Das tollste Kind der Welt – ein wenig Selbstlob

Ein sehr ehrlicher Anfang. Ich habe das tollste Kind der Welt (wie jede/r Eltern) und werde ihn und somit mich gleich über den Klee loben und öffentlich bekunden, wie toll er ist. Mit dreieinhalb Jahren dürfte ihn das wenig interessieren, und peinliche Dinge werde ich ihm ersparen. Denn das Internet vergißt nicht und so eine öffentliche Mutter ist schon peinlich genug.

Die Blogpause hat mir gut getan, ich soll aber bitte wieder schreiben, wie Leserinnen und Freundinnen meinen. Stimmt, denn von Forschung alleine kann keiner leben (und das meine ich nicht nur finanziell…!!) Worauf ich mich in letzter Zeit konzentriert habe, ist auch etwas mehr von diesem Wesen mitzubekommen, dessen Leben wir begleiten. Wir ist übrigens ein viel größeres WIR als bei allen anderen Paaren, das ich kenne – denn ich übernehme nicht den Löwenanteil an Dingen Zuhause. Oder zumindest haben wir alles so aufgeteilt, dass jeder das übernimmt, was er nicht absolut hasst. Und es gleicht sich immer wieder aus. Der Selbstlob gebührt somit zu einem sehr großen Teil dem Ehemann und „Papi“. Keine weitere Ergänzung, Euer Ehren.

Dieses Kind treibt uns, um vorweg gleich die Wahrheit zu sagen, gelegentlich an den Rande des Wahnsinns. Nicht nur sitzt es niemals still, es ignoriert unsere Bitten, Anweisungen und Fragen eigentlich durchgehend. Und singt dabei. Das ist wohl normal? Bis wir morgens aus dem Haus sind, haben wir etwa 80mal anziehen, Zähne putzen, Gesicht waschen gesa get und etwa 120 mal das Kind eingefangen, das sich nochmal in unser Bett versteckt, lieber spielt oder einfach nicht will. Wer Simpsons guckt, kennt die Szene, in der Homer den kleinen Bart würgt. Das haben wir täglich mehrfach vor Augen.

Und dann gibt es die anderen Seiten des fabelhaften Teddy. Weiterlesen…

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Mein Leben, mein Leben

Wißt Ihr, was mich derzeit tierisch nervt? Beziehungsweise was seitdem Elterntier-Dasein nicht nur mir, sondern auch dem Ehemann passiert? Wir sind komplett fremdbestimmt.

Früher hatte ich eigene Termine im Kalender – heute sind die meisten Termine von anderen. Fährt Ehemann weg, ist Freundin aus dem Ausland da, hat die Krippe zu, ist XY im Urlaub, YZ heiratet: Meine Termine. Früher entschied ich, was in meiner Freizeit war – heute fühlt es sich an, als ob alles zu mir kommt und ich keine andere Wahl habe.
Das ist wohl der Normalfall und es ist auch eine Frage der Wahrnehmung. Es ist eben Alltag, und da wir jetzt zu dritt sind, ist dieser etwas komplexer in der Organisation als vorher, wo man spontan was unternahm.

Es hat aber auch andere, sich langsam einschleichende Auswüchse. Mir wurde das erst bewusst, als ich mit ein paar anderen Müttern auf einer Party rumstand – ziemlich fertig (wir alle), ziemlich nachlässig gekleidet (ich nicht!), ungeschminkt, irgendwie… Wir sprachen über Haus (ich nicht, wir suchen eine Immobilie by the way!…) und Kinder und Männer und Gehälter und Ungleichheit (ja, ich war’s) und Sex und wieder Kinder. Dabei wurde mir klar, warum so viele hin- und hergerissen sind und zu nichts kommen: Weil sie für alle anderen alles machen.

Das ist die typische Frauenfalle, und sie schnappt zu: Das eigene Haus. Viel zu tun, und Garten, aber es macht ja Spaß. Kinder? Vollzeit – keine Arbeit, sondern eine Einstellung, die aber auch auslaugen kann. Arbeit? Muss oder will frau auch, haut auch rein, einmal der finanzielle Druck und natürlich ist es nie der Traumjob, der einem die Kohle einbringt, beziehungsweise ist auch der Traumjob nicht durchgehend immer Zucker. Frau kriegt dann alles organisiert – Das Leben der Kinder, den Alltag, bei der Arbeit sind das die wertvollsten Mitarbeiterinnen, die das gleiche Pensum schaffen wie die männlichen Vollzeit-Kollegen (aber die, die sind immer erreichbar).

