Die Plattform UTOPIA

…darf ich ehrlich sagen, die habe ich gefressen!?! Natürlich ist es nicht verkehrt mit Nachhaltigkeit Geld zu verdienen, will ich auch als Wissenschaftlerin, aber weshalb ich Pickel bekomme wenn ich davon höre:

1. Die Gründerin Claudia Langer hat in einem Interview gesagt, sie mache am liebsten Urlaub in Süd-Afrika (mehrmals im Jahr). Da war sie „nur“ Agenturchefin. Natürlich geht sie da nicht zu Fuß hin.
Ich bin fest davon überzeugt dass das Interview (online) nicht mehr im Netz ist, daher suche ich gar nicht erst wieder danach.

2. Unter dem Deckmäntelchen Nachhaltigkeit&Co werden riesige Summen geschoben, stattliche staatliche Förderungen in Stiftungen reingepumpt (und in wessen Taschen wieder ausgeschüttet?!) und die antreibende Maschinerie ist definitv gewinnorientiert. Letzteres finde ich in Ordnung, aber das Ganze ist so schön scheinheilig und verkauft verdammt viele nette und intelligente Leute für dumm (die einfach zu gutmütg sind oder aber nicht in solchen Dimensionen denken).

Alles gut, aber Scheinheiligkeit ist eine Sache die mich wahnsinnig aufregt. Wasser predigen und Champagner trinken, das ist so einfach, aber verändert man damit die Welt?

Bin ich zu idealistisch? Predige ich vielleicht auch Wasser und trinke Saft und merke es nicht? Was denkt Ihr?

Flattr this!

32 Gedanken zu „Die Plattform UTOPIA

  1. mich regt scheinheiligkeit auch auf. gerade, wenn es um solche ethischen, emotional hochbesetzen themen geht. mich regt es auf, wenn pfaffen kinder vögeln und danach auf der kanzel von nächstenliebe predigen. mich regt es auf, wenn bioläden die elektrifizierung von schlachtgeflügel als tierfreundlich teuer verkaufen. mich regt es auf, wenn leute sich was auf ihr akademisches diplom einbilden und keinen satz fehlerfrei schreiben können. mich regt es auf, wenn leute auf mangelnde ausländerintegration schimpfen aber nach italien fahren, wegen der deutschsprachigen speisekarten.
    du stellst zwei fragen.
    1. zu idealistisch?? gibt es das? in einer welt der mit-dem-strom schwimmer und arsch-an-der-wand-bleiber??
    nein.. noch nicht die resignative reife erreicht??
    2. sicherlich trinkst du manchmal saft und predigst wasser. wie alle. solange du dich noch fragst, ob du auf dem richtigen weg bist?
    2.a welt verändern? ich kenne nur wenige menschen, die wirklich die welt verändern. sie leisten alle sysiphusarbeit. sie werden nie etwas „großes“ erreichen. sie werden nie im rampenlicht stehen oder wohlhabend werden. aber sie sind kompromisslos und ehrlich, auch und gerade, wenn es an die eigene bequemlichkeit, die eigenen ansprüche oder die eigenen befindlichkeiten geht.
    immer bei sich selber beginnen, mit dem ach so großen „welt verändern“, mein ich….

  2. soweit ich weiß ich der Begriff Utopie altgriechisch und bedeutet sinngemäß eine Wunschvorstellung, die sich dadurch auszeichnet, daß sie wünschenswert, aber oftmals nicht realisierbar ist. Ich meine hallo, die Plattform nennt sich so und weiß von vornherein, daß die Idee die dahintersteckt nicht durchsetzbar ist. Wie verlogen ist das denn ??? Dotti hat völlig Recht bei sich anfangen und solange man selbst sich dessen bewusst ist ist es völlig ok manchmal auch Saft zu trinken ;-).

    1. @M – es ist nicht verlogen das Unmögliche zu versuchen. Mir geht um Scheinheiligkeit, da hat Dotti recht, und um Transparenz – heilig sind wir alle nicht, aber wir können drüber reden.

  3. Utopia ist der Ort, den es geben müsste.

    Es gibt viele Wege dahin.
    Ob Vorurteile, die sich aus zweiter Hand speisen zielführend sind?
    Stelle mich jederzeit einem Interview.

