Das erste Mal: Das letzte Mal – zumindest gefühlt

EDIT: …als ich den Artikel schrieb, erwartete ich nicht, dass zum Veröffentlichungsdatum das MyBeautyBlogBabyBoy schon da sein würde… was für eine Vorahnung! Der Beitrag sollte am 18. erscheinen, was technisch schief lief – dafür kam der Junior aber an;-)

Obwohl ich mir selbst sehr gerne die sogenannten Hauls anschaue, wo man zum kleinen Voyeur wird und in die Einkaufstüte anderer Leute schauen kann, pflege ich so etwas nicht zu tun.

Dieses mal tue ich es – ich beging eine sogenannte Übersprungshandlung und zog in die Parfümerie, um mich “einzudecken”. Wenn es eine Make-up Not gäbe, ich wäre gerüstet. Geschätzt: Für die nächsten fünf bis zehn Jahre!

Was habe ich getan und – warum?

…ich dachte einfach, es wird das letzte Mal sein. Das letzte Mal, dass ich eigenes Geld habe. Das letzte Mal, dass mich das Gewissen nicht plagt (sollte ich nicht lieber dem Baby was kaufen?). Das letzte Mal, dass ich überhaupt Zeit habe… jemals!

Zuhause angekommen, packte ich zwar freudig sabbernd aus, heulte aber kurze Zeit später los – sollte das Baby kommen, ist mein Leben dann schminktechnisch (und in andere Hinsicht sowieso…) im Arsch!
Nie wieder Lippenstifte swatchen, und den drölfzigsten Erdbeerton kaufen!
Keine überteuerte Palette oder Spontankauf!
Keine limitierte Edition – und ich meine den kompletten Look (also schon zwei, drei zusammenpassende Teile…).

Hä? meinte mein Ehemann.
Du kannst doch mit dem MBBBB (MyBeautyBlogBabyBoy) doch auch zu Douglas und zu Jebe gehen.

Ja. Das stimmt!

Daher: Blame it on the hormones…

Wie die Eichhörnchen habe ich nun Lippenstifte gehortet, und trotz täglicher Nutzung werde ich wohl nie dazu gekommen, diese aufzubrauchen.

Also – einen seltenen Haul, der zeigen soll, wie eine Hormonstörung aussieht. Ich hätte noch mehr gekauft (Hallo Shiseido!), aber da ist im vierten Anlauf das gewünschte Produkt immer noch/schon wieder ausverkauft gewesen.
An mehr limitierte Sachen komme ich zudem auf den Dorf nicht weiter ran, ohnehin sind einige Sachen per Post gekommen, was ich recht ungerne mache.

haul-last-call-chanel-bobbi-armani-2013

Ich weiß gar nicht, wie ich es geschafft habe diesen Haufen anzusammeln. Schlimm.

…nachgekauft: Die Lancôme Mascara mit den Bla bla Cells.
…vorher nicht besessen: Der Highlighter von Chanel – und der ist echt schniecke, benutze ihn nämlich auch.
…nicht im Bild: Ein Eyeliner, der gar nicht soo besonders ist, aber ebenfalls ein Basic, der mir bislang fehlte.
…nicht alle Lippenstifte sind brandneu, und einen habe ich von Ehemann bekommen.

Solche Shoppingtouren habe ich früher regelmäßig gemacht. Der NARS Counter, Armani, Bobbi Brown, alles Anlaufstellen, wo man mich gut kannte – doch seit “Provinz” fällt das ziemlich flach. Das wird mit einem Baby nicht besser, aber sicherlich auch nicht völlig unmöglich.

…das Gute: Ich habe immer noch Spaß daran, die Sachen miteinander zu kombinieren und freue mich jeden Tag wie blöde. Das andere Gute: Es wird so bleiben, auch beim dröfzigsten Lippenstift.

Und nein, es war nicht für den Blog, sondern nur für mich – erteilt mir trotzdem Eure Absolution. Danke.

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11 Gedanken zu „Das erste Mal: Das letzte Mal – zumindest gefühlt

  1. es ist dein geld, es ist dein ding.

    und dein sohn ist bestimmt auch besser dran mit einer ausgeglichenen mutter die geld für chanel und shiseido rausschmeißt als mit einer die ständig grantig ist weil sie sich alles verkneift.

    kauf lieber fürs kind was gebrauchtes (ist eh besser, schadstoffe und so) und dir ein bisschen luxus 😉

    öh, was ich sagen wollte: ego te absolvo. :]

  2. und natürlich hab ich dank feedreader völlig überlesen, dass der junge ja schon da ist! alles gute für euch drei, wie schön. 🙂