Deren Leben? Ich hatte nicht genug Mumm zu fragen, ob sie ein eigenes Leben noch haben. Die eine wird höhnisch lachen und sagen – Wessen Leben?!

Dass es sich bei mir um ein Luxusproblem handelt, ist klar. Ich bestimme den Kurs, und das weiß ich mittlerweile. Sicher, das „alte“ Leben und das „neue“ Leben sind ein Widerspruch, den es noch zu vereinbaren oder einfach zu akzeptieren gilt, aber mein Leben – ist mein Leben.

Mein Leben beinhaltet sich um mich selbst zu kümmern, mir nach wie vor den ersten Platz einzuräumen (wenn sich auf dem Treppchen in Wahrheit doch mehrere drängen!), sei es denn dass man sich trotz Kleinkind seine geliebte weiße Bluse anzieht oder Lippenstift benutzt, dass man sich verabredet und weggeht und auch mit dem Kind shoppen, warum nicht? Dem Partner wieder Komplimente macht und vielleicht ein neues gemeinsames Hobby entdeckt (nicht: schlafen!) und sich nicht immer an andere orientiert. Ich, ich, ich – klingt so furchtbar egoistisch, aber die meisten und auch ich müssen es echt noch lernen. Ich bin die Gebende, ich bin die Nehmende, mein Leben, mein Leben. Am Ende ist frau nämlich immer allein.

Also, mein Plan für heute und jetzt: Mein neues Kleid anziehen (trotz Kleinkind, es lässt sich schließlich waschen!) und in die Stadt gehen und flanieren, weil es mir Spaß macht. Teddy findet das gar nicht so schlecht mittlerweile, es gibt ja schließlich was zu gucken.

Mein Leben, mein Leben – dass ich jetzt auch noch Mutter bin, ist nicht einfach, schließlich beinhaltet dieser Begriff wie kein andere den Impetus des Gebens. Ich bin jedoch nur solange eine gute Gebende, solange es mir nicht auffällt, dass ich es tue, solange es mich nicht auslaugt, auszehrt und solange ich einen grundsätzlichen Glücks-Boden unter meinen Füßen habe. Nicht kippelige Momente des Glücks, sondern eine feste Unterlage.

Was mich sehr, sehr nervt: Es geht so vielen so, und keiner redet drüber. In ausgelassenen Runden mit viel Alkohol, ja, da kommt das wahre Leben zum Vorschein. Dann werden die perfekten Hausmuttis zu kleinen unzufriedenen Gnomen, die sich darüber auslassen, dass sie in Wirklichkeit alleinerziehend sind; die Ökomuttis gestehen, dass die gelebte Gleichstellung für den Arsch ist, weil sie immer noch mehr putzen, und die abgeklärten Emanzen zu Weicheiern, denen der Mut fehlt, sich zum Gefühlsleben zu bekennen. Alles völlig normal.

Aber: Dein Leben, dein Leben. Leben leben, du weißt schon.

…ach ja, und nochmal: Das Leben mit Kind ist grandios. Das Leben ohne Kind ist grandios. Dein Leben, dein Leben. Ist grandios.

P.S. Aus aktuellem Anlass: Und dann gibt es Momente im Leben, wo so ein Kackkrebs* versucht, Dir das alles zu entreißen. Dein Leben, deine Klinik, deine Chemo, deine Ängste. Nein, nein -Dein Leben, nicht dein Krebs, kein netter Besuch, kein erwünschter, das soll es ja geben; das eigene Leben hat eine feste Unterlage, da wird der Kackkrebs schon noch auf die Fresse fallen. Punkt.

P.P.S. *oder irgendeinanderer Scheiß. Nein, mir geht es gut, aber ich begegne derzeit einigem *Kack in meinen Umfeld. Der kann sich mal verpissen und so.

