CHANEL Les Exclusifs de Chanel No 22

Bei Chanel online kann man mittlerweile einen Dufttest machen. Ich habe den vier oder fünf Male wiederholt, und jedesmal spuckte das System die No 22 aus.

Meine erste Begegnung mit No 22 war interessant. Der erste Eindruck ließ meine Geruchsnerven begeistert flattern, eine Symphonie von Künstlichkeit, ein Odeur, ein Eindruck, ein Gefühl. Begeistert schnüffelte ich weiter an meiner Haut um Sekunden später den Obergau zu erleben – muffige Katzenpisse, die sonderbar von meiner Haut abstand. Ich rannte zur Verkäuferin und ließ mir den Duft mit Make-up Entferner von der Haut abnehmen und übersprühte die Katastrophe mit (Deauville – das leichtere Eau de Toilette konnte es nicht überdecken, schaffte es aber später in meiner Sammlung).

Eine äußerst schwierige Geschichte, denn es waren 39 Grad an jenem Tag und die Hitze tat dem Duft nicht gut. In diesem nicht kalten, nicht warmen Winter ist der Duft allerdings eine ganz andere Nummer. Eine warme, transparente Kaschmirhülle voller Hölzer, Vetiver in seiner weichen abgerundeten Version, Vanille und tatsächlich Lippenstift-Rose, so wie sie in Lipstick Rose bei Frederic Malle daher kommt. Eine süße Rose, eine schwulstige Rose, eine dunkelrote, orientalische Rose, die man hinter der Vanille erst erkennen muss. Die weißen Blüten in der Kopfnote und die Aldehyde sind nicht der Rede wert, zumindest mit meiner Körperchemie. Sie verpuffen quasi sofort.

Wenn ich ehrlich bin, stelle ich mir Chanel No 5 als “Mythos” genau so vor. Weich, abgerundet, sehr feminin ohne wirklich süß zu sein, durchaus herzlich und liebevoll, aber autark. Das wäre der Duft, den Marilyn Monroe tatsächlich getragen hat, obwohl ich mir den schwer auf einer Blondine vorstellen kann. Chanel No 5 ist schärfer, pfeffriger und wesentlich aldehydelastiger. Die Eau de Parfum Von Chanel No 5 raubt mir den Atem, bzw die Allergie dagegen tut es, trotzdem mag ich den Duft. Chanel No 22 hingegen ist weder seifig, noch scharf, noch spritzig. Den Ylang-Ylang rieche ich erst aus der Nähe heraus, ich denke er hüllt sich zu sehr in der Rose und Tuberose Kombination um solo wahrgenommen zu werden.

Die offiziellen Noten: Maiglöckchen, Neroli, Aldehyde, Jasmin, Rose, Ylang-Ylang, Tuberose, Vetiver und Vanille.

Schwierig diesen Duft zu beschreiben – der weltallerbeste Ehemann runzelte die Stirn und fragte: Hast Du nicht schon sowas?! und auch ich runzele die Nase und versuche mich zu erinnern, woher diese Anmutung mir bekannt vorkommt. Da ich keine süßen Düfte besitze bis auf Chanel No 5 und ETROs Vicolo Fiori, der an mir auch eher süß wird, entfallen andere Kandidaten. Vielleicht ist es aber nicht der Duft, sondern die Anmutung von Wärme und Weichheit, was dieses Parfum so attraktiv macht. Er ist perfekt abgerundet und abgestimmt. In der Nase einer Kennerin, meine Damen.
Ich bin mir sicher, dass die Angel- und Paco Rabanne One Million -Generation hier abkotzen würden.

Weitere Kommentare dazu: Smells like old lady.

Pah!!

EDIT: Es ist mir eingefallen: Tom Ford’s Fleur de Chine ist eine sagen wir mal, eindeutige Hommage!

Wer hat den, wer kennt den, wer nutzt den?!

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CHANEL Les Exclusifs de Chanel Eau de Parfum Beige

Beige ist keine Farbe, mehr ein Zustand. Davon nichts zu merken, nicht in diesem Duft – und ich rede hier natürlich von der neuen Version, das Eau de Parfum, das mitnichten die sanfte elegante zurückhaltende Anmutung des alten Duftes hat.

