dann etwas leichter. Das Leben mit Familie bedeutet in erster Linie, ein Jahr im voraus strukturieren zu müssen und bereit zu sein, wenn die ganze Planung kollabiert. Ich kann das, aber ich kollabiere dann auch gerne mal nervlich wenn die Kinder dank Magen-Darm Viren oder ähnlichem einen Strich durch die Rechnung machen.

Mein Plan ist denkbar einfach: Urlaub. Schreiben. Leben. Arbeiten. In dieser Reihenfolge.

Der letzte Urlaub war schrecklich, ich war schwanger und mir ging es nicht gut.
Das Schreiben geriet ins Stocken, alles Produktive und Kreative wurde unendlich mühsam. Ich erhole mich davon und ich kämpfe mich zurück.
Leben ist wichtig – lachen, weinen, streiten, schreien, spielen.
Arbeiten ist keine Option, sondern gehört dazu, auch wenn ich „Geld ausgeben“ sofort als Job mit Überstunden machen könnte.

Statt Vorsätze sind Prioritäten wichtig. Wissen, wofür die Zeit reif ist, worauf man noch warten muss, wer jetzt Vorfahrt hat.

Dann kommt sowieso alles anders, als man denkt – weshalb man immer entspannt bleiben sollte.

Was ich mir wünsche? Gesundheit.

Was ich mir vornehme? Mich selbst herauszufordern.

Los geht’s.

Ich habe unrecht – Filetsteak vs vegane Küche

#sustainaBLA mache ich auch, bis zu einem gewissen Grad. Hier http://www.mybeautyblog.de/boulevard-klatsch/nachhaltigkeit-sustainabla/ erhob ich den Besserwisser-Finger und sagte: Nanana. Wer es nicht durchzieht und Avocados isst, statt selbst angebaute Karotten, muss nicht mit vegan ankommen.

Ich habe unrecht.

Neulich gab es bei uns (Gäste gab es auch…) ein ganzes gottverdammtes Filet von einem uruguayischen Rind. Fast zwei Kilogramm feinstes Fleisch, das wir liebevoll zubereiteten und auch würdigten. Ehrlich gesagt war es das erste Mal, dass ich so gute Steaks in privater Runde aß; interessanterweise haben wir es das erste Mal zubereitet. Anyway – mehr sustainaBLA geht nicht. Fleisch aus Uruguay!!

Die Woche darauf kochte ich endlich wieder meine veganen Currys und sinnierte bei einem Löffel höllisch scharfem Bio-Gemüse in Kokos ob der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte nicht doch mehr aufwiegen als die ökologische Sünde der Avocado. Was wir nämlich außer Acht lassen ist die ethische Komponente (das tote Tier schmeckt halt verdammt gut!) und das tun wir ja auch gerne bei anderen Dingen.
Trotzdem, der Vergleich ist sinnfrei. Es ist wie Krankheiten vergleichen – für den Betroffenen ist es immer scheiße!
Für das Bio-Fleisch musste auch ein Tier sterben, ob mit oder ohne Leid, tot ist tot, und es ist nicht einmal notwendig.

Fakt ist, wir leben auf Kosten anderer, das nennt sich Globalisierung und Ungerechtigkeit, und um nachhaltig zu agieren müssen wir in großen Ansätzen als auch auf Makrobene denken. Das können die wenigsten, und noch weniger fangen bei sich an. Daß man nicht hundert Prozent fahren kann, ist klar.

Wer niemals versagt, hat es auch nie ernsthaft probiert.