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Das erste Mal: Urlaub mit Kind

Ich werde etwas weiter ausholen…

Ich sitze also am Tisch in diesem durchaus ordentlichen, na, superguten Familienhotel! Lätzchen, Kinderstuhl, überall Kinder, und heute ist Teddy ein wenig angeschlagen und besteht darauf, seinen heiligen Hasen und den Schnuller mitzunehmen, die sonst als Einschlafhilfe dienen. Nach dem Essen geht es ein paar Schritte weiter ins Lümmelland, eine Indoor-Spielanlage mit allen Schikanen. Beim Geschirrabräumen schnacke ich kurz mit der Bedienung über die Unmengen, die der Junior vertilgt hat (recht manierlich, kaum etwas auf den Fußboden) und hole mir einen Weißwein statt meinem alkoholfreien Bier. Ich entspanne mich, exakt eine Woche nach Ankunft in diesem Ferienparadies.Neben mir auf der Sitzbank liegt ein roter Hase und darauf eine Schnullerkette.

Und ich weine. Weiterlesen…

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Reklamation bei STEIFF und HUGO BOSS

Fangen wir mit dem guten Beispiel an. Ich shoppte im Sale bei Hugo Boss mehrere Artikel, darunter ein Halstuch aus Modal (Made in Italy) in Schwarz, Weiss und Orange. Mit Lippenstiften und Parfümflakons drauf… ist klar.
Das Paket kam ein Tag an bevor ich nach Düsseldorf fuhr – ich wusch das Tuch also schnell mit dem schweinetueren, superguten Feinwaschmittel Sodasan, hängte es auf und war mäßig begeistert: Es sah nicht nur aus wie seit 20 Jahren getragen, die schwarze Farbe hatte sich so verteilt, dass das schöne Muster verunstaltet wurde. Mäh. Und nun? Ich nahm den Schal mit, trug ihn den einen Tag zu dem Outfit (passendes Shirt und Strickjacke aus der gleichen Kollektion) und reklamierte ihn anschließend.

Ich rief an, erzählte, gestand sogar ein den Schal einen Tag getragen zu haben; freundlich entschuldigte sich man bei mir und bat mich, den Artikel zurückzuschicken – ich hatte noch den Retourenschein. Nach einigen Tagen bekam ich eine Mail dass der Artikel zurückgenommen werde und ich ihn nicht mehr bezahlen brauche. Alles gut. Ich bin übrigens zwar länger Kunde dort, aber ich kaufe selten und nur im Sale ein, ich habe glaube ich nicht einmal ein festes Kundenkonto.
Das Tuch hätte ich schon gerne gehabt, aber ich traute mich nicht und kaufte dafür eines, was noch teurer war, statt nie wieder etwas zu kaufen… das bringt wohl der gute Kundendienst mit sich.

Das STEIFF Shirt für meinen Sohn Teddy mit dem Teddy drauf, der quietscht. Kostet in Größe 68 oder was es war, satte 30 Euro. Ein T-Shirt für ein Baby wohlgemerkt! Meine Eltern hatten das Shirt aus Hamburg mitgebracht und waren stolz wie Bolle auf das Präsent für ihren Enkel – der Bär quietschte, was Teddy zwar nicht interessierte aber zumindest meine Mutter und ich lustig fanden. Quittung wanderte in den Müll.

Natürlich wusch ich das T-Shirt vor dem Tragen und packte es in den Trockner, alles laut Schildchen erlaubt. Es quietschte nicht mehr… Weiterlesen…

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Mütter reiten auf Einhörner durch’s Kita-Land – Pro Krippe

Das Kind ist 12 Monate. Vier Zähne – nein, fünf, sechs!

Hunderte vorwurfsvolle Blicke und entsetzte Gesichter später… Wie läuft es denn in der Krippe?

Ja, es ist doof, das Kind nicht bei sich zu haben. Das kleine Kuscheltier ist in der Betreuung. Seufz. Und jetzt sagt er auch noch Papa.
Tatsächlich hatte ich gewettet dass er zu mir Papa sagt – nun ja, er sagt es Gott sei Dank zum Ehemann. Mich knutscht er dafür innig und sabbernd, das ist auch schön. Sehr schön sogar.
Schlechtes Gewissen? Immer wieder. Doch wenn ich ehrlich bin – die Krippe ist für dieses Kind das Beste. Neugierig und selbstbewusst braucht es die feste Gruppe, gerade als Einzelkind, zumal es jetzt schon losgeht mit Verboten und Grenzen austesten.

