CARTIER Baiser Volé – zwei Versionen und ein klares Jein

Ich schrieb schon neulich, dass Cartier dick mit Flankern im Geschäft ist und zum Baiser Volé, den ich irgendwie verpasst habe, nun einen fünften?! Flanker herausgebracht hat. Voilá:

Das gute an diesem: Er ist pink. Das ungute daran? Er ist das, was Givenchys Very Irresistible sein wollte, eine süße Rose mit Lilie. Wie immer gut gemacht, kein billiges Wässerchen, aber so ganz und gar nicht meine Baustelle. Das Original, in diesem Falle das Eau de Parfum (es gibt noch ein Extrait, das sehr viel besser sein soll, das man aber nirgends als Tester bekommt…) ist zwar auch nicht meine reguläre Baustelle, aber doch, doch… Irgendwo trifft es meinen olfaktorischen Nerv. Ergo: Wird getragen!

Schwer und hell – ein Widerspruch.

Der Flakon – ein Widerspruch. Golden, rund, weiblich, öffnet er sich wie ein Zippo. Ein genuin männliches Accessoire; das Feuerzeug, ein in Verruf geratenes Accessoire, das früher in Edelmetall und graviert zum guten Ton gehörte.

Die Lilie – man mag sie, oder man hasst sie. Sie birgt den Widerspruch in sich selbst: Eine weiße Blume, die gerne in Brautsträußen verwendet wird, und mir einzig als Beerdigungsblume bekannt ist. Ich liebe den opulenten, schweren und atemberaubenden Duft, den viele als nahezu narkotisch bis unangenehm ob der Schwere empfinden.
Ach was! Narkotisierend wirkt eher einer von diesen ungewaschenen und Deo-verweigernden Ökos, das sage ich Euch!
Oh. Verzeiht kurz den Gefühlausbruch.

Eine von mir sehr geschätzte Perfumista schrieb, dass der Duft ein wenig humorlos sei. Ich stimme dem zu – etwas unterkühlt, trotz der Wärme und der Süße, ist der Duft kein Sirup aus Intimität und/oder Schwülstigkeit. Wie ein eleganter kühler Schleier in einer warmen Farbe umweht der Duft die Trägerin und unterstreicht ihre feminine… Unnahbarkeit.

Die Duftnote ist durchgehend Lilie; mag es nicht als Soliflore erschienen sein, sagt meine Nase dennoch einfach nur: Weiße Blüten.

Ich mag diesen Duft sehr und finde ihn eigen genug, um ihn zu erwähnen. Die anderen Versionen als Eau de Toilette und und und sind auch sehr schön, dieser ist exquisit. Sollte frau das Extrait besitzen oder kennen, möge sie kommentieren. Dieser soll tatsächlich noch nöcher sein und das gewisse Extra, das hier vielleicht fehlt, definitiv besitzen.

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2 Gedanken zu „CARTIER Baiser Volé – zwei Versionen und ein klares Jein

  1. Schwerer Duft? Ich komme!!! Ich liebe schwere Düfte; Roma von Laura Biagiotti zum Beispiel. Leider liebt mein Ehemann leichte, wie Hugo Woman. Schwere sind was für alte Weiber mit dicken Klunkern, sagt er. Da schreie ich doch gleich nochmal laut HIER 🙂 Holzig orientalisch darf es für mich sein, für ihn Gurke, Zitrus und Minze… Nunja, ich habe meine Duftnoten, und ich habe seine. Und ich habe einen Kompromiss, der uns beiden sehr gefällt: Chanel Chance.

    Ich muß gestehen, ich könnte einen Duft nicht mal ansatzweise verbal so beschreiben wie Du. Dementsprechend kann ich mir leider auch nicht wirklich was drunter vorstellen, und “Rose” könnte ohnehin darauf schließen lassen, daß es eher nix für mich ist. Außerdem gefallen gerade die Cartier Signature Juwelen mir überhaupt nicht; dieses Leopardenzeug da, das finde ich echt ziemlich gestrig. Trotzdem ist das, was ich aus Deiner Schilderung herauslese, so, daß ich mir denk, ich schau mir en Duft mal genauer an!
    paphiopedilum kürzlich veröffentlicht..LAURA MERCIER Sensual Reflections – Herbst 2014 Colour StoryMy Profile

    1. Der obige hat nur Rose, der untere nicht. Das macht ihn aber auch besonders und besonders gut. Der rosige ist eher die Richtung Chanel Chance, etwas jünger und verspielter, die Rose ist zitrisch, aber schwer und sexy… Go for the latter.

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