Die Gürteltasche ist zurück

Sie ist wieder da. Und ich habe Augen- und Hirnkrebs, wenn ich daran denke.

Ich bin mein Gedächtnis durchgegangen und bin sicher, dass ich so etwas zwar besessen habe, oder mir zumindest eine Tasche gewünscht habe, aber nie, niemals nie nicht getragen habe. Um mich zu rechtfertigen: Ich war damals dreizehn. Und ich bin Generation Techno, Generation weiße Handschuhe (ich niemals!) und hatte auch eine Trekking-Phase. Trotzdem, dieser modische Kelch ging immer an mir vorüber, es gibt sie einfach nicht, die schönen Gürteltaschen.

Meine Assoziationen aus eben dieser Zeit sind die Sexworkerinnen in Hamburg, die nebst künstliche Fingernägeln, Leggings und schwarzen Reebok-Sneaker* auch die Gürteltaschen trugen. Später dann die coolen Kids, später die Rentner-Trekking-Gangs, und heute vermehrt die Muddis (das meine ich).

Bar jeglicher Ironie hat sich nun das Fashionvolk das Luigi-Futong Täschchen quer umgebunden und nichts, nichts hält sie auf. Es ist so wenig Lächerlichkeit dabei, weil alle diese Konnotationen, die streetstyle crdibility, die Sexworkerinnen, die Sportlerinnen, die “aus-praktsichen-Gründen-alles-griffbereit-habenden” mit einer Geste weggewischt werden sollen.

Ein modisches Blackfacing oder einfach nur elendig hässlich?

Mich soll der Schlag treffen, wenn ich mir jemals so ein Ding umhänge. Dann lieber den ewigen Turnbeutel der Kulturwissenschaftlerinnen, der war immer Audsruck einer gewissen Luschenhaftigkeit und das ist irgendwie unerwachsen lässig.
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*Der gängigste Look derzeit zwischen 14 und 54. Wenn sie wüssten…

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3 Gedanken zu „Die Gürteltasche ist zurück

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