    Claudia

    PS: Wir glauben, dass wir einen sehr großen Beitrag auf dem Weg leisten können und euer Blog zeigt, dass wir wahrgenommen werden.
    Ob unser Weg immer der richtige ist, darüber lässt sich vortrefflich streiten.
    Am Besten direkt :-))

    1. @Claudia – sehe dass Google Alert vortrefflich funktioniert 🙂 natürlich ist der Weg das Ziel, aber die Art zu gehen muss diskursiv bleiben. Klar ist zwischen dem was wir tun (können) und der Utopie (wobei ich den Namen so verstehe, dass auch Utopien in Angriff genommen werden können/sollen und müssen!) so einige Diskrepanzen liegen, und ich wäre jetzt super happy zu hören dass die GL versucht möglichst oft mit der Bahn zu fahren und seinen Urlaubsdomizil verlegt hat. Ich weiß dass sogar BGC (BostonConsulting) Leute das machen, und das sind nicht die, von denen man das erwartet.
      Selbstverständlich bin ich klug genug um zu wissen dass ich einem gewieften Medienprofi nicht gewachsen bin, daher werde ich nicht auf das Interview-Angebot zurückkommen; ich greife auch eine Funktion an und nicht die Person, möchte ich nochmal betonen.

      Ich kann inhaltlich kritisch ergänzen dass auf der UTOPIA Seite Produkte falsch als Naturkosmetikprodukte gefeatured werden.

      Ansonsten freue ich mich über andere Beiträge… Gerne kritische (ich fliege demnächst nach Japan zu zwei Konferenzen zum Thema Nachhaltigkeit, auch verrückt, oder?!) – und predige hier Konsum, auch ökologisch und auch sonst völlig inkorrekten, aber stets selbstkritisch. Das macht mich nicht besser, ich versuche das Dilemma aber wenisgtens stets zu kommunizieren. NICHT scheinheilig!

  4. das stimmt, schlecht von mir formuliert.
    Aber dieses Unterfangen ist zum Scheitern verurteilt, denn die „Weltverbesserung “ passiert in uns bzw. in unseren Köpfen und demzufolge in unserem Tun.

    1. @M – da gebe ich Dir recht und ich arbeite an mir. An meiner Sprache, an meinen Vorurteilen, ich will die Welt verändern. Und zwar weil ich mich ändere, das macht doch Sinn. Bislang ist die überzeugendste Methode zur Veränderung das andere dein positives Tun nachahmen und es für sich auch ausprobieren.

  5. ich finde den begriff der nachhaltigkeit falsch konnotiert. damit wird immer etwas postitives besetzt. doch wem nützt es? ist es nicht mehr eine neue form des konsums, die da ganz hochglänzend medial inszeniert wird, ein neues gesicht für eine alte masche, weil die alten kapitalistischen strategien sich überlebt haben?
    nachhaltigkeit – auch: zukunftsfähigkeit, tragfähigkeit, bediene ich mich des geliebten englischen urwortes sustainability.

    aber utopia, der staat, das gesellschaftsmodell, dass es geben sollte (nach morus übrigens eines ohne geld!) oder müßte, muss das nicht ein für ALLE tragfähiges modell sein?
    ich halte diese ganze diskussion für im grundsatz verlogen (ähhh scheinheilig).
    ein beispiel ist für mich das thema ernährung bei utopia.de. Z.B. der fischratgeber via greenpeace – – abgesehen davon, dass es für den einzelnen fisch, der auf einem trawler liegend erstickt, wohl keine rolle spielt, ob sein tod ein tragischer ist (vom aussterben bedrohte spezies) oder ein hinzunehmender, er stirbt so oder so, ist es wohl eine milchmädchenrechnung, von der sardine auf empfehlungen wie den pangasius aus VIETNAM (hallo, haben wir in deutschland keinen fisch? kommt der zu uns geschwommen?) auszuweichen und den auch noch, exotisch wie er ist, zu überfischen.
    oder henkel superpartner… tierversuche: refinement/reducement/replacement?? dass ich nicht lache! es wird weder reduziert noch ersetzt. lediglich absichtserklärungen werden verfasst.
    ich wüßte gern mal, ob die ökoschallala produkte terra xxx ohne draize-test &co. auf den markt gekommen sind. warum tragen sie dann kein entsprechendes label???
    eine ganz einfache frage. an die utopisten genauso wie an den chemieriesen. und wissen möchte ich noch, was es dem kaninchen nutzt, reinigungsmittel ins auge geschmiert zu bekommen.
    ist das verdammt noch mal die zukunft, die wir für alle möchten?
    nachhaltigkeit, die zauberformel der corportate social responsibility…
    ein ausgezeichneter marketinggag. ähhh. -stragegie.
    zitat utopia.de: DEIN KONSUM IST MACHT – NUTZE SIE!
    heißt: konsumiere!! stell dich dabei grün an, öko oder nachdenklich. egal eigentlich. gib geld aus!

