Das erste Mal: Das zweite Mal

Zunächst die Zusammenfassung: ich habe es mir etwas anders vorgestellt…!

Wir haben uns für ein zweites Kind entschieden. Völlig unerwartet für unseren Umfeld – meine Mutter ließ fast den Hörer fallen, als ich fröhlich verkündete, dass ich schwanger sei.

Als nächstes erfuhr es Teddy, um möglichst lange Zeit zu haben, sich darauf einzustellen. Schließlich ist es ein großer Einschnitt für ihn, er wird vier sein und ein großer Bruder – eine Änderung, die er versteht, die trotzdem zu verkraften sein wird. Nicht mehr alleiniger Herrscher! Tja.

Eine zweite Schwangerschaft und eine zweite Geburt – der Abstand war jetzt groß genug, um den Scheiß wieder auf sich zu nehmen. Natürlich war das pflegeleichte Kind und eine Partnerschaft auf Augenhöhe in allen Belangen ausschlaggebend, aber das ist die rationale Seite. Zum ersten Mal wollte ich es einfach, weil ich es wollte. Punkt.

Der Plan war parallel meine Dissertation zu Ende zu schreiben bzw. in einer editierbaren Version fertig zu haben; alles vorhanden und vorbereitet. Und dann…

Dann ging es mir schlecht. Vom ersten Tag an hatte ich zu kämpfen, denn mein Körper machte nicht mit, und tut es bis heute nicht, wo ich noch etliche Wochen vor mir habe. Der ganze Schrott wie Müdigkeit, Kreislaufprobleme, Gestationsdiabetes, diverse Infekte beförderten mich dann unlängst ins Krankenhaus, wo ich mir wie in einem Wellness-Spa vorkam. Dank etlicher Infusionen und absoluter Ruhe (um acht Abends schlafen gehen!!) kam ich wieder auf die Beine, wenn auch nur um tatsächlich krankgeschrieben bis zur Geburt zu verharren. Rumlaufen fällt mir schwer jenseits von 10-15 Minuten, sitzen ist eine Qual, und stehen wird dank Kreislaufproblemen nach spätestens 20 Minuten zur Gefahr. Ich kann mich nicht bücken und nichts tragen. Am besten geht es mir in einer Badewanne voll mit Salzwasser, wo ich mein Gewicht nicht spüre. Der Bauch ist so riesig, dass mir bereits seit Wochen zur baldigen Niederkunft die Daumen gedrückt werden. Es sind aber noch zwei Monate.
Was ist das? Was wird das?!

Das zweite Mal – alles anders.

(Hier folgten ein paar sehr persönliche Zeilen, die ich aber gelöscht habe. Wenn man über Diskriminierung schreibt, kann ganz schnell ein Anwaltsschreiben im Briefkasten landen – für uns von anderen Bloggerinnen/Feministinnen getestet.)

Na, jedenfalls bleibt es spannend – es wird ein Mädchen, oder vielleicht auch nicht. Ein großer Teddy steht schon für sie bereit, Kleidung und Accessoires, Kinderzimmer und Kinderwagen ebenfalls.
Die ersten zwei Jahre werden bestimmt der blanke Horror so Schlafmangel-technisch, aber wir sind ja zu dritt. Der engagierte große Bruder ist jetzt schon eine tolle Hilfe und das lässt hoffen.

Jetzt heißt es ausruhen und gelegentlich mal was schönes tun – bloggediblog.

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6 Gedanken zu „Das erste Mal: Das zweite Mal

  1. Du kriegst das hin, ihr kriegt das hin. Ich hatte auch so Bauchgrummeln und siehe da, das Baby ist (meistens) pflegeleicht, schläft (meistens) viel besser als das große Kind und das große Kind ist (meistens) nicht eifersüchtig. Begeistert zwar nun auch nicht, aber er hat jedenfalls noch nicht versucht, das Baby anzuzünden – ist ja schon mal was. Meinen Schlaf rettet übrigens Zimmerteilung: großes Kind mit Papa, kleines Kind mit Mama. Aber da findet ihr bestimmt auch einen Weg, der für euch gut funktioniert.

    Freu dich drauf, es ist so schön! Der Geruch und das Lächeln und, meine Güte, sie sind soo weich! Soviel, was ich schon vergessen hatte vom großen Kind, fällt mir jetzt wieder ein.

    Die zweite Schwangerschaft fand ich auch viel anstrengender als die erste. Aber geht vorbei, bald ist es rum und die Schmerzen sind weg.

  2. Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Dass ihr dann bald zu viert seid, ist trotz aller Strapazen eine wunderbare Aussicht und quasi Belohnung, aber schon klar: das ist jetzt leicht gesagt, wenn man selbst nicht in der Situation ist, deine Beschwerden zu haben. Auch wenn es jetzt hart und anstrengend ist: ein Ende ist in Sicht. Später in der Rückschau kommt einem die Dauer der Schwangerschaft meistens ja doch nicht so lange vor. Jedenfalls drücke ich feste die Daumen, dass deine Beschwerden besser werden, zumindest aber nicht schlimmer. Und dann euch einen ganz tollen Start ins Familienleben zu viert. Liebe Grüße Svenja

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