The damage so far

…leider schaffe ich es nicht, meine Beautyausbeute der letzten Wochen zu zeigen, daher gibt es jetzt einfach mal eine Liste mit Bewertung.
Online einkaufen ist vielleicht nicht sexy, aber ich komme ja nicht mehr raus und so kann ich mir einiges budgettechnisch schön reden 😉 und erst die Geschenke!

EDWARD BESS Earth Tone Palette.
Es handelt sich dabei um stolze 10g Lidschatten mit Mauve- und Brauntönen. Alles fein schimmernd, sehr gute Qualität und vor allem: Oh mein Gott, die geilsten Farben dieser Welt! Sehr zart, kann aber auch etwas betonter aufgetragen werden, ist das der perfekte Lidschatten um geschminkt aber unbunt auszusehen. Die Farbauswahl dürfte jeder Frau stehen und erinnert sehr an meine geliebte Armani Palette, die es leider nicht mehr gibt. Für knapp 50 Tacken inkl Versand nicht mal überteuert.
Manko: Die Farben sind zusammengepresst, es ist also ein Tiegel, ein riesiger Multi-Lidschatten. Erweist sich in der Praxis trotz minimalem Krümeln als unproblematisch.

SISLEY Pflegeset gegen unreine Haut, was ich unbedingt etwas ausführlicher vorstellen werde. Zusammengefasst mit „leider geil“ und vor allem mit: Wirkung! Reinigung, Serum und Tagescreme (Serie Résines Tropicales) haben meinen gruseligen Akne-Teint beruhigt und abgeheilt, ohne die Haut auszutrocknen, was jenseits von 25 gerne geschieht. Bei Pflege bin ich ja grundsätzlich eher geizig, bei Sisley muss ich allerdings sagen, dass sämtliche Produkte überzeugt haben. Ich muss mich nur überwinden.

– Zwei Pullen Chanel No. 5 – als Eau de Parfum und als Parfum. Es gab Rabatt und über die Auswahl schweige ich still…!

– Den Tom Ford Pinsel. DEN. Den Bronzer Pinsel, den ich zwar toll finde, aber ehrlich nicht verwende! Der ist viel zu groß und taugt höchstens für losen Puder, den ich wiederum selten verwende. Kann man haben, muss man aber nicht.

– Ein Anastasia Augenbrauenstift. Völlig überbewertet, braucht sich sofort auf, das Bürstchen am anderen Ende ist mega kratzig, und auch sonst einfach zu teuer. Sensai/Kanebo bleibt mein Favorit!

Sensai Bronzer auf gut Glück und was soll ich sagen – Volltreffer. Trotz einiger grober Schimmerpartikel ist der Bronzer von der Farbe einfach perfekt für meinen sehr unruhigen, gelblich, braunen und roten Teint und auch gut verträglich. Nicht sexy verpackt, nicht allzu teuer, und jetzt schon ein Alltagsheld.

– Einen MAC Lippenstift! Tipp von einer lieben Leserin und ein Volltreffer: Dubonnet. Ein dunkler Kirschton, sehr winterlich, tolle Konsistenz, und schöne wenn auch nicht so besondere Farbe.

SHISEIDO Rouge Rouge ist einfach toll! Goßartige Textur und schöne Farben. Toffee Apple ist ein züchtiges, liebes Rot und mein Favorit, und ich hoffe sehr die Farbpalette wird erweitert, besonders um die für Shiseido typischen Mauve-Töne. Da könnte ich noch einen netten Rosenholz brauchen.

BOBBI BROWN darf nicht fehlen! Party to Go war ein Geschenk, zähle ich aber mit auf: sehr warme Palette, die man mit dem Espresso-Lidschatten aber in Zaum halten kann, dazu ein Lippenstift-Mini in einem sehr schönen, dunklen Rosenholz. Die Kollektionen haben immer mehr Anlehnungen an Tom Ford (übrigens verlässt Bobbi Brown endgültig die Marke) und haben auch preislich angezogen.

VBxEstéeLauder und mehr muss ich nicht sagen. Es ist ein Geschenk gewesen (bin fast in Ohnmacht gefallen!) und hat neben dem zurecht gehypten Highlighter meine Kollektion um DEN roten Lippenstift ergänzt: CHILEAN SUNSET. Der matte, orangerote Lippenstift der Kollektion wurde weder gehypt noch groß gezeigt, dabei ist das ein total krasses Teil! Die Farbe ist unglaublich und die Textur erst recht. Die Verpackung ist golden und nix klappert, sehr schlank dazu – insgesamt ein perfekter Lippenstift. Mit so einer Farbe auf den Lippen kann Frau die Welt erobern! Auftragen und sich sofort GEIL fühlen.
Sorry, das Zeug ist ausverkauft!

