Der Eyeliner kommt zurück!

Lucia Pica von CHANEL hat es schon antizipiert, meine Leserinnen haben es schon antizipiert, und ich hole meine Tipps wieder aus der Mottenkiste hervor – Eyeliner ist verdammt schwierig, bis man ein bisschen Übung hat, der Effekt allerdings ist immens.

Katzenaugen mit übertriebenen Schwung: Nice, aber… vielleicht zu viel? Ich lebe in einer total spießigen, langweiligen Stadt, wo ich schon auffalle durch meine Haare, meinen Gang(sic!) und meine Kleidung, weshalb ich dazu tendiere, down zu dressen – geiles Denglisch.
Eigentlich möchte ich das nicht mehr, aber ich möchte die Grenze zwischen auffällig und verzweifelt gekonnt wahren. Ich bin kein Modepüppchen, ich habe Stil; ich bin keine Insta-Influencerin, ich habe einen Job (mehrere?!); ich bin nicht mehr Schülerin oder Studentin, sondern erwachsen – und langsam zehre ich mehr von „Ausstrahlung“ als vom blanken, guten Aussehen… hihi!!

Eyeliner kann man aber auch entlang der oberen Wimpernlinie sehr dünn zeichnen, ggf. korrigieren, und dann mit Wimperntusche nacharbeiten. Das geht selbst mit meiner Allergie, und Eyeliner mit dünnem Pinsel gibt es bereits für wenige Euronen in der Drogerie.
Meiner ist nachfüllbar und von Kanebo, und kann sehr feine Linien zeichnen als auch einen dicken Strich.
Grundsätzlich gehört das zu den Produkten, die man nicht teuer kaufen muss, genau wie Wimperntusche und Puder.

Mein Tipp wäre, auf schwarz zu verzichten und zu grau und braun zu greifen, abhängig von der Wimpernfarbe.

Tadaa. Das war’s – der Rest ist nämlich Übung, da muss frau selbst durch.

Farbe bekennen

Heute mal kein Psychogewäsch, das sitze ich aus denn, so scheint es mir, es ist gerade genug im Umlauf um unendlich depressiv zu werden. Der Herbst ist golden und rot und verdammt eiskalt, der obligatorische Herbstvirus hat mich weggefegt wie nix, und die politische Lage der Welt als auch mein Kontostand geben ausreichend Anlass zur Sorge.
Letzteres allerdings mit Genuss und sehr selbsgewählt… denn ich habe beschlossen, meine sichere Farbwelt aus Marine, Grau und Schwarz zu verlassen und mein inneres rosa Schweinchen, das ich nur privat hege und pflege, ein wenig heraus zu kitzeln. Und wie das? Sanftere Farben.
Ein sanfteres Ich! (Bullshit natürlich.)

Wenn die Haut älter wird, wenn die Jahreszeiten sich ändern, ändern sich auch die benötigten Make-up und Kleidungsfarben. Die meisten brauchen mehr Farbe und mehr Kontrast, neutrale Töne gehen immer, und machen auch bessere Laune. Statt im traurig-traurigen Grau-Braun zu schwelgen, das mir sowohl Modelabels als auch die Strasse entgegen schreit, ran an Gelb, ran an Hellblau und ran an Pistazie und Rosa.

Das Gute an den Farben der Sommersaison: Sie sind gerade im Sale und schaffen einen wunderbaren Kontrast zur dunklen Herbst- und Wintergarderobe.

Wie macht es denn diese Rose? Genau so.

Was das Make-up betrifft: Schimmer, cremige Texturen, Beige- und Rosétöne, und ab und an einen knalligen Kontrapunkt mit einem matten, rosigen Lippenstift setzen. Oder umgekehrt: Schwarz, Platin, Stahlgrau, und dann warme und weiche Kontraste in beigem Schimmer dazu.
Zum Beispiel:
Tom Ford Creme Lidschatten in Opal oder Chanel Cremelidschatten in 804 Scintilance auf Augen und als Highlighter, dazu einen frechen rosa Lippenstift wie Chanel Coco Roussy.
Oder aber smokey eyes mit verschmierten Kajal als Grundlage für das Puderprodukt, da aber mit Graubraun arbeiten und niemals mit schwarz… und dann mit viel Lippenpflege und einem nudefarbenen Lipliner ergänzen.

Meine Shoppingempfehlungen was Klamotten betrifft: Massimo Dutti mit der Reihe an hellen Wolle-Seide Oberteilen, alles sehr zart und tja, Handwäsche… und COS mit Kaschmir in Rosa und Salbei.

Das erste Mal: Muskeln haben

Der Sport hinterlässt endlich Spuren. Ich konnte neulich zum ersten mal einen Klimmzug machen! Hier mal zwei Bilder via Instagram, wo man an den Oberarmen sieht, dass ich Sport mache. Und zwar wenig mit Gewichten und Geräten, dafür viel auf den Fußboden.

Patriarchat, ich komme und haue Dir in die Fresse – gibt es da eigentlich ein Ouftit, Adidas??

Vorher:


Nachher:

Ergänzend zum Sport habe ich meine Ernährung umstellen müssen – low carb ist nicht ganz freiwillig, ich vertrage scheinbar kein Weizen mehr. Dazu bin ich laktoseintolerant, bleibt also vegane Ernährung und gelegentliche FLEISCHFLEISCHFLEISCH Attacken.

Mittlerweile werde ich Studio mit Fistbump begrüßt (wenn man sich alt fühlen möchte, empfehle ich die Mitgliedschaft in einem universitären Sportstudio) und bekomme ein Lieblingsschrank. Nun ja.
Ernährung umstellen heißt zwar immer noch „Döner macht schöner, mit Pommes bitte!“, aber in der Regel tatsächlich Eiweißbomben und Tonnen, Tonnen von Olivenöl. Müsli morgens und ein mehlfreies Körnerbrot, Stinkekäse und viel Gemüse, Salate mit Quinoa oder schnöde Kartoffeln.Und Schokolade, was ich sonst nie gegessen habe. Da ich weder Kalorien zähle noch einen Essensplan habe, denke ich, dass mein Bauchgefühl das schon richtig macht. Die Chipstüte verkneife ich mir in der Regel, der Zahn der Zeit macht sich bemerkbar, und vom Aufreißen der Tüte wird man nicht mehr schlank wie früher.

Und tatsächlich, Rückenschmerzen halten sich gepflegt in Zaum, die Allergien sind besser, und ich kann ein schweres Bügelbrett oder einen Kinderwagen aus Metall einfach so mal hoch heben. Das konnte ich noch nie und ich finde das toll! Die Gefahr wie ein Kerl auszusehen ist latent gegeben aber hey, dafür kann ich einen vollen Wasserkasten tragen.

Es gibt tatsächlich einen Nachteil: Man sieht schnell abgezehrt aus und meine Brüste sind fast weg. Das Gesicht könnte eine Unterspritzung vertragen, wurde mir jüngst empfohlen: Ich stimme dem zu und suche Sponsoren… derweil ertrage ich meinen Anblick im Spiegel so. Resting bitch face kann ich ganz gut.

Muskeln haben ist echt cool. Ich überlege erntshaft einen Boxkurs zu machen. Das Patriarchat soll die Fresse ordentlich poliert bekommen!!