Beziehungsalltag oder: Ich glaube nicht an Kompromisse

Via Twitter (ich pflege ein seltsames Netzwerk aus Beauty, Feministinnen, Nerds und … mir!) sprach ich mit @khaoskobold einen Beitrag über gleichberechtigte Beziehungen ab. In meinem Falle eine monogame, hetersoxeuelle Ehe, die bald ein Jahr feiert.

Hier zunächst ihr Beitrag:
http://geschlechterchaos.wordpress.com/2012/11/03/feministischer-beziehungsalltag/#more-600

Ich finde den Beitrag toll. Bis auf die festgelegte Zeit zum Reden – das habe ich ausprobiert, aber es klappt nicht, weil ich einsehe, dass die Zeit zum Reden für beide passen muss. Und ich schließe mich an: Reden. Vögeln. Kommunizieren auf jede Art und Weise.

Vorab: Ich glaube nicht an Kompromisse. Kompromisse bedeutet dass einer oder gleich beide nicht das bekommen, was sie wollten – einer muss immer nachgeben. Letzten Endes muss und wird einer nachgeben, aber dann sollte es etwas sein, was man bewusst macht und womit man sich dann arrangieren kann.

2.tes Vorab: Ich bin das erste Mal in einer wirklich guten, funktionierenden Beziehung,eine die auch im Alltag funktioniert. Deshalb habe ich geheiratet und habe mich erst recht gebunden, indem ich und er Eltern werden. Heiraten und Kinderkriegen standen nie auf meiner Liste, zumindest nie weit oben. Es scheint jedoch für alles eine Zeit zu geben…

3tes vorab: Ich glaube nicht an eine absolute Gleichberechtigung und Feminismus, und diese kann es in einer guten Beziehung nicht geben, weil sie obsolet werden wenn es richtig läuft.

Aber: Ich bin keine Expertin, und ich bin erst recht eine Expertin, weil ich ganz sicher nicht ohne eine sehr gut funktionierende Beziehung so wichtige Schritte wie Heiraten und Familie zu gründen gewagt hätte.

Was ist wirklich wichtig? Und kann es wirklich gleichberechtigt zugehen?

Wichtig sind: Respekt, Kommunikation, Vertrauen und … Genügsamkeit.
Respekt vor dem Menschen und seinen Stärken und Schwächen, vor seinem Hintergrund und seinem Sein.
Kommunikation ist auf allen Ebene möglich und für mich das wichtigste in meiner Beziehung: Nicht nur „über alles“ reden können, sondern sich gegenseitig beraten, intelektuell austauschen und auch streiten und Konflikte austragen (letzteres ist aber immer noch eine Herausforderung, finde ich).
Vertrauen ist basal – aber es ist mehr als nur „der bescheisst mich nicht“. Es ist auch Zuverlässigkeit und Dinge abgeben können -also Kontrolle abgeben können. Gerade im Alltag müssen Dinge funktionieren, auch wenn einer mal ausfällt (ich koche fast immer, wenn es aber gar nicht geht/passt/mag weiss ich, es gibt trotzdem was zu essen…).
Genügsamkeit – wir leben in einer Welt der Superlative. Die reichsten Menschen der Welt, die schönsten Menschen der Welt, die berühmtesten Menschen der Welt, es gibt für alles eine Liste und ein Ranking. Wir wissen alle, es geht besser, wir sind getrieben und viele können sich gar nicht vorstellen, dass das Grün nur vermeintlich auf der anderen Seite grüner ist. Viele überzogene Erwartungen schaffen viele Enttäuschungen.