An Neuigkeiten für den Frühling happert es derzeit – der Winter kommt ja erst.

Ich will mich ja auch frisch fühlen und vor allem etwas frischer aussehen, aber momentan ist Hopfen und Malz verloren. Einzige Allzweckwaffe ist mein geliebter Sisley Concealer und der cremige VBxEstéeLauder Highlighter samt Lippenpflege. Die nächste Zeit wird es wohl auch dabei bleiben; aber oh! Wenn erst roter Lippenstift wieder ausgeführt wird!

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Das erste Mal: Das zweite Mal

Zunächst die Zusammenfassung: ich habe es mir etwas anders vorgestellt…!

Wir haben uns für ein zweites Kind entschieden. Völlig unerwartet für unseren Umfeld – meine Mutter ließ fast den Hörer fallen, als ich fröhlich verkündete, dass ich schwanger sei.

Als nächstes erfuhr es Teddy, um möglichst lange Zeit zu haben, sich darauf einzustellen. Schließlich ist es ein großer Einschnitt für ihn, er wird vier sein und ein großer Bruder – eine Änderung, die er versteht, die trotzdem zu verkraften sein wird. Nicht mehr alleiniger Herrscher! Tja.

Eine zweite Schwangerschaft und eine zweite Geburt – der Abstand war jetzt groß genug, um den Scheiß wieder auf sich zu nehmen. Natürlich war das pflegeleichte Kind und eine Partnerschaft auf Augenhöhe in allen Belangen ausschlaggebend, aber das ist die rationale Seite. Zum ersten Mal wollte ich es einfach, weil ich es wollte. Punkt.

Der Plan war parallel meine Dissertation zu Ende zu schreiben bzw. in einer editierbaren Version fertig zu haben; alles vorhanden und vorbereitet. Und dann… Weiterlesen…

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Doing business

Ich muss Euch mal wieder mit einem Schwank aus meinem Leben belästigen, angesichts der mageren Schminkausbeute in letzter Zeit. Zwar gehe ich nicht ohne Gesichtspatte aus dem Haus, das Programm ist jedoch reichlich homogen: Augenbrauenstift, sehr viel Abdeckcreme, Wimperntusche und roter Lippenstift, derzeit am liebsten Chanel Coromandel, ein schöner, warmer Rotton mit Gold, der erbärmlich schlecht auf den Lippen hält. Dazu passend den schönsten Nagellack aller Zeiten, den mir eine Leserin besorgt hat und den ich bereits zur Hochzeit trug – ist auch schon fünf Jahre her?! Meine Güte! Der Lack Chanel Coromandel und der passende Lippenstift. Natürlich alles mit einer Prise Tom Ford, den Bronzer gebe ich nämlich nicht mehr her.

Beim Schreiben hatte ich vor nicht allzu langer Zeit eine Art Zusammenbruch und wollte alles hinschmeißen. Absolut biestig gelaunt und kurz vorm Weinen, rief ich meinen Projektleiter ins Büro (ja, ich ihn!) und sagte: Ich brauche jetzt einen Arschtritt, sonst schmeiße ich.
Er ist ja einiges gewohnt, aber bestimmt nicht sowas und nicht von mir – ein Mensch hinter der ganzen Schminke?! Er atmete tief durch und legte los.

Ich komprimiere es mal in einem Satz. Weiterlesen…

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So ein Pech?

EDIT:

Das Update und das Ende der Geschichte?
Meine Ehemann opferte einen Tag und fuhr nach Hamburg. Im Alsterhaus behandelte man ihn wie einen Idioten und schickte ihn wieder weg. Er atmete tief durch, verlangte die Abteilungsleitung, und bekam das Geld erstattet. Tatsächlich ist der Händler in der Pflicht nach EU Gesetzgebung, und der Hersteller hat immerhin die Kosten für die Überprüfung getragen, ohne Mucks.

Mein Ehemann ist der Meinung, dass Caran d’Ache das hätte mit dem Händler klären können, so als Kundendienst, zumal beide (auch) in Hamburg sitzen.

