Nachhaltig im Haushalt – Beispiel aus meiner Praxis

Dass ich mal über Reinigungsmittel schreibe, hätte ich mir nicht träumen lassen. Aber es ist wichtig. Es ist wichtig, weil wir doch so sehr darauf achten, was uns ins Gesicht kommt. Und kaum darauf achten, was uns auf die Haut kommt, und die unserer Kinder. Und überhaupt, bla bla schlechtes Gewissen, kauf doch mal öko, putz doch mal, und so weiter und so fort.

So bitte auch nicht. Bei alldem Besser-Menschentum gibt es Vorteile, die auf der Hand liegen. Und ja, ich wasche mit dem Zeug bereits seit dem Studium, komme mir also keiner damit, es sei zu teuer*. (Okay, im Studium war ich unermesslich reich!)

Obwohl ich durchaus auch andere Marken ausprobiert habe, sind diese Produkte speziell übriggeblieben. Mit einem Kleinkind im Haus habe ich Ahnung von Wäsche und von Flecken – sämtliches Zeug wird mit (obacht!) Spüli von Sonett vorbehandelt, und das meiste geht auch raus.
Als Allergikerin weiß ich außerdem noch etwas zu schätzen: Das SODASAN Neutral Waschpulver ist nicht parfümiert. Mich kann man mit Persil umbringen, auch bei Wäsche, die bereits Wochen im Schrank lag. Übrigens macht die einen schönen kleinen Hautausschlag vom feinsten… Auch der Spüli ist unparfümiert.

Doch Vorsicht – öko heißt nicht, dass das Zeug nicht putzt! Handschuhe sind geboten!

Der ebenfalls neutrale Allzweckreiniger ist mein persönlicher Held. Das ist erst die zweite oder dritte Flasche in etlichen Jahren – das Zeug ist mördermäßig effizient, allerdings auch hier: Handschuhe. Während ich bei anderen Reinigern mit Atemnot reagiere, ist hier nichts zu spüren. Die paar Euro mehr machen sich nicht nur ökologsich bezahlt, sondern durch enorme Reinigungskraft.

SODASAN für Wolle und Feines war ein teurer Fehlkauf, das meine Mutter irrtümlich aus dem Bioladen mitbrachte. Brauchte ich für die Wolle-Seiden-Bodys von Teddy, und davon trägt er immer noch Hemden und Hosen (ist ja jetzt groß!) Ich schimpfte mit meiner Mama, wie sie den ungeueren Betrag von sechs Euro ausgeben konnte – Achtung, hier schwarz auf weiß eine Entschuldigung. Bester Fehlkauf ever! Äußerst sparsam und vor allem wirklich effektiv – die Wäsche wird sauber und geht nicht kaputt!
Seitdem habe ich mehr Sachen von SODASAN gekauft, und fand sie alle gut.

Zusammenfassend sind ökologische Waschmittel mittelfristig also:
günstiger,
besser für die Haut und Atemwege,
besser für die Umwelt (wobei, hier würde ich mit keinem Chemiker diskutieren wollen)

Doch zum ende habe ich den ULTIMATIVEN TIPP für Euch – spart bares Geld! Schont die Umwelt und so bla bla bla – komm, ich kenne uns Menschen doch.

Wascht bei niedrigen Temperaturen und in langen Waschgängen!
Vorbei mit harter, kaputter Wäsche! Vorbei mit entfärbten Sachen, die eingelaufen sind!
Endlich kann man die teuren Kinderklamotten nicht nur sauber bekommen, sondern sie auch noch loswerden, weil sie wie neu aussehen!
Die Stromrechnung wird endlich kleiner!

Warum? Das Waschpulver hat fiese Enzyme, die natürlich auch bei niedrigen Temperaturen wirken. Der Dreck geht durch die Bewegung der Faser weg – Wasser, Trommel, Drehung. Die meiste Energie wird bei der Waschmaschine auf das Heizen des Wassers verbraten, das nun entfällt. Die längere Waschdauer bei 30 oder 40 Grad jedoch schont nicht nur die Wäsche, sondern bekommt sie sauberer als bei einem 60 Grad Kurzwaschgang. Das ist zwar nervig, wenn die Wäsche ewig braucht, aber es lässt sich ja regeln. Und man sollte sich eh fragen, ob man einiges nicht durch lüften vermeiden kann (die niedlichen, aber ansonsten tödlichen Kindersöckchen nicht, aber viel von den “Zwischenschichten”).

Oh Gott, das ist echt anstrengend. Macht was ihr wollt, aber probiert es einfach mal aus. Überzeugt Euch selbst!

*Teuer ist es – doch gibt es einige der Produkte in Großpackungen. 20l Spüli sind unsexy, genauso wie der 10kg Karton Waschpulver. Wir füllen um.