  6. wichtig dabei ist, daß man aus Überzuegung handelt, einfach weil man gewisse Prinzipien verinnerlicht hat und daß man souverän genung ist zu eigenen Fehlern zu stehen und diese auch versuchen zu eliminieren. Denn nur dann kann man wirklich etwas verändern im Kleinen versteht sich und wenn die anderen es sehen, daß man nicht nur spricht sondern auch danach handelt, dann wir man von einigen kopiert gar nachgemacht und irgendwann verselbständig sich die Idee und wird nicht mehr hinterfragt. Ich persönlich tue auch etwas wie man so schön sagt für die Allgemeinheit, will damit nicht hier angeben, denn ob man etwas für andere tut oder nicht muß jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich finde, daß das was ich tue richtig und gut ist und ich dadurch die zukünftigen Generationen etwas wertvolles auf dem Weg geben kann. Ich hoffe es…

    1. @M- und ich blogge weil ich weiß dass solche Frauen wie du die so denken das lesen und mir und allen anderen auch! Feedback geben. Danke! (auch wenn ich nicht die ganze Zeit auf hochgeistige Dinge herumreite…).

  7. und deshalb bin ich so froh, daß Du so bist wie Du bist Andreaa *sentimentalwerden*, klingt vielleicht kitschig aber es ist so ;-), Dein Blogg ist ein positives Beispiel für das Medium Internet denn ohne dem hätten wir uns nie „getroffen “ und das wäre sehr, sehr schade. Mach weiter so Andreaa, bitte

  8. Zitat von Dotti: „zitat utopia.de: DEIN KONSUM IST MACHT – NUTZE SIE!
    heißt: konsumiere!! stell dich dabei grün an, öko oder nachdenklich. egal eigentlich. gib geld aus!“

    Dotti, ich finde diesen Punkt sehr gut, deshalb möchte ich gerne noch ein bisschen was dazu schreiben.

    Gerade die Suche nach Sinn/Veränderung/usw. mittels Konsum finde ich arg problematisch. Und hier würde ich ganz explizit den Konsum ökorrekter Natur miteingeschließen, denn – sind wir mal ehrlich – oftmals geht’s hier doch vielmehr um Distinktionsgewinn, als um einen tatsächlichen Wunsch nach Veränderung (das unterstelle ich nun einfach mal ganz frech, denn dass das Streben nach Distinktion eine der basalen Antriebskräfte menschlichen Handelns ist, zumindest in individualistisch ausgerichteten Gesellschaften, ist nun wirklich kein Geheimnis). Damit will ich allerdings keineswegs altruistische Motive komplett in Abrede stellen.

    Jedenfalls, und das ist mein Haupteinwand, kann die oben erwähnte Suche doch bestens dazu (aus)genutzt werden, dass man eben erst gar nicht mehr (oder im Laufe der Zeit weniger) politisch/sozial aktiv mitgestaltet, den Hintern hochkriegt. Das muss natürlich nicht zwangsläufig so sein, aber die Tendenz, „alles“ über Konsum errreichen zu wollen, die ist doch absolut dicht dran am Zeitgeist und im Kern voll konform zum westlichen Kapitalismus à la: „Ich konsumiere, ergo bin ich!“.

    Das ist par excellence die Vereinnahmung einer ursprünglich politischen/sozialen Bewegung durch den Markt (oder besser gesagt die Märkte). Was nun wiederum nichts gänzlich Neues ist, nur hab‘ ich das Gefühl, dass das vielen Leuten gar nicht bewusst ist. Ich dachte halt früher einmal, es ginge im Kern bei der Ökobewegung um ein „Weniger“, nicht um ein „Mehr“ im neuen Gewand. Gut, für die Anfänge in den 70er und 80er Jahren galt das wahrscheinlich auch mal, aber da ging „öko“ eben auch oft einher mit „kapitalismuskritisch“. Das ist anders geworden.