Und dann kaufte ich doch noch einen Füller… Doch das ist eine andere Geschichte.

Derweil einen großen Dank für den Kundenservice und einen heißen Tipp für alle Lüneburgerinnen:
Der Adendorfer Waschzuber.
Dort kümmerte man sich um mich und dort kann man himmlisch shoppen: Kosmetik, Geschenke, Spielzeug, Süßkram, eine echte Zauberkiste!
Parkplatz ist gegenüber, und einen Füller können die auch einem bestellen; das Stifte/Radiergummi/Anspitzer Sortiment von Caran d‘ Ache habe ich dort auch komplett geshoppt. Was die nämlich noch besser können als Füller? Stifte.

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Ich bekam nach Weihnachten spontan ein Füllfederhalter geschenkt. Der Ehemann schlug übermütig vor, zwischen den Jahren (!!) nach Hamburg zu düsen und ein wenig zu shoppen. Das Modell hatte ich in mühseliger Internet-Recherche bereits eingegrenzt, jetzt hieß es ab zum Fachhändler und ausprobieren. Immerhin sollte ein hoher dreistelliger Betrag über den Tisch gehen, da gucke ich schon ganz genau hin. Meine erste Wahl fiel auf einen „vernünftigen“ Hersteller aus der Schweiz, der lebenslange Garantie auf seine Produkte vergibt, Caran d’Ache. Explizit kein Montblanc. Weiterlesen…

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Jahresrückblick – Teil 1

Mir ist heute danach. Ich habe frei, liege im Bett zu einer Uhrzeit, die mir bestenfalls aus Studienzeiten noch bekannt ist, habe just online eine Reise geplant (beruflich, aber was schönes mit Wissenschaft und so), und denke die ganze Zeit über mein Jahreshoroskop nach.
Ich lese ja seit Ewigkeiten das Horoskop der VOGUE und finde das immer wieder treffend. Am Jahresanfang weiß ich damit nicht viel anzufangen, zum Ende jedoch klärt sich das, und zwar ohne Interpretationsspielraum.

Dieses Jahr fing nicht so toll an. Zum Ende habe ich gefühlt nichts geschafft, bin aber innerlich stark und zufrieden wie nie zuvor. Viele Kämpfe sind gekämpft worden und viele Narben entstanden, aber auch geheilt. Ich habe gelernt, mich abzugrenzen, und ich habe nicht aufgegeben.

Ich bin als Zwilling eine Gratwanderung zwischen Extremen, doch nie war ich mir selbst mit mir so einig wie jetzt. Heute. Jetzt in diesem Augenblick.

Was ich will, weiß ich immer noch nicht, aber wer ich bin.
Ich finde das einen großartigen Schritt für mich persönlich und danke den vielen Leuten, die mich begleiten.

Davon abgesehen habe ich ein perfektes Kleid, den perfekten roten Lippenstift und die perfekte Pflege. Beautybloggerziele 😉

P.S. Das entbindet meine Umwelt nicht davon, dass ich mich Weihnachten und in Zusammenhang mit Geschenken völlig gaga verhalte. Sorry not sorry! Da habe ich mir das innere Kind bewahrt 😜

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Leserwunsch: Feminismus und Dr. Hauschka

Das nenne ich mal eine Herausforderung – Dr. Hauschka und Feminismus in Kontext bringen, das sind ja schließlich die beliebtesten Themen auf dem Blog.

(Zu Dr. Hauschka sage ich nur: Ich bin bald bei einer Hauschka-Kosmetikerin und werde alles machen lassen, was geht! HA!)

Aber Dr. Hauschka und Feminismus? Schließen sich ansonsten leider aus. Im Vorstand der Firma sitzen nur alte Männer, fein und brav in der zweiten Reihe kommen die fleißigen Bienchen, die Damen, die die Arbeit machen. Auch sonst ist die Öko-Szene ein Patriarchat, gerade wenn die Wurzeln in der Nähe von Rudolf-Steiner zu suchen sind. Da ist Feminismus Fehlanzeige, es sei denn man versteht darunter, dass Frauen als Mütter wertgeschätzt werden. Ja, das schon. Kühe schätzt man ja auch für ihre Milch.