Die einzige Person, die damit ein Problem hat, bin ich – ja, ich bin manchmal traurig, und natürlich kriege ich aufgrund dessen den Alltag nicht immer auf die Reihe. Ich könnte tageweise den kleinen Schatz Zuhause behalten und „genießen“, nur dass das Kind leider kein Selbstzweck ist, um mich zu bespaßen. Die Krippe bekommt ihm besser, dazu ruhige Nachmittage. Es geht nicht um mich, es geht um ihn. Das vergessen viele.

Das Kind lange vor dem Ende der Elternzeit in die Krippe zu geben? Die beste und klügste Entscheidung. So kann sich das Kind in aller Ruhe daran gewöhnen, und die Eltern auch. Es gibt kein Stress mit zu kurzen Eingewöhnungszeiten und kein Druck, die Mutter kann sich noch erholen, bevor sie wieder anfängt zu arbeiten und sich an die neue Situation gewöhnen. Alles ist eingespielt – hinbringen, abholen, Alltag allgemein.
Erholen kann ich mich bedingt, dafür bin ich zu sehr workaholic, wie es aussieht, aber ein bisschen neu sortieren, und auch Schlaf nachholen ist möglich, denn das ist für mich persönlich essentiell.

Aber die Zeit ist schnell um. So, ich muß los! Ha!

Was ist eigentlich Eure Strategie um abzuschalten? Tipps erbeten – nichts tun kann ich gut, dachte ich, stattdessen erhole ich mich (Vermeintlich ja nur…) beim Arbeiten.

P.S. Der Tipp unserer Kinderärztin: Wenn man das Kind aus der Krippe abholt, dann voll und ganz für ihn da sein. Genauso machen wir es, genauso findet er es gut. Läuft!

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Mütter reiten auf Einhörner durch’s Kita-Land – wie gewonnen, so zeronnen!

Ich ergänze meinen Beitrag zum Thema Beikost und Abstillen hier:
http://www.mybeautyblog.de/kinderkacke/mutter-reiten-auf-einhornern-durchs-kita-land-beikost-oder-keiner-weiss-genaueres-nicht/

…mit folgender Korrektur: Doch, der blöde MaxiCosi ist sinnvoll, wenn das Kind größer und mobiler wird.
Und mit folgender Ergänzung: Morgens und abends gibt es eine große Flasche „Zaubermilch“, wie wir die Pre-Milch genannt haben, und dafür braucht man einen Twister (Gerät zum abkühlen des Wassers), eine gute Pre-Milch (Holle, gibt es in sechser Pack hier und da günstiger…) und das war’s. Der kleine Teddy amcht schon den Mund auf wenn er die Flasche sieht, haut rein wie ein Weltmeister, rülpst wie drei Bauarbeiter und ist total happy. Tagsüber wird tee gereicht, Fenchelsamen (Bio!!) aufgegossen kamen bei ihm gut an.

Aber: WIE GEWONNEN SO ZERONNEN!!

Ich bin so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Egal was ich hier negatives rauskehre – ich finde es fair, wenn man beide Seiten der Medaille kennt. Glück muss man nicht beschreiben, das hat man auch so, das ist für jeden ohnehin anders, aber das Doofe, wie heißt es so schön: geteiletes Leid und so, sollte auch mal öffentlich gemacht werden.

Freiheit! Weiterlesen…

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Mütter reiten auf Einhörnern durch’s Kita-Land: Beikost oder keiner weiss genaueres nicht

Abstillen? Beikost? Da gibt es sehr unterschiedliche Ansichten zu. SEHR unterschiedlich, vor allem vor dem sechsten Monat auf gar keinen Fall. Und erst monatsweise ein neues Lebensmittel einführen. Und überhaupt. So ist frau geschlagene sechs Monate nach dem Vollstillen mit Beikost beschäftigt.
So der aktuelle Trend.

[…natürlich sehr praktisch: Frau ist erstmal schön weg vom Job und kann endlich versetzt werden – diese Schlampen die es wagen sich zu vermehren! Oder aber auch: Ich kann nicht arbeiten, ich muss doch das Kind füttern!]

Die Statistik dankt es dem Staat mit lauter nicht arbeitslos gemeldeten Eltern (also geschönte Zahlen). Wie auch immer.

So habe ich es gemacht… bin noch dabei! Weiterlesen…

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