Hält uns Beautykram von der Weltherrschaft ab?

These
Jutta Allmendinger sagte in einem Interview der ZEIT: Der Heiratsmarkt bezahlt die Frauen besser als der Arbeitsmarkt. Stimmt, und daher tun Frauen alles um auf den Heiratsmarkt miteinander zu konkurrieren. Sport, Diät, Haare färben, Schminken, Selbst-Optimierung bis hin zum geeigneten Studiengang und Promotion, um die ultimative Trophy-Wife abzugeben.

Während Alpha-Männer zunehmend unter Druck geraten präsentabel auszusehen (googelt eine Vorher-nachher Photo von Jeff Bezos…), geschieht dies aus gesundheitlichen (ist das wirklich so?!) Gründen und wird von den Genossen positiv beurteilt und begleitet. Zusammenhalt ist das A und O unter Schwanzträgern, deshalb kommen Frauen da nicht rein. Es gibt dafür einen Begriff, den ich in Fuckademia (Zitat von Dr. Reyhan Shahin via Facebook) zuerst gehört habe: Primus inter pares – alle gleich, einer gleicher als die anderen, ergo eine symbolische Unterordnung unter dem absoluten alpha-Tier, woraus wir schlussfolgern können: Gleich und gleich gesellt sich gerne, und DU kommst hier nicht rein. Gilt übrigens generell für Eliten, die nach wie vor männlich und weiß sind.
Die Macht über der Reproduktion, die gerade von männlicher Seite angestrebt wird (siehe eingangs des Textes), sollte Frauen, nunmehr sie dank Verhütungsmittel tatsächlich wieder die Macht darüber hat, nach ganz vorne katapultieren.
Dies geschieht jedoch nicht.
Mangelnde Solidarität ist immer wieder der Vorwurf aus den eigenen Reihen, und jeder Mann mit dem ich darüber sprach, zuckte die Schultern und sagte: Ihr macht Euch immer nur gegenseitig fertig, da muss „manN“ nichts machen. …denn Frauen sind ja zu sehr beschäftigt, sich gegenseitig den richtigen Lippenstiftton zu empfehlen und im Zweifelsfalle der potentiellen Bedrohung (WHAT THE FUCK!!!!!!!), ergo der Kollegin, das Leben zur Hölle zu machen, weil sie auf irgendeinem Gebiet vermeintlich besser ist.

Ergo, die selbst aufoktroyierte Vorstellung des schönen Geschlechts, der über die ästhetische Komponente hinaus schlichtweg eine kontrollierenden Komponente hat (dazu das Buch von Corinne Luca lesen: Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne: Schönheitswahn-Detox für die Frau von 0 bis 99 demnächst erhältlich) ist eine selbstgestellte Falle! In die ich mitgetappt bin! Auf der anderen Seite sehe ich es gar nicht ein, mir etwas verbieten zu lassen, was Spaß macht und abwaschbar ist wie Schminke – das wäre auch Selbstregulation.

Nähmen wir uns weniger Zeit für Lippenstifte, hätten wir mehr Zeit für:
1. Weltherrschaft
oder
2. Care-Arbeit (->Haushalt, Orga für Kerl und Familie, das übliche womit Frauen belastet sind, weil sie es „besser können“)

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Wer verbietet/gebietet uns genau was?
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Ist frau zu wenig zielstrebig?
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Mehr LEAN IN statt MAKE UP?
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Ist die immerwährende Diskussion nicht auch eine Beschäftigungstherapie und Arbeitsbeschaffungsmaßnhame für ACHTUNG weibliche Gleichstelungsbeauftragte, womit man frau Sand in den Augen streute, dass etwas getan wird?
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2 Gedanken zu „Hält uns Beautykram von der Weltherrschaft ab?

  1. Oh jeh, auf diese dunklen Gedankenwege begebe ich mich auch manchmal… ABER, das ist doch wirklich nur ein Trick, Frauen schön still zu halten. Denn 1. glaube ich nicht, dass ich das Leben haben möchte, dass sich Männer vor jahrhunderten ausgedacht haben und jetzt klaglos weiterführen. Ich möchte ich Welt verändern und vor allem möchte ich Freiheit. Das bedeutet für mich Karriere, ja. Aber auch Kinder, Freundschaften mit viel Nähe, Gefühle zeigen, Aktivismus, Spiritualität… und auch alleine im Minirock von einer Party nach Hause gehen dürfen, ohne Angst vor Übergriffen haben zu müssen und dann ein „selber schuld“ gesagt zu bekommen. Ich möchte also eine andere Welt. Nicht ein Platz bei den Starken um dann den gleichen Mist weiterzuführen. Und 2. halte ich es für den gemeinsten Trick überhaupt, dass Interessen oder Eigenarten, die zurzeit eher Frauen zugeschrieben werden, automatisch als minderwertig angesehen werden (inklusive von Frauen selbst). Bloß nicht diplomatisch und leise reden oder gar zuhören, bloß nicht Gefühle zeigen, bloß keinen Lippenstift?!?. Wer würde wohl die Frage stellen – hält uns Fußball und Rasieren von noch mehr Weltherrschaft ab? Also, als Fazit würde ich sagen: Ich möchte nicht mit den Mitteln, die Männer verwenden das Leben haben, das Männer haben. Aber klar, die gläsernen Decken müssen weg und die Arbeit muss gerecht verteilt werden (Care- und Erwerbsarbeit). Aber bitteschön mit Lippenstift für alle (Männer und Frauen), die das wollen!

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