Das tut jedoch den Produkten kein Abbruch – das Körperöl, das ich so liebe, sagt zwar Cellulitis, eine Erfindung der Kosmetik-Industrie, das ausgerechnet diese Firma nicht benutzen dürfte, aber sei es drum.
Das Produktkonzept ist veraltet, sagen viele, und es mag stimmen; es tut aber nach wie vor etwas wundersames, nämlich trotz der super komplizierten Anwendungsrituale eine Mix-Dir-Was Box anzubieten. Die Möglichkeit ins Gleichgewicht zu kommen und zu sein, sich selber am morgen sein Pflegeritual erstellen, und Dinge zu tun, ODER ZU LASSEN. Das Konzept fragt nach Achtsamkeit und Akzeptanz. Das ist kein feministisches Konzept, aber in dieser Zeit des Übergangs, in der wir aktuell als Frauen leben, brauchen wir auch mal Zonen, wo wir nicht perfekt und strukturiert sein müssen. Wo es mal um einen selbst geht und um Zeit für sich, was ich gerade bei meiner Hauschka-Kosmetikerin, die leider nicht mehr aktiv ist, so sehr geschätzt habe.
Übrigens ist das etwas, was auch jedem Mann zugute kommen sollte, bringt daher auch die Kerle dahin! Die Pflege ist zumindest mit dem Unisex-Konzept ein wenig feministisch, und wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit den Männern in gleichen Boot sitzen (leider sind wir derzeit an der Galeere, nicht am Steuerrad…).

Aber nein, nein, so verwässern will ich das Thema nicht; wir haben immer noch echte Probleme jenseits unserer Falten und Hautunreinheiten.

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Das erste Mal: Urlaub im August

Jede zweite Leserin wird sich jetzt denken – hä? UND?!

Eine ganz kurze Erläuterung kann ich hierzu geben: Im August haben alle Bundesländer Schulferien, parallel hierzu haben die Kindergärten auch geschlossen. Ergo müssen Eltern Urlaub nehmen, und zwar nacheinander, um die 3-wöchige Schließzeit zu überbrücken. Richtig lustig wird es in den Schulzeit während der Sommerferien, die bekanntlich sechs Wochen dauern. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube in der Zeit ketten manche berufstätige Eltern ihre Kinder an einem Brückenpfeiler fest, mit Essen und Trinken versteht sich, weil sie weder Großeltern noch eine anderweitige (bezahlbare) Kinderbetreuung und/oder -aufsicht haben.

Also haben alle im August Urlaub und wer jemals einen Reisekatalog aufschlug, weiß, um in diesem Zeitraum zu reisen muß man a.)dumm sein oder b.)Kinder haben. Es ist schlichtweg die teuerste Reisezeit!
Daraufhin Ehemann so:
„Wo kann man denn im August hinfahren?“
Ich so:
„Man kann Zuhause bleiben!“

Zu blöd nur, dass es der einzige Zeitraum ist, wo wir als Familie länger als eine Woche am Stück zusammen sein können. Wir erinnern uns daran, dass in DE der Urlaub 5 Wochen beträgt. Nach Gesetz. Manch einer hat mehr (die Schulferien sind meine ich etwa 12 Wochen über das ganze Jahr, was zum Teufel machen Eltern?!…).

Ich kam auf die gloriose Idee, an die deutsche See zu fahren. Wie wäre es mit einem Kinderhotel, das war doch nett? All Inclusive und garantiert mit Kindern, die miteinander spielen könnten. Die nervigen Erwachsenen muss man in Kauf nehmen. Spa Angebot ist auch da, inklusive Babyphone. Also eine Sauna und irgendeine Kosmetikerin, die ein Vermögen für Maniküre-Pediküre-irgendwas nimmt. Wo sollen die Mütter denn sonst hin? Eben.
Nach einem kurzen Verfügbarkeits-Check stellte ich fest, dass sehr. viele. andere. Leute eben dieselbe Idee hatten. Und auch bereit sind, knapp 300 Euro am Tag (!!!!!!!!) dafür zu bezahlen. Und jetzt mal auf 14 Tage hochrechnen. Okay, meinetwegen 10. Scheiße. Scheiße!!
Bekanntlich ist Deutschland das teuerste Urlaubsland.
Alternativ fiel uns Portugal ein, und auch wieder aus, nachdem wir feststellten, dass wir dafür leider ebenfalls kriminell tätig werden müssten.

Zusammenfassung von „Urlaub in August“:

PRO: Ähm, Urlaub?!