    Wie dem auch sei, jedenfalls bin ich froh, dass hier so munter diskutiert wird.

    1. @Aorta – ich finde die Ausrichtung „weniger“ der „bewusster“ auch voran gestellt. Nicht „konsumieren“ wäre echtes nachhaltiges Verhalten, schon alleine weil der Begriff impliziert dass eine gewisse Sinnlosigkeit und Leere in der Tätigkeit beinhaltet ist. Konsumieren macht in der Tat auch nicht glücklich.
      Und ja: Distinktion ist die ergänzende Attitüde zum Altruismus, wenn ich ehrlich bin ist das für mich ein wesentlicher Punkt abgesehen von dem rationellen (gesund, besser); ich klassifiziere mich damit auch ein, weil ich selbst sage ich bin „öko“ und das durchaus auch mal anzugeben wenn wir ehrlich sind; denn das Ganze erschließt sich (leider) auch durch ein gewisses Budget und untrennbar damit verbunden ein Mass an Bildung (beides miteinander verwoben). Es ist mir dass Adorno ein neues Pferd besteigen könnte was den Begriff der Nachhaltigkeit bedingt…

  9. ich finde , dotti hat den nagel auf den kopf getroffen. für mich ist die ganze ökomasche nur der versuch, materialistisches konsumieren mit dem vom gewissen geforderten verzicht zu kombinieren – ein widerspruch in sich. und so begegne ich tagtäglich hippen großstädtern, die alles perfekt machen wollen und am ende wie ihre eigene karikatur wirken. man muss sich im leben eben entscheiden und dann dazu stehen. ich verurteile niemanden für seinen lebensstil, nur sollte man sich der konsequenzen bewusst sein und auch ehrlich dazu stehen. entweder ich bin dem kapitalismus verfallen oder ich entscheide mich für ein alternatives lebensmodell. leider ist der kapitalismus besonders gut darin, alternative lebensmodelle zu pervertieren…
    ich gebe auch ganz offen zu, dass ich manchmal gerne konsumiere. und ich bevorzuge naturkosmetik, weil meine haut sich davon gebessert hat. und ich trage lederschuhe wegen des tragekomforts. am sinnvollsten wäre es, gar keine kosmetik zu benutzen, nur ein paar schuhe zu besitzen, 2nd hand zu kaufen etc. – schont die umwelt am meisten. insofern ist sustainability als wirtschaftsmodell totaler käse, denn der der kapitalismus funktioniert nur, wenn fortlaufend mehr produziert und konsumiert wird. und wäre ich keine neurotische großstädterin, wäre mir kosmetik vll total egal. somit lasse ich mich von greenpeace und co einfach nicht mehr verunsichern und lebe mein immerhin bescheidenes leben nach meinen vorstellungen weiter. ich finde, man sollte sich davon frei machen, alles richtig machen zu wollen 🙂
    beste grüße, kassi

    1. @Kaddi – ja… mit dem pervertieren sagst Du etwas sehr wahres. Man kann versuchen es sich selbst recht zu machen; die Schwierigkeit in unserem leben ist dass wir den Luxus haben entscheiden zu können. Zu wissen was man will ist dann die erfolgende Herausforderung, und der gewachsen zu sein?!

      Schade finde ich es aber insgesamt dass man als Realist und Pragmatiker ausgelacht wird, wenn man sagt „Ich will die Welt verändern, ich verändere die Welt.“ ich empfinde mich als Person sehr realistsich, pragmatiusch, zynsich und auch pessimistisch (aber sonst ganz okay;-) und dennoch weiß ich dass wir hier gerade die Welt verändern. Auf ein Beautyblog?! Ja. Und ihr wisst was ich meine.