Soll man sich mit so lala zufrieden geben?
Nein, darum get es nicht. Es geht darum mal zu sagen: Du bist gut so, wie Du bist (auch wenn Du die Socken nicht neben dem Wäschekorb sondern in den Wäschekorb reintun könntest). Du bist nicht perfekt, aber perfekt für mich und perfekt mit mir. Wenn alle Grundzüge stimmen, dann schafft man seine Sockengewohnheiten zu ändern, aber den Menschen selbst kann man nicht (mehr) grundlegend ändern. Erziehen ist keine Aufgabe in einer Partnerschaft, sich versuchen, nicht! auf den Geist zu gehen im Alltag, wieder etwas anderes. (…übrigens bin ich die Schlampe, also no offense, lieber Ehemann!)

Kann es gleichberechtigt zugehen?

Was ist das denn für ein Bullshit? Jeder wäscht die Hälfte des Geschirrs ab? Jeder bringt 50% der Knete ein? Jeder ist beim Sex abwechselnd dran mit oben/unten/oral und natürlich wir darüber eine Liste geführt? WHAT THE FUCK!

Es funktioniert so nicht. Dafür ist jede Partnerschaft viel zu individuell in ihren Strukturen und Randbedingungen, und natürlich sind die involvierten Personen auch unterschiedlich. Die geborene Hausfrau, die ihren Kerl bei den Eiern hat, wird sich durchaus gleichberechtigt fühlen, wenn sie Zuhause das Hirn ist und er arbeitet, alles finanziert und sonst die Fresse hält. Warum auch nicht, es ist für viele ja scheinbar bequem. Und wenn das zurecht als Beispiel für eine nicht-feministsiche Beziehung genannt werden würde – es hiesse nicht, dass beide Teilnehmer nicht total happy damit sind.

Eine Aufteilung kann aber gerecht sein, unabhängig davon was die einzelnen Personen leisten. Ich finde es toll, was mein Partner alles macht, vermeintlich auch für mich – dabei macht er einfach die Dinger, die ihm leicht fallen und die ich hasse, während er sich hütet, das wiederum von ihm verhasste Kochen in den Angriff zu nehmen, wo ich sowieso Chef de Cuisine alike am liebsten selbst den Kochlöffel schwinge.
Ob die Verteilung dabei gerecht ist? Ich finde er macht mehr, weil verhasste Dinge mir schwerer fallen und mir mehr auffallen, wenn sie erledigt sind.
Und nein, ich muss das nicht aufteilen – und nein, ich bin mir sicher dass es nicht sonderlich gerecht ist. Ein Kompromiss würde uns beide nicht glücklich machen – ich hätte eine Aufgabe, die ich hasse und halbherzig erledige, er müsste sich das mit ansehen und hätte eventuell mehr Arbeit davon oder schlechte Laune um sich herum.

Warum ich so auf Alltagsgeschichten rumhacke? Beziehungen sind in der Regel glücklich und freiwillig, es happert dann ja bloss in der Umsetzung im Alltag. „Du liebst mich nicht!“ ist pubertäres Gehabe, wenn man 15 ist und nicht zusammenwohnt – wenn man das mit 30 sagt, dann ist es eine handfeste Krise und Vorwurf. Doch davor gilt es den schnöden Alltag zu bewältigen.

Hier empfehle ich von Herzen alle Hilfsmittel, von Geschirrspüler bis Haushaltshilfe oder das Aufsuchen einer Reinigung.

Die Beziehungsarbeit zwischen den beiden darf keine sein – wenn ich mit dem tollsten Ehemann rede, dann ist das für mich großartig, auch wenn ich gerade den Kopf gewaschen kriege (er ist auch ein guter Coach und guter Beziehungsratgeber…).

Das wichtigste ist jedoch, und man merkt es an diesem Text: Stets habe ich das Gefühl, im Mittelpunkt zu stehen. Das ist das Geheimnis einer guten Beziehung: Jeder sollte das Gefühl haben, dass er/sie im Mittelpunkt steht und es sollte für den Partner kein Problem sein, das zu vermitteln. Geschieht das mühelos für beide Seiten, dann gleicht sich alles im Innern dieses Gefüge viel einfacher und harmonischer aus. Ob man das erarbeiten kann? Ein Stück weit schon, durch Kommunikation überwiegend – definitiv muss man aber auch ständig daran arbeiten.