CONTRA: Und was haben die Eltern davon? Nichts. Hinterher braucht man in der Regel Urlaub, denn so eine trubelige Atmosphäre fordert ihren Tribut. Alles ist auf die Kinder ausgerichtet, das ist toll, aber das habe ich ja schon den ganzen gottverdammten (All-)tag. Ich will lecker essen, ich will eine Hauschka Kosmetikerin endlich mal wieder, und ich will Ruhe. Und ich will dafür keine Niere verkaufen und einen halben Lungenflügel dazu! Weiterlesen…

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Das erste Mal: Suffizienz

Ich muß was ganz schlimmes beichten: Ich bin satt.

Der Wissenschaftler und vor allem Mensch Niko Paech hielt jüngst einen Vortrag an meiner Broterwerbsstätte, wo ich sogar bezahlterweise teilnehmen konnte, sprich im Rahmen meiner Arbeit. Und dieser Vortrag ist gerade dabei, grundlegend mein Leben zu verändern. Natürlich war der Vortrag ein Katalysator oder sagen wir mal ein Spiegel, in dem ich sah auf welchem Weg ich mich gerade befinde, aber diesen letzten Tropfen brauchte es, um das Faß zum überlaufen zu bringen.

Er nennt es Konsumverstopfung, ein Kampfbegriff, der sicherlich ausschließlich in unserem Breitengraden anzutreffen ist.

Ich bitte Euch, sich den Niko Paech selbst und in Farbe anzusehen – im Verein, in Schulen, in Firmen; er geht durch’s Land und verbreitet die Botschaft. Ihr könnt ihn zu Euch einladen, bis auf Reisekosten macht er das, um zu ändern. Selten so eine galubwürdige Person erlebt.
Was er erzählt? Ein Interview mit ihm in der Süddeutschen fasst es gut zusammen:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/oekonomie-und-oekologie-gruenes-wachstum-gibt-es-nicht-1.1865075

Weniger konsumieren, mehr Zeit haben. Weniger Wachstum, weniger „mehr ist mehr“. Natürlich gilt das ausschließlich für eine bestimmte Bevölkerung(sschicht) und diese kann sich nun mal glücklich schätzen, dazu zu gehören, trägt aber die Verantwortung und auch die Möglichkeit als kulturelle Avantgarde zu agieren und somit als nachahmenswert zu erscheinen. So ändert man die Welt. Man ändert sich selbst und ist ein Vorbild.

Ein genügsames Vorbild. Ein Social Change Agent.
Und jemand, der lernt zu priorisieren.

Die Frage lautet: Brauche ich das?
Die Antwort lautet bei mir natürlich fast immer nein, aber ich will. Ich habe Bock. Es ist viel spannender, Lösungen zu finden statt sich neuen Probleme zu stellen, um den alten zu entkommen. Oder, einfacher, etwas was man hat schon zu benutzen, statt etwas neues zu kaufen, nur weil es – nun ja, neu ist?!
Suffizienz.
Ich lebe ein ganz bisschen anders als meine Umgebung. Und ich hatte manchmal Mühe, mit den Nachfragen umzugehen – jetzt sage ich einfach: Suffizienz. Und damit mehr Geld oder Zeit oder beides, für etwas, was mir persönlich wichtig ist.

Also probierte ich es aus (gleich vorweg: Ich habe am Ende des Tages echt viel Geld ausgegeben, aber für etwas, was ich tatsächlich noch nicht habe und von meiner Liste streichen kann).
Im Alltag ist es am einfachsten – krame frau ihre alten Sachen aus; die alte Jacke ist nach wie vor Jacke, und man kann sie tragen. ODER?
Der rote Lippenstift – ach, ich habe derer 6 Untertöne, viel geht nicht mehr, ich nehme einfach einen, den ich schon länger nicht verwendet habe und stelle fest, er ist perfekt.
Noch ein bisschen Spielzeug? Nö.
Noch ein Shampoo? Nö.
Noch eine neue Dose irgendwas anderes? Nö.

Suffizienz. Das heißt nicht Verzicht, sondern Fokussierung in erster Linie. Und leider auch, und das ist sicherlich für viele schwer und häßlich, die Frage ob man glücklich und zufrieden ist. Sich mit sich selbst beschäftigen (pfui). Die Zeit nicht mit Konsum totschlagen, auch nicht mit Freizeitkonsum, wie Partys und Reisen (Spaß sollte man trotzdem haben, nur etwas bewußter und entschleunigter und auch weniger konsumatorisch, zum Beispiel einfach mehr vögeln oder, für Eltern, schlafen.).
Das Glück fördert dieser Fast-Verzicht ja nun nicht augenblicklich zutage, die Zufriedenheit erst recht nicht. Es braucht eine Zeit. Doch ein bisschen entlastet von der Jagd nach Dingen und der Flucht vor sich selbst, ist man der Konfrontation mit sich selbst auf einmal gewachsen.