  3. Kann mich nur vollumfänglich anschließen… Nix schlechter für Dich UND das Kind, als wenn Du Dir keinen Luxus und keinerlei Egomanien mehr erlauben würdest im Hinblick auf Sohnemann, und ihm eines Tages vorbetest, was für Opfer Du doch für ihn gebracht hast – und das alles dafür daß er am Ende gemeinerweise doch macht was er selber will… Das sage ich nicht mit meiner (nicht vorhandenen) Erfahrung als Mutter – sondern mit meiner reichen Erfahrung als Kind 😉 Bring Opfer für ihn nur in einem Maß, in dem Du es eines Tages ertragen wirst, genau das nicht zu tun – sie ihm vorzuhalten. Denn mehr als die innere Gewissheit, daß es irgendwie ein Generationenvertrag ist, und seine Kinder es eines noch fernen Tages mit ihm genauso machen, wirst Du nicht haben. Klingt blöd bei etwas so vergleichsweise Banelem, wie Kosmetikkaufen und -benutzen, aber der Alltag, aus dem nunmal 90% unseres Lebens bestehen, ist ja eben genau das – eine Abfolge von Banalitäten. Und gemeinsam sind die unglaublich wichtig!
    Paphiopedilum kürzlich veröffentlicht..Ein Grauen in Rosa und BraunMy Profile

  4. Liebe Andreea, herzliche Glückwünsche an Euch!
    Ich finde, du handelst einfach sehr verantwortungsbewusst. Du konditionierst MBBBB schon so, dass er wenn er groß ist, seiner Partnerin drölfzig Lippenstifte schenkt und sie beim Horten von Schminke unterstützt. So, wie der moderne Mann das tun sollte. 🙂 Und außerdem solltest du dir den Luxus jetzt erst recht gönnen, weil sich ja vorerst vermutlich doch erstmal alles um den Kleenen dreht, da solltest du dich schon ein wenig verwöhnen.
    Ach so, auch von mir: Ego te absolvo!

  5. Herzlichen Glückwunsch – zum Buben!
    Ansonsten absolute Absolution, schlechtes Gewissen kriegt man eh schon genug gemacht wegen jedem Pups.
    Eine wunderschöne Willkommenszeit <3

  6. Absolute Absolution von meiner Seite. Sehe es wie Anne: Mütter die sich alles klemmen und das Geld für das Kind ausgeben schieben ihm vielleicht nicht direkt die Schuld in die Schuhe, das Kind merkt die Unzufriedenheit und den unterbewussten Vorwurf aber schon. Also: Tu es! Gönn es dir! Freu dich wie Bolle beim drölfzigsten Lippenstift! Das ist auch ein Geschenk, eine Gabe. Manche Menschen können sich über rein gar nichts mehr freuen.
    Lilo kürzlich veröffentlicht..Meine Blushsammlung II – es wird!My Profile

  7. Wie formuliere ich das jetzt politisch korrekt….meine Mutter hat sich fast nichts mehr erlaubt, seit sie mich bekommen hat (ich bin die Älteste von drei Kindern). Und ich bekomme das (einschließlich meiner Geschwister und meinem Vater) bis heute immer wieder mal zu spüren, vor allem dann, wenn sie bemerkt, dass ich mir so EINIGES erlaube und dafür andere Dinge liegenbleiben.
    Das entspannte Dasein gönnt sie mir dann nicht, glaube ich – schon traurig. Falls ich mal Kinder bekomme, dann werde ich alles dafür tun, dass diese Kids eine halbwegs zufriedene Mutter haben. Und ein Teil dieser Zufriedenheit ist in meinem Fall mit Glitter und Friseurbesuchen zu erreichen.

    Also hau rein, zufriedene Eltern sind gute Vorbilder 🙂

  8. Ich wünsche euch von Herzen alles gute und das mit dem Einkauf ist schon in Ordnung wer weiß wann du das nächste mal die Zeit hast.
    Sich etwas zu gönnen und es sich selber wert zu sein ist ein wahnsinnig schönes Gefühl. Alles dreht sich bei einer Geburt und danach immer um das Kind auch wenn Besuch kommt gibt es überwiegend Geschenke für den Neuankömmling.Bei Freundinnen die ein Kind bekommen haben habe ich immer etwas in Richtung Wellness für die frisch gebackene Mama verschenkt oder auch andere schöne Kleinigkeiten die Balsam für die Seele sind, sei es ein nettes Buch,die Lieblingsschokolade oder etwas aus dem Kosmetikbereich.Mir war es wichtig dass der Mensch der 9Monate solche Strapazen durchmachen musste dann auch für einen kleinen Moment im Mittelpunkt steht.
    Schieb das mit den Einkäufen auf die Hormone 🙂

  9. Herzlichen Glückwunsch zum Baby!
    Und: Ich kenne diese Vorhaltungen und diese eingeforderte Dankbarkeit, weil man sich für die Familie “opfert”, auch aus meiner Familie (nicht meine Mama, sondern die Oma) – und: Meine Mutter ist aus Trotz ein “Beautyjunkie” geworden (wenn’s das in ihrer Generation gäbe) und hat mich damit angesteckt und mir gezeigt, dass man sich mal was gönnen muss. Is’ in Bezug auf Schminke bei ‘nem Baby-Boy natürlich etwas komplizierter, aber er wird’s dir danken, wenn du eine hübsche, gepflegte Mama bist – und dir auch mal was gönnst!

  10. Andreea: Sind wir jetzt beneidenswert wegen der Lässigkeit im Vergleich zu unseren Müttern – oder weil Lippenstifte uns zufrieden machen (und nicht Unerreichbares wie ein privatjet etc.)? Eigentlich finde ich beides beneidenswert 😉

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