Was sind für Euch die Kernpunkte, die die Beziehung zusammenschweißen? Zum Thema Sex will ich mich nicht auch noch äussern, aber denkt Euch einen Absatz hier einfach dazu.

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16 Gedanken zu „Beziehungsalltag oder: Ich glaube nicht an Kompromisse

  1. ich finde du hast vollkommen recht 🙂
    Ich habe da noch nicht soo viele Erfahrungen, mein Freund und ich sind seit 3.5 Jahren zusammen, allerdings hatten wir uns auch ein ein, zwei Mal über ein mehrmonatigen Zeitraum getrennt bzw er sich von mir. Da merkt man aber auch erstmal was man hatte ^^ nun sind wir seit über einem Jahr wieder glücklich zusammen. Wir leben zwar nicht zusammen, aber wenn er zB einen langen Tag in der Uni hatte, dann koche ich für ihn abends auch allein, auch wenn er vorher gesagt hat, dass wir es zusammen machen. Ich mache das gerne und finde das auch nicht weiter dramatisch oder super frauenfeindlich oder so 😀
    Aber wie gesagt, so einen richtigen „Alltag“ erleben wir ja noch nicht zusammen, da kann ich dann vielleicht in ein paar Jahren mal mitreden 😀

  2. Für mich ist viel Wahres an Deinem Artikel und Manches auch an dem anderen. An Deinem aber wesentlich mehr (und damit will ich hier keineswegs rumschleimen). Nachdem ich zuerst nur den anderen gelesen hatte, schossen mir ein Haufen Sachen durch den Kopf, die ich anders sehe, oder sogar absurd finde darin, die Du dann aber ohnehin schon aufgegriffen hast. V.a. spricht mir Dein drittes Vorab aus der Seele – viele Überlegungen die man anstellen könnte, und Maßnahmen, die man ergreifen könnte, werden einfach obsolet, wenn es richtig läuft.

    Meine beiden Vorabs (Du hast beides zwar ohnehin nicht aufgegriffen, aber es machte mich im anderen Artikel dermaßen kirre, daß ich es an dieser Stelle erwähnen muß) sind:

    1. da der Mensch an meiner Seite einen Penis hat, kann und will ich ihn Mann nennen ohne mich davon in irgendeiner Weise bedrohnt oder nicht adäquat verbal ausgedrückt zu fühlen! Das gleiche gilt für das Wort Partnerschaft. Zumal ich mich auch nicht als „zufällig gerade heterosexuell lebend“ empfinde, sondern definitiv heterosexuell bin und Männer mit all ihren negativen und positiven Attributen (sowohl körperlichen als auch psychischen) total geil finde – und Frauen absolut reizlos, sexuell gesehen. Die krampfhaft geschlechterspezifische bzw. -neutrale Nennung von Begriffen oder Sachverhalten finde ich ohnehin grundsätzlich total kleinlich und offen gestanden ziemlich affig. Ich fühle mich nicht gleichberechtigter oder als Frau gewertschätzter, wenn ich mir die Zunge abbreche beim Sprechen, oder Politiker zusätzlich zu ihren ganzen aus anderen Gründen gewählten Worthülsen auch noch so Dinge sagen wie „verehrte Gäste und Gästinnen“ (Christian Ude, selber gehört). Die Sprache hat sich eben in Jahrtausenden des Patriarchats so entwickelt, und wenn wir sie mit neuen Inhalten und werten füllen, wird sie sich auf irgendeine Weise von selber dem entsprechend von selber verändern. Aber eben nicht von heute auf morgen, sondern ebenfalls in Jahrunderten und Jahrtausenden. Ich finde, wir geben uns (nicht in allen, aber) in vielen Fällen total der Lächerlichkeit preis, wenn wir die entsprechenden Begrifflichkeiten krampfhaft und bewußt zu korrigieren suchen.