Selbst ich, die einen ausgeprägten Hang zu Dingen hat, und ich meine die Art von Geldanlage, die Carrie Bradshahw in Sex and the City so schön predigte: „Am liebsten habe ich mein Geld dort, wo ich es sehen kann – hängend in meinem Kleiderschrank!„, selbst ich kann sagen, dass ich an dem Punkt gelang bin, wo mich eine äußerst merkwürdige Konsumverstopfung ereilt hat. Merkwürdig, weil sie sich eingeschlichen hat, weil sie gar nicht so schlimm ist, und weil sie damit einhergeht zu wissen, was man alles hat. Nicht was einem fehlt – und diese Sichtänderung bringt doch alles gehörig durcheinander.

Und Suffizienz im Laden zu stöhnen ist noch geiler, als zu shoppen.

Im Ernst – ich habe mich einfach mal gefragt, was ich gerade tue. Ich arbeite, habe Geld, aber irgendwie wachsen die Ansprüche mehr als das Guthaben; Zeit es auszugeben habe ich nicht, und ob die Schuhe 200 oder 400 oder 600 Euro kosten, es bleibt eben dabei, ein paar Schuhe mehr in den Schrank zu stopfen. Weil, ich habe ja schon Schuhe. Ich habe Schuhe, die sind kaputt und passen nicht mehr, okay, die können ersetzt werden, aber neue Schuhe zu kaufen weil ich die anderen schon länger/so lange/schon so lange/viel zu lange/ habe? Ähm.

Als Mutter kommt noch etwas hinzu – das Kind mit Sachen vollstopfen. Ich kaufe gerne Bücher und Spielzeug, ist auch für mich irgendwo, aber wieviel Lego und wieviel Auto braucht’s, wenn man das Kind eh nur ein paar Stunden am Tag sieht? Wenig, und dann ist es ein Besen oder ein alter Küchentopf, Kastanien und ein Schneebesen und die Bereitschaft, Quatsch zu machen. Suffizienz heißt also nicht auf Spielzeug zu verzichten, sondern zu merken, wann es reicht.

Puh.

Ist echt einfach. Suffizienz. Am Ende eines Monats hatte ich dann so viel Kohle über, das ich mir einen alten Traum erfüllt habe. Konsum, ja.

Gleichzeitig konnte ich mich auf etwas konzentrieren, was mir wirklich am Herzen liegt: Denken. Man nennt das im Gebrauchsdeutsch forschen oder untersuchen, ich nenne es denken und es ist die höchste Form von Luxus. Natürlich muss dieses den Lebensunterhalt absichern, und ist sicherlich keine Absolution für die Verhältnisse von Wissenschaftler_Innen in diesem unseren Lande – denken, um den Lebensunterhalt zu verdienen, darf im Bildungssegment kein Luxus sein! – doch denken an und für sich ist der höchste Grad von Freiheit, und das ist schon ganz schön sexy. Ironsicherweise häufig etwas, was einem Geld kauft. Oder aber, was man durch den Verzicht/Einschränkung auf Geld(-verdienen und -ausgeben) auch halbwegs erreichen kann.
Ich wiederhole: Das gilt nur für bestimmte Schichten, für bestimmte Einkommensklassen, bla bla bla. Es gilt immer noch auch am stärksten für Männer; Frauen müssen diesen Zustand ironischerweise stets erarbeiten oder sie entscheiden sich aus struktureller Notwendigkeit dafür (schlechte/keine Kinderbetreuung, niedriges Gehalt, ein Partner, der sich beim Putzen aus dem Staub macht).

Suffizienz. Ich habe sie mir erarbeitet. Genauso wie die Konsumverstopfung. Ist das geil, oder was?
Und was mache ich jetzt? Ich verrate es Euch.

Denken. […jetzt wirklich, einfach denken, ohne Ironie und Zweideutigkeiten, schreiben, untersuchen, forschen, hinterfragen, argumentieren, denken halt… ]

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