  10. Hallo Andreea,
    ich finde es wiederum sehr scheinheilig von dir, wenn du das Interview-Angebot von Claudia Langer ablehnst, weil du angeblich einem „gewieften Medienprofi“ nicht gewachsen bist. Sorry, aber da muß ich lachen. Du machst dich kleiner, als du wirklich bist, um einer direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen. Du präsentiert dich hier als sehr selbstbewusste Frau, die von sich überzeugt ist, kein Blatt vor den Mund nimmt und sich der Wahrheit verschrieben hat. Wenn dies wirklich so wäre, würdest du Rückgrat zeigen und dich auf eine Interview mit Claudia Langer einlassen, um ihr die Möglichkeit zu geben, Stellung zu beziehen. Jemand anklagen ist einfach. Sich aber ernsthaft mit der Person auseinander zusetzten, zeugt von wahrer Größe.

    1. @Celine – c’est vrai . allerdings ist es ja nicht die Person per se, sondern sie als Repräsentantin. Was soll ich sie denn fragen? Ob sie wirklich daran glaubt? Wer steigt denn noch durch bei einer AG und bei einer Stiftung durch die wirtschaftlichen Geflechte? Wieviel Gage hat Bianca Jagger bei der UTOPIA Konferenz bekommen? Wie gross sind denn die Einnahmen aus den Werbung? Wieviel lassen die Unternehmen springen? Wo fließt das Geld denn hin? Weshlab soll Konsum und der Aufruf dazu die Welt verändern? Wie wäre es mal mit einem Gemüsegarten? Benutze Du ein Apple-Produkt? Wie steht Du zu geistigem Eigentum? Weshalb ist die Plattform gesperrt? kann ich alles fragen, und ich kann auch schon die Antworten geben.
      Man sieht doch an dem einzigen beitrag von der Utopia Repräsentantin dass sie viele Wörter verwendet hat aber nichts gesagt hat.
      Ich wähle Polemik um auch mal zu hinterfragen. Gerade weil es hier ja ein Sakrileg zu seinen scheint diese Gutmenschen zu kritisieren.

      Allerdings – wenn sich Fragen auch von den Lesern ergeben würde ich das natürlich gerne fragen. Ich bin leider viel zu eingenommen, das muss ich zugeben. Und das wäre kein gute Interview.

  11. Hallo Andrea,

    vielen Dank für diesen Artikel, der mich zum nachdenken anregt, denn ich bin vor kurzem bei Utopia Mitglied geworden.

    Natürlich im Glauben die gute Sache!

    Ja ich bin auch ein Öko und eine die, schon immer versucht hat die Welt etwas zu verbessern, zu verändern. Aber ich bin nicht perfekt, ich habe keine 100%-Regeln, die ich stur verfolge. Doch ich finde es wichtig und richtig für mich, nicht immer dem gedankenlosen Mainstream zu folgen.

    Andrea, mich würde interessieren, woher deine Informationen unter 2. stammen. Ich möchte mich jetzt gern näher damit befassen.

    Und ich werde künftig – auch bei den sog. Gutmenschen – genauer hinschauen!

    Lieben Gruß
    Carolina

    1. @Carolina – ich verfolge die Szene um diesen ganzheitlichen Konsum schon länger. Das Ganze zieht sehr große Kreise, Karma Konsum, UNESCO, die Universität Lüneburg, EU Gelder, die Stiftung. Ich vermute nur das (allzu menschlich!) einige Leute sehr gut dran verdienen. Das ist ja nicht illegal. Das Geflecht zu entwirren müsste man sehr gründliche Recherche betreiben, Zugriff auf Geschäftsdaten haben und zudem in dem Dunstkreis die persönlichen Geflechte mitbekommen. Diese Arbeit kann nur ein unabhängiger Journalist schaffen, der würde allerdings auch locker ein jahr damit zubringen. Wir müssen halt warten bis der SPIEGEL oder so sich damit befasst 🙂 Du kannst natürlich selber gucken, aber wie gesagt… ich war anfangs sehr begeistert, dann habe ich mal geschaut wer mit wem und woher und danach war ich weg. Ist aber überall so. In jedem Unternehmen, in der Medienbranche, überall; nur dass die sich nicht als Gutsmenschen verkaufen.