Ich rede davon, dass meine Kollegin sich über meine Wolke beschwert hat (drei Sprüher!!) und das leider auch noch zurecht, da das Büro wie eine Grabkammer voller weißer Blüten gerochen hat. Minus verwesende Leiche, immerhin. Ich wasche mich…

Beige ist Veilchen auf Testosteron und unheimlich provokativ – nicht elegant, nicht mal sexy, sondern mehr in your face. Ich erinnere den alten Duft als ein Synonym für Chanel, Zurückhaltung, Eleganz, je ne sais quoi, nur eben nicht diese Faust mit Blumen. Und trotzdem, Beige gefällt mir. GEFÄLLT!! Der Preis gefällt mir nicht, aber ich habe den Duft mit 20 Prozent Rabatt bei Douglas in Köln gekauft. Sollte sich eine Leserin bemüßigt fühlen, dort für mich zu shoppen, möge sie mir mailen, ich wünsche mir noch Gardenia…

Die Intensität ist das eine, der Akkord das andere – nachdem sich der Duft “beruhigt” hat, tauchen die weißen Blüten auf, grün und weiß und beileibe nicht mehr so harsch.
Um der Farbe Beige eine positive Seite abzugewinnen: Im besten Falle ein zartes, transparentes Nude, im schlechtesten ein dreckiges Weiss und – gewöhnlich.
Beige als elegante Ergänzung zu Schwarz ist allerdings eher die beabsichtigte Interpretation des Duftes.

Das Veilchen soll eine Freesie sein – wer Penhaligon’s Love Potion No 9 kennt, weiß um die kandierte Version des Veilchens – bettet sich vornehm in einem Nest aus Frangipani, sprich exotische Süße, und angeblich Honig. Ich verwehre mich dessen, den ich hasse Honignoten in Parfums. Die Süße ist eher eine Kombination aus Holz, ein Hauch Vanille und Moschus. Da Parfums grundsätzlich ein Chemiebaukasten sind, ist eher die Anmutung von Honig gemeint: Süße, Farbigkeit, Glanz und Licht des Honigs. Definitiv hat der Duft eine kräftige Note Jasmin, meine olfaktorische Achillesferse, und auch die Art von Aldehyde, die man in No 5 Eau Premiere finden kann.

Das alte Beige als Eau de Toilette hatte wesentlich mehr Aldehyde, es war raffinierter, ruhiger, und eleganter. Es war mehr wie La Chasse aux Papillons in der Eau de Toilette Version, eine sanfte und zärtliche, feminine Brise, bloß sehr viel eleganter.
Nun ist es eine Wildlederpeitsche, die mit winzig kleinen, weißen Edelsteinen bestückt ist. Was man damit so alles machte, überlasse ich Eurer Phantasie. Nein, ich hege da keine.

Der Flakon hat einen magnetischen Verschluß (yay) und könnte gerne zum Mitnehmen in einem Travelset etwas kleiner daher kommen. Nachlegen muss man bei dem Duft nicht, eigentlich riecht alles momentan nach Beige und das ist auch gut so. Alles andere ist Bolognese oder Risotto und immerhin ist Beige weitaus office-tauglicher als mein geliebter Fleur de Chine!

Tatsächlich ist der Parfumeur Jaques Polge, auch verantwortlich für Gabrielle, einen Duft den ich immer noch sehr gerne mag und auch aufgebraucht UND NACHGEKAUFT!!!! habe, ein potentieller Kandidat für den Lieblingsparfumeur meiner Majestät. Allerdings hat er (noch) keine Botschaft, scheint nicht besonders sympathisch zu sein, und muss noch ein paar mehr Dinge abliefern um sich zu qualifizieren. Da ich weiß dass Chanel hier mitliest – er kann hervorragend weiße Blüten, laute in erster Linie, es ist Zeit für ein Gabrielle Extrait oder, um den Fehdehandschuh hinzuwerfen: Einen weißen und fleischig-grünen Duft! Bringt mir frische Feigen! Gebt mir Jasmin! Aldehyde! Puder! Was ihr wollt…

Hier ist Beige mit seinen Geschwisterchen…

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TOM FORD Atelier D’Orient Fleur de Chine – die hohe Kunst des Parfums in einer Flasche

Gleich vorweg: Dieser Duft wird nicht mehr hergestellt. Schade. Ich hatte davon einen Tester, und zwar vor ewigen Jahren, und es ließ mich nicht los. Gefallen hatte es mir nicht direkt, eher beeindruckt und sogar eingeschüchtert-ich fühlte mich noch unvorbereitet, diesen Duft zu verstehen. Egal wie ich versuchte an einen weiteren Tester zu kommen, es gelang mir nicht und angesichts des Preises von gut über 200 Euro sah ich mich genötigt es erstmal dabei zu belassen.

Jetzt habe ich zwei Flaschen.

Parfum und ich sind eine lange Geschichte, und dazu eine aus der Familie. Wir lieben alle Düfte, Schuhe, Lippenstifte: die Großtante mit 90+ und verschmierten Lippenstift, mein Lebensziel!