    2. Ich persönlich bin zwar auch nicht unbedingt der Meinung, daß es einer Beziehung zuträglich oder einfach grundsätzlich richtig ist, wenn Einer der Partner allein oder fast allein die ganze finanzielle Last trägt. Aber ein Aufrechnen mit Haushaltsbuch wäre mir total zuwider! In jeder Art von Beziehung, auch in einer engen Freundschaft. Früher verdiente ich nix und mein Mann wenig (wir studierten beide). Da hat er so gut wie alles für uns bezahlt, und von den Eltern kam auch noch ein wenig. Dann verdiente er gut, und ich immer noch nichts, auch da hat er noch immer alles für uns bezahlt. Was für keinen von uns beiden ein Problem war, denn die Situation war eben, wie sie war, und das hatte Gründe. Abgesehen davon stand das überhaupt nicht im Vordergrund. Wir wollten zusammen sein, das war die Priorität, und dieses Zusammensein erfüllte unser Leben. Und tut dies im übrigen bis heute. So, und dann kamen einige unverhoffte, glückliche Fügungen, und mein beruflicher Weg nahm eine unerwartete Wendung. Innerhalb eineinhalb Jahren begann ich ein Vielfaches von meinem Mann zu verdienen. Nun ist es uns beiden schlicht und einfach scheißwurscht wer was bezahlt. Wir haben zwar nach wie vor getrennte Konten, weil wir uns ja vielleicht auch mal was kaufen wollen, das der Andere nicht, oder jedenfalls nicht gleich mitkriegen soll, aber gefühlt ist es alles unser gemeinsames Geld, und was wir an Dinglichem besitzen, ist unser gemeinsames Gut. Wie auch immer der Weg ins Gelfverdienen verläuft – genaue Abrechnungen mit meinem Partner zu führen, würde mich fertig machen; und mein Mann empfand das von Anfang an genauso.

    Was ich für mich als für das Funktionieren einer Beziehung für Essentiell halte, ist quantitativ wahrscheinlich weniger, als der Widerspruch zu Deinem Partner*innen Artikel… Ich muß dazu sagen, daß ich keine riesen Beziehungserfahrung hab. Die mit meinem Mann ist immmer noch meine erste. Als ich ihn kennenlernte bzw. als wir unsere Beziehung begannen, waren wir beide 20. Zwölf Jahre ist das nun her. Zuvor war ich einmal sehr, sehr verliebt gewesen, unglücklich, weil in einen Homosexuellen, wie sich herausstellte. Das kostete mich gute zwei Jahre, ca. von 17 bis 19, weil es meinerseits eine wirklich ernste Sache war. Hat mich aber auch persönlich sehr weiter gebracht. Nichtsdestotrotz war ich währenddessen halt anderweitig blind. Und daß ich danach dann schon den Mann fürs Leben traf, hat sich eben so gefügt. Es ist einerseits ein riesen, riesen, riesen Geschenk, andererseits müßte ich lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte nicht auch gern Gelegenheit gehabt mich anderweitig umzusehen… Aber das Leben ist eben nicht planbar (außer man heißt Kate). Insofern ist mein Erfahrungsschatz auf diese eine Beziehung beschränkt.

    1. Ja, natürlich ist es wichtig, sich den Alltag zu teilen. Möglichst gleichberechtigt, würde ich für mich sagen. Tatsächlich sehe ich Gleicheberechtigung in einer Beziehung, oder jedenfalls im Meistern des Alltags aber allgemein gar nicht als sooo essentiell an; sondern einfach, daß man einen Partner und einen Modus findet, mit bzw. in dem man glücklich sein, und Spaß haben kann! Ein Cousin von mir beispielsweise hat eine Frau, bei der er ziemlich unterm Pantoffel steht. Nicht nur im Haushalt, sondern ganz grundsäzlich. Aber diese Frau könnte keinen Mann gebrauchen, der versucht ihr zu sagen wos lang geht, und er keine Frau die das von ihm erwarten würde. Es muß eben passen; das tut es in totaler Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung zwar optimalerweise – aber eben nicht immer.