      Einfach sein Ding machen, selbstkritisch, selbst kritisch sein gegenüber Gutmenschen (wie gut wärest Du, ist das realistisch, sind das alles absolute Altruisten, aus welcher Situation können die Gutmenschen sein?) das will ich. Das will ich auch versuchen zu leben. Klappt, häufig 😉

      EDIT: Und dafür bin ich Bloggerin, natürlich! Both sides of the story…

  12. Danke Andreaa, ich bin ja auch eher immer eine Skeptikerin und hänge mich nicht naiv gleich überall rein. Und ich weiß natürlich, dass nicht jeder Gutmensch ausschließlich Gutmensch ist. Es locken ja überall die Verführungen.

    Dennoch müssen die sog. Leader eine reine Weste haben, das ist schon mal klar.

    Ich werde also noch kritischer prüfen, bevor ich mich committe. Einerseits finde ich es nämlich wichtig, dass es öffentliche Plattformen gibt, wo engagierte Menschen für eine breite Öffentlichkeit sorgen. Brennpunkte in unserer Gesellschaft müssen öffentlich gemacht werden.

    Wenn nur das andererseits nicht wäre…

    Danke für den Denkanstoss!

    LG
    Carolina

  13. Na da hat »mein« Google-Alert, ja mal wieder versagt.

    Zu 1.
    Die Reisen Claudia Langers nach Südafrika scheinen schon länger her.
    So richtig konnte sie sich von den Fernreisen nicht verabschieden. Letztes Jahr ging es u.a. nach Shanghai, (http://www.utopia.de/blog/unterwegs-nach-utopia/shanghai-i-china-sehen-spueren-riechen), inklusive Elend-Watching, weil viel einprägsamer als auf dem Doku-Kanal. Leider war der Lerneffekt nicht sonderlich groß, so wird zwar auf Raubkopie-Waren verbal rumgeprügelt (http://www.utopia.de/blog/unterwegs-nach-utopia/shanghai-iii-china-sehen-spueren), allerdings völlig ausgeblendet, dass die Sklavenarbeiter auch für ganz reguläre Label schuften (http://twitpic.com/2h9m63).

    Zu 2)
    Dass »stattliche staatliche Mittel« in die Utopia-Stiftung geflossen sind, ist uns neu. Und wir sind die ersten die überhaupt näheres zur Utopia-Stiftung in Erfahrung gebracht haben (http://tinyurl.com/25d4fog).
    Allerdings wurden für Projekte der Softwareentwicklung der Utopia AG staatliche Mittel verwendet und diese mit bis zu 50% der Entwicklungskosten bezuschusst.

    @Claudia Langer
    »Ob Vorurteile, die sich aus zweiter Hand speisen zielführend sind?«
    Sie sind ebenso wenig zielführend wie Ihre Entgegnung.
    Hilfreich sind allerdings klare, eindeutige Antworten, z.B. auf Fragen wie wir sie in unserem offenen Brief an Stefanie Dowe (Utopia AG) bezüglich der rechten Umtriebe auf der Plattform gestellt haben (http://tinyurl.com/35wkeo5).

    »Wir glauben, dass wir einen sehr großen Beitrag auf dem Weg leisten können«
    Ihr irrt.
    »euer Blog zeigt, dass wir wahrgenommen werden.«
    Ein typischer Werber-Irrtum, dass Negativ-Publicity, und hier wird doch recht viel Kritik geübt, genauso gut wäre wie positive Erwähnungen, solange man nur im Gespräch bleibt.

    Derweil, positive Entwicklungen könnten dadurch entstehen, dass man die Kritik auch einmal annimmt.

    @andrea
    Für Utopia, so scheint es uns, ist eben nicht der Weg das Ziel, sondern heiligt der Zweck die Mittel. Man möchte durchaus Gutes tun, geht beim erreichen des Ziels allerdings Kompromisse ein und kompromittiert sich schlussendlich nur selbst.

    Welche Produkte genau werden im Utopia-Affiliate-Shopsystem fälschlicher weise als Naturkosmetik ausgegeben.

    @dotti
    Hast Du Quellen speziell zu Tierversuchen bei Henkel?

    Zum Interview-Angebot von Claudia Langer.
    Derlei Ehre wird nicht jeder zu Teil. (Das Utopia Watchblog durfte nicht einmal auf die letzte Utopia-Konferenz.) Die Abwägung der möglichen Instrumentalisierung durch den Werbeprofi, kann ich nachvollziehen. Obwohl das Utopia Watchblog einen heiden Spaß daran hätte, eine derartige Befragung durchzuführen. In Ermangelung dieser Möglichkeit kommentieren wir Interviews von Utopia mit anderen. Aktuell haben wir Claudia Langers Interview in der Schrot und Korn (01/2011) – ergänzt (http://tinyurl.com/29ahgaf).