In meiner Welt aus Texturen, Farben und Düften wandle ich sicher und intuitiv. Alle meine Kleidungsstücke passen zusammen, die Düfte haben eine Aussage, die Accessoires sind immer abgestimmt. Während es heißt, wenn du fertig bist, nimm etwas weg, sage ich, wenn alles passt, brich es. Die Kunst, sowohl Ästhetik zu vereinbaren als auch interessant zu wirken und nicht im monotonen Einheitsbrei zu sinken, ist für mich einzig durch Irritation zu erreichen.

Gleichzeitig braucht es eine harmonische Basis.

Übertragen auf Düfte, heißt das mal gar nix, denn sie müssen passen, und mein Alltag passt nicht zu Fleur de Chine. Ich stand in der Küche und kochte Gulasch, und als ich mich bewegte kam eine äußerst irritierende Wolke Tom Ford aus meinem Ausschnitt hoch. Hm. Weiterlesen…

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CARTIER PARFUMS neuer Duft Carat

Via Fragrantica gelesen und für sehr interessant befunden: Ein neuer Duft von Cartier von Mathilde Laurent, bei dem man sicher gehen kann, dass sie die Entsprechung eines Diamantes wunderbar uminterpretiert und komponiert hat.
Sie ist die Meisterin der “kalten” Düfte, daher paßt ein Diamant als Konzept ganz wunderbar.
Die Duftnoten werden sein:
Veilchen, Lilie, Hyazinthe, Ylang-Ylang, Narzisse, Geißblatt, Tulpe.

Mehr dazu, inklusive Bilder:
https://www.fragrantica.de/Neuigkeiten/Cartier-Carat-4643.html

Der Duft wird im September lanciert und dann leider erst im Oktober im Handel sein. Passend zu Weihnachten! Da ich mir definitiv zu diesen Lebzeiten keine rote Cartier Schachtel leisten werde*, tut es dann wenigstens der Duft.

*Denn ich schmachte ein kleines Panther mit Onyx an, das günstigste, für nur 60k. Schnäppchen!

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CHANEL Paris-Deauville Review

Chanel, meine Haßliebe. Ich fasse es nicht, daß ich nun absolut auf deren Düfte abfahre. Erst der Gabrielle-Duft, der zwar nicht genial, aber wunderbar erfreulich ist, dann die neue Komposition von Beige, die ich sicher auch vorstellen werde, und dann diese 125 ml-Pulle Eau de Toilette namens Paris-Deauville.

Der Duft ist wahnsinnig leicht und verfliegt schnell, er ist nicht besonders originell, muss man dazu sagen, aber er hat was. Nach einigen Tagen bei 37 Grad und regelmäßigem Einsprühen erkannte ich den Grund: Nach der sehr angenehmen, fruchtigen und bitteren Grapefruit-Kopfnote kommt nicht viel, aber die Basis ist eine angenehme, transparente und auch leicht wässrige Moschusnote. EDIT: Es ist nicht Grapefruit – man denkt sofort dran, aber es ist eher Orange-Zitrone-Mandarine. Der Duft schließt an den fruchtigen Noten von Gabrielle an, und fügt reichlich Zitruszeste und leichte Bitterkeit hinzu, erinnert allerdings keine Sekunde an klassische Eaux de Cologne. Die ganzen fiesen, ich meine frischen! Chanel Düfte a la No 19 finde ich hier nicht wieder, und für mich persönlich ist das auch gar kein Verlust. Ich mag die nicht soo gerne.

Grapefruit -und Zitruszeug!- hingegen liebe ich, und hier hat man jede Menge BAMM BUMM PENG, das ungefähr so schnell weg ist, wie jegliche Feuchtigkeit aus unserem Körper, bei den derzeit vorherrschenden 37 Grad Celsius.

Die 125 ml Flasche ist abgerundet, billig verpackt, ohne magnetischen Deckel wie die Les Extraordinaires Reihe, aber hey – man kann das Zeug auf dem Klo als Lufterfrischer nutzen, man kann sich damit regelrecht eindieseln, man kann es teilen oder… ja, da fällt mir nix mehr ein.
Ich liebe das Zeug, allerdings in Kombination mit Gabrielle, ein Duft der etwas länger hält als zwischen zwölf und Mittag, und bade mich ausgiebig darin.
Den Preis von 112 Euro kann man verschmerzen, wenn man einfach die bessere oder originellere Variante des Duftes kauft: Guerlain Mandarine Basilic, das für 125ml für etwa 60 Euro verfügbar ist. Mehr Sillage und das für den halben Preis!

Chanel allerdings ist Chanel und bietet ein bisschen Name und Pseudo-Exklusivität. Ich stehe dazu, dass ich hierbei einen reinen Lustkauf getätigt habe. Wer Chanel liebt, sollte sich die Reihe ansehen, die Düfte sind sehr leicht, aber schön gemacht. Sehen auf dem Klo, wie gesagt, auch Bombe aus!

