Drei Jahre Naturkosmetik am eigenen Körper

Heute morgen beim eincremen habe ich überlegt dass es Zeit sei Bilanz zu ziehen.
Seit etwa drei Jahren benutze ich nun ausschliesslich Naturkosmetik (mit einigen Ausrutschern), mit Ausnahme von Make-up Produkten, wo ich wesentlich toleranter bin 😉

Ich kann feststellen dass meine Haut straffer ist und dicker – dabei ist mein Lebensstil nicht gerade vorbildlich (kein Sport, ich schäme mich aber auch dafür!), Kaffee als besten Freund und viel zu wenig frische Luft.
Durch die dickere und festere Haut sieht man Besenreisser nicht mehr so deutlich bis gar nicht, auch die Rötungen, die bei empfindlicher Haut auftreten, sind kaum noch da.
Ich brauche nicht mehr das allerhellste Make-up, weil die Haut nicht mehr so teigig blass und durchscheinend ist (blass immer noch, aber mangels Sonne) und sie ist wesentlich widerstandsfähiger. Das merkt man sowohl im Sommer bei extremer Hitze als auch im Winter, wenn man sich zwischen überheizten Räumen und Eiseskälte bewegt.

Geld gespart habe ich vermutlich auch – soweit man das mit so einem Hobby kann 😀 zumindest habe ich mehr Geld für Düfte gehabt!

Meine Haut fühlt sich besser an, auch wenn man altersbedingt *hüstel* doch so etwas wie Jahreszeitenwechsel wahrnimmt 😉

Das Postulat ist also eindeutig: Probiert es aus, haltet eine Weile durch, und seht selbst die Änderung!

Besser für Dich + Besser für die Umwelt = …macht alle(s) schöner.

Was ist “Fair”?

Heute wollen wir ein wenig nach links und rechts blicken was in der Netzwelt gerade so passiert.
Links:
KARMAKONSUM versucht zwei Wochen lang sich von FairTrade Lebensmitteln zu ernähren.
Eine Woche ist schon rum und der Christoph ist noch nicht am Zuckerschock gestorben – viele süsse Sachen standen auf seinem Plan – faire Schokolade und faire Bananen (oder ist er ein Süsszahn wie so viele Männer?!). Es geht auch anders – er will im Selbstexperiment zeigen dass man nachhaltig leben kann, nicht nur ökologisch sondern auch FairTrade – also im Sinne der Produzierenden, mit fairen Preisen für die (Lebens-)Mittel.

Rechts:
Kanzlerin Merkel versucht sich die deutsche Bildung vor Ort anzuschauen. Bildung ist essentiell und ein Schlüsselfaktor der Zukunft, sagt sie in ihrem Podcast.
Stimmen wir zu, leider sind Studiengebühren dem abträglich, genauso wie die soziale Selektion von Viertklässlern, die je nach sozialem Status auf die entsprechenden Schulen verteilt werden (reich ins Gymnasium, arm höchstens Realschule).

Was ist also fair? Ist es fair wenn “Gutes” und “Richtiges” (Lebensmittel, gute Naturkosmetik ja auch) von der Brieftasche abhängen? Ist es fair wenn das Recht auf Bildung von der Brieftasche abhängen?
Können wir denn alleine anhand unserer Brieftasche fair handeln?

INCI

EDIT: Bitte Diskussion beachten 🙂
INCI ist ein Errungenschaft für den Vebraucher – dahinter verbergen sich die Inhaltsstoffe von kosmetischen Produkten.
INCI = International Nomenclature of Cosmetic Ingredients
Meist sind sie in winziger Schrift abgedruckt und ewig lang. Einzig die BDIH- zertifizierten Naturkosmetikprodukte haben die INCI zusätzlich auf deutsch.

Das Gute daran ist, dass wir uns informieren können, das schlechte daran: Ohne Lupe und ohne Chemiestudium mit Promotion kann man nix damit anfangen.

Es gibt aber einige einfache Richtlinien, nach denen man die Produkte durchforsten kann.
Konservierungsstoffe: Überflüssig und gefährlich, denn sie machen die Haut dünn und durchlässig für Bakterien. Nennen sich PARABENE und alles was mit ***PARABEN endet.

Silikon: Harmloses billiges Inhaltsstoff, das dieses glatte Gefühl vermittelt. Verstopft einfach die erste Hautschicht und nennt sich ***DIMETHICONE.