    Das man einem Konsumportal nicht seine mangelnde Konsum-Kritik vorwerfen kann, dafür haben wir auch ein wenig gebraucht. Die Reduzierung des Handelns auf (korrekten) Konsum, wie von Utopia propagiert, nervt trotz dieser Einsicht immer wieder.

    Was haltet ihr eigentlich von z.B. http://reset.to ?

    1. @Utopia Watchblog
      1. Das Interview war damals als sie UTOPIA gestartet hat bei W&V oder bei kress, ganz altes Teil das ich recherchiert hatte, oder aber ich hatte es in einem Werber-Printmagazin gelesen. Es stand drin dass sie mehrmals in SA Urlaub macht und nun hätte sie ihre Agentur verkauft und will sich auf…. ich musste schmunzeln – Scheinheilig, von anderen bewussten Konsum zu fördern. ich wette sie fleigt nicht mehr in den „Uralub“ sondern nur noch aus geschäftlichen Gründen, to raise awareness und so…

      2. – okay, wenn die Mittel aus EU Förderung bekommen? Wo stand das nochmal, auf alle Fälle auf der Homepage, ich meine für die Konferenz.
      Dann kostet so eine Entwicklung von so einer Plattfom auch gerne 120.000 Euro (je nach Agentur…) was meint Ihr welche Agentur?! Und davon 60.000 Euro ist ein Job in der Wissenschaft für 3 Jahre. Merci! Weshalb wird Softwareentwicklung staatlich gefördert für ein privates Projekt? Kann mir jemand der Blog bezahlen, PLEASE??? Ich trage auch zur Aufklärung bei…

      Naturksometikprodukte müsste ich nochmal recherchieren, ich melde mich aber da nicht an, ums verrecken nicht, sorry! Aber etliche.

      RESET klingt cool, Uta Mühleis kommt mir sehr bekannt vor, nur woher… Danke für den Link & für dne Kommentar, Mail mit Produkten folgt.

  14. @andreea
    Das mit den Reisen weiß man nicht genau und sollte da nichts unterstellen.
    Allerdings hatten wir Claudia Langer mehrfach um ihren ökologischen Fußabdruck gebeten ohne je eine Antwort erhalten zu haben. Zwischenzeitlich war sie zumindest über die Idee gestolpert Video-Konferenzen könnten das Reisen einschränken. Allerdings ist es in ihrer Position sicherlich schwierig nicht »präsent« zu sein. Eine Zwickmühle. Offen mit dieser Problematik umzugehen, mit der sie ja nicht allein dasteht, wäre ein Anfang (und Utopia behauptet ja immer »anzufangen«).
    Hier steht man sich mit seinem »Teflon«-Gebahren selbst im Weg.

    Nicht das gesamte Portal der Utopia AG wurde gefördert sondern verschiedene Produkte/Ausbaustufen. Mir war so wie, Utopia City Guide und das Affiliate-Shop-System. Eine EU-Förderung ist uns nicht5 bekannt, auch hier erbitten wir Quellen.
    Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt scheint den Utopia City Guide unterstützt zu haben (Projekt-Aktenzeichen 27329, http://www.dbu.de/1254ibook62726_30616_1253.html), allerdings geht aus dem Bericht nicht hervor, welcher Art die Unterstützung ist.
    Warum gesellschaftliches Kapital re-privatisiert wird, bleibt uns ein Rätsel, vor allem im Hinblick auf die existente Open-Source-Plattform Open Green Map (http://www.greenmap.org/, Beispiel Berlin: http://www.opengreenmap.org/de/greenmap/greenmap-berlin). Open Green Map ist älter (gegründet 1995), konzeptionell deutlich ausgereifter und selbstredend cooler als der mittelprächtig zusammengezimmerte Utopia-Abklatsch.
    Die Neuerfindung des Rades durch die Utopia AG, darf zumindest bei dem Stadtplan-Produkt »Utopia City Guide« kritisch hinterfragt werden. Zumindest sollte man als Unterstützer überlegen, ob mein seine Adressen nicht doch lieber in der Open Green Map ablegt.
    Das Partnershop-System der Münchner Utopia AG wurde mit 50% vom Umweltministerium Baden-Württemberg bezuschusst (www.tinyurl.com/produktguide). Der Produkt Guide ist genau das Produkt der Utopia AG in dem unkontrolliert pseudo-grüne Produkte verscherbelt werden, wie die genannten »Naturkosmetika«.