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CHANEL Gabrielle der Duft -Rezension, Review, Test, leck mich

Hier ist Eure Rezension! Versprochen ist versprochen, und wird nicht gebrochen. Sagt DAS niemals einem Kind gegenüber. Das merken die sich.

Ich kann nicht umhin ein bisschen über die Werbung abzulästern: Die Fesseln, die gesprengt werden, das Licht, SÜLZ, dazu die heiße Stewart, nackig (meinetwegen…?!) und der Name. So richtig passen tut da nix, außer vielleicht tatsächlich das Konzept von Licht und Wärme. Die sympathische Schauspielerin passt mitnichten zur Marke und zum Duft, aber das liegt nicht an ihr. Ich jedenfalls hoffe sie kriegt eine FETTE Stange Geld dafür. You go, darling!

Der Name Gabrielle – die polnische Migrantin, die sich hochgeschlafen hat, übliches Verfahren bis heute aufgrund, ich zitiere Jutta Allmendinger: “Der Heiratsmarkt bezahlt die Frauen besser als der Arbeitsmarkt” steht als Namensgeberin für den Duft. Eine Ära, bevor sie zu Coco wurde, eine Ära der Unschuld nehme ich an. Bullshit, aber immerhin eine Ära in der sie nicht Nazi-Kollaborateurin war. Sehr unsympathische Tatsache, die sehr gerne verschwiegen wird. Gabrielle ist auch der Name eines schönen, roten Lippenstiftes aus der Rouge Coco Reihe, den ihr hier auf dem Blog bereits gesehen habt.

Und da kommen sie schon um die Ecke geschossen, die Vergleiche mit Coco Mademoiselle. Ich habe mir extra das Extrait zum Vergleich zur Nase genommen, und sage: NEIN.

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THIERRY MUGLER Aura Mugler – neuer Duft

Die Copywriter haben Vollgas gegeben:

DREI HERZNOTEN
Das pulsierende Herz des Instinkts
:
Tigerliane
 – Das Herzstück des Duftes, die instinktive Herznote (herb, rauchig)
Die pflanzliche Herznote

Rhabarberblatt, Orangenblüte – Pflanzliche Frische, intensiv und lebendig
Die animalische Herznote

Bourbon-Vanille, Wolfwood
 – Katzengleiche Sinnlichkeit, anmutig und zart (Wolfwood ist rauchig-holzig)

Was uns eigentlich interessiert? Die Parfumeure (gleich ein Team) sind, unter der Leitung von Sandrine Groslier (Präsidentin der Sparte Clarins Parfums) und Pierre Aulas: Daphné Bugey, Amandine Clerc Marie, Christophe Raynaud und Marie Salamagne.
Hinter den Duftnoten steckt die Fabrik Fimernich.

Flakons sind wie immer nachfüllbar (BRAVO!!) und ab 63 Euro für 30ml erhältlich.

Der Flakon ist grün und bleibt in der Tradition von Angel, Alien und – wo ist Womanity geblieben?! Mein Favorit ist leider kein Verkaufsschlager gewesen, die tumben Nasen der Verbraucher konnten der Caviar-Note wohl nix abgewinnen und der Flakon, nun ja, der war echt hart an der Grenze. So schade!

Hier gibt es noch mehr Infos… Weiterlesen…

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HERMÈS Twilly d’Hermès – neuer Duft

Ein Eau de Parfum, gerichtet an jungen Frauen, von Christiane Nagel. Mit Ingwer, Tuberose und Sandelholz.

Wäre ich bösartig… den einen der Duft, den anderen die Taschen.

Mich verstört allerdings das Modell, das zwar einen tollen Haarschnitt hat, doch sichtlich sehr jung und sehr dünn ist. Typischerweise sind die 14 und magersüchtig, wie mir ein Photograph einst höhnisch mitteilte. An dieser Stelle erinnere ich an die Chanel Frontfrau bla bla Depp, die mit vierzehn oder sechzehn Jahren sich öffentlich zur Magersucht bekannte und trotzdem statt in einer Klinik weiter auf Partys rumtingelt. Brauchen die das Geld nicht, brauchen die doch die mediale Aufmerksamkeit. Die armen reichen Kinder…
In Frankreich gibt es angeblich ein Gesetz, das die Zusammenarbeit mit zu jungen/dünnen Models verbietet und auch die VOGUE hatte sich mal davon distanziert. Alles bullshit offenbar.

Der Flakon hingegen ist toll und die Duftnoten interessant, ich freue mich den Duft zu testen!

…aber sollte ich??

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