    2. Man muß sich Freiräume geben. Auch wenns manchmal schwer fällt. Aber so wie ich auch noch irgendwas abgesehen von meiner Arbeit und meinem Partner „unternehmen“ will, muß ich das eben auch ihm zugestehen. Auch wenn ich ihn in der konkreten Situation lieber bei mir hätte. Außerdem ist ein Partner, der mir für diese Freiräume dankbar ist, viel besser als einer, der sich von mir eingeengt fühlt. Selbst wenn dieses Freiraumbedürfnis nicht immer bei beiden Partnern gleich ausgeprägt ist – man weiß ja nie, was für Freiheiten man sich selber irgendwann mal noch nehmen möchte.

    3. Reden schön und gut. Und ich rede wirklich viel. Selber, gerne, sowieso, aber auch mit meinem Mann. Über Wichtiges und Unwichtiges. Wir unterhalten uns einfach total viel, wenn wir zusammen sind. Und wenn nicht, dann telefonieren wir manchmal stundenlang, was ich auch wahnsinnig genieße, denn mit niemandem tausche ich mich so gern aus, wie mit ihm. ABER: man muß auch ab und zu das Maul halten! Ich denke, in jeder Beziehung gibts Dinge, die dem einen Partner am Anderen nicht gefallen, und umgekehrt, von denen man aber weiß, daß man damit nicht unbedingt im recht ist. Weil es beispielsweise zu vereinnahmend wäre, oder bevormundend, oder was auch immer. Es dann fertig zu bringen nix zu sagen, und die Dinge gewähren zu lassen, fällt meiner Erfahrung nach zwar oftmals besonders schwer, ist aber auch echt gold wert! Denn gerade diese Situationen sind leicht diejenigen, die dann zu einem Streit eskalieren, bei dem man vom 100sten ins 1000ste kommt, und am Ende gar nicht mehr weiß, warum man eigentlich angefangen hat. Und das, obwohl man doch eigentlich selber von Anfang an wußte, daß man im unrecht ist…

    4. – und das ist für mich DER Knackpunkt – man braucht einen starken Willen miteinander glücklich zu sein! Klingt platt und banal, ist für mein Empfinden aber echt essentiell. Ein grundsätzliches Harmoniebedürfnis, und das Wissen darum, wie beglückend wir beide die Harmonie miteinander finden, ist die grundlegende Triebfeder für uns, Differenzen schon beizulegen, ehe ein echter Streit daraus entbrennt, und Lösungen zu finden, wenn er es doch tut. Wir sind sooo glücklich miteinander, wir genießen das gemeinsame Lachen, die Unterhaltungen, die Zweisamkeit, das gemeinsame Zusammensein mit Freunden, ja irgendwie sogar das gemeinsame Erleben von Dingen, die wir ätzend finden (wie beispielsweise Familienfeiern), sodaß es uns, wenn das mal irgendwie aus dem Tritt geraten ist, eigentlich immer massiv dorthin zurück drängt, und wir Wege dorthin zurück wirklich finden WOLLEN. Und ohne es aus eigener Erfahrung sagen zu können, denke ich daß dieses fehlende Wollen es ist, woran es oftmals krankt. Daß man sich auf seinen Standtpunkt zurückzieht, weil man „es mal wissen will“, weil man sich nicht die Schneid abkaufen lassen will, weil man meint, seinen Stand in der Beziehung zu schwächen, wenn man nachgibt, etc. Und wenn beide Partner sich das denken, immer wieder womöglich, und aus welchen Gründen auch immer mehr auf ihrem Standpunkt beharren wollen, als sie zur Harmonie zurück finden wollen, dann ist es eben oftmals aussichtslos. Ich denke, um es schlicht auszudrücken, daß weit weniger Beziehungen scheitern müßten (und ich zähle auch „scheiße laufen“ zu Scheitern), wenn mehr Wille zur Einigung bestünde; ich denke daß die Möglichkeit zu einer Einigung in beiderseitiger Zufriedenheit, viel öfter gegeben wäre, als der Wille besteht, diese auch zu erzielen und einfach wieder happy zu sein miteinander.
    Paphiopedilum kürzlich veröffentlicht..Review: By Terry, Cover Expert FoundationMy Profile