Paraffin Oil: Salbengrundlage, mögen viele nicht weil es aus gereinigten Abfall hergestellt wird. Jetzt da Banzin und Rohöl so teuer wird, wird es aber zunehemnd kostbarer 😉

DMDM Hydantoin – ein gefährlicher Formaldehydabspalter, hochallergen, gerne in Cremes vorzufinden

Diethylphtalat – gerne in Shampoos und Cremes, “steht in Verdacht” organschädigend zu sein.

Es gibt einiges mehr, und da fragt man sich wieso diese Stoffe nicht verboten sind?
Um sie verbieten zu lassen, müsste man Studien durchführen die nachweislich zeigen welche (Langzeit-)Wirkung diese Stoffe haben. Teure und aufwendige Studien.
Wer hat ein Interesse daran? Keiner, ausser dem Verbraucher, und der hat keine reiche Lobby, der so etwas veranlasst.
Unabhängige Studien und Labore gibt es, aber warum sollte man sich damit beschäftigen, das finanziert keiner und man kriegt dafür dann höchstens auf dem Deckel…

Viele der Inhaltsstoffe sind einfach auch billig. Konservierungsstoffe kann man weglassen wenn man die Verpackung in einem Pumpspender ändert. Aber dann halten sich die Cremes nicht sechs Jahre lang im Regal bis sich ein Käufer findet 😉

Auch wer unempfindliche Haut hat, sollte sich die Mühe machen und mal nach den Inhaltsstofen seiner Pflege zu forschen. Zwar dringt Kosmetika nicht in die Haut ein, kann aber über Jahre doch zu Allergien führen, und manches böse Zeug wie das DMDM gelangt mit der Zeit auch in den Körper.

Natürlich ist das keine heiligsprechung der Naturkosmetik, auch dort gibt es Allergene wie Bienenwachs oder ätherische Öle. Da kann ein Paraffinölprodukt besser sein. Nur: muss er dann Konservierungsstoffe enthalten?

Auch bei Shampoos sind aggressive Tenside wie Sodiumlaurethsulfat der Hit – ich denke da an so manchen FRUCTIS Shampoos die jeglichem Hautfett den garausmachen.

ORIGINS ORGANICS Nourishing Face Lotion

ORIGINS “machte schon immer einen auf pflanzlich” – nutzt also ein grünes Image um konventionelle Produkte zu verkaufen. Nun hat die Marke, die übrigens zu Estée Lauder gehört, mit ORIGINS ORGANIC einen echte Ökomarke rausgebracht und ich habe endlich einen Tester in die Finger bekommen.
Leider konnte man nirgends die Inhaltsstoffe bekommen, und das ich so vieles nicht vertrage, bin ich nicht bereit 40 Euro aus der Hüfte zu schiessen um das Produkt anschliessend für meine Füsse zu verwenden…

Nun – die Lotion hält was sie verspricht. Sie ist nährend und doch leicht, sie zieht wirklich schnell ein, hat aber aufgrund der enthaltenen Öle eine recht penetrante Note nach Zimt, die erst nach einer Weile verfliegt. Nicht unangenhem, aber schon recht heftig.

Die Zertifizierung ist übrigens eine amerikanische nach den USDA Standards, das ist das United States Department of Agriculture. Diese Standards besagen dass mindestens 95% der verwendeten Inhaltsstoffe biologisch angebaut sein müssen um das Siegel verwenden zu dürfen, was in etwa den ECOcert Kriterien entspricht.

Und damit ihr wisst, ob das was für Eure feine Haut ist, hier die Inhaltsstoffe laut Hersteller:

water, helianthus anuss, glycerin, alcohol denat., cocos nucifera, butyrospermum parkii, lecithin, zea mays starch, elaeis guineesensis, theobroma cacao seed butter, eugenia carophyllus oil, lavandula angustifolia oil, cananaga odorata flower oil, citrus grandi peel oil, citrus medica limonum peel oil, thymus vulgaris oil, pogostemon cablin oil, rosa damascena flower oil, citral, geraniol, linalool, farnesol, benzyl benzoate, benzyl salycilate, citronellol, eugenol, isoeugenol, limonene, quillaja saponaria wood extract, rosmarinus officinalis leaf oil, tocopherol, glucose oxidase, glucose, lactoperoxidase, magnesium aluminium silictae, xanthan gum, silica, calcium carbonate, citric acid.

Aufpassen sollten Allergiker wegen den vielen ätherischen Ölen sowie pickelgeplagte wegen dem Kokosöl und der Kakaobutter. Obwohl die Konsistenz fein und flüssig ist, hat es die Lotion doch in sich!