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8 Gedanken zu „Nachhaltig im Haushalt – Beispiel aus meiner Praxis

  1. oh, das ist ein guter tipp! ich habe einige als öko gelabelte reiniger probiert und es jedes mal wieder gelassen, weil die putzleistung bestenfalls meh war. auch die beiden putzfrauen knuckerten jeweils, feedback: man braucht ewig und massen.

    nun muss ich bei dem test nur der aktuellen putzfee irgendwie beibringen, dass viel nicht viel hilft … sie neigt leider dazu, auch von den potenten standard-mitteln „ein eimerchen auf zwei“ pro putzgang zu verbrauchen.

    deine waschtipps kann ich nur bestätigen. und ergänze: wer sehr hartes wasser hat, sollte über den dosierten zusatz eines wasserenthärters nachdenken. ist zwar eine weitere chemische keule, ermöglicht aber deutlich geringere waschmittelmengen.

  2. Warum wirst du eigentlich noch immer persönlich angegriffen, wenn du von Öko und deiner Lebensweise erzählst?
    Gibt es wirklich noch so viele Leute, die dir ständig unter die Nase reiben, dass bewusst leben zu teuer ist?
    In persönlichen Berichten rechtfertigst du dich ganz gerne. So kommt es mir zumindest vor.

    1. Warum? Weil es Geld benötigt um so zu leben. Jnd mit Hartz4 kann zwar auch ökologisch leben, alleine durch den Verzicht, aber das Demeter Huhn wird nicht drin sein. Das sind Preise, da muss ich schlucken, und ich verdiene gut.
      Das Argument, Nachhaltigkeit hat etwas mit Brieftasche zu tun, muss ich gelten lassen. Und für viele ist der Zugang immer noch über Gesundheit; weder über Reflektivitat der Person noch über Lieber zur Umwelt.
      Ich rechtfertige mich weil ich exakt ein Paar kenne, das so lebt wie wir. So ticken. Also weichen wir von der Norm ab.

  3. Ich würde dir in allem zustimmen, wenn ich nicht leider die Erfahrung gemacht hätte, dass die Ökowaschmittel und Geschirrreiniger bei sehr hartem Wasser, wie hier in Köln, nicht funktionieren (ich vermute aufgrund der Seifenanteils).
    Ich habe alles von Sonett probiert, weil ich die Firma mag und sogar bei ihnen angerufen, weil die Wäsche nach einiger Zeit sehr müffelte. Man riet mir, die Menge drastisch zu erhöhen, was aber erstens nicht klappte und zweitens auch den Preis verdoppelt. Darüber bin echt sauer, weil ich bisher keine Alternative, die mir gefällt, gefunden habe.

    Alle anderen Putzmittel funktionieren prima und ich mag sie unter anderem auch, weil sie sehr viel besser riechen, als das konventionelle Zeug. Da ich kein Putzteufel bin, hält das Zeug auch lange und auf die Zeit gesehen finde ich den Preisunterschied nicht gravierend.

    1. ah, mich deucht, da haben wir den grund für das nichtfunktionieren eingekreist. die ökowaschmittel enthalten meiner erfahrung nach nur das nötige. lies: die für sehr hartes wasser nötige menge wasserenthärter ist eben nicht drin. und schwupps! – bildet sich schwerlösliche kalkseife, und das war’s dann mit der waschleistung. daher kommen ja auch die dosierempfehlungen der hersteller von (konventionellem) waschpulver (die bereits enthärter enthalten): bei sehr hartem wasser braucht man mehr als die doppelte waschmittelmenge.

      nachsatz, grade nachgelesen: wasserenthärter werden ab einer härte größer 14 °dH (deutscher härte) empfohlen. die webseite von cal.g.on behauptet, wir hätten hier (leipziger land) mit 13,5 °dH mittelhartes wasser. wahr ist: ich habe beim wassertest fürs aquarium 27 (siebenundzwanzig!) °dH gemessen. (diese tests kann man für 5-10 euro im zooladen kaufen. papierstreifen sind einfacher zu handhaben, aber verhältnismäßig ungenau, tropfen sind etwas mehr aufwand in der handhabung, aber dafür aufs grad genau.)

    2. Man muss tatsächlich mit Zusätzen dann arbeiten; auch mit Bleiche zB. Ich haue alle paar Monate Bleiche rein und wasche bestimmte Sachen dann auch bei 60Grad. Wir haben hier sehr gutes Wasser, in Hamburg war es anders. Trotzdem, mit Essigessenz putze ich lieber als mit Kalkreiniger, der mir fies auf die Atemwege schlägt und ich hoffe ersterer ist besser biologisch abbaubar…

  4. Besser für die Waschmaschine ist es aber auch, sie ab und zu mir eine 60grad oder sogar Kochprogramm durchlaufen zu lassen.
    Frage mal einen Techniker

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