    1. Paphi: Ich unterschreibe, danke für die Ergänzung! Gut dass Ihr Euch gleich getroffen habt, gut auch für mich dass ich erst wissen musste wie es nicht geht, um diesen Mann wertzuschätzen. Es kütt wie es kütt und es ist richtig.
      Und ja, ein SEHR wichtiger Punkt: Manchmal die Fresse halten. Das gilt besonders für verkopfte Leute…

      Geld ist immer wieder ein Thema, da schreibe ich nochmal was zu im Kontext zu Eltern werden – der Geburtsvorbereitungskurs hat mir Stoff für ein ganzes Buch gegeben! *lol*

      EDIT: ….muss ja sagen dass ich gerade voll flenne <3 danke für diesen Kommentar!

  3. nach dem kommentar von paphiopedilum hab ich nun echt gar nix mehr hinzuzufügen.

    danke im übrigen, dass du erwähnst nicht an gleichberechtigung und feminismus zu glauben. und auch im eben schon genannten kommentar wirds ja deutlich: hauptsache die zwei, die es betrifft, sind sich einig. die regelung wer wieviel bügelt, putzt und den müll rausbringt macht aus einer schlechten beziehung keine gute. und ein haushaltsbuch tut das auch nicht.

    viel reden und das gemeinsame ziel eine gute partnerschaft führen zu wollen tut das aber.

    in diesem sinne: make love not haarspalterei!
    und danke für das reilen deiner gedanken.

    lg und einen schönen abend
    Keyna kürzlich veröffentlicht..[Und sonst so] Vorsicht! Sie verlassen Beautyblog-Land.My Profile

    1. Keyna: Aber ich bin eine absolute feiministin – denn das brauchen wir immer noch, ich habe ja ausserdem immer gesagt dass ich männerfeindlich bin. Mittlerweile denke ich dass Männer nicht gelich Männer sind (Erfahrung…) und versuche statt Mann Frau Schiene die jeweiligen Dinge des Individuums zu sehen. Und auch Begriffe anders zu setzen – Mutterschutz, warum gibt es das nicht für Männer – dass sie nicht mehr reisen müssen um den Geburtstermin herum. Kleine Dinge. Mehr auf die neuen Männer eingehen, die sich durchaus gleichberechtigt sehen – wenn es auch immer noch sehr viele junge konservative Luete gibt 🙁

  4. Andreea, neben Deiner Diss. und dem Beautyblog ist wohl auch Beziehungsratgeber Deine Stärke! Selten so einen guten Text gelesen, selten so einverstanden gewesen. Habe nichts mehr hinzuzufügen. Will eine Beziehung! Jetzt! Sofort! :p

    1. Jana: Um Gottes willen, ich und Bezihungen?! Ich fürchte da muss der kerl eher was schreiben, den frage ich auch immer mittlerweile. Ich hatte einfach nur etliche Griffe ins Klo, und ich war auch ein paar Mal selber der Griff ins Klo und habe Herzen geborchen, was ich heute sehr bedaure (und überhaupt verstehe…). Dafür bin ich zwar geschunden und zernarbt aber so glücklich wie noch nie – aber daran habe ich nie geglaubt, auch nie gezweifelt – man muss das annehmen, wie es ist, und daran arbeiten, es zu ändern/behalten. Optimist war ich noch nie – aber Aktivist. Ich habe mein Leben stets selbst gestaltet, ob gut oder schlecht, und das finde ich am wichtigsten.