    1. @utopia Watchblog – ich weiss nicht mehr WO ich es gelesen habe, aber ich habe es gelesen und mich seidtem überhaupt für diese Frau und was sie tut interessiert, als sie dann mit der UTOPIA rauskam. ich habe keine zeit das zu recherchieren – aber das Internet vergisst nicht.
      Die nicht Naturkosmetik-Produkte sind zumindest was die öffentlich begehbaren Seiten betrifft alle weg. Vor zwei Jahren wurden aber Firmen genannt, die sich mit Natur schmücken, natürlich bin ich beim surfen drauf gestoßen – habe aber keine Screenshots gemacht. Das ist wiederum die andere Seite des http://www. Protokolls!

      Was im einzelnen UTOPIA tut, ist mir egal, ich finde es mittlerweile belustigend und was viel schlimmer ist: Es ist sogar ein Trend in der Wissenschaft, sich mit nachhaltigem Konsum zu beschäftigen.
      Die schlichte Erkenntnis dessen, dass es ein Online-Portal ist, mit dem man Geld macht oder machen möchte, reicht mir; ich prangere ausschließlich Scheinheiligkeit und die Dummheit bzw. Naivität der Nutzer an. Aber – jedem steht es frei sich zu beteiligen oder zu engagieren wie er möchte. Man kann so wie Du kritisch reflektieren und versuchen Transparenz zu shcaffen – aber die grossen Zusammenhänge muss man schon sehen wollen. Die Deutschen leben in einer Welt wo sie es sich erlauben können, die Augen zu verschließen – was ich nicht sehe, ist nicht da. Aber das ist eine andere Debatte.

      Das man einen kommerziellen Shopsystem staatlich bezuschüsst, finde ich einfach unglaublich! Egal was die verkaufen.

      Die DBU witd sicherlich Geld investiert haben, das ist bei Stiftungen so üblich! Wieviel ist sicherlich eine harmlose Frage, die UTOPIA beantworten kann.

  15. Hallo,

    als Naturkosmetik-Freak interessiert mich das Thema…

    andreaa :“Ich kann inhaltlich kritisch ergänzen dass auf der UTOPIA Seite Produkte falsch als Naturkosmetikprodukte gefeatured werden. “

    Utopia Watchblog: „Der Produkt Guide ist genau das Produkt der Utopia AG in dem unkontrolliert pseudo-grüne Produkte verscherbelt werden, wie die genannten »Naturkosmetika«.“

    Nun aber mal raus mit der Sprache… wenn ihr das ansprecht, bitte auch belegen. Empfiehlt Utopia etwa Biotherm und Yves Rocher?

    LG
    Carolina

  16. @Carolina
    Leider bin ich gar kein Kosmetik-Freak, deshalb kann ich mich zu diesem speziellen Thema nicht äußern.
    Unser Watchblog kritisiert den grundlegenden Fehler in der Konzeption des Utopia Produkt Guides, einem Shop-in-Shop-System, der die Überprüfung der Produkte deren Anbietern überlässt. Zwar können die »Utopisten« die Produkte im Nachhinein bewerten, doch ohne Intervention, bleiben nicht nachhaltige Produkte ewig im Shop. Dementsprechend kann man auf die ökologische und soziale Verträglichkeit der angebotenen Produkte nicht vertrauen.
    Der einzige Mehrwert gegenüber einem »normalen« Shop ist damit hinfällig, denn auch im Utopia-Shop muss man die Zertifizierung jedes Produktes selbst prüfen.
    Eine ganz interessante Diskussion über die Produkte im Utopia Produkt Guide, stammt aus dessen Einführungszeit und wurde von den sog. »Utopisten« auf der Plattform selbst ausgetragen (http://www.utopia.de/magazin/der-neue-produktguide-auf-utopia-online-ratgeber-fuer-strategischen-konsum-alltag-einkauf?all#comments).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CommentLuv badge