  5. Ich finde deine Definition von Gleichberechtigung (alles hälftig zu teilen) sehr seltsam. Das bedeutet der Begriff nun wirklich nicht. Gleichberechtigung heißt, GLEICHE RECHTE zu haben. Das ist selbstverständlich. Es kann zB heißen, das gleiche Recht zu haben, das Bad NICHT zu putzen, die Klobürste in die Hand zu nehmen oder den Schraubenzieher, mit der Arbeitsteilung in der Beziehung zufrieden zu sein oder kritische Punkte anzusprechen usw. Wie die Arbeit in der Beziehung geteilt wird, entscheiden beide gleichberechtigt, explizit durch Diskussionen oder auch einfach stillschweigend, weil es sich halt so ergibt – die Partner können nicht GLEICH SEIN und müssen nicht das Gleiche tun. Warum soll mein Mann Gartenarbeit machen, wenn er es hasst? Warum soll ich kochen, wenn ich es hasse? Warum soll er sich ums Auto kümmern müssen? Weil er ein Mann ist? Warum soll ich das Bad putzen, wenn ich es hasse? Weil ich eine Frau bin? Es gibt leider auch im Jahr 2012 immer noch massenhaft Menschen, die glauben, Hausarbeit hat etwas mit dem Geschlecht zu tun. Wenn es Dinge gibt, die beide gleichermaßen nicht leiden können, müssen beide sich diese unangenehme Arbeit teilen oder jemanden dafür bezahlen.
    Ich finde Gleichberechtigung selbstverständlich und unerlässlich, gerade in einer Beziehung, und möchte nie anders als auf Augenhöhe mit einem Partner leben. Mein Mann sieht das genauso; sonst wäre aus uns nie etwas geworden.
    Ansonsten gebe ich dir schon Recht. Reden, wenn der Moment passt, Sex, nette Dinge sagen (nicht nur erwarten), und vieles entspannt sehen.

    1. Andrea: Du hast vermutlich recht, mir fällt als Definition zu Gleichberechtigung zwar auch gleiche Rechte in, aber eben auch fifty/fifty Verhältnis. Das hätte man vorher klären sollen.

  6. Ergänzung: Feste Redetermine einmal im Monat oder so finde ich affig – ist ja wie in ner 70er Jahre-WG!
    Aber: Wir Frauen dürfen nicht immer glauben, dass man uns Wünsche und Bedürfnisse von den Augen ablesen muss. Wir müssen sie formulieren / kommunizieren und unseren Partnern das gleiche Recht zugestehen. Auch das Recht, mal nein zu sagen.
    Und die gerechte Aufteilung, von der du schreibst, nämlich die nach Vorlieben, die empfinde ich eben auch als ideal, eben WEIL ECHT GLEICHBERECHTIGT.
    Ja, und natürlich die Freiräume.

  7. Du sprichst mir aus der Seele. Ich musste sehr oft schmunzeln, da ich in den letzten Monaten viele „Mädchen“ bei ihren Beziehungsproblemen zuhören durfte. Mädchen in „“, weil sie eigentlich schon erwachsen sind, aber die Suche nach dem Traumprinzen nicht aufgeben. So einen Mann gibt es nicht, ich meine keiner der kommt und sagt: „Hey, ich bin dein Traumprinz“, sondern erst die Beziehung oder genauer gesagt die funktionierende Beziehung macht den Mann oder die Frau an der Seite zum Prinzen/Prinzessin. Ich darf nun auch fast 6 Jahre in einer Beziehung leben, ein Ende ist nicht in Sichtweite.

    LG

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